Aktuelles :: EKvW.dehttp://www.evangelisch-in-westfalen.dedeEvangelische Kirche von Westfalen, LandeskirchenamtTue, 25 Jun 2019 12:01:52 +0200Tue, 25 Jun 2019 12:01:52 +0200TYPO3 EXT:newsnews-1563Sun, 23 Jun 2019 14:17:00 +0200Konzert mit Adel Tawil: „Ich bin fremd gewesen“http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/information-unterhaltung-bewegende-geschichten-und-klare-botschaften/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=27e51b98e47683b3ddeb1a08451a4940„Ich bin fremd gewesen, und ihr habt mich aufgenommen“ – wenn ein Konzert mit einem beliebten Sänger unter diesem Motto steht, lässt das Ungewöhnliches vermuten. Und ungewöhnlich war die Mischung aus Information, Unterhaltung, bewegenden Geschichten und klaren Botschaften. 15.000 überwiegend junge Zuhörer füllten den Dortmunder Hansaplatz am Samstagabend bei diesem Konzert mit Adel Tawil.

Dass Vielfalt Angst und Vorurteile auslösen kann, kam immer wieder zur Sprache. „Vielfalt ist nicht immer leicht verdaulich, aber wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, dem schmeckt kein Einheitsbrei mehr, erst recht kein brauner“, sagte Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller von der westfälischen Landeskirche, der Initiator des Konzerts.

Präses Dr. h. c. Annette Kurschus betonte: „Über Vielfalt lässt sich leicht reden, wenn alles in Ordnung ist.“ Doch Vielfalt sei auch anstrengend und führe zu Auseinandersetzungen. Aber: „Vielfalt ist ein Markenkern unserer Kirche“, so die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen. Dass Integration ein wechselseitiger Prozess ist, zeige sich in den Kirchengemeinden, wo Fremde dazukommen: „Es wird lebendiger. Die Angst vor Fremden wächst, wo man keine Begegnung mit ihnen hat.“

Paolo Naso: Barmherziger Samariter wird heute kriminalisiert

Paolo Naso aus Rom ist in seiner Kirche, der italienischen Waldenserkirche, der Motor des Projekts „Mediterranean Hope“, das vom Bund evangelischer Kirchen in Italien und der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio getragen wird: Besonders verletzliche Flüchtlinge wie Kinder, Frauen oder Kranke können über sogenannte humanitäre Korridore sicher und offiziell nach Italien einreisen – ein Modell, das den Schleppern die Geschäftsgrundlage entzieht. Paolo Naso nannte erschreckende Zahlen: 19.000 Menschen sind in den vergangenen fünf Jahren im Mittelmeer ertrunken, allein in den letzten fünf Monaten waren es 500. Er hatte ein Kreuz aus Lampedusa mitgebracht, gefertigt aus dem Holz der Boote, mit denen Flüchtlinge die lebensgefährliche Reise von Afrika nach Europa angetreten haben – „ein Symbol des Todes und des Lebens“. Auch eine Wasserflasche aus den USA hatte er dabei. In solchen Flaschen haben Helfer in der Wüste an der amerikanisch-mexikanischen Grenze Flüchtlingen Wasser gebracht und sie so vor dem Verdursten gerettet – dafür kamen diese Helfer ins Gefängnis, berichtete Naso. „Der barmherzige Samariter, das Urbild vorurteilsloser Menschenliebe, wird heute in den USA und in Italien kriminalisiert.“ Paolo Naso erzählte von dem visionären Plan seiner Kirche, die humanitären Korridore auf ganz Europa auszuweiten.

In Deutschland immerhin gibt es jetzt bereits eine eigene Version: das Projekt „Neustart im Team“, kurz NesT. Dabei, so berichtete Möller, ist das zivilgesellschaftliche Engagement entscheidend. Eine Gruppe von Mentoren kümmert sich um die einzelnen Geflüchteten, denn „Integration gelingt nur mit Solidarität“. Ansprechpartner und Begleitung finden die Mentoren in drei Kontaktstellen, eine davon ist im Institut für Kirche und Gesellschaft der westfälischen Landeskirche in Schwerte-Villigst angesiedelt.

Friedensnobelpreisträger: „Sagt Nein zu allen, die Frauen Gewalt antun!“

Was Dr. Denis Mukwege berichtete, war erschütternd. Der Gynäkologe und Chirurg aus Bukavu/Demokratische Republik Kongo hat für seine Arbeit den diesjährigen Friedensnobelpreis erhalten. Vielen Frauen widerfährt In seinem vom Bürgerkrieg und kriminellen Milizen geplagten Land Grauenhaftes. Sie werden vergewaltigt und zudem noch an den Geschlechtsorganen gefoltert. „Die Verletzungen lassen sich chirurgisch behandeln“, berichtete der Arzt, „aber die seelischen Wunden sind sehr schwer heilbar.“ Von ihren Familien meist verstoßen, erfahren die Frauen über Dr. Mukweges Krankenhaus ganzheitliche Hilfe, so dass sie auch sozial wieder Fuß fassen können.

Der Kongo ist reich an wertvollen und begehrten Bodenschätzen. Ihr Abbau erfolgt oft durch Banden, die Frauen und Kinder zur Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen zwingen und misshandeln. Das Mineral Coltan, ein Rohstoff für die Herstellung von Mobiltelefonen, wird oft mit den bloßen Händen ausgegraben und dann von den Bandenchefs mit hohem Gewinn illegal verkauft. Ähnliches gilt für Kobalt, das für Batterien von Elektroautos gebraucht wird. Denis Mukwege hatte zwei Botschaften an das junge Publikum: „Sagt Nein zu allen, die Frauen Gewalt antun!“ Und: Elektromobilität sei wichtig, aber die nötigen Rohstoffe müssten sauber und verantwortungsvoll abgebaut werden: „Richtet diese Forderung an die Konzerne!“

Adel Tawil: „Musik kennt keinen Hass, Musik ist pure Liebe.“

Nach diesem Vorprogramm kam Adel Tawil. „Ich versuche mit meiner Musik Mauern in den Köpfen einzureißen, Mauern aus Angst und Vorurteilen“, sagte er zu Beginn. Deshalb habe er auch keine Sekunde gezögert, als man ihn für diese Veranstaltung anfragte. Er bereute es nicht: „Ist bei so einem Kirchentag immer so eine Stimmung? Dann komm ich wieder.“ Gemeinsam mit dem begeisterten Publikum feierte er die Vielfalt, sang: „Du bist wie ich, nur so schön anders“ und vieles mehr, auch einige Songs aus seiner brandneuen CD – alles entsprechend seinem Bekenntnis: „Musik kennt keinen Hass, Musik ist pure Liebe.“

Nach dem Abendsegen von Präses Annette Kurschus, nach „Der Mond ist aufgegangen“ sangen 15.000 Menschen noch spontan und unisono: „Und bis wir uns wiedersehn, möge Gott seine schützende Hand über dir halten.“

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news-1562Sun, 23 Jun 2019 09:40:13 +0200Trauermarsch beim Kirchentag gegen das Sterben im Mittelmeerhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/jeder-mensch-hat-einen-namen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=aedc92b67377d06828edaadbb6dffb31Begonnen hatte die Aktion auf dem Kirchentag mit einem Politischen Nachtgebet in der Stadtkirche St. Reinoldi. In den vergangenen Tagen informierten Frauen und Männer der Initiative ‚Seebrücke‘ über die katastrophale Situation von Boots-Flüchtenden im Mittelmeer am Platz der Alten Synagoge. In einem Trauermarsch fand jetzt die Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen“ seinen Abschluss.

Dabei brachten die Teilnehmer/innen ein Transparent mit Namen von Opfern, die auf ihrer Flucht vor Gewalt und Verfolgung mit ihren Booten im Mittelmeer ertrunken waren, vom Kundgebungsplatz zur Stadtkirche St. Reinoldi. Dort, am kirchlichen Wahrzeichen Dortmunds, wurde das Transparent am Turm der Kirche aufgehängt.

Mit dabei waren neben zahlreichen Kirchentagsteilnehmenden auch die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski und die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund, Heike Proske.

Die Kirchentagsaktion, an der sich neben der ‚Seebrücke‘ auch die beiden Evangelischen Landeskirchen von Westfalen und im Rheinland, der Kirchenkreis Dortmund, das Schauspiel Dortmund, der DGB, die Organisation ‚Sea Watch‘, der Flüchtlingsrat NRW, ‚Pro Asyl‘ und das landeskirchliche Amt für Mission, Ökumene und Weltverantwortung beteiligten, verwies auf die fast 36.000 Toten, die seit 2002 an den europäischen Außengrenzen zu beklagen seien.

„Sie alle waren auf der Flucht vor Krieg, Terror und Not und sahen ihre einzige Chance auf Zukunft in der lebensgefährlichen Überfahrt“, so die westfälische Präses Annette Kurschus. „Mehr als 2000 Menschen sind im vergangenen Jahr auf hoher See gestorben. Mehr als 500 Menschen sind dort bereits in diesem Jahr ertrunken. Das ist ein Skandal! Längst schon ist das Mittelmeer ein Tränenmeer, das ist eine Schande für Europa.“, so die Präses.

Die Beteiligten forderten, das Sterben an den Grenzen unverzüglich zu beenden und die Seenotrettung nicht weiter staatlicherseits zu behindern. Es gelte, sichere Fluchtwege zu gewährleisten. Rund 60 europäische Städte, darunter auch Dortmund, hätten sich bereits zu ‚sicheren Häfen‘ erklärt. Die Aufnahme von Geflüchteten scheitere jedoch oft an der Verweigerungshaltung der Regierungen.

„Auch der Evangelische Kirchenkreis Dortmund hat sich hier klar positioniert“, bekräftigte Superintendentin Heike Proske. Seine Synode habe kürzlich spontan und eindrücklich den Palermo-Appell unterstützt, in dem der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und der Bürgermeister von Palermo Leoluca Orlando eine schnelle politische Lösung des Flüchtlingsdramas gefordert haben.

