Aktuelles :: EKvW.dehttp://www.evangelisch-in-westfalen.dedeEvangelische Kirche von Westfalen, LandeskirchenamtMon, 28 Nov 2022 19:48:43 +0100Mon, 28 Nov 2022 19:48:43 +0100TYPO3 EXT:newsnews-2401Mon, 28 Nov 2022 09:42:16 +0100Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement nun Teil der Universitäthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/festakt-zum-gelungenen-uebergang/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=82c1b79ac80c7b426cd4e04cfd404ad5Eine „glasklare hochschulpolitische Entscheidung mit kluger Weitsicht“ nannte Martin Büscher das, was jetzt mit einem Festakt im Betheler Assapheum gefeiert wurde: den Übergang des Instituts für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (IDWM) aus der gemeinsamen Trägerschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen und der v. Bodelschwinghschen Stiftungen in die Universität Bielefeld.

Und dieser Übergang, der formal zum Beginn dieses Jahres vollzogen worden war, ist gelungen. Daran ließ Büscher keinen Zweifel. Der Direktor des Instituts lobte die „universitäre Inspiration“ und den wissenschaftlichen Austausch, die der Wechsel in das Lehrangebot der Universität mit sich gebracht habe. „Welch ein guter Schritt, welch eine Lust am Gelingen“, so das Resumé des Institutsleiters.

Und auch die anderen Beteiligten, die im Assapheum zu Wort kamen, lobten den gelungenen Fortgang der Entwicklung. Der theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen Ulf Schlüter sieht das IDWM an der renommierten Universität genau richtig verortet. „Ohne Wenn und Aber Ja zur Wissenschaft“ müsse gesagt werden, wenn es um die Fortentwicklung von Diakonie gehe. Es brauche dafür „Herz und Verstand, Wissenschaft und Gottvertrauen“ so Schlüter. Der Vizepräsident gestaltete den geistlichen Impuls des Tages, der nach dem Festakt und der Vergabe von Master- und Promotionsurkunden in die Vorträge und den Austausch des ‚19.Forums Diakoniewissenschaft‘ mündete.

Für Gerhard Sagerer, den Rektor der Universität, ist das diakoniewissenschaftliche Institut eine eindeutige Bereicherung der Universität. Auf er lobte den gelungenen Prozess, das gute Miteinander und den fruchtbaren wissenschaftlichen Austausch zwischen den universitären Fachbereichen. Eine „win-win-Situation“ für alle nannte Sagerer das neue Miteinander. Und auch Johanna Will-Armstrong, Mitglied im Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen, freute sich über die neue Anbindung des IDWM, das gleichwohl seinen Standort in Bethel beibehalten werde. Will-Armstrong wies darauf hin, dass Landeskirche und Bethel das Institut nach wie vor finanziell und personell begleiten werden.

Der Berliner Professor Andreas Lob-Hüdepohl, der das nachmittägliche Forum mit einem engagierten Redebeitrag eröffnete, mahnte die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter aus diakonischer Wissenschaft und Praxis, sich auf Zukunftsthemen einzulassen und so gesellschaftliche Entwicklungen mitzugestalten. Soziale Transformation, so der katholische Theologe und Sozialethiker, stelle einen speziellen Typus sozialen Wandels dar, denn sie habe gestaltenden Charakter und sei dabei nach normativen Orientierungen ausgerichtet. Lob-Hüdepohl ermunterte dazu, bei sozialen Transformationsprozessen stets die Gottesfrage wachzuhalten.

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Aktuelles
news-2400Tue, 22 Nov 2022 16:54:02 +0100Präses Annette Kurschus besuchte das Jüdische Museum Westfalenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/ausstellung-voller-leben-weisheit-und-hoffnung/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=3b0db9c09da453e9b8e2c93dad1136b4Zu Gast im Jüdischen Museum Westfalen war die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen Annette Kurschus. Die leitende Geistliche holte einen Besuch in dem Dorstener Museum nach, der eigentlich – gemeinsam mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst – schon in der Karwoche im April geplant war.

Damals machte ein stundenlanger Stau in einer Vollsperrung der Autobahn den Besuch zunichte. Jetzt holte die Präses die Besichtigung des Jüdischen Museums nach.

In Empfang genommen wurde Annette Kurschus in Dorsten von Superintendent Steffen Riesenberg, Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff, dem Vorsitzenden des Museums-Trägervereins Norbert Reichling sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Jüdischer Kultusgemeinde, Kirche und Politik.

Superintendent Riesenberg verdeutlichte in seiner Begrüßung, dass das Jüdische Museum für die evangelische Kirche in Dorsten und Umgebung eine „Herzensangelegenheit“ sei. Wie auch Bürgermeister Stockhoff wertete er den Besuch der Präses als Zeichen besonderer Wertschätzung für die Einrichtung und auch deren zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Jüdische Museum besteht seit 1992. Es ist aus bürgerschaftlichem Engagement entstanden, das den Ort bis heute trägt und prägt.

„Es ist eine Ausstellung voller Erinnerungen, voller Leben auch, voller Weisheit, voller Hoffnung, die zeigt, dass wir die Erinnerungen brauchen, um unser Heute zu verstehen und zu gestalten und auch den Schritt nach vorne zu wagen“, sagte Annette Kurschus nach ihrem geführten Rundgang durch das Museum. Zuvor hatte sich die Leitende Geistliche der Evangelischen Kirche von Westfalen ins Gästebuch der Stadt Dorsten eingetragen.

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AktuellesPräses
news-2398Tue, 22 Nov 2022 11:23:11 +0100Deutsche Kirchen der VEM unterstützen kongolesische Baptistenkirche http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/50000-euro-soforthilfe-fuer-binnenvertriebene-in-ostkongo/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=7e3433d0747a5d0b3742bb63d65a0790Die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Vereinte Evangelische Mission (VEM) sagen eine Soforthilfe in Höhe von insgesamt 50.000 Euro zu, um die Baptistenkirche in Zentralafrika (Communauté Baptiste au Centre de l’Afrique, CBCA) mit ihren Hilfsmaßnahmen für die Binnenvertriebenen in der Region Kanyaruchinya im Osten der Demokratischen Republik (DR) Kongo zu unterstützen. 

Vertriebene leben seit vergangenem Sommer in Angst 

Deutsche  und internationale Medien sowie die CBCA-Kirche berichten übereinstimmend, dass die kongolesische Rebellengruppe M23 („Mouvement 23“, Bewegung des 23. März) bereits im vergangenen Sommer weite Gebiete im Dreiländereck zu Ruanda und Uganda im Kampf gegen kongolesische Regierungstruppen eroberte.  

Die aus dieser Region geflohenen Menschen ließen sich in Kanyaruchinya, einem nördlichen Vorort am Fuße des aktiven Vulkans Nyiragongo, nieder. Seit dem 26. Juni hatten sich etwa 3.700 Haushalte, was einer geschätzten Bevölkerung von 20.730 Personen entspricht, rund um eine große Schule mit Fußballplatz niedergelassen und lebten unter prekären Bedingungen in Zelten aus Planen und Eukalyptuszweigen. Nach schweren Zusammenstößen, die das Zentrum von Rutshuru zerstörten, kamen vom 21. bis 29. Oktober weitere 6.920 Haushalte und damit etwa 38.757 zusätzliche Personen in das provisorische Flüchtlingslager nach Kanyaruchinya. 

Eine Mutter, die sich mit ihren zehn Kindern auf der Flucht befindet, berichtet: „Wir waren in Rugari und hörten plötzlich die Detonationen von Granaten und den schweren Beschuss aus den Dörfern Nyesisi und Ngugo. Als es unserem Dorf zu gefährlich wurde, flohen wir, ohne unsere Sachen mitnehmen zu können. Als wir drei Tage später in Kanyaruchinya ankamen, waren schon alle Kirchen und Klassenzimmer voll besetzt. Wir müssen die Nächte im Freien verbringen und ich fürchte um das Leben meiner Kinder, vor allem um das meiner drei Monate alten Zwillinge“. 

Massenflucht nach erneuter Bedrohung  

Nach neuerlichem Artilleriefeuer in der Nähe von Kanyaruchinya mussten die seit Monaten in Angst lebenden Menschen Mitte November erneut fliehen. Von Panik ergriffen sind bis zu 40.000 Familien mit ihren Habseligkeiten aus den um-kämpften Ortschaften in Richtung Goma geflohen. Frauen und Kinder packten das Nötigste zusammen und rannten bergabwärts in Richtung Provinzstadt. Dabei verläuft die Frontlinie zwischen Regierungsarmee und M23 nur rund 10 Kilometer nördlich von Goma. Die Rebellen rücken weiter vor und haben bereits angekündigt, die Provinzstadt wie schon im November 2012 erneut zu erobern. 

CBCA-Kirche vor Ort leistet Nothilfe 

Auf der Grundlage einer Bedarfsermittlung konzentriert sich die Hilfe der Baptistenkirche, die ein Mitglied der VEM-Gemeinschaft ist, jetzt auf die drei folgende Bereiche: Erstens, auf die Notversorgung der Haushalte mit Grund-nahrungsmitteln, Trinkwasser und den wichtigsten Haushaltsgegenständen sowie die Bereitstellung von Notunterkünften und medizinischer Versorgung, wobei ein besonderer Augenmerk auf Schwangere und stillende Frauen gelegt wird. Zweitens, auf den Schutz von vertriebenen Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter vor Vergewaltigung. Und drittens auf die psychologische Betreuung und psychosoziale Begleitung von Kindern.

„Die Weltgemeinschaft steht daneben und unternimmt nichts“ 

Pfarrer Robert Byamungu von der kongolesischen Baptistenkirche bezichtigt unter anderem die Nachbarstaaten der DR Kongo, die vielen Rebellengruppen wie M23 aus eigenem Interesse mit modernen Waffen auszustatten. „Diese Staaten brauchen den Krieg in Ostkongo als Ablenkung, um ihre Geschäfte in Ruhe weiter zu führen und unsere natürlichen Ressourcen wie Coltan und Gold aus dem Land zu bringen. Und die Weltgemeinschaft steht daneben und unternimmt nichts! Leider erinnert diese Situation an die vielen Fälle, in denen seit 1998 so viele Kongolesinnen und Kongolesen aufgrund wiederkehrender Angriffe und Gräueltaten gezwungen wurden, ihre Häuser zu verlassen. Tausende Menschen haben seitdem ihr Leben verloren, ohne dass jemand dafür verantwortlich gemacht werden kann“, so Pfarrer Byamungu. 

