Aktuelles :: EKvW.dehttp://www.evangelisch-in-westfalen.dedeEvangelische Kirche von Westfalen, LandeskirchenamtMon, 23 Nov 2020 20:36:30 +0100Mon, 23 Nov 2020 20:36:30 +0100TYPO3 EXT:newsnews-1946Thu, 19 Nov 2020 18:28:16 +0100Digitale Möglichkeiten auch künftig genutzt / Die „Frage nach Gott“ wird intensiv diskutierthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/erstes-positives-fazit-der-digitalen-landessynode/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fa92bce54909e50c4a8e729eb0c076casynodeAKTUELL Nr. 9
 

Die in der Geschichte der westfälischen Landessynode erstmals pandemiebedingt komplett digitale Tagung ist beendet. Vizepräsident Ulf Schlüter zog am Donnerstagnachmittag (19.11.) ein erstes positives Fazit: „Wir haben das digitale Rad zwar nicht selbst erfunden, aber wir sind gut damit gefahren. Und ich bin sicher, dass wir die digitalen Möglichkeiten in unserer Gremienarbeit auch weiterhin konsequent nutzen werden.“

Am letzten von vier Synodentagen standen zahlreiche Beschlüsse zu gesellschaftspolitischen Themen auf der Tagesordnung, darunter Klimaschutz, Rechtsextremismus, Digitalisierung, Flüchtlingshilfe und Bildungsgerechtigkeit. Sie werden jetzt auf verschiedenen Ebenen der Landeskirche weiterbearbeitet und umgesetzt.  

Auch die von Präses Annette Kurschus zum Auftakt der Synode am Montag (15.11.) mit der Frage nach Gott in der aktuellen Krise gesetzten theologischen Akzente werden in der Landeskirche weiterwirken: Der Theologische Ausschuss hat den Präsesbericht intensiv diskutiert und folgenden Beschluss vorgelegt, der mit breiter Mehrheit beschlossen wurde: „Die gegenwärtige Corona-Pandemie hat grundsätzliche theologische Fragen in neuer und für viele Menschen drängender Weise aufgeworfen. Darauf hat Präses Annette Kurschus in ihrem Bericht hingewiesen: ‚Die Welt braucht von uns die ernsthafte Frage nach Gott. Die Frage wohlgemerkt. Und nicht gleich die verdächtig schnellen Antworten.‘ Die Landessynode bittet die Kirchenleitung und alle Ebenen unserer Landeskirche darum, sich diesen theologischen Fragen zu stellen und gemeinsam nach Antworten zu suchen, wie die gegenwärtige Situation theologisch gedeutet und durch kirchliches Handeln hilfreich begleitet und auch bewältigt werden kann. In allen Bereichen unseres kirchlichen Lebens sind wir gefordert, in unserer Angst, Verletzlichkeit und Betroffenheit mit unserem Glauben, unserer Hoffnung und unserer Liebe zusammen nach Gott zu fragen.“

Im kommenden Jahr sind erstmalig zwei Landessynoden geplant: Vom 30. Mai bis 2. Juni sowie am 12./13. November (Finanzsynode).   

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news-1945Thu, 19 Nov 2020 18:22:16 +0100Westfälische Landessynode positioniert sich zu flüchtlingspolitischen Themen http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/humanitaere-hilfen-und-gerechtigkeit-fuer-gefluechtete/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f9789e0887441846983305c33c16ee2asynodeAKTUELL Nr. 8
 

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) engagiert sich weiterhin für humanitäre Hilfen und faire Zukunftsperspektiven von Geflüchteten. Das hat die Synode als höchstes Leitungsgremium der westfälischen Landeskirche am Donnerstag (19.11.) mit einer Reihe von Beschlüssen zur Flüchtlingspolitik zum Ausdruck gebracht.