Heinrich Bedford-Strohm stieß an der Reinoldi-Kirche selbst dazu. Er berichtete, dass er in ständigem Kontakt mit Regierungsvertretern stehe, um zu erwirken, dass die Geflüchteten, die die ‚Seawatch 3‘ aktuell aus Seenot gerettet habe, an Land gehen dürften. Mehrere deutsche Kommunen haben bereits ihre Bereitschaft dazu erklärt.

„Jeder Mensch hat einen Namen! Ihre Namen werden wir nicht in Vergessenheit geraten lassen, ihre Geschichten nicht in den Mantel des Schweigens hüllen“, so Präses Annette Kurschus über die Opfer der Tragödie. Die Aktion „Jeder Mensch hat einen Namen“ setzt im Rahmen des Kirchentages einen klaren Akzent gegen jedes Weiter-so! Gott sei Dank."

Am Nachmittag verabschiedete der Deutsche Evangelische Kirchentag eine Resolution, die die Forderung nach schneller Hilfe unterstreicht. „Als Kirche dürfen wir dem Scheitern der europäischen Regierungen nicht zusehen“, heißt es in der Resolution. Die EKD und ihre Gliedkirchen werden aufgefordert, „selbst mutig zu handeln: Schickt selbst ein Schiff in das tödlichste Gewässer der Welt. Ein Schiff der Gemeinschaft, der Solidarität und der Nächstenliebe.“

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news-1561Sat, 22 Jun 2019 18:17:18 +0200Evangelisch-katholisches Gesprächhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/oekumene-20/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=a67c2b5bc633053e35874a4ad331cba3Wie geht es weiter mit der Ökumene? Wie arbeiten die evangelische und die katholische Kirche in Zukunft zusammen? Auf dem Kirchentag sprachen darüber ein katholischer Bischof und zwei evangelische Kirchenleitungspersonen am Samstag im Propsteihof, dem katholischen Zentrum in Dortmund.

Für alle stand fest: Angesichts von Bedeutungsverlust und Mitgliederschwund soll Ökumene nichts Zusätzliches sein, was man eben auch noch machen muss, sondern das ökumenische Miteinander muss das kirchliche Handeln auf allen Ebenen wie im Sauerteig durchdringen. „Die Krise muss uns gemeinsam dazu bringen, dass Menschen Räume entdecken, wo sie mit dem vorkommen, was sie zu Leben brauchen“, findet Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller. Es müsse jetzt um die Frage gehen: „Was will der Geist uns sagen?“, erklärte der Ökumenedezernent der westfälischen Landeskirche. Dieser Blickwechsel werde besonders deutlich in einer Initiative des Erzbistums Paderborn, in der gemeinsame Taufgottesdienste angestrebt werden. Stand bei der Taufe mit Blick auf die Ökumene bisher eher die Besitzstandswahrung im Vordergrund – ein neues Mitglied für unsere Kirche oder für die „Konkurrenz“? – müsse es jetzt um die gemeinsame Sendung gehen. Dieses Denken jenseits von Institution und Hierarchie sei in vielen Gemeinden vor Ort längst selbstverständlich. Als weiteres, bereits praktiziertes Beispiel für gelingende ökumenische Zusammenarbeit nannte Möller den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht. Und wies zugleich darauf hin, dass sich die nächste Herausforderung schon ankündigt, nämlich ein Religionsunterricht, der verschiedene Religionen einbezieht. Möller plädierte dafür, schon bei kleinen Kindern zusammenzuarbeiten, also in den Kindergärten, um ihnen dort die religiöse Primärerfahrung zu ermöglichen, die sie zu Hause heute in der Regel nicht mehr machen.

Möllers Kollegin Barbara Rudolph von der Evangelischen Kirche im Rheinland beschrieb die gemeinsamen Erklärungen zwischen evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümern als eine Frucht des Reformationsjubiläums 2017. Eine Erklärung aller Bistümer und Landeskirchen sei zwar nicht gelungen, „aber in jeder Region wurden die Inhalte gemeinsam durchdacht und entwickelt. Das arbeiten wir jetzt ab.“ Dazu, so die Oberkirchenrätin aus Düsseldorf, „müssen wir als Kirchenleitung neu Theologie treiben – was geht gemeinsam, wo sind Grenzen?“ Die Unterschiede dürfe man dabei nicht überspringen, sondern müsse sie theologisch durchdenken „Wir müssen uns theologisch abquälen mit dem, was wir zusammen tun können. Aber das macht Spaß“, sagte Rudolph.
Und sie hat kein Problem damit, dass diese Annäherung aus der Not heraus geschieht: „Aus Not sind in der Bibel oft Wunder entstanden.“

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck schätzt die Situation nüchtern ein: „Wir leben schon in nachökumenischer Zeit – für die meisten Menschen ist die Frage nicht, ob katholisch oder evangelisch, sondern ob christlich oder nicht.“ Als praktische Möglichkeit nannte er die gemeinsame Nutzung von Gebäuden anhand eines Beispiels aus Essen: „Wir müssen vermeiden, dass es in manchen Stadtteilen überhaupt kein christliches Gemeindezentrum mehr gibt.“ Auch bei der Militärseelsorge sei man auf Zusammenarbeit angewiesen, weil nicht mehr, wie früher, immer ein evangelischer und ein katholischer Pfarrer zur Verfügung stünden, etwa bei Auslandseinsätzen. Overbeck: „Wir brauchen eine neue Form von gegenseitiger Stellvertretung.“ Das gelte auch für die Seelsorge in Gefängnissen oder Krankenhäusern. Dass das in der Praxis nicht immer so einfach ist, machte eine evangelische Krankenhauspfarrerin aus dem Publikum deutlich. Sie schilderte die Situation, dass ein sterbenskranker katholischer Patient das Sakrament der letzten Ölung wünscht und oft kein Priester erreichbar ist. Dann mache sie das – und ernte einerseits große Dankbarkeit, andererseits auch Unsicherheit. Overbecks Lösungsvorschlag: Sie könne dem Patienten den Segen Gottes zusprechen.

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news-1560Sat, 22 Jun 2019 17:02:37 +0200Die Markuskirche erlebte Kirchentag purhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/feierabendmahl-international-in-der-markuskirche/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=0255cd9de53a65b518d8057e543519abLesungen in fünf Sprachen, rhythmisches Klatschen zur Musik und fröhliche Gespräche beim gemeinsamen Essen. Die Markuskirche erlebte beim Feierabendmahl am Freitagabend Kirchentag von seiner besten Seite. Die Kirche voll besetzt, die Atmosphäre begeisternd. Zahlreiche Gäste aus Privat- und Gemeinschaftsquartieren waren zum Feierabendmahl gekommen, genau wie alteingesessene Gemeindemitglieder und internationale Gäste.

Bei Musik mit dem Chor Cantastrophe und der afrikanischen Band ‚Living Worshippers‘ feierten alle gemeinsam fröhlich und beseelt.  Die Liturgie gestalteten die gastgebenden Pfarrerinnen Birgit Worms-Nigmann und Carola Theilig gemeinsam mit Vertretern unterschiedlicher Nationalitäten. So gab es die Begrüßung und Lesungen in fünf verschiedenen Sprachen: deutsch, französisch, englisch, tamilisch und koreanisch. Auch Gedanken über Vertrauen trugen Vertreter aller beteiligten internationalen Partner zusammen.

Bevor überall in den Reihen miteinander Brot und Traubensaft zum Abendmahl geteilt wurden, waren alle Feiernden im Gottesdienst schon vorab zum gemeinsamen Mahl eingeladen. Es gab Brot, Käse, Oliven, Tomaten, Basilikum und Wasser. Man teilte auch dies alles miteinander, nicht ohne sich fröhlich und beherzt auszutauschen. Da aßen und schwatzten Mutter und Töchter aus  München mit der Jugendgruppe aus Mainz, der Frau aus Hamburg und dem Dortmunder Gastgeber. Schnell kam Kontakt zustande, Speisen und erste Kirchentagserfahrungen wurden weitergegeben. Selten war ein Friedensgruß untereinander vor dem anschließenden gemeinsamen Abendmahl so herzlich.

Dass ein Gottesdienst – nach knapp zwei Stunden – unter dem Jubel der Gemeinde zu Ende geht, ist in Deutschland selten. Chor und Band setzten dafür den Schlusspunkt, nachdem der Segen auf Französisch erteilt worden war. Der Kirchraum musste anschließend schnell geräumt werden – das Kirchentagsprogramm hatte am Abend noch ein Konzert vorgesehen. Im Innenhof und Gemeindehaus blieb aber Gelegenheit für längeres Miteinander. Und auch ein ausgiebigerer Imbiss wurde gereicht.

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news-1559Sat, 22 Jun 2019 16:48:25 +0200Dialog-Bibelarbeit in St. Marienhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/gott-sei-dank-schamlos/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=6bef30c4e890c0f5bd775e453e8aae6eEs ging um „einen der feministischen Hass- oder Lieblingstexte“ der Bibel, so die Dortmunder Pfarrerin Kerstin Schiffner, die in der überfüllten Stadtkirche St. Marien zusammen mit dem Hildesheimer Neutestamentler Carsten Jochum-Bortfeld eine Dialog-Bibelarbeit am letzten Programmtag des Kirchentags hielt.