Hilferuf aus Ostkongo 

Die Leidtragenden dieser Politik seien nach Aussage des kongolesischen Theologen die Bewohner*innen dieser rohstoffreichen Region, um die der Staat sich de facto nicht kümmere und in der einzig die Kirchen vor Ort für etwas Stabilität sorgten. Pfarrer Robert Byamungu, der sich momentan in Deutschland aufhält, bittet deshalb die Kirchen und Menschen in Deutschland um Unterstützung: „Wir glauben an den göttlichen Beistand. Bitte beten Sie für uns! Setzen Sie sich auf allen politischen Ebenen für den vergessenen Konflikt in der DR Kongo ein. Deutschlands Stimme wird gehört in der Welt. Bitte legen Sie für uns ein Wort ein! Helfen Sie den Menschen, die gerade auf der Flucht sind - sie brauchen Wasser und Nahrung. Bitte spenden Sie für uns!“  

Spendenkonto:

Vereinte Evangelische Mission, KD-Bank eG
IBAN DE 45 3506 0190 0009 0909 08
Stichwort: Menschen in Kongo auf der Flucht

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AktuellesGemeindenMedien
news-2397Sat, 19 Nov 2022 15:16:13 +0100Westfälische Landessynode nach zwei Online-Sitzungstagen beendethttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/klimaschutzgesetz-haushalt-und-wahlen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ae2720c7b02c3234f60fd9655122cf7dsynodeAKTUELL Nr.6

Nach zwei Sitzungstagen, die ausschließlich in digitaler Form stattfanden, ging am Samstagabend die Herbsttagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) zu Ende. Die Plenumssitzungen konnten dabei per Livestream auch öffentlich verfolgt werden. Intensive Beratungen erfolgten online zwischenzeitlich auch in den unterschiedlichen Synodenausschüssen.

Auf der Tagesordnung standen unter anderem Wahlen. Neues nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung wurde der Plettenberger Unternehmer Peter Winkemann. Er folgt auf die Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes Silke Eilers, die ihr Mandat aus persönlichen Gründen zurückgegeben hatte. In den Ständigen Ausschuss für politische Verantwortung wurde Benjamin Rauer (MdL) gewählt.

Zudem hat die Synode das Klimaschutzgesetz der Evangelischen Kirche von Westfalen beschlossen. Es führt die Entscheidungen vorangegangener Synodentagungen zu einer Klimakonzeption fort und legt unter anderem eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen bis Ende 2035 auf 10 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 für kirchliche Körperschaften und Einrichtungen verbindlich fest.

Einer der Schwerpunkte der Synodenberatungen lag, wie traditionell auf jeder Herbsttagung, auf der Befassung mit Themen aus den Bereichen Haushalt und Finanzen. So verabschiedete das oberste Gremium der westfälischen Landeskirche den Haushalt für das kommende Jahr 2023. Er geht von einem erwartete Kirchensteueraufkommen von insgesamt rund 520 Millionen Euro aus. Gut 313 Millionen davon gehen als Zuweisung an die Kirchenkreise, rund 100 Millionen fließen in gesamtkirchliche bzw. landeskirchliche Aufgaben, der Rest wird für landeskirchliche Aufwendungen für die Pfarrbesoldung sowie auch die Zuweisung für den EKD-Finanzausgleich verwendet.

Besprochen wurde auch, künftig gezielt Mittel für innovative Projekte vorzusehen, insbesondere für Prozesse der Organisationsentwicklung und der Transformation kirchlicher Strukturen. Der juristische Vizepräsident der Landeskirche Arne Kupke kündigte bei der Einbringung des Haushalts die Notwendigkeit eines harten Sparkurses an. Grund dafür sei vor allem eine dramatisch fortschreitende Inflation.

Dass die Evangelische Kirche von Westfalen sich weiterhin für die Hilfe und Begleitung von Geflüchteten einsetzen wird, machte die Präses der EKvW Annette Kurschus in ihrer Replik auf den Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Lorenz Bahr deutlich. Der hatte in einem Grußwort an die Synode seitens der

Landesregierung um weitere Unterstützung der Kirche bei der Flüchtlingshilfe gebeten. „Seien Sie gewiss: Die Evangelische Kirche von Westfalen wird sich auch in diesem Winter – wie bereits in allen Jahren seit 2015 – nicht wegducken, wenn es um Nächstenliebe und Gastfreundschaft für Menschen in Not geht“, so die Zusage der westfälischen Präses.

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AktuellesLandessynode 2022
news-2394Sat, 19 Nov 2022 14:49:00 +0100Verbindliche Vorgaben zum Schutz vor Auswirkungen des Klimawandelshttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/synode-beschliesst-klimaschutzgesetz/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=96a395b9d5db14749df2273053bc70e6synodeAKTUELL Nr. 5

Schon im Herbst 2021 hatte sich die Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) auf eine gemeinsame ‚Klimaschutzkonzeption 2040‘ verständigt. Auf der diesjährigen Frühjahrssynode wurde diese Konzeption mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen unterfüttert. Jetzt hat die Synode der Landeskirche ein ‚Klimaschutzgesetz der Evangelischen Kirche von Westfalen‘ beschlossen.

Damit legt die EKvW Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz für alle kirchlichen Körperschaften innerhalb der westfälischen Landeskirche verbindlich fest. Bis zum Ende des Jahres 2035 muss demnach eine Reduktion der Treibhausgas- (THG-)Emissionen auf 10 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 gewährleistet werden. In den Folgejahren soll eine weitere Reduktion der Emissionen mit dem Ziel der vollständigen Klimaneutralität erfolgen. Im Rahmen einer THG-Bilanz sollen alle relevanten Energiedaten, beispielsweise zum Rohstoff- und Energieverbrauch in kirchlichen Gebäuden, kontinuierlich erhoben und ausgewertet werden.

Insbesondere kirchliche Gebäude stehen in den kommenden Jahren im Fokus der Klimaschutzmaßnahmen. Sie müssen spürbar reduziert und nachhaltig saniert werden. Um eine entsprechende langfristige Strategie festzulegen, wird in Abstimmung mit den Kirchenkreisen ein Klimaschutzplan erarbeitet, der dann von der Kirchenleitung auf Basis des neuen Gesetzes beschlossen wird. Er umfasst für die kirchlichen Körperschaften die Handlungsfelder Gebäude, Mobilität, Beschaffung und kirchliche Flächen. Die Synode wird sich regelmäßig über den Stand des Klimaschutzplanes berichten lassen.

Schon auf ihrer Frühjahrstagung hatte die Landessynode die Einrichtung eines ‚Klimabüros EKvW‘ beschlossen, das kirchliche Körperschaften bei der Entwicklung und Umsetzung verbindlicher Standards zum Klimaschutz unterstützt. Auch auf kreiskirchlicher Ebene werden künftig Fachstellen für den Klimaschutz aktiv sein.

Um die notwendigen Maßnahmen zu finanzieren, werden ab dem kommenden Jahr jeweils vier Prozent der Kirchensteuerzuweisungen für Klimaschutzzwecke vorbehalten. Auch auf diese Klimaschutzpauschale hatte sich die Synode bereits im Frühjahr geeinigt. Das Klimaschutzgesetz schreibt diese Form der Finanzierung jetzt verbindlich fest. Über die Verwendung der Mittel entscheiden die jeweils zuständigen Leitungsgremien. Dies sind die Kreissynoden für Kirchengemeinden und Kirchenkreise, Verbandsvorstände für Verbände und die Kirchenleitung für die Landeskirche.

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AktuellesKlimaLandessynode 2022
news-2395Sat, 19 Nov 2022 14:03:24 +0100Plettenberger Unternehmer wird nebenamtliches Mitgliedhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/neues-mitglied-der-kirchenleitung-peter-winkemann-gewaehlt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e1689f8632d3a35d22ea10a74e40d897synodeAKTUELL Nr. 4

Peter Winkemann (53) ist neues nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Die westfälische Landessynode, das oberste Beschlussgremium der Landeskirche, wählte den Unternehmer aus Plettenberg auf ihrer Herbsttagung, die in digitaler Form abgehalten wurde.

Winkemann übernimmt den Sitz im kirchlichen Leitungsgremium, der nach dem Ausscheiden von Silke Eilers vakant war. Die Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes hatte aus persönlichen Gründen auf die weitere Mitwirkung in dem Gremium verzichtet.

Der selbstständige Unternehmer Winkemann führt ein Stanztechnik-Unternehmen im sauerländischen Plettenberg. Seit langem engagiert er sich in unterschiedlichen Funktionen in der evangelischen Kirche. So ist er Mitglied im Presbyterium seiner Gemeinde und in der Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, war lange Mitglied im ständigen Theologischen Ausschuss der EKvW und ist Sprecher der westfälischen Prädikantinnen und Prädikanten. Als persönlich prägend bezeichnet er auch seine Auslandsaufenthalte in den USA und in Frankreich, wo er als Jugendlicher und junger Erwachsener unterschiedliche Frömmigkeits- und Gemeindemodelle kennenlernte.

Als Herausforderung für die Evangelische Kirche in der Zukunft sieht Peter Winkemann es vor allem, „Menschen wieder aktiver einzuladen, verständlicher von Jesus Christus zu reden.” In Bezug auf die aktuellen Transformationsprozesse, in denen sich die Kirche befindet, wünscht sich das neue Mitglied der Kirchenleitung klare Zielsetzungen. Als Unternehmer habe er eine “klare Vision davon, warum mein Unternehmen gebraucht wird und wie ich die Zukunft des Unternehmens gestalten will”, sagt Winkemann. Die brauche auch die evangelische Kirche.

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AktuellesLandessynode 2022
news-2393Sat, 19 Nov 2022 10:09:56 +0100Gastfreundschaft für Menschen in Nothttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/praeses-kurschus-sagt-unterstuetzung-bei-hilfen-fuer-gefluechtete-zu/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ca4d0b32212dfed365904cb9be7a76f5synodeAKTUELL Nr. 3

Mit einer eindeutigen Zusage reagierte die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) Annette Kurschus auf die Bitte der Landesregierung, Land und Kommunen bei der Bewältigung von möglichen Fluchtbewegungen in den kommenden Wochen zu unterstützen. Die Evangelische Kirche werde sich nicht wegducken, wenn es um Nächstenliebe und Gastfreundschaft für Menschen in Not gehe, sagte die Präses.

Auf der Landessynode der EKvW, die derzeit von Bielefeld aus online tagt, hatte zuvor der Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Lorenz Bahr, ein Grußwort gehalten. Dabei überbrachte er auch die Bitte der Landesregierung, bei einem erwarteten künftigen Flüchtlingsaufkommen behilflich zu sein.

Die Präses dankte für das Vertrauen, das aus der überbrachten Bitte der Landesregierung spreche. „Und wir sagen aus tiefer Überzeugung: Ja“, so Annette Kurschus. Sie verwies auf die große Hilfsbereitschaft, die Kirchenkreise und Gemeinden in der EKvW Menschen aus der Ukraine seit Kriegsbeginn zuteilwerden lassen. Das werde man auch weiterhin tun. „Wir tun das auch für Menschen in Not aus anderen Ländern, die nicht die rechtlichen Vorteile von Ukraine-Flüchtlingen genießen. Auch dies werden wir weiter tun – unterschiedslos.“ Kurschus bedankte sich in diesem Zusammenhang bei den zahlreichen Ehrenamtlichen, die über Jahre mit ungebrochenem Engagement an vielen Orten unermüdlich für Geflüchtete da seien.