Bereits am Montag hatte Präses Annette Kurschus in ihrem Bericht vor der Synode betont: „Auch und gerade jetzt, da sich Kameras und Kommentatoren ganz anderen Themen zugewandt haben, gilt unsere Aufmerksamkeit denen, die als Geflüchtete um Leib und Leben fürchten müssen oder um elementare Rechte gebracht sind. Ich denke besonders an das nach wie vor verzweifelte Schicksal der Menschen auf Moria – und an die fast ebenso verzweifelten und nach wie vor weitgehend ungehörten Bitten vieler Menschen und ganzer Städte auch in Deutschland, aktiv helfen zu dürfen. Europa, Deutschland und auch Nordrhein-Westfalen kann, sollte und muss hier mehr tun. […] Unsere Sorge, unsere Fürsprache und auch unser beharrlicher Einspruch werden nicht nachlassen, wo die Würde von Menschen – gleich welcher Herkunft, Nationalität, Religion oder Hautfarbe – bedroht und gefährdet ist.“ In diesem Sinne hat die Landessynode folgende Beschlüsse gefasst:

Landesaufnahmeprogramm zur Aufnahme von Geflüchteten aus Griechenland in NRW

Angesichts der prekären Lage in den Flüchtlingslagern im Mittelmeerraum fordert die Landessynode die Schaffung eines „Landesaufnahmeprogrammes zur Aufnahme von Geflüchteten aus Griechenland in NRW“. Die Not auf den griechischen Inseln betreffe weiterhin über 10.000 Menschen – davon rund ein Drittel Kinder und alte Menschen. Sie leiden an Gewalt, Obdachlosigkeit, Hunger und Durst sowie mangelnde medizinische Versorgung. „Die Evangelische Kirche von Westfalen“, heißt es, „sieht wie die evangelischen Schwesterkirchen im Rheinland und in Lippe eine hohe Dringlichkeit, dass unmittelbar alle Flüchtlinge aus Moria und ein Großteil der Flüchtlinge von den anderen ägäischen Inseln in sichere und menschenwürdige Verhältnisse gebracht werden.“ Kirchengemeinden und Diakonische Werke seien bereit, die Aufnahme und die Integration der aufgenommenen Menschen zu unterstützen. 2.000 zusätzlichen Geflüchteten könne somit geholfen werden.

Berücksichtigung der Pandemielage bei Abschiebungen

Bei geplanten Abschiebungen von ausreisepflichtigen Menschen müssen die individuellen Auswirkungen, das Erkrankungsrisiko und Behandlungsmöglichkeiten im Zielstaat in Bezug auf die SARS-Covid-2-Lage bei der Feststellung der Reisefähigkeit berücksichtigt werden. Darum bittet die Landessynode die Kirchenleitung, „in diesem Sinne mit dem Flüchtlingsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen das Gespräch aufzunehmen, damit dieses bei den Ausländerbehörden auf eine Beachtung der Pandemielage in den Zielstaaten hinwirkt“.

Soziale Beratung von Geflüchteten

„Gerade in Zeiten, in denen Nordrhein-Westfalen Asylsuchende für immer längere Zeit in zentralen Unterbringungseinrichtungen festhält, ist eine qualifizierte und behördenunabhängige Asylverfahrensberatung zur Wahrnehmung der Rechte der Geflüchteten unabdingbar.“ Sie trage dazu bei, Fehlentscheidungen zu vermeiden und entlaste damit Behörden und Gerichte. Hier hat die Diakonie bereits richtungsweisende Modelle entwickelt. Die Landessynode bittet die Kirchenleitung u.a. darum, „sich beim Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW (MKFFI) weiterhin dafür einzusetzen, dass die Förderbedingungen für das Programm ‚Soziale Beratung von Geflüchteten‘ auch in Zukunft eine qualifizierte Beratung ermöglichen.“   

Kirchenasyl – Eintreten für den Schutz von Leben und Freiheit

„Die Landessynode dankt den kirchenasylwährenden Kirchengemeinden für ihren Einsatz für Leben, körperliche Unversehrtheit und Freiheit von schutzsuchenden Asylbewerberinnen und Asylbewerbern und ermutigt sie, auch weiterhin in begründeten Einzelfällen Kirchenasyl zu gewähren. Sie dankt der Kirchenleitung für ihre Bemühungen, die fachliche Begleitung der kirchenasylgewährenden Kirchengemeinden dauerhaft sicherzustellen.“ Außerdem bittet die Landessynode die Kirchenleitung, „bei den staatlichen Stellen auf die Einhaltung der Absprachen zum Kirchenasyl von 2015 zu drängen, insbesondere auf die Abkehr von der Praxis, Flüchtlinge im Kirchenasyl als ‚flüchtig‘ einzustufen.“

Europäische Humanitäre Korridore

Die Landessynode unterstützt die Initiative der partnerschaftlich verbundenen Föderation Protestantischer Kirchen in Italien (FCEI), durch den Aufbau und die Koordination eines europäischen Netzwerkes weitere so genannte „Humanitäre Korridore“ zu schaffen. Mit diesen sicheren und legalen Zugangswegen soll weiteren international Schutzbedürftigen der Weg nach Europa ermöglicht und ihre Integration gefördert werden.