Die Geschichte der sündigen Frau, die in ein Gastmahl hineinplatzt, zu dem Jesus geladen ist, sich vor ihn wirft ihn mit ihren Tränen benetzt, mit den Haaren trocknet und mit teurem Öl salbt. Alle Anwesenden, zuerst der Gastgeber Simon, sind nicht begeistert von der Szene. Aber Jesus wendet sich der Frau zu und spricht sie frei. „Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden!“

Irritiert wie die Gastgemeinschaft in der Geschichte waren zunächst auch die Gäste in der Marienkirche. Denn Kerstin Schiffner und Carsten Jochum-Bortfeld zogen sich, nachdem sie den Text vorgetragen hatten, zurück und forderten die Besucherinnen und Besucher auf, sich im Gespräch miteinander die biblische Szene vor Augen zu führen. Gemurmel, ungläubiges Gelächter; das hatten die meisten in der Bibelarbeit nicht erwartet.  Aber schnell wurde es lauter in der Kirche, der Austausch in spontanen Gruppen funktionierte.

Sie wollten den Bibeltext aus dem Lukas-Evangelium, in dem es endlich auch mal um eine Frau gehe, ein wenig gegen den Stricht bürsten, so Kerstin Schiffner. Sie und Carsten Jochum-Bortfeld zeichneten zunächst ein Bild der Situation. Ein Gastmahl zu biblischen Zeiten war ein gesellschaftliches Ereignis. Da schmückte sich der Hausherr gerne mit angesehenen Gästen, etwa dem bekannten Prediger aus Nazareth.

In einen solchen Event platzt die wenig angesehene Frau. Aus ihr bricht alles heraus, ihre Verzweiflung, ihre Tränen. Ihr Auftritt ist schamlos – „Gott sei Dank durchbricht sie alle Grenzen der Scham“, so Kerstin Schiffner. Aus dem gelehrten Disput der illustren Gesellschaft über Glaubensfragen, der auch etwas Spielerisches habe, sei damit Ernst geworden, so Kerstin Schiffner. Durch Jesus Zuspruch – auch wenn er auf den ersten Blick wenig empathisch sei – schaffe die Frau vor aller Augen einen Neuanfang. Sie wird gerettet, auch durch ihr Vertrauen, das sie als letzte Kraftreserve aufbringe.

Diese Freiheit auf Dauer zu leben, brauche indes Freiraum, so Jochum-Bortfeld. Den müssten alle Menschen im Umfeld, in der Stadt, in der Gesellschaft gewähren. Da sei es den Menschen zur Zeit Jesu nicht anders ergangen als heute. „Es ist Euer Job, diesen Freiraum zu ermöglichen“, appellierte er an die Kirchentagsbesucher. Wie im Haus von Simon auch hier in der Marienkirche.

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news-1558Sat, 22 Jun 2019 16:20:42 +0200Präses Kurschus über eine Welt zwischen Wandelpanik und Wandeleuphorie. Und über die Wandelbarkeit Gottes.http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/gott-begegnet-im-wandeln/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2ab8b77bdd2808643d8f7c4014c23f3eMedienInfo Kirchentag 2019 
 

„Gott begegnet im Wandeln – und das Entscheidende geschieht unterwegs.“ Das hat Dr. h. c. Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund betont. Damit hat sie an diese positive Erfahrung erinnert, die in den biblischen Grunderzählungen des Alten und Neuen Testamentes vorkommt. Vor allem aber hat sie zum Wandeln ermutigt und ermuntert.

In einer Welt, die zwischen zwei Polen schwankt - zwischen dem ohnmächtigen Wandel-Erleiden und dem eifrigen Wandel-Herbeiführen, zwischen Wandelpanik und Wandeleuphorie – „müssen wir uns wandeln, wenn wir aus der Atemlosigkeit des Immer-Mehr und Immer-Schneller herauswollen“, unterstrich Kurschus in ihrem Vortrag zum Thema „Wohl denen, die da wandeln“.

Ein Glaube, der die Welt im Werden sieht und mit einer Veränderung zum Guten rechnet, müsse nicht schlingern zwischen Wandelohnmacht und Veränderungstaumel. „Er kann und soll vielmehr im Vertrauen auf Gott – in Gelassenheit und Ungeduld - Spuren einer ‚verbesserlichen Welt‘ (Ernst Lange) suchen. Nichts, davon bin ich überzeugt, braucht eine Welt im Wandel dringender als solche gottvertrauende, menschenfreundliche Hoffnung“, so Kurschus weiter.

Auch wenn sich Glaube und Religion in der Geschichte mit Vorstellungen von der Unwandelbarkeit Gottes immer auch als Beharrungsfaktor gebärdet hätten, gehöre gerade das Staunen über einen Wandel, wie er grundlegender und weltumspannender nicht gedacht werden könne, zum Grund und Kern des christlichen Glaubens: nämlich den Wandel in Gott selbst, Gott ist Mensch geworden – das Heilsereignis des christlichen Glaubens.

Kurschus: „Nichts ist auszusetzen an dem Aufatmen, das sich einstellt, wenn wir aus dem anstrengenden Immer-Neu und Immer-Schneller der Werktage einkehren in den heilsamen Rhythmus der Zeit, wie sie sich an den Sonn- und Feiertagen öffnet - als Unterbrechung und Frei-Raum vom Sollen und Müssen. Nichts ist auszusetzen an der Sehnsucht nach alten Worten, Texten und Melodien. Nichts ist auszusetzen an der Sehnsucht nach Gottes Segen und Schutz, nach Gnade und Beistand. Sie wollen und können ja nichts anderes sein als Proviant, Wegzehrung und Stärkung zum Wandel. Aber das heilsam Unveränderliche ist eben nur ein Teil dessen, was vom christlichen Glauben her über Gott und die Welt, über uns und den Wandel zu sagen ist.“

Zwar könne man versuchen, dem Wandel aus dem Wege zu gehen. Man könne sich gegen die Veränderung einigeln; man könne die Welt in Drinnen und Draußen teilen, um das Innen durch Mauern und Zäune vor der Verwandlung zu schützen. Aber, so Kurschus weiter: „Mauern wehren nicht bloß das Außen ab, sie verändern das Innen, machen es kleiner, enger, ängstlicher.“

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news-1556Sat, 22 Jun 2019 15:29:19 +0200Preisverleihung auf dem Markt der Möglichkeitenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/verleihung-des-preises-fuer-den-schuelerwettbewerb-2019/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fecdd8df3f018a9b73af3187caae8ad1Im Café Bildung auf dem Markt der Möglichkeiten hat Landeskirchenrat Fred Sobiech drei diesjährige Preisträger begrüßt, zwei analog – Schülerinnen und Schüler des Gaußgymnasiums aus Gelsenkirchen und aus der Sekundarschule in Olpe-Drolshagen – und virtuell per Liveschaltung die deutsche Schule in Tokyo-Yokohama.

Alle Preisträger haben Filme in Aufnahme des Kirchentagmottos zum Thema „Vertraue deinem Nächsten wie dir selbst“ eingereicht. LKR Sobiech war beeindruckt von der Kreativität und dem Engagement der Preisträger. Diese Einschätzung teilte auch das Publikum, als sie die eingespielten Filme gesehen haben.

Deutlich ist geworden, dass die Schülerinnen und Schüler sich intensiv inhaltlich mit dem Thema Vertrauen auseinandergestezt haben. So sagt Clara, dass Vertrauen das schönste Geschenk der Welt ist und Joel: „Ich habe gelernt, dass man Vertrauen für alles braucht und auch fremden Menschen vertrauen kann.“

Im Anschluss an die Preisverleihung machten sich die Schülerinnen mit ihren Lehrerinnen auf den Weg, den Kirchentag für sich zu erkunden und den Tag in dieser besonderen Atmosphäre zu genießen.

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news-1554Fri, 21 Jun 2019 22:51:00 +0200Präses Kurschus gibt „Klimaversprechen“ für die westfälische Landeskirchehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/kirchlicher-klimaschutz-wird-deutlich-verbessert/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=4ad1e58dd29a9eaace369060c63dd9feMedienInfo Kirchentag 2019
 

„Wir werden den kirchlichen Klimaschutz deutlich verbessern, um das zu leisten, was wir zum Erreichen der Pariser Klimaziele tun können.“

Dieses „Klimaversprechen“ hat Präses Dr. h. c. Annette Kurschus am Freitag auf dem 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund gegeben. Kurschus: „Wir werden alle Bereiche unseres Handelns durchleuchten und den Klima- und Ressourcenschutz noch systematischer voranbringen.“

Kurschus erinnerte auf dem Podium zum Thema „Von der Kohle zur Sonne“ an die Verantwortung von Christinnen und Christen für die Bewahrung der Schöpfung: „Wir sind davon überzeugt: Die Erde, auf der wir leben, ist uns anvertraut. Sie gehört nicht uns Menschen und sie gehört erst recht nicht unserer Generation. Deshalb treibt uns die Verheißung, dass Gott es anders mit dieser Welt vorhat. Er will, dass alle genug haben und nicht nur einige. Und dass alle gut leben und nicht nur wir.“

Klimawandel sei eine der Hauptfluchtursachen für Menschen, die hierher kommen und Zuflucht suchen. Kurschus: „Als Kirche sind wir an die Seite der Schwachen und der Ärmsten gestellt. Sie bekommen schon jetzt zu spüren, was für uns an manchen Stellen noch Zukunftsmusik ist. Das spüren ausgerechnet diejenigen, die es am wenigsten mit verursacht haben.“

Fridays for future

Zur Initiative „Fridays for future“ sagte Kurschus: „Ich habe hohen Respekt vor den Schulstreiks und dafür, dass Jugendliche mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, diese Aufmerksamkeit erzielen!“ Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen fragten zu Recht nach dem zentralen Grundversprechen der Politik, generationenübergreifende Daseinsvorsorge zu betreiben. Kurschus: „Es besteht akuter Handlungsbedarf! Ich hoffe sehr, dass ‚Fridays for future‘ unserem Land nachhaltige politische und gesellschaftliche Impulse gibt – angesichts anhaltender Blockaden beim Klimaschutz.“

„Wir brauchen dringend einen Bewusstseinswandel“, so die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). „Es muss Klick machen in unseren Köpfen und Herzen. Klimaschutz muss jetzt zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe werden.“

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news-1551Fri, 21 Jun 2019 19:17:30 +0200Fichten aus dem Wittgensteiner Land in St. Petri / Himmelstänzerin in St. Reinoldihttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wald-und-wunderkirche/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fc3e2e4a1a43ccdb3ae01eaf152fe772In den zwei Dortmunder Innenstadtkirchen St. Reinoldi und St. Petri gab es ungewöhnliche Installationen und Kunst.