Man werde auch jetzt in allen Entscheidungsgremien, „von der Kirchenleitung bis in die Ortsgemeinden, intensiv nach Möglichkeiten suchen, Räume zur Aufnahme für Geflüchtete bereit zu stellen und bei der Aufnahme zu helfen“, sicherte die Präses zu. An den Staatsekretär richtete sie ihrerseits die Bitte: „Lassen Sie uns in geregeltem Kontakt miteinander bleiben. Wir brauchen den Austausch und Absprachen zu etlichen Fragen.“

Viele Akteurinnen und Akteure vor Ort und auf den Leitungsebenen würden einander mittlerweile kennen, so die Präses in der Rückschau. In konkreter Zusammenarbeit habe Vertrauen und Verständnis füreinander wachsen können. Aber es gebe auch andere Erfahrungen, deshalb bleibe dies eine Aufgabe für beide Seiten.

Erforderlich, so die Präses, sei beispielsweise, dass Informationen zeitnah fließen müssten und Problemanzeigen aufgenommen würden. Zudem wünschte sie sich, dass kirchliche Hilfekulturen und -anliegen mit staatlichen und behördlichen Notwendigkeiten im Sinne der Menschen miteinander verbunden würden.

Seit der sogenannten Flüchtlingskrise in Folge des Syrienkrieges sei die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinden und Kommunen, aber auch zwischen dem Land NRW und der Landeskirche vielerorts intensiv, sagte Annette Kurschus. „Wir hatten viele Möglichkeiten, Erfahrungen miteinander zu sammeln. Das ist ein riesiges Privileg, und das wird Staat und Zivilgesellschaft in den kommenden Wochen und Monaten helfen.“

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AktuellesPräsesFlucht und AsylLandessynode 2022
news-2390Fri, 18 Nov 2022 17:10:00 +0100Vizepräsident Dr. Arne Kupke legt Haushaltsplanung für 2023 vorhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/uns-steht-eine-harte-finanzpolitische-zeit-bevor/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=6b5e76e20b2513fc2a71a64f6c1d2f30synodeAKTUELL Nr.2

Dr. Arne Kupke hält nichts davon, die Lage zu beschönigen. In seiner Haushaltsrede vor der an diesem Wochenende, 18. und 19. November, digital tagenden Finanzsynode redete der Juristische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen am Freitagnachmittag Klartext und kündigte einen weiteren harten Sparkurs an:

„Wir werden mit nichts anderem als rigide zu bezeichnenden Maßnahmen alsbald Eingriffe in Strukturen, Personal und Finanzen vornehmen, vornehmen müssen. Wir haben aus den guten Jahrzehnten keine gefüllte Scheune. Und ein Mittel werde ich in meinem Amte nicht zulassen, das Ausstellen neuer ungedeckter Schecks.“

Kupke warnte die Synodalen eindringlich davor, sich von den einfachen Zahlen blenden zu lassen. Denn die sehen mit einem für das nächste Jahr erwartetem Kirchensteueraufkommen in Höhe von 520 Millionen Euro – und damit immerhin 10 Millionen mehr als für das laufende Haushaltsjahr – gar nicht so schlecht aus. Aber: „Das hilft angesichts einer dramatischen Inflation wenig. Noch nie war in meinem Finanzgedächtnis der Unterschied zwischen nominaler und realer Lage so groß.“ Wie, so fragte Kupke, solle ein Haushalt bei einer Personal- und Sachkostensteigerung von acht oder gar zehn Prozent ausgeglichen werden? „Denn die Kirchensteuern werden mehr oder weniger leicht steigen, aber sie werden keineswegs irgendwie an acht Prozent heranreichen“, ist der Jurist gewiss. Wegen des Grabens der nominalen zur realen Kirchensteuer müsse es also zu notwendigen Sofort- und Strukturmaßnahmen kommen.

Die Leitfrage sei dabei: „Wie verändern wir Grundstruktur und Arbeitsformen unserer Kirche, so dass wir mit deutlich weniger Mitteln den Auftrag der Kommunikation des Evangeliums wirksam wahrnehmen können?“ Und die aus den Antworten resultierenden Grundentscheidungen sind für den Finanzchef der westfälischen Landeskirche die „Voraussetzung einer soliden Finanzpolitik“.

Förderung diakonischer Arbeit und innovativer Transformationsprozesse

Trotz aller notwendigen Sparmaßnahmen werden kirchenpolitisch weiterhin wichtige Akzente gesetzt: So fließen die Kirchensteuermehreinnahmen, die die Kirchen durch die im Mai 2022 vom Bund beschlossene und von den Arbeitgebern ausgezahlte Energiepreispauschale in Höhe vom 300 Euro je Arbeitnehmer erhalten haben, direkt in diakonische Projekte. Immerhin knapp 5,4 Millionen Euro. „In evangelisch/katholischer Absprache werden wir diese Kirchensteuer in der diakonischen Arbeit gezielt für Menschen einsetzen, die besonders unter den Belastungen steigender Energie- und Lebenshaltungskosten zu leiden haben“, verspricht Kupke. „Damit kommt das Geld zu denen, für die es gedacht war.“

Und auch beim Blick nach vorn soll künftig nicht nur gespart, sondern auch investiert werden. In zukunftsweisende Projekte – gefördert durch einen im landeskirchlichen Haushalt fest etablierten Innovationsfonds. In den Blick genommen werden dann nicht mehr nur neue, innovative Projekte (wie noch bis Ende 2024 durch die „TeamGeist“-Förderpreise), sondern zum Großteil Projekte der Organisationsentwicklung und Transformation kirchlicher Strukturen in der westfälischen Landeskirche. Die Frage nach dem weiteren Horizont und den Aufbrüchen bleibt für Arne Kupke bei der Gestaltung der Kirche von morgen zentral: „Innovation und Transformation ergeben sich nicht von allein, wir müssen sie wollen – und auch finanziell unterstützen“. Details dazu wird die Landessynode noch beschließen.

Haushaltsplanungen 2023

Der Planung für das Haushaltsjahr 2023 liegt ein voraussichtliches Kirchensteueraufkommen von 520 Millionen Euro zugrunde: 508,4 Millionen Euro fließen im kommenden Jahr u.a. in die Verteilung an die Kirchenkreise, in die Pfarrbesoldung, den Allgemeinen Haushalt der Landeskirche und in gesamtkirchliche Aufgaben (u.a. Weltmission und Ökumene). Die Landessynode verabschiedet den Haushalt 2023 voraussichtlich am Samstagnachmittag (19.11.).

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AktuellesLandessynode 2022MedienFinanzen
news-2392Fri, 18 Nov 2022 16:56:29 +0100Treffen des obersten Kirchengremiums begann mit Andacht der Präseshttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/westfaelische-landessynode-digital-gestartet/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=6080a0cdc1d875f22a0381d42b321940synodeAKTUELL Nr.1

Was, wenn das Öl ausgeht? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Andacht, mit der die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen Annette Kurschus die Herbsttagung der Landessynode online eröffnete.

Das Öl wird knapp. Die Ressourcen reichen nicht. Werden die Lichter ausgehen? Präses Annette Kurschus legte das biblische Gleichnis von den ‚Zehn Jungfrauen‘ – fünf von ihnen haben Öl für ihre Lampen dabei, um auf den Bräutigam in der Nacht zu warten, die anderen nicht; so verpassen sie die Hochzeitsfeier - unter dem Eindruck der aktuellen und akuten Erfahrungen und Ängste aus, die Europa seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine schütteln.

„Da gibt es nichts dran zu rütteln: Das Öl wird knapp. Das Gas reicht nicht. Die natürlichen Lebensgrundlagen schwinden. Wie die Jungfrauen kämpft die Menschheit damit, dass die Lichter ausgehen. Die Leuchten, mit denen viele unserer schönen Kirchen bei Nacht angestrahlt wurden, bleiben dunkel. Die törichte Menschheit trägt die Fackel eines unbegrenzten Wachstums vor sich her, hat aber nicht genug Öl dabei. Und einer der Händler, bei dem man es nachkaufen kann, hat dichtgemacht“, sagte Kurschus.

„Einiges – soviel Redlichkeit muss sein – haben wir tatsächlich verschlafen“, gab Annette Kurschus im Blick auf die Kirchen selbstkritisch zu bedenken. „Manche – das ist bitter! – sehen in denen, die beschämt draußen stehen, die Kirche von heute verkörpert“, sagte sie. „Außen vor, jedenfalls nicht dort, wo die Musik spielt und die Party stattfindet.“

Das Gleichnis für den ‚Ewigkeitssonntag‘, auch ‚Totensonntag‘ genannt – lehre: Es gibt ein Hätte, Könnte, Sollte, Müsste, das vergeblich ist.“ Diese Einsicht sei kein Defätismus oder Mangel an Glaube. Im Gegenteil, christlicher Glaube mache hellsichtig und hellhörig und hellwach. Er öffne die Augen für die Wirklichkeit. „Seid wach, denn ihr kennt weder Tag noch Stunde. Das ist keine Angstmache, das ist ein wirklich guter Rat.“

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AktuellesPräsesLandessynode 2022
news-2391Fri, 18 Nov 2022 14:15:25 +0100Statement der Ratsvorsitzenden zum Totensonntag 2022http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/gott-moege-unsere-toten-bergen-in-seinem-frieden/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f90c7dba30c76538c19430d73f356d83„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit.“ (Prediger 3)

Sterben und trauern, weinen und klagen, das gehört zu jedem Leben – und es braucht Zeit. Das ist lebenswichtig, für jeden einzelnen Menschen und für unsere gesamte Gesellschaft. Der Totensonntag schenkt Zeit, der Toten zu gedenken und sich zu vergewissern, was unser Leben hält und trägt. In diesem Jahr ertönt am stillen Feiertag der Anpfiff zur Fußballweltmeisterschaft in Katar - zur Unzeit, wie ich finde, und darum ungut. Es muss die Ausnahme bleiben. Alles hat seine Zeit. Wenn alles auf einmal Zeit hat, ist für nichts mehr Zeit.  

Friede hat seine Zeit. (Prediger 3,8)

So soll es am kommenden Sonntag sein. Gott möge Friede einziehen lassen in der Welt. Friede bei denen, die weinen und klagen, weil sie einen geliebten Menschen verloren haben, auch auf den Kriegsfeldern dieser Erde. Gott möge unsere Toten bergen in seinem Frieden. Sein ist die Zeit, und sein sind wir in Ewigkeit.