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news-1944Thu, 19 Nov 2020 18:18:55 +0100Landessynode beschließt: „Bildungsgerechtigkeit – ein Auftrag für unsere Kirche!“http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/bildungsgerechtigkeit-foerdern-kirchenraeume-oeffnen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=edb8bd502e682e7c8a63379e4d90344csynodeAKTUELL Nr. 7
 

Die westfälische Landesynode begrüßt die politischen Initiativen zur verbesserten IT-Ausstattung von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig appellierte sie am Donnerstag (19.11.) an kirchlich Verantwortliche auf allen Ebenen, sich für Bildungsgerechtigkeit einzusetzen und Gemeinderäume für schulisches und persönliches Lernen zu öffnen.

In Gemeindehäusern, diakonischen Einrichtungen oder Jugendtreffs könnten stärker als bisher Möglichkeiten analogen oder digitalen Lernens geschaffen werden – besonders für Schülerinnen und Schüler, die räumlich beengt oder in belasteten Familien leben. Denn: „Die persönliche Zuwendung und Begleitung in der durch die Pandemie ausgelösten Krise kann Kindern und Jugendlichen Halt im Leben geben und sichert Bildungschancen. Dabei ist eine Kooperation mit den Schulen im Sozialraum sinnvoll. Eine Verknüpfung mit der bereits bestehenden Kinder- und Jugendarbeit kann darüber hinaus angestoßen werden.“

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news-1943Wed, 18 Nov 2020 18:15:12 +0100Interview mit Kirchenrätin Daniela Fricke und Landeskirchenrätin Barbara Rothhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/kirchengemeinden-und-einrichtungen-muessen-sichere-orte-sein/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=990230991b452606dd436f519b58272bSynodeAKTUELL Nr. 5a
 

Kirchenrätin Daniela Fricke, landeskirchliche Beauftragte für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung, sowie die zuständige Juristin, Landeskirchenrätin Barbara Roth, zu Kernpunkten und Hintergründen des neuen „Kirchengesetzes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt“, individuellen Anerkennungsleistungen und konkreten Hilfsangeboten.

1. Die Evangelische Kirche von Westfalen engagiert sich ja nun schon lange für den Schutz vor und den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung. Warum braucht es dafür ein eigenes Kirchengesetz?

Daniela Fricke: Unserem kirchlichen Auftrag gemäß müssen Kirchengemeinden und Einrichtungen mit ihren Angeboten sichere Orte sein, in denen Menschen ermutigende und stärkende Erfahrungen für ihr Leben machen können. Beziehungen gestalten sich im verantwortungsvollen Umgang mit Nähe und Distanz. Wir begegnen einander achtsam. Sexualisierte Gewalt in allen Formen – von Grenzverletzungen bis hin zu schweren Straftaten – bewirkt aber das genaue Gegenteil. Das Kirchengesetz setzt Schutz vor und Umgang mit sexualisierter Gewalt überall auf die Tagesordnung. Prävention wird zur verpflichtenden Regelaufgabe aller leitenden Gremien. Indem wir das Gesetz konsequent umsetzen, füllen wir unsere Haltung mit Leben.