„Ich glaube. Ich steh im Wald.“

Ein Wald in der Kirche. Grüne Zweige unter gotischen Gewölben. Fichten aus dem Wittgensteiner Land machen die St. Petri-Kirche zu einem ungewöhnlichen Erlebnisraum. Der Evangelische Kirchenkreis Wittgenstein ermöglicht Kirchentagsbesuchern mitten in der Stadt ein „Innehalten, Lauschen, Entdecken“.

Und sie kommen in Scharen, gehen im Kirchenwald auf Spurensuche. Schreiten barfuß über Mulch und Moos, Zweige und welkes Laub. Lesen die poetischen Texte auf den Tafeln, die überall hängen. Sehen großartige Fotos. Hören leise Musik, Vogelstimmen oder ein Gedicht. Fassen in hölzerne Fühlboxen und spüren und be-greifen, was es im Wald gibt. Am Ende des Weges können sie ihren Durst mit einem Becher Wasser stillen. Wer möchte, kann sich von Selbitzer Schwestern die Hände auflegen lassen und Gottes Segen empfangen.

Der Kirchenwald lädt dazu ein, Gottes Spuren in seiner Schöpfung mit allen Sinnen wahrzunehmen. Im Kirchenkreis Wittgenstein befindet sich mit mehr als 82 Millionen Bäumen eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Mit dem Waldprojekt in St. Petri ist auch die Information über den Wald als Lebensraum verbunden, über seine Bedeutung für den Klimaschutz, als Energieträger und für die Wertschöpfung. „Die Fragen des Lebens werden wach, wenn man alten Bäumen begegnet oder weite Aussichten genießt“, erklären Superintendent Stefan Berk und der Förster Klaus Münker, die für den Kirchenwald verantwortlich zeichnen: „Natur und Glaube, Wald und Spiritualität kommen zusammen.“ Viele ehrenamtliche Mitarbeitende des Kirchenkreises haben das aufwändige Projekt ermöglicht.

 

Himmelstänzerin in der Wunderkirche - Senkrecht fast bis zum Kreuz

Eben noch hat in der Reinoldikirche der Dortmunder Bachchor gesungen. Jetzt kommt vor dem Altarraum langsam eine Kette vom Gewölbe herunter. Eine Frau hängt einen weißen Stoff an den Haken, die Kette wird wieder nach oben gezogen, und nun hängt eine zweigeteilte Stoffbahn rund fünf Meter senkrecht herunter.

Katrin …, Luftakrobatin, Himmelstänzerin. Sie ergreift den Stoff, klettert scheinbar mühelos nach oben, steht lächelnd zwischen den beiden Bahnen. Sie versetzt sich in Schwung, sanft schwingt sie vor den großen Chorfenstern hin und her. Dann lässt sie sich plötzlich nach unten fallen, hängt senkrecht an den Füßen, die fest umwickelt sind. Und sie schlägt Kapriolen, um Beine und Oberkörper windet sich der weiße Stoff, sie dreht und windet sich. Dann wieder steigt sie in die höchste Höhe, streckt sich dem Kreuz entgegen, kommt ihm sehr nahe.
Ein Mosaikstein aus der Wunderkirche St. Reinoldi.

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news-1550Fri, 21 Jun 2019 18:36:47 +0200Nach dem Whisky Tasting jetzt das Kaffee Cupping: Kreatives aus dem igmhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/was-hat-der-kaffee-denn-bloss-mit-der-bibel-zu-tun/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=24de75438538533defac582ddadab858Erst der Whiskey, dann der Kaffee.

Den kreativen Köpfen vom Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste (igm) - allen voran Stephan Zeipelt und Kuno Klinkenborg - fällt immer was Neues ein, wie man Glaube und Bibel genussvoll verbinden und genießen kann. Wer wissen will, wie beides zusammenhängt, sollte mal ein Seminar zum Thema „Biblisches Whisky Tasting“ und/oder „Biblisches Kaffee Cupping“ besuchen.

Das eine zum Whisky gibt’s schon länger – das andere zum Kaffee hatte jetzt Premiere: Konzept und Idee wurden jetzt in zwei Workshops auf dem Kirchentag vorgestellt. Und das mit Erfolg. Die dafür notwendigen Tickets waren ruckzuck vergeben – und die Workshops ein Renner.

Neugierig? Weitere Infos gibt's unter www.genussvoll-glauben.de 

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news-1549Fri, 21 Jun 2019 18:28:27 +0200Podium zu Depression und Beratunghttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/es-gibt-kein-ranking-der-sorgen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e18d38523812f6894b4ca3e70715b9b7Um Depression, Beratung und Hilfen ging es am Freitag auf einem Open-air-Podium in der Innenstadt. Als Fachleute mit dabei: die Leiterin der Dortmunder Telefonseelsorge, Ingrid Behrendt-Fuchs, und Dieter Bargel von der Evangelischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen.

Die Einführung in den sensiblen Themenbereich lieferte der niederländische Publizist und Autor Viktor Staudt. Er las aus seinem Buch „Die Geschichte meines Selbstmords“, in dem er den eigenen Suizidversuch aufarbeitete, dessen Erleben und die Folgen beschrieb. Viktor Staudt hatte sich vor 20 Jahren infolge einer nicht behandelten Depression vor einen Zug fallen lassen. Er überlebte, verlor aber beide Beine.

Eindrücklich und souverän, sogar humorvoll, berichtete Staudt über seinen Werdegang. Zehn Jahre habe er gebraucht, um vollends zu sich und seiner Geschichte zu stehen. Dann, so der Autor, habe er das Buch geschrieben, um betroffenen Menschen eine Gelegenheit zur Identifikation zu geben. Die fehle vielen von denen, die mit Depression und Ängsten zu kämpfen hätten. Das Gefühl, keinen Ansatzpunkt zum Leben mehr zu finden, führe dann oft in die Verzweiflung – und zum Suizid.

Dass viele Betroffene und auch deren Angehörige nicht wissen, wie sie mit Angst umgehen sollten, bestätigten auch Ingrid Behrendt-Fuchs und Dieter Bargel. Sie schilderten aus professioneller Helfersicht, mit welchen Anliegen Menschen zu ihnen kommen. Oft, so Berater Bargel, stehe die Frage im Raum: „Ist mein Problem überhaupt groß genug, um Hilfe in Anspruch zu nehmen?“

Darauf antwortete die Telefonseelsorgerin Behrendt-Fuchs: „Es gibt kein Ranking der Sorgen.“ Jede und jeder werde in der telefonischen, der Chat- oder der persönlichen Beratung mit dem, was ihn oder sie bedrückt, ernst genommen. Auf keinen Fall, so Viktor Staudt, dürfe die Reaktion von Angehörigen oder Bekannten sein: „Ist doch nicht so schlimm“, „stell dich nicht so an“ oder „wird schon wieder.“ Solche Reaktionen, so bestätigten auch Behrendt-Fuchs und Bargel, verdeutlichen lediglich das weit verbreitete Unverständnis für psychische Erkrankungen in der Gesellschaft.

Wenn spezielle Hilfen erforderlich sind, kann in der Beratung stets ein entsprechendes Angebot vermittelt werden. In Deutschland gibt es beispielsweise zahlreiche Selbsthilfegruppen für Menschen mit psychischen Belastungen. Oft ist auch fachärztliche oder –therapeutische Behandlung nötig, gelegentlich sogar stationäre Behandlung in einer Fachklinik.

Wichtig, so Ingrid Behrendt-Fuchs, sei in der Telefonseelsorge immer die Anonymität. Niemand werde nach dem Namen gefragt. Und auch die zumeist ehrenamtlichen und gut geschulten Beraterinnen und Berater gäben bewusst ihre Namen im Beratungsgespräch nicht preis.

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news-1548Fri, 21 Jun 2019 18:15:28 +0200Diskussion über Zuwanderunghttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wir-sind-keine-integrierte-gesellschaft/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=582e10acf38d8ed4d6dcbbfa33d58248Die Zuwanderung aus EU-Staaten im Zuge des freien Arbeitsmarktes stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion am Donnerstag, an der aus Dortmunder Sicht Stadträtin Birgit Zoerner und Diakonie-Geschäftsführerin Uta Schütte-Haermeyer teilnahmen. Ort war das Thyssen-Krupp-Info-Center im Dortmunder Norden.

Als wichtiges Kommunikationsziel postulierten die Podiums-Teilnehmer einhellig, in der Debatte über Zuwanderung die Gruppe der Geflüchteten und diejenige der EU-Migranten zu trennen. Das, so die Beobachtung, gelinge in der öffentlichen, auch der medialen Diskussion häufig nicht.

Dabei seien die Problemlagen deutlich unterschiedlich, sagte Diakonie-Chefin Uta Schütte-Haermeyer. Während für Geflüchtete in der Regel Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz griffen, fielen EU-Migranten häufig durch alle sozialen Raster. Schon in ihren Heimatländern – vornehmlich Bulgarien und Rumänien – zählten die meisten zu einer sozial unterprivilegierten Gruppe. Das Bildungsniveau sei sehr niedrig, die Voraussetzungen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, kaum gegeben.

Die Folge: „Wir sind konfrontiert mit Armutssituationen, die ich zuvor nur aus Geschichtsbüchern kannte“, so Schütte-Haermeyer. Sie stellte das Dortmunder Diakonie-Projekt „Heimat Europa“ vor, das schon vor der Flüchtlingswelle 2015 ins Leben gerufen worden war und niederschwellige Angebote für die Gruppe der Migranten aus östlichen EU-Ländern bietet. Finanziert werde das Projekt fast ausschließlich aus Fördermitteln, deren Akquise aufwändig sei, beklagte Schütte-Haermeyer. Sie äußerte die Hoffnung, die Arbeit künftig umfangreicher aus kommunalen Mitteln tragen zu können.