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Aktuelles
news-2387Tue, 15 Nov 2022 15:50:00 +0100Präses Annette Kurschus zum Buß- und Bettag 2022http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/gott-wird-hoeren-gott-wird-hinsehen-und-gott-wird-sich-hoeren-lassen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=0e2ff25d6028b94266b05b702c5f12aaNiemand traut sich, Fehler zu machen. Niemand wagt, einen Irrtum zuzugeben. Das lähmt und beschämt und blockiert. Was ist eigentlich los?

Na klar machen wir Fehler, das gehört zum Menschsein: wir irren, wir liegen schief, wir verrennen uns, wir schätzen Situationen falsch ein. Manchmal bleibt das einigermaßen folgenlos, manchmal endet es dramatisch, tragisch, unverzeihlich, ob im Politischen oder im Privaten.

In all den schweren Krisen, die uns gerade beuteln, sind gewaltige Umorientierungen von uns verlangt. Sie nötigen uns, vieles anders zu sehen und anders zu machen und anders zu verstehen als bisher. Sie zwingen dazu, bisherige Sichtweisen und Meinungen zu korrigieren. Womöglich sogar mehrmals. Warum ist das bloß so schwer? Ich beobachte, wie wir es in den großen Nöten der Gegenwart immer weniger verstehen, aufrichtig und menschlich, ernsthaft und barmherzig mit Irrtümern und grundsätzlicher Fehlbarkeit umzugehen. Und zwar sowohl mit unseren eigenen Irrtümern wie mit der Fehlbarkeit anderer.

Was kann helfen? Heraustreten aus dem Kreisen um sich selbst, herantreten an Gott und ihn bitten: „Erforsche mich, Gott und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“ (Psalm 139,23-24)

Es sind am Ende ja nicht Algorithmen oder Computerprogramme, die das entscheidende Wort sagen, die entscheidende Tat vollbringen, den entscheidenden Knopf drücken. Es sind Menschen. Hoffentlich solche, die um ihre Fehlbarkeit wissen und Irrtümer eingestehen können. Vielleicht sogar solche, die sich damit an Gott wenden.

Der Buß- und Bettag macht Mut, vom eingeschlagenen Weg umzukehren, statt ihn mit zusammengebissenen Zähnen weiterzugehen, die gehabte Meinung zu ändern, statt sie grimmig zu verteidigen, getroffene Entscheidungen zu überdenken statt sie eisern durchzuziehen. Und dies als Not-wendige Stärke zu verstehen.

Meine Erfahrung ist: Beten hilft dabei. Um Gottes Hilfe bitten. Gott wird hören, Gott wird hinsehen, und Gott wird sich hören lassen, das glaube ich gewiss.

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AktuellesPräses
news-2386Tue, 15 Nov 2022 12:23:08 +0100Plenumssitzungen sind im Livestream online zu sehenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/westfaelische-landessynode-tagt-am-1819-november-digital/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=293087f4778a9e9346cbf1b5fc59fa89MedienInfo 46/2022

Am 18. und 19. November kommt die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen zu ihrer diesjährigen Herbsttagung zusammen. Wie auch im vergangenen Jahr findet die Herbstsynode in digitaler Form statt. Das hatte die Synode auf ihrer Frühjahrs-Präsenztagung, die im Juni im Betheler Assapheum stattfand, beschlossen.

Geleitet wird die Synodentagung aus dem Synodenstudio im Landeskirchenamt in Bielefeld von Präses Annette Kurschus. Die 188 Delegierten aus ganz Westfalen schalten sich online dazu.

Im Mittelpunkt der Beratungen stehen, wie bei jeder Herbstsynode, Themen aus dem Bereich der Finanzen. So wird die Synode den Haushaltsplan für die Evangelische Kirche von Westfalen für das kommende Jahr 2023 verabschieden. Zudem stehen das geplante Klimaschutzgesetz der Evangelischen Kirche von Westfalen sowie die Nachwahl eines nebenamtlichen Mitglieds der Kirchenleitung auf dem Programm.

Hintergrund:

Die Landessynode ist das oberste Entscheidungsgremium der Evangelischen Kirche von Westfalen. Ihr gehören 188 Mitglieder an. Neben den von den 27 Kirchenkreisen der Landeskirche entsandten Synodalen zählen dazu auch Vertreterinnen und Vertreter von evangelisch-theologischen Fakultäten. 160 Mitglieder der Synode sind stimmberechtig, hinzu kommen Mitglieder mit beratender Funktion aus Dezernaten, Diensten und Einrichtungen der Landeskirche.

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AktuellesLandessynode 2022GemeindenMedienMitarbeitende
news-2385Fri, 11 Nov 2022 10:00:00 +0100Präses Kurschus und Bischof Bätzing zum Volkstrauertaghttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/oekumenischer-appell-fuer-den-frieden/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=83772dc98b4ccdd8b18b5a8494a74b82„Nie wieder Krieg!“ Diese Forderung richten angesichts der aktuellen weltweiten Konflikte die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, an die Öffentlichkeit.

„Unter dem Eindruck der schrecklichen Erfahrungen zweier Weltkriege war dies über Generationen hinweg das fundamentale Ziel europäischer Einigungsbemühungen. Spätestens seit Anfang 2022 haben wir erlebt, wie diese Hoffnung auf eine europäische Friedensordnung zerbrochen ist. Der Krieg in der Ukraine ist der Überlebenskampf eines souveränen Staates gegen einen rücksichtslosen Aggressor; zugleich ist es ein Kampf der Ukrainer für Freiheit und Demokratie“, so Präses Kurschus und Bischof Bätzing in einem gemeinsamen Grußwort anlässlich des Volkstrauertags, der am Sonntag (13. November 2022) begangen wird.
 
Die Hoffnung auf eine humane Gesellschaft werde durch den Krieg zutiefst erschüttert. „Vermeintlich unumstößliche Sicherheiten zerbrechen. Millionen Menschen müssen fliehen. Es sind vor allem Frauen und Kinder, die ihre Heimat verlassen, während die Väter und Söhne zu den Waffen greifen und in den Krieg ziehen, um ihre Heimat zu verteidigen. Ihr verzweifelter Mut verdient Respekt; ihr Schicksal bedarf unserer Solidarität“, schreiben Präses Kurschus und Bischof Bätzing. Auf beiden Seiten würden Menschen sterben und dem Wahn eines despotischen russischen Herrschers und seiner Vasallen zum Opfer fallen: „Hinter jedem Einzelschicksal steht ein Name; jedes Leben steht für einen Menschen mit einer unverlierbaren und unantastbaren Würde.“
 
Präses Kurschus und Bischof Bätzing danken anlässlich des Volkstrauertags dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für das große Engagement in der Erinnerung an die Schicksale der Opfer zweier Weltkriege. „Damals wie heute dürfen wir die Menschen, die unter Krieg und Gewalt leiden, nicht vergessen. Die Erinnerung an die Opfer ist uns Gedenken und Mahnung zugleich. In unseren Gebeten bitten wir Christus, unseren Erlöser und Erretter, dass er über unsere Welt seinen Frieden und wahre Versöhnung bringen möge.“

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AktuellesUkrainePräsesMission und Ökumene
news-2384Fri, 11 Nov 2022 08:36:09 +0100Wichtige Beschlüsse aus Magdeburg im Überblickhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/ekd-synode-mit-wegweisenden-ergebnissen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=22711b8428875d8796bbb8597f4c75a9Nach vier Tagen intensiver, teils kontroverser Beratungen ging am 9. November in Magdeburg die 3. Tagung der 13. Synode der EKD zu Ende.

Neben der Verabschiedung des Haushaltsplans für das kommende Haushaltsjahr 2023 und diversen weiteren Themen standen dabei die Befassung mit friedensethischen Fragen im Angesicht des Ukraine-Krieges, Maßnahmen zur Bewältigung der Klimaveränderung sowie der Umgang mit sexualisierter Gewalt im Mittelpunkt.

Sexualisierte Gewalt

Einstimmig bestätigt hat die Synode das neue Modell des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt. Das Gremium, in dem Betroffene und Vertreter/innen der EKD zusammenarbeiten, war vom Rat der EKD und der Kirchenkonferenz eingesetzt worden. Mitglieder des Beteiligungsforums gaben in Magdeburg einen ersten gemeinsamen Bericht ab. Die Synode sagte zu, für die Zukunft die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen; alle kirchenpolitischen Beschlüsse auf Ebene der EKD zum Umgang mit sexualisierter Gewalt sollen zudem künftig zunächst im Beteiligungsforum beraten werden. In kirchlichen Disziplinarverfahren sollen Betroffene in Zukunft in verstärktem Maße Unterstützung erhalten. Zudem initiierte die Synode zu prüfen, ob auch ein Tatbestand des Missbrauchs in Seelsorgeverhältnissen ins Strafgesetzbuch aufgenommen werden kann.

Klimaneutralität

Für öffentliches Aufsehen sorgte der Beschluss der EKD-Synode, für Dienstfahrten im kirchlichen Kontext künftig ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen vorzugeben. Damit geht die Evangelische Kirche eine Selbstverpflichtung ein, um Treibhausgas-Emissionen spürbar zu reduzieren. Zugleich beschloss die Synode, Bemühungen auf politischer Ebene zu unterstützen, um zeitnah ein generelles Tempolimit von höchstens 120 km/h auf deutschen Straßen zu erreichen.

Die Synode bekräftigte zudem das Ziel, bis zum Jahr 2035 im Rahmen der EKD Klimaneutralität zu erreichen. Eine entsprechende, modifizierte Klimaschutzrichtlinie hatte der Rat der EKD im September beschlossen. Als verbindliches Minimalziel gilt eine Reduktion von Treibhausgasen bis 2035 um 90 Prozent.

Frieden und Gerechtigkeit

Den dauerhaften konziliaren Prozess zur Erlangung und Wahrung von Frieden bezeichnet der Dreiklang ‚Frieden – Gerechtigkeit – Bewahrung der Schöpfung‘. Der aktuelle Beschluss der Synode bekräftigt erneut den Zusammenhang der Themenfelder. Er setzt sich für die Stärkung einer weltweiten Friedensordnung ein, die sich auf Völkerrecht und Menschenrechte stützt. Friedenspädagogische Ansätze und Initiativen in eigenen Bezügen möchte die Synode stärken.

Einem drohenden neuen Rüstungswettlauf, der die Fragilität des internationalen Systems weiter erhöhen würde, tritt die Synode entschieden entgegen. Zur Auseinandersetzung über die Haltung der EKD zum Ukrainekonflikt heißt es im Wortlaut: „So unstrittig die Solidarität mit den Opfern in diesem Krieg ist, so kontrovers wird in unserer Kirche darüber gestritten, welche konkreten Mittel zur Unterstützung der Ukraine geeignet und ethisch zu rechtfertigen sind.“

Um der Gefahr zunehmender Armut im eigenen Land Einhalt zu gebieten, forderte die Synode die Entwicklung eines Instrumentes wie das Bürgergeld, durch das soziale Teilhabe gesichert und Empowerment ermöglicht werden solle. Auch gehe es darum, den sozialen Arbeitsmarkt langfristig zu sichern sowie das Recht auf bezahlbaren und sicheren Wohnraum zu verwirklichen.