2. Was sind die Kernpunkte des neuen „Kirchengesetztes zum Schutz vor sexueller Gewalt“?

Barbara Roth: Kernstück des Gesetzes ist die Verpflichtung aller kirchlicher Körperschaften unserer Kirche, für ihren Wirkungsbereich passgenaue Schutzkonzepte zu erarbeiten. Das heißt, die Leitungsverantwortlichen starten vor Ort einen Organisationsentwicklungsprozess. An dem sind die beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden beteiligt und werden mit dem Thema befasst. Sie untersuchen die Abläufe in allen Bereichen ihrer Organisationsstruktur, erstellen eine sogenannte Risikoanalyse, erarbeiten einen Interventionsplan für den Ernstfall und werden fortgebildet. Mit dem sich verbreitenden Wissen um die speziellen Risiken in der eigenen Einrichtung, Täterstrategien, die Bedürfnisse und die Not von Betroffen werden eine innere Haltung und Aufmerksamkeit entstehen, die immer weniger Raum für unangemessenes sexuelles Verhalten bzw. konsequent auf solches Verhalten reagieren lassen. Flankiert wird die Arbeit an Schutzkonzepten, die ja durch das Gesetz verbindlich zu erfolgen hat, durch verschiedene Einzelmaßnahmen. So untersagt das Abstinenzgebot beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden sexuelle Kontakte, wenn sie zu einer Person in einem besonderen Macht- oder Vertrauensverhältnis stehen. Wer wegen einer Sexualstraftat verurteilt wurde, kann künftig keine Tätigkeit im kirchlichen Kontext mehr aufnehmen. Dazu enthält das Gesetz einen Einstellungsausschluss. Um diesen sicherstellen zu können, müssen beruflich wie ehrenamtlich Tätige bei Einstellung und danach in regelmäßigen Abständen von längstens fünf Jahren ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Alle Mitarbeitenden unterliegen einer Meldepflicht bei begründetem Verdacht auf sexualisierte Gewalt oder Verletzung des Abstinenzgebotes. Weil damit teils auch schwierige Einschätzungsfragen verbunden sind, können sich Mitarbeitende zur Einordnung eines Verdachtes fachlich beraten lassen. Die Landeskirche garantiert Betroffenen sexualisierter Gewalt, dass ihnen eine Ansprechstelle zur Verfügung steht und Mitarbeitenden die genannte Melde- und Beratungsstelle.


3. Und was wird sich in den kommenden Monaten und Jahren dadurch dauerhaft verändern bzw. verbessern?

Barbara Roth: Die Mitarbeitenden in den Kirchengemeinden wie an anderen Stellen unserer Landeskirche gewinnen durch die Erarbeitung der Schutzkonzepte und in Schulungen Kompetenz in der Gestaltung von Nähe und Distanz in Beziehungen und erlangen Handlungssicherheit im Umgang mit sexualisierter Gewalt. Wo Präventionsmaßnahmen die Aufmerksamkeit für sexualisierte Gewalt geschärft haben, steigt das Risiko der Entdeckung. Dies wird potenzielle Täter und Täterinnen abschrecken, in der EKvW sexualisierte Gewalt auszuüben. Das Risiko, sexualisierte Gewalt zu erleben, soll so minimiert und Menschen vor Schaden und Leid bewahrt werden. Sowohl Kirchenmitglieder wie auch die Gesellschaft werden auf sichere Räume in unserer Kirche vertrauen können. Das ist unser Ziel.


4. Bisher hat es in Westfalen keine individuellen materiellen Anerkennungsleistungen gegeben - sondern eine pauschale finanzielle Leistung in Anerkennung erlittenen Leids. Was hat zu dieser Veränderung geführt?

Daniela Fricke: Das Leid, das Betroffene von sexualisierter Gewalt erlitten haben, die womöglich bleibenden gesundheitlichen Folgen können auf keine Weise entschädigt oder gar wieder gut gemacht werden. Das bleibt unsere Überzeugung. Wir haben als Kirche dieses Leid uneingeschränkt anzuerkennen und institutionelle Verantwortung dafür zu übernehmen. Diese drückt sich auch durch eine finanzielle Leistung aus. Bisher taten wir uns schwer, diese individuell, das heißt mit unterschiedlichen Summen, zu beziffern und damit eine unterschiedliche Schwere des erlittenen Leids zu konstatieren. Betroffene müssen aber zu Recht erwarten können, dass überall die gleichen Richtlinien gelten. Darauf haben sich alle Landeskirchen einmütig verständigt. Die Unabhängigen Kommissionen werden nun auf Grundlage von plausiblen Berichten der Betroffenen finanzielle Anerkennungsleistungen zuerkennen, die sich an Schmerzensgeldtabellen orientieren. Für den Bereich der EKvW startet das geänderte Verfahren gemeinsam mit der Lippischen und der Rheinischen Landeskirche sowie der Diakonie RWL Anfang 2021.