Auf die kritische Sicht auf die Problemfelder aus weiten Kreisen der Bevölkerung ging die Berliner Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan in einem Referat ein. Sie forderte, Förderungen für Migranten mit Parallelförderungen für andere Bevölkerungsgruppen zu koppeln. Es gehe nicht darum, neu hinzugekommene Gruppen in eine problemfreie Gesellschaft zu integrieren. „Wir sind keine integrierte Gesellschaft“, sagte Schwan. Vielmehr seien soziale Probleme auch in anderen Teilbereichen der Gesellschaft ernst zu nehmen. Gefühle von erlebter Ungerechtigkeit müssten aussprechbar sein und nicht in Sinne von postulierter Solidarität moralisch belegt werden.

So sei gesellschaftliche Integration stets ein vielschichtiger, wechselseitiger Prozess. Gesellschaftlicher Wandel könne nur mit weitgehender Beteiligung gelingen. Dabei komme den kommunalen Ebenen heute weit größere Bedeutung als der Bundespolitik zu.

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news-1547Fri, 21 Jun 2019 17:20:22 +0200Präses Kurschus: Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht stärkt Fähigkeit zum Dialoghttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/eine-evangelisch-katholische-lernchance/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ba2f95b83f64e078495e2ac2d2348c9aMedienInfo Kirchentag 2019 
 

Dortmund. Die evangelisch-katholische Kooperation im Religionsunterricht stärkt die Fähigkeit zum Dialog und zugleich die konfessionelle Identität der Schülerinnen und Schüler – im Sinne einer versöhnten Verschiedenheit. Diese Überzeugung hat Präses Dr. h. c. Annette Kurschus am Donnerstag (21.6.) auf dem Kirchentag in Dortmund vertreten.

Der konfessionell-kooperative Religionsunterricht bietet für die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen „eine neue, interkonfessionelle Lernchance“. Die herkömmliche Organisationsform, in der evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler separat unterrichtet werden, dokumentiere die Trennung und fördere den Dialog kaum. Zudem werde es immer schwieriger, den konfessionell getrennten Religionsunterricht angesichts einer wachsenden Zahl konfessionsloser sowie muslimischer Kinder zu organisieren. Deshalb bestehe „akuter Regelungsbedarf“.

Das Modell der „konfessionellen Kooperation im Religionsunterricht“ sei demgegenüber eine „wegweisende Organisationsform religiöser Bildung, die es ermöglicht, den Religionsunterricht zukunftsfähig zu gestalten und langfristig zu sichern“, so Kurschus weiter.

Der Religionsunterricht nach dem konfessionell-kooperativen Modell ist keine neutrale Religionskunde, sondern bleibt sehr wohl authentisch auf das jeweilige Bekenntnis ausgerichtet, wie es das Grundgesetz vorsieht. Bei der evangelisch-katholischen Kooperation geht es darum, „die unterschiedlichen konfessionellen Perspektiven der beteiligten Religionsgemeinschaften in erkennbarer und unterscheidbarer Weise in den Unterricht einzubringen und zu thematisieren“, sagte Präses Kurschus. So werde Kindern und Jugendlichen beider Konfession eine Begegnung mit dem jeweils anderen Bekenntnis ermöglicht. Die jeweiligen Eigenarten würden dabei offen zur Sprache gebracht – mit der Absicht, Gemeinsamkeiten zu stärken und Unterschieden gerecht zu werden.

2017 haben die evangelischen Landeskirchen und die Bistümer in NRW das Ziel vereinbart, ab dem Schuljahr 2018/19 an den allgemeinbilden Schulen des Bundeslandes die konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht einzuführen. Dies geschieht seitdem Schritt für Schritt.

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news-1546Fri, 21 Jun 2019 14:31:58 +0200Ein Traum, der die Welt veränderte … http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/kirchentags-highlight-das-neue-martin-luther-king-musical/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=11896753c1e8118cb9842080e8c3dc09Erst war es nur ein Traum. Von Frieden. Von Gleichheit. Und sozialer Gerechtigkeit. Von einer Welt, in der die Hautfarbe keine Rolle spielt. Von einer Welt ohne Rassismus und Diskriminierung. Den Traum hat er mit dem Leben bezahlt: Martin Luther King.

Aber mit seinem „I have a dream…“ hat der amerikanische Baptistenprediger und spätere Friedensnobelpreisträger auch die Welt verändert. Von dem Mann hinter dem Satz erzählt das neue mitreißende Chormusical der Creativen Kirche: „Martin Luther King“.

Am Donnerstagabend wurde es – zum ersten Mal nach der Welturaufführung – auf dem Kirchentag präsentiert. Rund 2.000 Chorsängerinnen und -sänger, Musicalstars und Musiker wurden von einem begeisterten Publikum in der fast vollbesetzten Westfalenhalle begeistert gefeiert …

Ab Januar 2020 geht es übrigens auf große Deutschlandtournee. Mitsingen – zuhören – Tickets sichern!

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news-1552Thu, 20 Jun 2019 20:42:00 +0200Vizepräsident Ulf Schlüter für konstruktive Debatte zum Kirchenasylhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/gleiche-menschenwuerde-im-fluechtlingsboot-und-in-der-luxusvilla/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=00d681a7b16cc5decadd651088b72d2cBeim Thema Menschenwürde macht Ulf Schlüter keine Kompromisse. Denn die ist für den Theologischen Vizepräsidenten der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) untrennbar mit der Ebenbildlichkeit Gottes verknüpft. Und darum redet er mit Blick auf das Leid unzähliger Flüchtlinge, die immer wieder zum Spielball politischer Machtinteressen werden, auch Tacheles: „Die Menschenwürde ist immer die gleiche – ganz egal, ob ein Mensch in einem Boot auf dem Mittelmeer sitzt oder in einer Villa in München.“

Im Gespräch mit Günter Burkhardt, Geschäftsführer und Mitbegründer von „Pro Asyl“, und dem Journalisten Pit von Bebenburg (Frankfurter Rundschau) forderte Schlüter am Donnerstag (20.6.) auf einer Veranstaltung des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT) in der Dortmunder Pauluskirche auch eine konstruktive Debatte mit Bund und Ländern zum Thema Kirchenasyl. Denn bei der dadurch notwendigen Prüfung von Asylanträgen müssten eigentlich die dahinter stehenden Menschen und ihre individuellen Schicksale genau in den Blick genommen werden. Entschieden werde aber allzu oft nach nüchterner Aktenlage, was das Kirchenasyl de facto ad absurdum führe. Zurzeit werden bundesweit übrigens 422 Kirchenasyle gewährt, die insgesamt 671 Menschen – darunter 143 Kindern temporären Schutz bieten.

Die Migrationsfrage, inzwischen zum länderübergreifenden Zankapfel und politischen Machtkalkül geworden, sei eine gesamteuropäische Herausforderung, so Schlüter. Er forderte eine Rückbesinnung auf europäische Grundwerte und damit auch den Schutz von Menschenrechten und Menschenwürde.

Die vom Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) der westfälischen Landeskirche geplante Veranstaltung zum Weltflüchtlingstag fand im Rahmen des „Roten Fadens Migration, Integration, Anerkennung“ statt und stand unter dem Motto „Theater und Musik im Dialog mit Kultur und Politik“. Zum Auftakt hatte das Vokalensemble des Theaters Bonn das Werk „16a“ des Komponisten Johannes Marks aufgeführt. Eine spannende Collage aus Klängen und Texten zum gleichnamigen Grundgesetz-Paragraphen zum Asylrecht. Anschließend präsentierte die Bühne für Menschenrechte (Berlin) einen bewegenden Auszug aus seinem dokumentarischen Theaterstück „Mittelmeerdialoge“, das sehr eindrücklich das Schicksal des pakistanischen Flüchtlings Wasir schildert. Lähmende Angst – brutale Gewalt in seiner Heimatstadt – traumatische Erinnerungen. Hoffen und Bangen in Deutschland. Behördenwillkür. Aber auch eine unglaubliche Solidarität, Warme, Freundschaft, Menschlichkeit. Sehenswert!

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news-1545Thu, 20 Jun 2019 20:23:04 +0200Ausstellung im Hoesch-Museum: Migration und Religionen im Ruhrgebiethttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/heimat-grenzt-nicht-aus-sondern-verbindet/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=50ef2afccf8bb99407183f291f4ab102Ohne Migration gäbe es das Ruhrgebiet nicht, sagte Isolde Parussel, Leiterin des Dortmunder Hoesch-Museums. Dort wurde am Donnerstag bei der Eröffnung der Ausstellung „Neue Heimat finden – auf Vielfalt vertrauen – im Revier leben“ deutlich, wie stark die dynamischen, oft überraschenden und auch komplizierten Prozesse von Migration und Integration das Revier zu dem werden ließen, was es ist. Und wie sie es weiterhin verändern. Die Veranstaltung gehörte zum „Roten Faden Migration, Integration, Anerkennung“ des Kirchentages

Gleich zu Beginn legte Nordrhein-Westfalens Heimatministerin Ina Scharrenbach Wert auf die Feststellung, dass sich „Heimat“ nicht verbindlich definieren lasse, politisch schon gar nicht. Heimat sieht sie eher als eine Art Leitbild dafür an, dass das Zusammenleben gelingt. „Heimat grenzt nicht aus, sondern verbindet.“ Das gelte auch für die verschiedenen Religionen: „Es kommt auf das Verbindende an.“ Wer die Freiheit des anderen achte, könne auch vom anderen Achtung der eigenen Freiheit erwarten.