Im Hinblick auf den Umgang mit Geflüchteten begrüßte die Synode hilfreiche Maßnahmen einer humanitären Flüchtlingspolitik. Sie warnte aber gleichzeitig davor, die Situation der geflüchteten ukrainischen Staatsbürger/innen gegen die Situation anderer Geflüchteter auszuspielen und mahnte gleiche Unterstützung für alle Betroffenen an. Die Synode begrüßte zudem den Beginn des Bundesaufnahmeverfahrens für gefährdete Afghan/inn/en und forderte dessen ausreichende und langfristige Finanzierung und transparente Umsetzung.

Vielfalt

Auch künftig befassen will sich die Synode mit dem Problem von Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Um für jegliche Form von Diskriminierung und Gewalt immer mehr zu sensibilisieren, will die EKD ein Qualifizierungsprogramm für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende vorhalten. Die Synode begrüßte zudem die Schaffung eines Partizipationsgesetzes und strebt auch für den kirchlichen Bereich eine angemessenere Vertretung von Menschen aus Einwanderungsfamilien an.

Als wichtigen Schritt zur Achtung von Menschenrechten und Umweltschutz bezeichnet ein Synodenbeschluss das geplante ‚Europäisches Lieferkettengesetz‘. Zur Sicherung einer krisenfesteren Nahrungsmittelproduktion postulierte die Synode untern anderem eine Agrarökologie, die auf kurze Transportwege setzt, sowie den Ausstieg aus chemischer Düngung und chemischen Pestiziden.

Neue Formen

Angesichts eines sich verändernden Selbstverständnisses forderte die Synode, für die Zukunft unterschiedliche Formen der Kirchenzugehörigkeit zu prüfen. Sie bat den Rat der EKD, entsprechende Szenarien vorzulegen und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Zudem soll ein Konzept zur strategischen Kommunikation innerhalb der EKD entwickelt werden.

Schließlich bekannte sich die Synode zu Freiwilligendiensten für zumeist junge Menschen als wichtiges soziales Orientierungs- und Erfahrungsjahr. Die Politik, so der Wunsch der Synode, solle sich für den Ausbau von Freiwilligendiensten einsetzen, die eine enorme Bildungswirkung entfalten könnten.

Einen musikalischen Abschluss gab es im Foyer des Tagungshotels, als die Synodalen auf der Galerie stehend gemeinsam sangen (zum Video).

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AktuellesUkraineKlimaPräsesUVSS
news-2375Sun, 06 Nov 2022 15:05:22 +0100Präses Annette Kurschus' Ratsbericht vor der EKD-Synode 2022http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/von-gottes-verheissung-befluegelt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=3589b9ecfd855a96c50dfb14a5c8eb9eIn ihrem ersten Bericht als Ratsvorsitzende vor der EKD-Synode nimmt Präses Kurschus Stellung zu den tiefen Krisen der Gegenwart.

Zum Auftakt der in Magdeburg tagenden Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat Präses Annette Kurschus am Sonntag ihren ersten Bericht als Ratsvorsitzende gehalten. Darin unterstrich sie den Willen der Kirche, sich aus vertrauten Denkmustern und bewährten Traditionen hinauszubewegen, „hinein in ungesichertes Gelände, dahin, wo das Klima für die Kirche wie für die Gesellschaft rauer und die Gefahren bedrohlicher werden.“ Dabei sei die Kirche „nicht von Sorge und Angst getrieben, sondern von Gottes Verheißung beflügelt“, so Kurschus. „Darum geht‘s: Uns erreichen lassen von einer anderen, von Gottes Stimme – und uns getrost ins Tiefe wagen. Dahin, wo nach menschlichem Ermessen kein Grund ist – und wo es für uns doch umso gewisser den Grund gibt, der gelegt ist, Christus“, so die Ratsvorsitzende: „Es sind die tiefen Krisen, die unsere Gegenwart schütteln.“
 
Mit Blick auf den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine sagte Kurschus: „Die Krise, die der Krieg in der Ukraine auslöst, ist so tief, dass sie alles, auch uns Kirchen in Deutschland, unweigerlich ansaugt und fordert.“ Und fügte hinzu: „Wir sind nicht Kriegspartei, aber wir sind parteilich für die unendlich leidenden Menschen in der Ukraine. Wir helfen den Geflüchteten, die zu uns kommen, froh, dass die Bundesregierung zumindest ihnen die Türen weit öffnet, und mit dem Wunsch, dass auch Geflüchtete aus anderen Regionen der Welt solche Erleichterungen bekommen“, so Kurschus.
 
Rolle der Kirche sei aber auch, die Geschwindigkeit zu drosseln, wo die Ereignisse sich überstürzen und „Dilemmata zu formulieren, wo es vermeintlich nur richtig oder falsch gibt.“ Zur Solidarität mit der Ukraine und zu ihrer militärischen Unterstützung müsse zwingend hinzukommen, in aller Mühsamkeit Wege zu einem Waffenstillstand zu suchen. „Wer, wenn nicht wir Kirchen, hat die Freiheit zu fordern, was unmöglich scheint und doch so buchstäblich Not-wendig ist? Der Ruf nach diplomatischen Bemühungen, um einen Waffenstillstand zu ermöglichen, ist weder herzlos noch ignorant gegenüber den Menschen in der Ukraine. Im Gegenteil. Er ist nüchtern realistisch und höchst aufmerksam für die Gefahr einer weiteren Eskalation des Krieges“, so die Ratsvorsitzende.
 
Stellung bezog Kurschus in ihrem Ratsbericht auch zur Klimafrage: „Kriege, Hunger, Terror – all diese Geißeln der Menschheit können Millionen Menschenleben auslöschen. Die ungebremste Erderhitzung aber setzt die Bedingung der Möglichkeit menschlichen Lebens überhaupt aufs Spiel. Sie schränkt auch die Möglichkeiten ein, überhaupt noch Politik zu machen, denn Politik im Sinne von Demokratie braucht Entscheidungsspielräume. Wo aber die natürlichen Bedingungen immer mehr Sach- und Handlungszwänge schaffen, werden diese Spielräume immer enger.“

Klima- und Sicherheitspolitik dürfe aber nie zu Lasten, sondern müsse stets zugunsten der Armen in aller Welt und auch zugunsten der Armen in unserem Land geschehen. „Armut und Gerechtigkeit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit: das sind die Kernthemen der Heiligen Schrift. Armut ist ein Mangel an Gerechtigkeit. Almosen sind gut, reichen aber nicht. Jeder Mensch hat ein Recht auf Hilfe, dem Schicksal der Armut zu entkommen“, so Kurschus. „Wir werden unsere beiden Ziele übereinander bringen: Energie sparen und Wärme austeilen. Im kommenden Winter wird man nicht nur kritisch auf die Raumtemperatur blicken. Der öffentliche Blick wird sich auch darauf richten, ob Kirche und Diakonie entschlossen und gemeinsam etwas dafür tun, dass arme Menschen gut durch den Winter kommen. Viele Gemeinden und Einrichtungen sind längst hoch kreativ dabei“
 
Die EKD-Ratsvorsitzende sprach in ihrem Bericht auch das Thema sexualisierte Gewalt an. Die evangelische Kirche werde aktiv Sorge dafür tragen, immer neue Verbrechen an menschlicher Würde zu verhindern. „Die Synode hat sich dazu verpflichtet, genau und verbindlich hinzuschauen, wo es um die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung geht. Der Rat hat dieses leidvolle und schuldbeladene Thema ganz vorne auf die Agenda seiner Leitungsverantwortung gestellt.“

Dennoch sei die evangelische Kirche „längst nicht an dem selbstgesteckten Ziel angekommen, wo Schutzkonzepte allerorten selbstverständliche Grundlage sind und wo Intervention und Aufarbeitung eingeübten Verfahren nach professionellen Standards folgen, die betroffene Personen beteiligen und auf die sich alle Beteiligten verlassen können.“ Dies alles sei deutlich geworden in persönlichen Gesprächen mit Betroffenen. „Wir werden unseren Austausch fortsetzen, das haben wir gemeinsam bekräftigt. Es darf uns einfach nicht in Ruhe lassen.“ Das neue Format des Beteiligungsforums stelle sicher, dass betroffene Menschen maßgeblich einbezogen werden in sämtliche synodalen Entscheidungen, die das Thema sexualisierte Gewalt betreffen. „Ich halte das für einen wichtigen und zukunftsweisenden Schritt“, so Kurschus.

Über die Synode der EKD:
Die Synode der EKD ist neben Rat und Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Sie tagt vom 6. bis 9. November in Magdeburg. Nach der Grundordnung der EKD besteht die 13. Synode aus 128 Mitgliedern. Zu den Aufgaben der Synode zählen die Erarbeitung von Kundgebungen und Beschlüssen zu Fragen der Zeit sowie die Begleitung der Arbeit des Rates der EKD durch Richtlinien. Die Synode berät und beschließt aber auch den Haushalt und die Kirchengesetze. Geleitet wird die Synode vom Präsidium unter dem Vorsitz von Präses Anna-Nicole Heinrich. Sie ist zugleich Mitglied des 15-köpfigen Rates der EKD. Vorsitzende des Rates der EKD ist Annette Kurschus. Die EKD ist die Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen. 19,7 Millionen evangelische Christinnen und Christen in Deutschland gehören zu einer der 12.900 Kirchengemeinden.

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Aktuelles
news-2373Sun, 30 Oct 2022 13:22:44 +0100Zum Reformationstag 2022: Kurschus fordert Waffenstillstandsgesprächehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/verachtet-verhandlungen-nicht/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e5ed83682464f3eaf02775ec1cf0ad00In ihrer Predigt am Reformationstag rief die Präses der westfälischen Kirche zu Verhandlungen über ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine auf.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus fordert die Aufnahme von Waffenstillstandsgesprächen für die Ukraine. In ihrer Predigt am Reformationstag 2022, die Kurschus in der Wittenberger Schlosskirche hielt, ermutigte die Ratsvorsitzende dazu, der Kraft des Wortes im Ukrainekrieg mehr zuzutrauen und Wege zur Deeskalation zu suchen: „Die Alternative zum gerechten Frieden darf doch nicht endloser Krieg sein. Niemals darf Krieg die Politik ersetzen“, postulierte die leitende Theologin. „Darum: Verachtet Verhandlungen nicht. Glaubt an die Kraft des geistesgegenwärtigen Wortes. Traut den kleinsten Schritten etwas zu.“

Kurschus sprach in ihrer Predigt in Wittenberg, dem Ursprungsort der Reformation, über Psalm 46, nach dem Luther einst sein Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ dichtete: „Der Psalm von der festen Burg ist ein Text aus dem Gesangbuch Israels, von Kriegserlebnissen und Kriegserinnerungen durchtränkt“, erinnerte die Präses. Er sei ein Gebet von Bedrängten und für Bedrängte, die „Opfer eines zerstörerischen Angriffs einer feindlichen Großmacht“ seien. Die Perspektive des Reformationstags-Psalms, so Kurschus, sei das Schweigen der Waffen: „Gott macht den ewigen Kreisläufen der militärischen Aktionen ein Ende und schafft Ruhe. Ein für alle Mal – das ist die Hoffnung“.

Die Ratsvorsitzende erinnert an die friedensstiftende Kraft des Wortes. „Wir können Gottes Handeln nicht ersetzen, aber ihm vorlaufend die Bahn ebnen. Durch kleine, vermeintlich unscheinbare Gesten, die manchmal Unvermutetes bewirken und eine Kultur der Entfeindung schaffen." Frieden könne letztlich nur durch Verhandlungen erreicht werden, gerade wenn er ein gerechter Friede sein solle.

Friedensverhandlungen jedoch seien derzeit in weiter Ferne. Umso nötiger erachtet die EKD-Ratsvorsitzende Gespräche, die auf einen Waffenstillstand zielen. „Friede kann letztlich nicht durch Waffen entstehen, sondern nur durch das Wort.“

Christinnen und Christen ruft die westfälische Präses und EKD-Ratsvorsitzende zum Gebet auf: „Betet um Frieden – um den Frieden, der durch menschliche Vernunft werden kann, und um den Frieden, der höher ist als all unsere Vernunft.

Hintergrund:

Am Reformationstag erinnern Protestanten in aller Welt an den Beginn der Reformation durch die Veröffentlichung der 95 Thesen von Martin Luther. Mit seiner Kritik an der Kirche seiner Zeit hat Luther Veränderungen angestoßen, die später zum Entstehen der evangelischen Kirche führten. Der Reformationstag ist Feiertag in neun Bundesländern, in den evangelischen Kirchen wird mit Gottesdiensten der Ereignisse am 31. Oktober 1517 gedacht.

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AktuellesUkrainePräsesMedien
news-2374Sun, 30 Oct 2022 11:44:00 +0100Westfälische Landeskirche zeichnet Projekte mit dem „TeamGeist“-Förderpreis aushttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/vom-christlichen-yoga-ueber-den-family-podcast-zum-lastenrad/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ce84f7f5425783c05267eac8d6e8a9beMedien-Info 44/2022

Die Kirche der Zukunft braucht kreative Ideen. Sie braucht Projekte, die Formen des christlichen Glaubens entwickeln, besondere Zielgruppen ansprechen, Kirche im Stadtteil sichtbar machen und Menschen – über Konfessionsgrenzen hinweg – verbinden. Sie braucht „Macher:innen“, die sich einfach trauen, Neues zu wagen und andere für ihre Ideen begeistern.

Aber weil gute Ideen, Gründungsmut und Engagement auch finanzielle Unterstützung und praktisches Know-how brauchen, gibt es den landeskirchlichen Innovationsfonds „TeamGeist“. Am Freitag (28. Oktober) wurden – bereits zum fünften Mail –die landeskirchlichen Förderpreise verliehen, diesmal mit einer Gesamtsumme von knapp 264.000 Euro. Zu den jetzt ausgezeichneten Projekten gehören das von der Pädagogin und zertifizierten Yogalehrerin Pia Wick in Kooperation mit der Creativen Kirche (Witten) gegründete „Sela – Institut für Christliches Yoga“; das von Diakon Jonte Schlagner und dem Theologen Sven Homann („LebensWERT Iserlohn e.V.“) initiierte Quartiersentwicklungsprojekt „Frohet Schaffen“; der vom Pfarrerssohn Hugo Siebold und seiner Mutter Maike Siebold aus Recklinghausen entwickelte „Podcast Family Fatal“; sowie das vom Kirchenkreis Schwelm geplante Projekt „Kirche – ansprechBAR“, bei dem Ehrenamtliche mit einem Lastenfahrrad an ungewöhnlichen Orten Präsenz zeigen und  Kontakte knüpfen wollen.

Vizepräsident Ulf Schlüter freute sich über all die kreativen und innovativen Ideen, die vielfältige Motivation und das große Engagement „Kirche zu neuen Ufern zu bringen“. Er sei froh und dankbar, über „TeamGeist“ ein Stück davon miterleben zu dürfen. Auf der zweistündigen Veranstaltung im Haus Landeskirchlicher Dienste gab es am Freitagabend Musik mit dem Dortmunder Jan Primke, kurze Videopräsentationen der ausgezeichneten Projekte, kurze Interviews mit den Preisträger:innen, die Ulf Schlüter führte, sowie die symbolische Übergabe der jeweiligen Fördergelder. Die nächste Preisverleihung ist übrigens für Oktober 2023 geplant.

Außerdem gibt es nach wie vor auch den „Tiny TeamGeist“, mit dem unbürokratisch(er) und kurzfristig – innerhalb von vier Wochen – Kleinprojekte mit bis zu 2.500 Euro unterstützt werden können. Inklusive Beratung durch Geschäftsführer Andres Michael Kuhn und seine Kollegin Frauke Linke.

Die jetzt ausgezeichneten „TeamGEIST“-Projekte (mit kurzer Selbstdarstellung und Fördersumme) im Überblick:

Das Projekt „Sela – Institut für christliches Yoga“ (Creative Kirche Witten) – 69.000 Euro

Christliches Yoga ist die kirchliche Antwort auf den „bodyturn“ in unserer Gesellschaft und lässt das Kernanliegen der Verkündigung und der Seelsorge ganzheitlich über den Körper erfahrbar werden. Die Creative Kirche als Mentorin und Pia Wick haben – in enger Vernetzung mit Theolog:innen, Pfarrer:innen und Körpertherapeut:innen – an einer Wachstumsstrategie gearbeitet und „Sela“ gegründet. Im Fokus stehen u.a. die Konzeptionierung und Umsetzung einer von der Kirche anerkannten und zertifizierten berufsbegleitenden Ausbildung zum/zur „Christlichen Yogalehrer:in“ im Kontext von Gemeindeentwicklung, die Entwicklung und Erprobung von gottesdienstlichen Konzepten zur Multiplikation sowie die Initiierung des Netzwerkes „Christliches Yoga in der Kirche“.

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 Das Projekt „Frohet Schaffen“ – der soziale Coworking Space (LebensWERT e.v. Iserlohn) – 153.867,51 Euro

„Frohet Schaffen“ (FS) ist ein Statement für das sozio-ökonomisch am stärksten belastete Quartier in Iserlohn; eine Präsenz im Quartier, die Brücken baut; eine Heimat für Netzwerkarbeit, Quartiersentwicklung und Soziale Arbeit mit und für die Menschen in der südlichen Innenstadt. Die Ziele: einen „Inkubator der Innovation“ für die Bewohner:innen des Quartiers erschaffen und einen Ort entstehen lassen, an dem werteorientierte Gemeinschaft für die Bürger:innen erfahrbar wird. Dafür werden ein sozialer Coworking Space und eine Quartiersentwicklung gegründet. Der Coworking Space soll das Viertel beleben und neben hellen, offenen Arbeits- und Eventflächen auch Konferenz-, Kreativ- und ruhige Beratungsräume sowie einen Ort der Stille anbieten. Kooperationspartnerinnen des Vereins „LebensWERT“ sind u.a. die Stadt Iserlohn, die AWO sowie Diakonie und Caritas.

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Das Projekt „Podcast Family Fatal” (Recklinghausen) – 33.230 Euro

Hinter dem Podcast „Family Fatal” verbirgt sich die Idee von Maike Siebold und ihrem Sohn Hugo, die beide – in unterschiedlichen Formaten – zum „Kirche im WDR“-Autor:innen-Team gehören. Was als Workshop-Idee begann, ist jetzt ein konkretes Projekt, das Mitte Dezember an den Start gehen soll: ein 14-tägiger Podcast, der in Kooperation mit 1Live und einem SocialMedia-Konzept „Lifehacks fürs Leben“ anbietet: „Ein Talk zum Empowern und zur Unterhaltung mit einem Sahnehäubchen praktischen bzw. psychologischen Wissens, ohne Besserwisser-Modus“. Mit Platz für alle Lebensfragen. Und bunt wie das Leben, wie die christliche Botschaft und die ethischen Werte, die die Kirche anbietet. Moderiert von zwei Pfarrerssöhnen, mal abwechslungsreich, humorvoll, tröstlich und immer mal wieder provokant. Als Gäste werden u.a. Familienangehörige von Prominenten erwartet. Kooperationen gibt’s mit dem Amt für Jugendarbeit der EKvW und der Studierendenseelsorge.   

Das Projekt „Kirche ansprechBAR“ (Ev. Kirchenkreis Schwelm) – 7.500 Euro

Wie wäre es, wenn Kirche zukünftig auch und vor allem da ist, wo die Menschen sind – auf Wochenmärkten, an Ausflugsorten, an Radwegen oder in Parks? Wie wäre es, wenn Kirche einfach da wäre und erst einmal zuhören würde – ohne gleich Antworten liefern zu wollen? Wie wäre es, wenn Kirche einfach ansprechBAR wäre? Der Ev. Kirchenkreis Schwelm will genau das ausprobieren – indem er mit einem auffällig gestalteten Lastenrad und in wechselnden Zweierteams die unterschiedlichsten Orte und Veranstaltungen in den Städten des Kirchenkreises anfährt, Präsenz zeigt und mit den Menschen ins Gespräch kommt.

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AktuellesMission und Ökumene
news-2372Fri, 28 Oct 2022 12:08:01 +0200Präses Kurschus und EKD-Sportbeauftragter Latzel wenden sich an DFB-Präsidenthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/in-katar-deutlich-und-klar-fuer-menschenrechte-eintreten/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=329cf4210360a860f886f6d57ca3d3a9Mit der Bitte, bei der bevorstehenden WM in Katar öffentlich und klar für Menschenrechte einzutreten, haben sich Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), und der EKD-Sportbeauftragte, Präses Thorsten Latzel, an den Präsidenten des Deutschen Fußballbundes (DFB), Bernd Neuendorf, gewendet.