Ob diese gegenseitige Achtung in dem alten Dorf Asseln am Hellweg praktiziert wurde, als dort ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Zechen und mit ihnen die Migranten kamen? Vizepräsident Ulf Schlüter ließ die Frage offen. Der langjährige Asselner Gemeindepfarrer zeichnete die Entwicklung des Bauerndorfes nach, das um 1850 noch 500 Einwohner hatte.. 50 Jahre später zehnmal so viel. Gravierende Auseinandersetzungen gab es nicht, wohl aber eine Konkurrenz zwischen evangelischen „Ureinwohnern“ und katholischen Zugereisten: Wer hat den höchsten Kirchturm? Es kamen Industrialisierung, Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Strukturwandel, Globalisierung, Mobilisierung. Heute ist das vormals evangelische Gemeindehaus in Dortmund-Asseln Kirche und Heimstatt der großen Russisch-Orthodoxen Gemeinde. Moscheen sind entstanden, eine afrikanische Gemeinde hat ein anderes evangelisches Gemeindehaus bezogen, und in der Nordstadt, wo die Protestanten in der Minderheit sind, praktiziert die Lydia-Gemeinde das Modellprojekt „Gemeinsam Kirche sein“: Einheimische und zugewanderte Christen gestalten zusammen Kirche.

In einer kurzen Diskussionsrunde stellte Moderator Dr. Traugott Jähnichen fest, dass viele Menschen heute die kulturelle Vielfalt zwar bejahen, aber sich mit religiöser Vielfalt schwertun. Zugespitzt: „Man findet die Dönerbude an der Ecke zwar nett, aber stört sich an der Moschee.“ Ulf Schlüter wies hier auf den Widerspruch hin: „Die Bedeutung der Religion hat stark abgenommen – zugleich bereitet die religiöse Vielfalt Probleme.“ Was tun? Über die Vielfalt nur zu reden nützt nichts, so Schlüter. „Es braucht den aktiven Dialog, die verlässliche Kommunikation. Es geht nur mit Begegnung. Sie bewährt sich, wenn es kritisch wird.“

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news-1544Thu, 20 Jun 2019 15:26:37 +0200Präses Annette Kurschus über Counterspeech und den biblischen Wahrheitsbegriffhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/biblische-impulse-gegen-fake-news/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fca48397dbdfebd0aae514cace870a3aMedienInfo Kirchentag 2019 
 

Dortmund. Im Zentrum Bibel hat Präses Dr. h.c. Annette Kurschus auf dem Dortmunder Kirchentag mit Petra Pau (MdB) und Professor Dr. Antonio Loprieno (Basel) über „Fake News“ und das sogenannte „postfaktische Zeitalter“ diskutiert. Dem Phänomen, verfälschte Tatsachen als Wahrheit zu verbreiten, setzte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) am Donnerstag (20.6.) biblische Impulse entgegen: Wahrheit ist dynamisch, Wahrheit zielt auf Veränderung, Wahrheit sucht Vertrauen.

Gezielt verbreitete Falschmeldungen, begleitet von menschenfeindlichen Hassreden, machten medial die Runde und wirkten auf Wahrnehmen und Empfinden, sagte Präses Kurschus. Sie vergifteten das gesellschaftliche Klima und die freiheitlich-demokratische Kultur.

Wahrheit nach christlicher Überzeugung, betonte dagegen Kurschus, ist nicht statisch, sondern dynamisch, „indem sie von Gott her in die Welt dringt und sich ereignet. Das Streben nach der Wahrheit hinter den Dingen, die beständige Annäherung an ihre Offenbarung in Jesus Christus bestimmt ihre Dynamik – jedoch im Wissen darum, dass Wahrheit letztlich unverfügbar in Gottes Händen liegt.“

Deshalb: Wahrheit schließe immer mehr Möglichkeiten ein als auf den ersten Blick sichtbar: „Ein Mehr an Wirklichkeit, ein Mehr an Erfahrbarem, ein Mehr an Möglichkeit“, sagte die Theologin. Und weiter: „Für mich ist Glaube nicht ein Gegensatz zum Wissen, sondern es ist ein Mehrwert, der unser Wissen einbindet in etwas, was ungleich größer ist. Genau darin liegt unsere Kraft. Wer mit diesem Mehr an Möglichem rechnet, muss nicht hinnehmen, was ist, sondern zielt auf Veränderung und nimmt sie in die Hand.“

Und schließlich: Wahrheit im biblischen Sinne habe mit Treue, Zuverlässigkeit und Vertrauen zu tun. Kurschus: „Wer auf Wahrheit zielt, ist auf Vertrauen aus. Das gilt es vom biblischen Zeugnis her klar zu betonen – auch und gerade jetzt, in unseren ‚postfaktischen‘ Zeiten. Denn Vertrauen ist das erste, das darin zunehmend verloren geht.“

Die mediale Agitation der postfaktischen Influencer bedarf laut Kurschus der „konzertierten Widerrede“. Die so genannten „Fake-News“ müssten beharrlich der Vernunftprüfung unterzogen und dadurch entlarvt werden. Kurschus: „Die Hate-Speech-Rhetorik bedarf nach meiner Überzeugung eines kräftigen Counterspeech, der bislang leider nur ansatzweise zu vernehmen ist.“ Die Theologie verfüge indes über einen reichen Schatz an alternativen Erzählungen gegen die „toxischen Narrative“.

„Wir nutzen als Kirche die digitalen Kanäle wie Twitter, Facebook und Instagram. Aber wir nehmen auch wahr, dass die knappen Formen und Formate auch etwas mit den Inhalten machen. Da geht Differenzierung verloren. Das Digitale - das ist unsere Erfahrung - kann das Analoge nicht ersetzen, gerade wenn es um Vertrauen geht.“

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news-1543Thu, 20 Jun 2019 14:51:30 +0200Sport und Glaube als Lebenskunsthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/bewegt-belebt-begeistert/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=42f2fd43c496322b31c2ddeaf622700cSport und Glaube als Lebenskunst? Einer, der dazu viele Erfahrungen gemacht hat, ist Hans-Peter Durst. Bei einem schweren Verkehrsunfall verlor er den Gleichgewichtssinn und teilweise das Sehvermögen. Seitdem hat er höchst erfolgreich an den Paralympics teilgenommen – auf einem Dreirad. In Rio de Janeiro 2016 errang er zwei Goldmedaillen. „Bewegt Belebt Begeistert“ war das Motto der Gesprächsrunde im Zentrum Sport am Donnerstag.

Mit dabei war auch eine Frau, die als Biathletin eine glänzende Karriere hinter sich hat, mehrfach Weltmeisterin wurde – und dann mit 25 Jahren zur Überraschung vieler aus dem aktiven Sport ausstieg: Magdalena Neuner. In 16 Jahren Hochleistungssport habe sie stärker zu ihrer Spiritualität gefunden, als es in einem anderen Beruf der Fall gewesen wäre, bekannte sie. Aber: „Ich bin froh, dass ich mich damals nicht vom Ausstieg habe abbringen lassen. Die Entscheidung war genau richtig.“

Thomas Weber, Gemeindepfarrer in Gevelsberg, hat als Seelsorger schon viele Olympische Spiele begleitet. „Die Sportler sind froh und dankbar, dass es in der Mannschaft Menschen gibt, mit denen man ganz normal reden kann“, berichtete er. „Zum Beispiel über die Frage: Was ist das Wichtigste im Leben und auch im Sterben?“ Ein solcher Ansprechpartner hätte ihr damals gutgetan, bekannte Magdalena Neuner: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, sagte die Gewinnerin vieler Goldmedaillen, die sehr offen von den Schattenseiten des Erfolgs sprach. „Man wird herumgereicht, vorgezeigt, der ständige Druck ist riesig. Irgendwann kommt der Punkt, wo man müde ist.“

Der Blick hinter die glanzvollen Kulissen des Hochleistungssports ist für Pfarrer Weber eine wertvolle Erfahrung seiner Arbeit. Er mag die junge Sportler, denen er zur Seite steht und die alles geben, aber: „Sport ist nicht alles.“

Das gilt auch für den Paracycler Hans-Peter Durst, dem der Sport so viel geholfen hat. Was nach dem Unfall mit schlimmen Folgen zählte, war sein Glaube als evangelischer Christ, zu dem er sich ganz offen und unverkrampft bekennt. Und seine Ehefrau und viele Freunde, die ihn getragen haben.

Seine Erfahrungen decken sich durchaus mit den Grundlagen, die Dr. Stefan Schneider, Sportwissenschaftler und Theologe, eingangs dargestellt hatte. „Bewegung ist ein fundamentales Prinzip menschlichen Seins“ – viele gesundheitlichen Probleme, zum Beispiel Rückenleiden oder Übergewicht, sind dem Bewegungsmangel geschuldet. Seelische Erkrankungen seien die weitere Folge. „Körperlichen Fitness ist die Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe. Soziale Isolation dagegen führe zu körperlichem Abbau und zu Demenz.

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news-1557Thu, 20 Jun 2019 13:55:00 +0200Auftaktveranstaltung „Roter Faden Migration“ / Präses Annette Kurschus ist Schirmherrinhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/das-miteinander-staerken-und-die-wuerde-des-anderen-achten/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=4448b48a0f193736071f6a63d30ccda2MedienInfo Kirchentag 2019 
 

Dortmund/Westfalen. Präses Dr. h. c. Annette Kurschus hat auf dem Kirchentag in Dortmund einen starken Akzent für das Miteinander in der Gesellschaft gesetzt und damit den Themenschwerpunkt „Migration, Integration, Anerkennung“, der sich mit über 100 Programmpunkten wie ein roter Faden durch die Veranstaltungen des Kirchentages zieht, offiziell eröffnet. „In der Aufnahme des Fremden und in der Herausforderung der Fremdheit begegnet niemand Geringeres als Gott selbst“, so Kurschus. Daher sei im Umgang mit Fremden der Kern des christlichen Glaubens berührt.

Sehr bewusst, so die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), habe sich der Kirchentag dazu entschieden, die Themen Migration, Integration und Anerkennung nicht in einem gesonderten Zentrum oder in Form einer thematischen Podienreihe abzuhalten: „Denn Migration, Integration und Anerkennung sind keine Sonderwelten oder Sonderaufgaben für besonders Interessierte oder irgendwie besonders Betroffene.“ Im Gegenteil: Sie seien immer schon Thema und unwillkürlich präsent, wo immer Menschen einander begegneten: „Beim Beten und Bibellesen, beim Musizieren und Singen, beim Kochen und Kicken.“ Präses Kurschus ermutigte, in zahlreichen Begegnungen immer wieder „hinzuhören und neu hinzuhören, nachzudenken und neu nachzudenken, hinzuschauen und neu hinzuschauen“. Sie wünschte Momente, die zur „heilsamen Irritation gewohnter Wahrnehmungsmuster führen“. Denn zu Integration und Anerkennung, zur Wahrnehmung von Fremdheit und Veränderung dieser Wahrheit gehörten nie nur „die Anderen“, die „tatsächlich oder vermeintlich Fremden“, sondern vor allem auch wir selbst. Für Kurschus eine „eigentlich so naheliegende und doch so schwere Erkenntnis“.

Unter dem biblischen Motto „Ich bin fremd gewesen, und ihr habt mich aufgenommen“ (Matthäus 25,35) hat sich die westfälische Landeskirche in den vergangenen zwei Jahren auf den Weg gemacht, um – so Kurschus – „solches Hinhören und Nachfragen und Nachdenken bewusst einzuüben“. Bei der konkreten Frage, was es heißt, Kirche in einer Migrationsgesellschaft zu sein, sei das Wort Jesu Inspiration und Irritation zugleich. Ihr Fazit: „In der Aufnahme des Fremden und in der Herausforderung der Fremdheit begegnet niemand Geringeres als Gott selbst. Es verbietet sich, Migrantinnen und Migranten einzig als Hilfeempfänger und Problemträger zu definieren. Stattdessen gilt es zu fragen, wer sie sind und was sie brauchen. Neugierig zu sein auf das, was sie mitbringen. Es geht darum, unser Miteinander zu stärken und die Würde des Anderen zu achten.“

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news-1541Wed, 19 Jun 2019 19:35:00 +0200„Eine hoffnungsvolle Ahnung, die sich in deine Angst verbeißt“http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/was-fuer-ein-vertrauen-1/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=da98c848cc9dcedf154e4564bbd60eb5MedienInfo Kirchentag 2019
 

Präses Dr. h. c. Annette Kurschus, Evangelische Kirche von Westfalen, entfaltet in ihrer Predigt zur Eröffnung des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund das Motto „Was für ein Vertrauen“. Dabei geht sie auf den Vertrauensverlust in der Gesellschaft ein. Und sie ermutigt dazu, aus dem Glauben heraus neues Vertrauen zu gewinnen, um die Welt mit anderen Augen zu sehen, neue Möglichkeiten zu entdecken und gegenwärtigen Herausforderungen tatkräftig zu begegnen.

„Gott traut es uns zu. Setzt auf unsere Liebe, auf unsere Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit, auf unsere Solidarität. Was für ein Vertrauen!
Die Vertrauensfrage stellte sich für den Dortmunder Kirchentag nicht von ungefähr. Junge Menschen haben sie ins Spiel gebracht. Sie ahnen: Ohne Vertrauen lässt sich nicht leben. Und sie spüren: Vertrauen schwindet. An so vielen Stellen. Vieles, was lang so selbstverständlich schien, wackelt. Scheinbare Sicherheiten geraten ins Wanken. Du weißt nicht mehr, worauf und auf wen du dich überhaupt noch verlassen kannst. Das Gespür dieser jungen Menschen ist wie ein Seismograph. Akribisch genau zeichnet er Erschütterungen auf. Erschütterungen der Fundamente, auf denen wir alle stehen.

Es keimt weiter, Gott sei Dank! Es keimt weiter auf, immer noch und immer neu, immer stärker und jetzt erst recht: Jenes Etwas! Jene hoffnungsvolle Ahnung, die sich in deine Angst verbeißt. Wie ein heilsames Gegengift. Wie eine wundersame Engelskraft, mit der Gott so unerhört zart, so unerwartet stark dein Leben kreuzt. Da finden Menschen heraus aus den Tälern ihrer Angst, weil man ihnen endlich zuhört. Da richten sich Menschen auf aus dem Sumpf von Demütigung und Gewalt, weil man ihnen endlich Glauben schenkt. Endlich jemand, der einschreitet. Da wendet sich dein Blick, du siehst die Welt mit anderen Augen, entdeckst die Möglichkeiten, die sich dir bieten und gewinnst das Leben zurück.

Eine Zeit lang halten wir den Alltag an und das Getöse auf. So gewinnt das Vertrauen Raum, in dem Gott so unerhört zart, so heilsam und heilvoll stark unser Leben kreuzt. Denn dafür steht es, das Kreuz: Dass nichts und niemand uns trennen wird von ihm und seiner Liebe.“

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news-1542Wed, 19 Jun 2019 15:32:00 +0200Internationale ökumenische Tagung: „Ich bin fremd gewesen, und ihr habt mich aufgenommen“http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/minderheitskirchen-im-einsatz-fuer-minderheiten/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=85cd864768a6332caffa39c64add42f452 ökumenische Gäste aus 22 Ländern sind unmittelbar vor dem Kirchentag in Haus Villigst zusammengekommen. „Ich bin fremd gewesen, und ihr habt mich aufgenommen“ – dieses biblische Motto der Hauptvorlage, die im November 2018 der Westfälischen Landessynode vorgelegt wurde, war auch das Thema der Tagung, zu der die Evangelische Kirche von Westfalen eingeladen hatte.

Wie vielschichtig und komplex das globale Phänomen der Migration ist, wurde in den einzelnen Berichten anschaulich. Wie Minderheiten in Mehrheitsgesellschaften leben, wie religiöse, ethnische und kulturelle Unterschiede dieses Leben einerseits bereichern, andererseits auch zu Spannungen und Konflikten führen, zeigten verschiedene Beispiele.

Die Evangelische Kirche am La Plata, vor rund 150 Jahren von deutschsprachigen Auswanderern gegründet, ist heute in den überwiegend katholischen Ländern Argentinien, Uruguay und Paraguay eine winzige Minderheit. Die junge Generation spricht in der Regel kein Deutsch mehr, aber dennoch, sagte Generalsekretärin Sonia Skupch, fühlt man sich den gemeinsamen Wurzeln verbunden: „Wir sind integriert, aber es ist immer noch ein Prozess, der weitergeht.“ Freiheit und Verantwortung – typisch evangelisch – sieht sie als den besonderen Beitrag an, den ihre Kirche in die Gesellschaft einbringen kann.

Budi Cahyono, Generalsekretär der christlichen Kirche in Ost-Java/Indonesien, berichtete von Anfeindungen durch radikale islamistische Kräfte. Seine Kirche suche den gemeinsamen Weg mit den friedliebenden Muslimen, die in Indonesien immer noch in der Mehrheit seien – auch wenn es eine starke Tendenz zur Radikalisierung gebe.

In Italien sucht die Waldenserkirche den gesellschaftlichen Dialog gegen die Abschottungspolitik ihrer Regierung, die Schiffen mit geretteten Flüchtlingen die Landung in italienischen Häfen verweigert. Dazu gehöre auch die mühsame Auseinandersetzung mit den Behörden, sagte Alessandra Trotta, Mitglied der Kirchenleitung. Sie schilderte, wie sich Kirchengemeinden verändern, die Flüchtlinge aufnehmen.

Pfarrerin Dr. Sigrid Rother aus Ohio von der United Church of Christ (UCC) in den USA berichtete von den oft kleinen und mühsamen Hilfsmaßnahmen an der Grenze zu Mexiko ebenso wie von entschiedenen Statements gegen die menschenverachtende Politik ihrer Präsidenten. Die UCC ist eine der wenigen Kirchen in den USA, die sich ohne Wenn und Aber für alle Menschen einsetzt und sie einlädt, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder sexueller Orientierung.

In Sri Lanka leben Singhalesen und Tamilen, die auf eine lange Geschichte der Feindschaft zurückblicken, gemeinsam in der Methodistischen Kirche. Deren Bischof, Asiri Priyalal Perera, sieht darin ein Modell für die Gesellschaft seines Landes, wo die singhalesische buddhistische Mehrheit den Ton angibt.

Die Ergebnisse der Tagung fließen in den Prozess der Stellungnahmen ein, mit dem sich die Landessynode im November 2019 befassen wird.

Außer konzentrierter Arbeit gab es auch Zeit zum Austausch, zur Entspannung und Kultur. Der erste Gospelchor Kubas, El Coro Gospel de Cuba, sorgte kraftvoll und schwungvoll für die musikalische Gestaltung des Empfangs am Vorabend des Kirchentags. Die ökumenischen Gäste machten sich am nächsten Tag auf den Weg nach Dortmund.

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news-1540Tue, 18 Jun 2019 10:01:10 +0200„Donnerstags in Schwarz“ auf dem Kirchentaghttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/sichtbares-zeichen-gegen-gewalt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=7fdb33125f91b08fd875251c55428804Der Kirchentag ist bunt. Am Donnerstag (20. Juni, Fronleichnam) allerdings sollen möglichst viele Kirchentagsgäste schwarze Kleidung tragen. Frauen und Männer können so ein sichtbares Zeichen der Solidarität sowie gegen Gewalt und Vergewaltigung setzen. Damit sollen sie die Kampagne „Thursdays in Black“ bzw. „Donnerstag in Schwarz“ des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) unterstützen.

Zum Mitmachen in Dortmund rufen das Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung/ MÖWe der Evangelischen Kirche in Westfalen und die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen auf. Ein Gruppenfoto mit allen Teilnehmenden findet am Donnerstag um 13.30 Uhr auf den Rosenterrassen bei den Westfalenhallen statt.