„Mit großer Sorge und Skepsis sehen wir –  wie zahlreiche Menschen in unseren Kirchengemeinden – dem Beginn der Fußball-WM in Katar entgegen“, heißt es in einem heute veröffentlichten Schreiben der beiden leitenden Geistlichen. „Sie findet in einem Land statt, in dem Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften seit Jahren auf die entwürdigende Lage der Arbeitsmigrant*innen, die massiv eingeschränkten Rechte von Frauen, den fehlenden Schutz von sexuellen Minderheiten (LGBTQ+) oder die mangelnde Meinungs-, Religions- und Pressefreiheit hinweisen. Auch ökologisch ist die Durchführung im Land mit dem höchsten CO2-Pro-Kopf-Verbrauch weltweit äußerst angreifbar.“

Mit Blick auf eine in der kommenden Woche stattfindende gemeinsame Reise Neuendorfs mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser fordern Kurschus und Latzel den DFB-Präsidenten auf, sich öffentlich für die Rechte von Frauen und sexuellen Minderheiten einzusetzen und im Verlaufe der WM Arbeitsmigrant*innen, soweit sie vorher nicht außer Landes gebracht worden sind, in ihren Wohnquartieren zu besuchen. „Verschaffen Sie sich ein eigenes Bild“, heißt es in dem Schreiben. „Helfen Sie, die unselige Instrumentalisierung des Fußballs zum Zwecke des Sportswashing zu beenden.“ Eine Vergabepraxis wie 2010 dürfe sich nicht wiederholen. Elementare Menschenrechte dürften keine bloße PR-Aktion sein. „Gott hört die Schreie der Unterdrückten und Ausgebeuteten“, so die EKD-Ratsvorsitzende und der Sportbeauftragte.
 
Kritik äußern beide auch an dem Zeitpunkt der Weltmeisterschaft: „Eigens für diesen klimatisch ungeeigneten Austragungsort ist die WM in den späten Herbst verlegt worden, in die Zeit des christlichen Advent wie des jüdischen Chanukka. Der Auftakt ist für den Ewigkeitssonntag geplant. An diesem Sonntag wird bei uns in stiller Trauer der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht. Die WM spielt sich hierzulande nicht allein im Fernsehen ab; sie prägt den Charakter und die Stimmung des öffentlichen Raums. Dies beeinträchtigt die Menschen, die diese Wochen als Zeit der adventlichen Besinnung erleben möchten – und das sind nicht allein Gläubige. Die Gleichzeitigkeit von Advent und WM wird zahlreiche Menschen in Konflikte bringen, in innere und familiäre“, heißt es in dem Schreiben.
 
Mit Blick auf die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland unterstreichen Kurschus und Latzel die Hoffnung, „dass der Fußball als Ausdruck einer offenen, demokratischen Gesellschaft wieder zu einer echten Form der Völker-Verständigung werden und zugleich zu seinen eigentlichen sportlichen Wurzeln jenseits einer kommerziellen Vereinnahmung zurückfinden kann“.
 
In einem entsprechenden Beschluss hatte die Synode der EKD bereits im November 2021 alle Einrichtungen, Gemeinden, Werke und Verbände aufgefordert, Aktionen und Projekte, die rund um die Fußball WM geplant sind, konsequent zur Auseinandersetzung mit kritischen Themen der Fußball-WM in Katar zu nutzen.

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AktuellesPräsesKirche und Sport
news-2371Wed, 19 Oct 2022 14:08:27 +0200Präses würdigt 50 Jahre Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/oekumene-als-goettliche-daueraufgabe/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=a97e1029ee40e3ed2ee71c3b432696ee1966 lud der damalige Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) Ernst Wilm Vertreter evangelischer Freikirchen, altkatholischer Gemeinden und der westfälischen Landeskirche ein, um sich über die organisatorische Festigung ihrer Zusammenarbeit auszutauschen. Sechs Jahre später, im September 1972, erwuchs daraus die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen (ACK NRW). Jetzt feierte die Arbeitsgemeinschaft in Münster ihr 50-jähriges Bestehen. Die Predigt beim ökumenischen Festgottesdienst in der Münsteraner Überwasserkirche hielt die heutige Präses der EKvW, Annette Kurschus.

„Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ Diese Beschreibung aus dem Johannes-Evangelium (Johannes 14, 1-7), verbunden mit Jesu Zusage: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“, standen im Mittelpunkt der Predigt in Münster. Annette Kurschus verwies dabei auf einen Dokumentarfilm über die Grabeskirche in Jerusalem, den der Autor Hajo Schomerus in Anlehnung an Johannes unter den Titel gestellt hatte: „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen.“

Der Film zeige die Grabeskirche als „multikonfessionelles ökumenisches Biotop“, so Kurschus. Eine ganz spezielle christliche Wohngemeinschaft, in der „sechs christliche Konfessionen Tür an Tür, Wand an Wand, Decke an Boden, Boden an Decke“ lebten. Das Zusammenleben sei hier penibel geregelt und aufgeteilt. „An hohen Festtagen kommt es manchmal zu robusten Schlachten religiöser Leidenschaft, Prozessionen geraten einander in die Quere, Gläubige aus aller Welt kriegen sich in die Haare und verkeilen sich ineinander“, beschrieb die Präses das Miteinander der unterschiedlichen Glaubensrichtungen auf engem Raum. Erst nachts verwandele sich die Kirche „in einen Ort der Hingabe, in einen Raum der Sehnsucht nach erfülltem Glauben“.

Mit dieser Beschreibung der Grabeskirche vor Augen werde klar, wofür das ‚A‘ in der Abkürzung ACK stehe: „Arbeitsgemeinschaft, weil diese Gemeinschaft zusammenarbeitet, vor allem aber, weil sie unablässig zusammen arbeitet.“ Diese Gemeinschaft sei stetige Arbeit an sich selbst, sagte Annette Kurschus. „Um im Bild der Wohngemeinschaft im Haus des Vaters zu bleiben: Geschwister können einander gehörig auf die Nerven gehen, so unterschiedlich, wie sie sind.“

Das Miteinander aber, die Ökumene, sei eine Daueraufgabe – und zwar keine, die selbst erfunden sei. „Die Ökumene ist eine göttliche Aufgabe, uns vorgegeben von Gott: Als Vorgabe, der wir uns nur gemeinsam nähern können.“ Dabei gehe es „um Christus in dieser Welt“.

Um zusammenzuarbeiten, müssten nicht alle Konflikte gelöst sein. „Wir arbeiten zusammen, auch wenn wir in vielem noch keine perfekte Gemeinschaft sind“, sagte die westfälische Präses - auch wenn man nicht zusammen das Mahl feiere, unterschiedliche Überzeugungen vom geistlichen Amt habe, oder unterschiedlicher Auffassung sei über das, was Frauen in der Kirche dürften.

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“, sage Jesus. Mit diesem Satz ließen sich auch je eigene Absolutheitsansprüche begründen, mahnte Kurschus. Allerdings: „Ich bin: Darin klingt das Echo auf ein Du bist. Du, Jesus, bist der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand außer dir!“ So drückten sich Liebe und Vertrauen des Johannes und seiner Gemeinde aus, sagte Kurschus. Und ihre Liebeserklärung an Jesus sei keine Kriegserklärung an andere.

Wahrheit und Vertrauen gehörten zusammen, so die Präses. „Deshalb hauen wir einander in der ACK nicht unterschiedliche ‚Wahrheiten‘ um die Ohren.“ Es gehe nicht um dogmatische Richtigkeiten. Zu den Ansprüchen der ACK gehöre es vielmehr, sich der Wahrheit durch Begegnung und Vertrauen zu nähern. „Denn Wahrheit, die durch Ausgrenzung und Überlegenheitsgebaren hergestellt wird, ist keine Wahrheit.“

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AktuellesPräsesMission und Ökumene
news-2370Wed, 19 Oct 2022 10:36:45 +0200Besuch bei der Iglesia Evangélica del Rio de la Platahttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/musikalischer-empfang-in-argentinischer-partnerkirche/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=7c1678c0ab670bff19f2c4a3fe3c47b2Die langjährige und intensive Verbindung zwischen der Evangelischen Kirche am Rio de la Plata in Argentinien, Paraguay und Uruguay (IERP) und der EKvW wurde durch einen zehntägigen Partnerschaftsbesuch von Landeskirchenrat Dr. Albrecht Philipps weitergeführt.

Zusammen mit Vertretern der EKD und des Gustav-Adolf-Werks besuchte er die Synode der Kirche in Eldorado in der nördlichen Provinz Misiones in Argentinien und überbrachte die Grüße der EKvW. Pfarrer Leonardo Schindler wurde als Kirchenpräsident der IERP wiedergewählt. Die Wahlen zur Kirchenleitung und die besonderen diakonischen Herausforderungen der Kirche standen im Mittelpunkt der Synodaltagung. Eine Inflationsrate von mehr als 78 Prozent und die Folgen des Klimawandels stellen Argentinien und die Kirche vor besondere soziale, ökonomische und theologische Herausforderungen.

Die deutsche Delegation besuchte darüber hinaus Projekte und Gemeinden der Kirche in Misiones und in der Region Buenos Aires. Besonders eindrücklich war dabei das Musikprojekt ASE in dem Elendsviertel im Bezirk San Fernando in der Millionenmetropole Buenos Aires. Die jungen Menschen aus prekären Verhältnissen spielen in einem Orchester, das auch auf der Synode in Eldorado auftrat. Pastor Sabino Ayala, der das Projekt initiiert hat, sagte: „Durch die Musik fördern wir die Talente der jungen Menschen und vermitteln ihnen Menschenwürde und Hoffnung“.

2018 waren die Musikerinnen und Musiker auf Einladung der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. h. c. Annette Kurschus, bereits zu Gast in Bielefeld gewesen.

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AktuellesMission und Ökumene
news-2369Mon, 10 Oct 2022 12:18:03 +0200Großübung der Rettungskräfte: Schwerpunkt Notfallseelsorgehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/ruhe-zu-vermitteln-und-den-ueberblick-zu-bewahren-ist-entscheidend/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=014b548fb9f284c7b8fb2e7e4d27458eEs war ein schreckliches Bild, dass sich den Einsatzkräften am frühen Abend des letzten Septembertages auf der Recker Straße in Mettingen bot:

Kaputte Autos und Fahrräder, verletzte, verstörte und schreiende Menschen und auch ein Todesopfer machten viele Rettungskräfte aus verschiedenen Bereichen erforderlich. Zum Glück handelte es sich bei diesem Szenario nur um eine Großübung verschiedener Rettungskräfte, aber die war im Münsterland aufgrund ihrer Vielfältigkeit und Größenordnung bisher einmalig…

Noch einmal zurück zum Szenario: „Ein PKW ist in eine Radfahrergruppe gerast, es gibt Tote und Verletzte (Jugendliche und Erwachsene). Auf den ersten PKW ist ein weiterer aufgefahren, die Fahrerin ist eingeklemmt und muss von der Feuerwehr herausgeschnitten werden. Unter dem ersten PKW ist ein Toter (Puppe) eingeklemmt und muss geborgen werden“, beschreibt Pressesprecherin und Einsatzleiterin Susanne Wagener, Mitglied im Leitungsteam der Notfallseelsorge des Kreises Steinfurt, den Aufbau der Übung.