Beim Abend der Begegnung zum Auftakt des Kirchentages am Mittwoch (19. Juni) in der Innenstadt wird die Aktion an zahlreichen Ständen westfälischer Ämter, Einrichtungen und Organisationen vorgestellt. Dazu verteilt werden Buttons (Anstecker) "Unterwegs zu einer Welt ohne Vergewaltigung und Gewalt – Donnerstags in Schwarz". Damit soll auf das Thema aufmerksam gemacht werden und sollen die Menschen ins Gespräch darüber kommen.

„Wenn am Kirchentagsdonnerstag etwa 20  Prozent der Besucherinnen und Besucher ein schwarzes Kleidungsstück tragen würden und sagen könnten, was das bedeutet, wäre das Ziel erreicht“, erklärt Pfarrerin Annette Muhr-Nelson, Leiterin des Amtes für MÖWe. In den sozialen Medien seien auch fünf kurze Videos zu sehen, in denen Frauen zu Wort kommen, die die Kampagne unterstützen.

Hintergrund

Donnerstags in Schwarz (Thursdays in Black) ist aus der Dekade der Kirchen in Solidarität mit den Frauen (1988–1998) des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) entstanden. Anlass waren Berichte von Vergewaltigung als Kriegswaffe, geschlechtsbezogener Ungerechtigkeit, Misshandlung. Ursprünglich war die Kampagne von Frauengruppen wie den argentinischen „Müttern der Plaza de Mayo“ inspiriert worden, die jeden Donnerstag vor dem Präsidentenpalast in Buenos Aires protestierten und Auskunft darüber forderten, was mit ihren Kindern geschehen war, die in der Zeit der früheren Militärdiktatur „verschwunden“ waren.

 

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news-1539Mon, 17 Jun 2019 12:36:30 +0200Romesh Modayil als neuer Ökumene-Pfarrer eingeführthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wem-gott-ein-amt-gegeben-hat-dem-gibt-er-auch-die-kraft-es-auszuueben/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=a65e1e270f17d7113cd97305cf0da17d„Gottes Wort steht auf dem Spiel“, mit diesem Satz fasste Romesh Modayil den Predigttext zusammen. Der methodistischer Pfarrer aus Indien wurde am Pfingstsonntag in der Martin-Luther-Kirche in seine neue Aufgabe als Theologischer Referent in der Arbeitsstelle Mission Ökumene und Weltverantwortung im Kirchenkreis Soest Arnsberg eingeführt.

Ausdrucksvoll predigte er, setzte dabei Hände und Augen ein, blickte in die Gemeinde, dann wieder auf sein Manuskript, um sich voller Schwung wieder der Gemeinde zuzuwenden. Die kann den verzweifelten Mose vor sich sehen, der erschöpft und zornig Gott seine Arbeit vor die Füße wirft und um Gottes Gnadenstoß bittet. Der allerdings nimmt ihm nicht das Leben, sondern nur etwas Geist weg, um ihn auf 70 Ältesten zu legen, die mit Mose die Arbeit teilen sollen. Gottes Geist bilde unter Menschen eine Solidaritätsgemeinschaft damals in Israel, später zu Pfingsten in Jerusalem, heute im Kirchenkreis Soest-Arnsberg: „Wir beten als Solidaritätsgemeinschaft für andere, um Gottes Kraft und um ein Wunder“, verknüpfte Modayil die biblischen Aussagen mit der ökumenischen Aufgabe heute. Zusammen mit dem Regionalen Arbeitskreis für seine Arbeitsstelle MÖWe und mit den Ausschüssen für die Partnerschaften des Kirchenkreises mit Kamerun und Tansania wolle er eine Solidaritätsgemeinschaft bilden, die sich einsetze gegen „Zorn und Qual in der Welt und gegen alles, was böse ist.“  

Zuvor hatte Pfarrerin Annette Muhr-Nelson, die Leiterin des Amtes für Mission, Ökumene und Weltverantwortung der Ev. Kirche von Westfalen, Modayil in sein Amt eingeführt. Sie begrüßte den fast 65-Jährigen, der als methodistischer Pfarrer missionarisch in den Philippinen, in Indonesien, Brasilien und Südafrika zerstörte Dörfer aufgebaut hat, mit der eingeborenen Bevölkerung gearbeitet hat, geistige Brücken gebaut hat zwischen Hindus, Moslems und Christen und sich für Versöhnung ehemaliger Feinde eingesetzt hat. In Brandenburg hat er als Streetworker gearbeitet, in Cottbus internationale Studierende begleitet und in Dortmund die englischsprachige methodistische Gemeinde geleitet. Muhr-Nelson begrüßte diesen weltgewandten Theologen in der westfälischen Kirche: „Ich bin gespannt auf deinen Blick. Was wirst du weiterführen? Was wirst du neu anstoßen?“ fragte sie und ermutigte den Kollegen, Fragen zu stellen, damit Unausgesprochenes in Worte gefasst werde. „Du willst Hoffnungsträger für die Welt und in der Welt sein“, beschrieb sie Modayils Selbstverständnis, „und tust dies, weil du dich von der Liebe Christi und der Menschen getragen weißt, die mit dir Verantwortung übernehmen.

Muhr-Nelson, Superintendent Dieter Tometten und Ortspfarrer Dirk Schmäring lasen die Einführungstexte aus der Bibel. Kollegen und Kolleginnen, Mitarbeitende aus ökumenischen Gremien, der Vereinigten Ev. Mission und der Landeskirche sprachen Modayil zuversichtliche Segenworte zu, die in das Votum von Karlheinz Krause, Vorsitzender des Tansania-Ausschusses, mündeten: „Wem Gott ein Amt gegeben hat, dem gibt er auch die Kraft, es auszuüben“. Nach der Einführung applaudierte die Gemeinde spontan.

Pfarrer Dirk Schmäring, Superintendent Tometten, Ortspfarrer Burkhard Krieger und  der neue MÖWe-Pfarrer luden die Gemeinde zum Abendmahl ein. Für pfingstliche Musik sorgten Uta-Helge Abel an der Orgel und ein philippinischer Frauenkreis aus Olsberg. Drei Grußworte machten das Netzwerk deutlich, dass Modayil bei seiner Arbeit stützt: Wolfgang Gleisberg, Vorsitzender des Regionalen  Arbeitskreises, wünschte Modayil Mut, Engagement und Durchhaltekraft. „Behalte deinen Charme, deine Freundlichkeit und Offenheit:“ Pfarrerin Sarah Vecera von der Vereinigten Evangelischen Mission freute sich, dass Romesh Modayil als „Wanderer zwischen den Kulturen“  mit den Philippinen, Indien, Südafrika und Deutschland in vier Ländern gearbeitet hat, in denen die VEM auch tätig ist. Abschließend überbrachte Annette Muhr-Nelson Grüße von der Kirchenleitung.

Zur Person

Romesh Modayil hat sein Home-Office in Dortmund. Von dort aus erreicht er den Sitz der MÖWe-Arbeitsstelle der Ev. Kirche von Westfalen und ein Berufskolleg in Herne, wo er an einem Tag in der Woche Ev. Religion unterrichtet. Mehrmals in der Woche fährt er an unterschiedliche Orte im Ev. Kirchenkreis Soest-Arnsberg, wo es um Mission, Ökumene und Weltverantwortung geht.  Seine Kinder und Enkel leben und arbeiten in Indien. 2021 zieht er zurück in seine Heimat. (kkb)

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news-1538Mon, 17 Jun 2019 09:17:44 +0200Chor „Thlokomela“ aus Namibia zu Gast in Bielefeldhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/afrikanische-klaenge-im-landeskirchenamt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d93b3125058ff541fa1ebf76a923eb25„Thlokomela“ heißt: „Pass auf!“ Und aufpassen muss man wahrlich in den Wellblechhüttensiedlungen, weit weg vom Zentrum der Hauptstadt, wo Reichtum sichtbar ist und alles funktioniert. Wer in einem der Slums wohnt, muss aufpassen, dass er nicht im Strudel von Perspektivlosigkeit, Kriminalität, Prostitution und Aids versinkt.

Thlokomela ist ein Chor von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Namibia. Die 15 Sängerinnen und Sänger kommen aus der Hauptstadt Windhoek und aus Rehoboth, 90 Kilometer südlich davon. Auf einer Deutschlandtournee machten sie auch Station in Westfalen, zum Beispiel in Herford, Löhne, Lengerich, Tecklenburg und Harsewinkel. Auch im Landeskirchenamt in Bielefeld hatten sie einen Auftritt: Dort gestalteten sie die wöchentliche Andacht musikalisch..

Die „Thloks“ kommen aus den Siedlungen, wo Armut und Hoffnungslosigkeit herrschen. Hoffnung und Kraft gibt ihnen die Musik. Wer ihren kraftvollen, mitreißenden Gesang hört, bekommt eine Ahnung davon. „Die meisten von uns finden trotz Schulabschluss keine Arbeit und wohnen in Wellblechhütten ohne Strom und Wasser. Aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen“, sagt Chrorleiter Dawid Gawub. „Denn in unserer afrikanischen Musik finden wir eine Kraft, die uns immer wieder aufstehen lässt. Auch wenn wir die Umstände kaum verändern können, arbeiten wir an unserer Lebenseinstellung. Dafür bekommen wir sogar schon bei unseren Proben die Unterstützung unserer Nachbarn. Außerdem kommen viele Kinder hinzu und lungern nicht mehr auf der Straße herum, wo sie allen möglichen Gefahren ausgesetzt sind.“

2008 hat Thlokomela als Chorprojekt begonnen. Mittlerweile ist ein Posaunenchor dazugekommen, außerdem Blockflötenunterricht. Damit verbunden ist soziale Unterstützung für andere Jugendliche – Thlokomela ist auch ein Selbsthilfeprojekt.

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