Über die Leitstelle angefordert, trifft zunächst die Freiwillige Feuerwehr Mettingen am Unfallort ein; die Absperrung ist in diesem Fall bereits weitgehend vorhanden, da die Recker Straße derzeit ohnehin aufgrund von Bauarbeiten gesperrt ist. Vor Ort stellt sich heraus: Einige Mitglieder der Feuerwehr sind persönlich involviert, da sie mehrere Unfallopfer kennen – in einer kleinen Gemeinde wie Mettingen durchaus wahrscheinlich. Also wird das PSU-Team der Feuerwehr des Kreises Steinfurt alarmiert. Dieses ist für die Psychosoziale Unterstützung der Einsatzkräfte zuständig und kümmert sich darum, „die Einsatzkräfte schnell wieder einsatzbereit zu machen, seelische und körperliche Reaktionen zu erklären und gleichzeitig zu minimieren und damit längerfristigen Belastungsreaktionen vorzubeugen.“

26 Fachkräfte - speziell ausgebildete Feuerwehrleute, dazu zwei Fachberater Seelsorge – gehören derzeit der PSU an; ihr Leiter, der evangelische Pfarrer Jörg Zweihoff aus Ibbenbüren, war bei der Übung zusammen mit einem Team schnell vor Ort in Mettingen. Auch für weitere, unverletzt gebliebene Personen wurde betreuende Hilfe gebraucht, daher gab es zusätzlich eine Alarmierung der Notfallseelsorge (NFS) des Kreises Steinfurt.

Unter Realbedingungen – die Haupt- und Ehrenamtlichen trafen erst nach und nach am Unfallort ein – wurde der Einsatz geprobt, allerdings mit einer entscheidenden Änderung: „Normalerweise ist, wenn die Notfallseelsorge kommt, alles schon gelaufen“, beschreibt Susanne Wagener den entscheidenden Faktor der Übung. In diesem Fall konnten die knapp 20 Notfallseelsorger aber auch in der „Übungskünstlichkeit“ des RUND-Teams (Realistische Unfall- und Nofalldarstellung) der DLRG beobachten, wie die Arbeit der Feuerwehr bei einem Rettungseinsatz vonstattengeht. Letztere nutzte die Möglichkeit, die jüngeren Kollegen im Umgang mit Rettungsschere und Spreizer anzuleiten und dabei eines der „verunglückten“ Fahrzeuge komplett zu zerlegen.

Währenddessen überbrachten Polizei und Notfallseelsorge die „Todesnachricht“ eines der Unfallbeteiligten; andere Notfallseelsorger übernahmen die Betreuung weiterer Zivilpersonen.

Rund 60 Notfallseelsorger gibt es im Kreis; bei einer derartigen „Großschadenslage“ werden von der Leitstelle stets alle alarmiert. Etwa 10 bis 15 der ökumenisch zusammenarbeitenden Haupt- und Ehrenamtlichen kommen dann im Regelfall – das reiche normalerweise aus, erzählt Susanne Wagener, selbst für die evangelische Kirche im Einsatz. Regelmäßig wird jedes Jahr eine Übung zusammen mit anderen Rettungs- und Hilfsdiensten gemacht (im letzten Jahr beispielsweise mit dem DRK), aber in dieser Konstellation und Größenordnung ist die Aktion bisher einmalig im Münsterland und soll im Kreis Steinfurt in absehbarer Zeit auch nicht wiederholt werden.

Erstmals wurde auch das Zusammenspiel zwischen NFS und PSU geübt, dazu gab es sozusagen einen „Funktionstest“ für die Strukturen in großen Einsatzlagen wie Alarmierung, Rückmeldung und Anfahrt der Notfallseelsorgenden, die Bildung von Einsatzabschnitten, Kommunikation untereinander und wie gut die Einsatzleiter den Überblick über die Gesamtlage behalten. Auch für die Notfallseelsorger bedeutet ein Ernstfall natürlich eine psychische Belastung, aber: „Wir kümmern uns gegenseitig um uns“, erklärt Susanne Wagener. Es gebe den Austausch im Team und die Aufarbeitung mit einer Supervisorin; „wir kriegen immer Hilfe.“ Wichtig für die Arbeit als NotfallseelsorgerIn sei, „Ruhe vermitteln und den Überblick bewahren“, ein gutes Auge dafür zu haben, was das Gegenüber benötigt. „Das ist doch sehr individuell, wie die Leute damit umgehen“, berichtet die NFS-Leiterin aus ihrer Praxis.

Insgesamt zeigte sich Susanne Wagener sehr zufrieden mit dem Ablauf der Großübung; erwartungsgemäß habe das Eintreffen mancher Einsatzkräfte zwar etwas gedauert, aber am Ende waren mehr als 60 Helfer aus den verschiedensten Bereichen vor Ort, die den Abend dann – nach erfolgten Aufräumarbeiten – mit einem verdienten geselligen Beisammensein bei Bratwurst und kühlen Getränken am Feuerwehrhaus in Mettingen ausklingen ließen. Denn auch das ist ein wichtiges Ziel derartiger Übungen: Die Mitglieder der verschiedenen Gruppen sollen sich untereinander (aber auch die Arbeitsbereiche der anderen Organisationen) kennenlernen, um im Ernstfall besser zusammenzuarbeiten.

Claudia Ludewig

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AktuellesGemeinden
news-2368Thu, 06 Oct 2022 15:58:45 +0200Diakonische Gemeinschaft Nazareth feiert Einsegnunghttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/segen-fuer-neue-diakoninnen-und-diakone/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=65243b30cb7dfe2ab48022162bfd87faDie Stiftung Nazareth feierte die Einsegnung von neun Diakoninnen und Diakonen in ihr kirchliches Amt.

Im Beisein von Ulf Schlüter, Theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, führte Bethel-Vorstand Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong die Einsegnung durch. Beide hoben die Bedeutung des kirchlichen Amtes für kirchliche und diakonische Arbeitsfelder hervor. Mehr denn je brauche es junge Menschen, die glaubwürdig und nah am Menschen gute Botschafterinnen und Botschafter der Kirche und des Evangeliums seien.

Die neu eingesegneten Diakoninnen und Diakone haben zuvor den Studiengang Soziale Arbeit und Diakonik an der Fachhochschule der Diakonie oder die berufsbegleitende Ausbildung an der Evangelischen Bildungsstätte absolviert. Sie arbeiten künftig in gemeindlichen oder sozialpflegerischen und seelsorgerlichen Arbeitsfeldern in Bethel, bei anderen diakonischen Trägern oder bei der westfälischen Kirche.

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Aktuelles
news-2367Wed, 05 Oct 2022 18:58:25 +0200Vollversammlung der VEM / Salomo ist auch Vize-Moderatorinhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/annette-salomo-neu-im-vem-aufsichtsrat/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=947d594ebe65a643abb35b351613150bAnnette Salomo, seit 2021 Mitglied der westfälischen Kirchenleitung, ist in den Aufsichtsrat der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und zur Vize-Moderatorin gewählt worden. Die Mitglieder der 10. Vollversammlung der Gemeinschaft von Kirchen in drei Erdteilen wählten die 65-jährige Diplom-Sozialarbeiterin Ende September bei ihrer Tagung im westfälischen Schwerte.

Der Aufsichtsrat der VEM besteht aus 14 Mitgliedern: Neben dem Moderator oder der Moderatorin gehören ihm je vier Personen aus den drei Regionen der Kirchengemeinschaft und eine junge Erwachsene oder ein junger Erwachsener an. Das Gremium berät und beaufsichtigt den Vorstand, wählt den Generalsekretär und beruft das Generalsekretariat sowie die Exekutivsekretäre und -sekretärinnen als Mitglieder des Vorstands.

Zum Hintergrund

Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) ist eine internationale, gleichberechtigte Gemeinschaft von 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs deutsche EKD-Kirchen und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Sie verfolgt ein ganzheitliches Missionsverständnis. Dazu gehört, die Lebensumstände notleidender und benachteiligter Menschen unter Achtung ihrer persönlichen Würde und Berücksichtigung ihres kulturellen Kontexts zu verbessern.

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Aktuelles
news-2365Fri, 30 Sep 2022 13:54:13 +0200Christinnen und Christen feiern Erntedankfesthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/staunender-dank-oeffnet-die-sinne-auch-fuer-das-was-zum-himmel-schreit/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d3257735ce661753b0ec2968fed27927In Gottesdiensten im ganzen Land feiern Christinnen und Christen am Sonntag (2. Oktober) das Erntedankfest. „Erntedank heißt zuallererst: „Gott sei Dank“. Und „Gott sei Dank“ heißt immer: Kein Mensch gerät aus dem Blick“, so die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Annette Kurschus.

„In Erntezeiten ist mit Händen zu greifen, wie angewiesen und abhängig wir Menschen sind: Von fruchtbaren Böden, vom gedeihlichen Zusammenspiel zwischen Sonne und Regen, von guten Saat- und Erntezeiten.“ In diesem Jahr werde aber auf dramatische Weise deutlich, wie sehr die weltweite Ernährung durch das Handeln von Menschen gefährdet werde. „Wir können die Verantwortung für Dürren und Überschwemmungen nicht mehr einfach von uns weisen. Der Klimawandel ist menschengemacht, und er trifft zuerst die Ärmsten der Armen“, so Kurschus. So habe der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine auch für die weltweite Ernährungslage verheerende Auswirkungen. Durch steigende Nahrungsmittel-, Energie- und Transportpreise habe sich die ohnehin dramatische Hungersituation noch einmal deutlich verschärft, so die EKD-Ratsvorsitzende. „Wenn Menschen über Leichen gehen, können wir das nicht hinnehmen.“

„Angesichts dieser Situation fällt uns der Dank über die Fülle, die wir selbst erleben, schwer. Und doch darf uns der staunende Dank nicht verloren gehen. Er lockt und weckt und stört uns auf in allem trägen oder resignierten „Weiter so!“. Weil er die Sinne öffnet. Weil er empfänglich macht für das Wunderbare und Schöne. Und empfindlich für alles, was dieses Wunderbare und Schöne gefährdet, was auf der Erde im Argen liegt und buchstäblich zum Himmel schreit: Lasst uns umkehren auf einen Weg, der keinen zum Verlierer macht. Auf einen Weg des Danks, der um Gottes willen nichts und niemanden verloren gibt. Auf einen Weg der Umkehr zu mehr Gerechtigkeit“, so Kurschus.

Mit dem Erntedankfest erinnern Christinnen und Christen an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. Traditionell werden in den Kirchengemeinden die Altäre zum Abschluss der Ernte mit Feldfrüchten festlich geschmückt. Termin für Erntedank ist in der Regel der erste Sonntag im Oktober. Mit der Bitte des Vaterunsers „unser tägliches Brot gib uns heute“ wird zugleich an die katastrophale Ernährungssituation in den ärmsten Ländern der Erde erinnert.

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