5. Wohin oder an wen können sich Betroffene konkret wenden?

Daniela Fricke: Als Beauftragte für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung stehe ich Betroffenen von sexualisierter Gewalt als Ansprechperson zur Verfügung. Da ich ordinierte Pfarrerin bin, kann ich den Betroffenen aufgrund des Seelsorgegeheimnisses auch absolute Verschwiegenheit garantieren. Allem voran geht es mir darum zuzuhören und die Personen mit allem, was sie erzählen wollen und können, ernst zu nehmen. Gemeinsam können wir dann auch sehen, worin angemessene Unterstützung bestehen kann. Viele möchten auch wissen, was es für sie bedeutet, wenn womöglich Verfahren eingeleitet werden müssen. Manche Betroffene wollen aber auch dezidiert nicht mit einer Repräsentantin der Kirche in Kontakt treten, weil ja gerade diese Institution mit für das Leid verantwortlich ist. Um hier ein alternatives Angebot zu schaffen, planen wir, Beratungsgespräche auch durch eine unabhängige Beratungsstelle anzubieten. Für einen Antrag auf finanzielle Leistungen in Anerkennung erlittenen Leids können sich Betroffene direkt an die Geschäftsstelle der Unabhängigen Kommission wenden.
Alle Kontaktdaten und Links finden sich über unsere Homepage.

 

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news-1942Wed, 18 Nov 2020 18:03:48 +0100EKvW erwartet im kommenden Jahr 510 Millionen Euro an Kirchensteuernhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/landessynode-beschliesst-haushalt-2021/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f2889afdc6bc64d88807048c200db93esynodeAKTUELL Nr. 6/2020
 

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) hat für 2021 einen Haushalt in Höhe von rund 351,4 Millionen Euro. Das hat die Landessynode als höchstes Entscheidungsgremium nach ausführlicher Beratung am Mittwoch (18.11.) beschlossen. Damit ist sie dem Haushaltsvorschlag gefolgt, den der Juristische Vizepräsident Dr. Arne Kupke in seiner Haushaltsrede am Montagabend vorgestellt hatte.

Grundlage des Haushalts ist ein erwartetes Kirchensteueraufkommen von 510 Millionen Euro. 11,6 Millionen Euro fließen zur Unterstützung finanzschwächerer Landeskirchen in Ost- und Mitteldeutschland in den Finanzausgleich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Von den verbleibenden 498,4 Millionen Euro gehen knapp 321 Millionen Euro an die 27 westfälischen Kirchenkreise mit ihren insgesamt 476 Gemeinden. Darin enthalten ist auch die Pfarrbesoldung.

Der Allgemeine Haushalt, der alle unmittelbaren Aufgaben der Landeskirche – von Ämtern und Werken bis zur Leitung und Verwaltung – umfasst, hat einen Etat von knapp 54,4 Millionen Euro. Knapp 55 Millionen Euro enthält der Haushalt für gesamtkirchliche Aufgaben – unter anderem für Aufgaben der EKD sowie Weltmission, Ökumene und Kirchlichen Entwicklungsdienst.
Weitere Details: siehe Finanzfakten 2021 (Anlage)
 

 

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news-1941Wed, 18 Nov 2020 17:16:42 +0100Neu: Kirchengesetz regelt Prävention, Intervention, Hilfe und Aufarbeitung für kirchliche Körperschaftenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/klare-standards-zum-schutz-vor-sexualisierter-gewalt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=3f0cdbb927b0ef0166990178773915afSynodeAKTUELL Nr. 5/2020
 

Das neue „Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt“ der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) schafft künftig klare Standards zum Schutz vor und im Umgang mit sexualisierter Gewalt. Am Mittwoch (18.11.) wurde es von der westfälischen Landessynode, die noch bis morgen digital tagt, mit großer Mehrheit beschlossen.

Landeskirchenweit werden damit für alle kirchlichen Körperschaften verbindliche Regelungen zu Prävention, Intervention, Hilfe und Aufarbeitung beschlossen. Beruflich wie ehrenamtlich in der Kirche Mitarbeitende sollen im Rahmen der Entwicklung von Schutzkonzepten intensiv geschult und für Risiken in der eigenen Einrichtung, Täterstrategien und die Not von Betroffenen sensibilisiert werden. „Die Professionalisierung der Menschen im Umgang mit sexualisierter Gewalt auf allen Ebenen der westfälischen Landeskirche wird künftig potenzielle Täterinnen und Täter abschrecken“, ist Kirchenrätin Daniela Fricke zuversichtlich. Die landeskirchliche Beauftragte für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung und die zuständige Juristin, Landeskirchenrätin Barbara Roth, haben das Gesetz maßgeblich initiiert und vorbereitet.

Die wichtigsten Kernpunkte im Überblick:

  • Schutzkonzepte: Alle kirchlichen Körperschaften werden verpflichtet, für ihren Wirkungsbereich passgenaue Schutzkonzepte zu erarbeiten.
  • Abstinenzgebot: Für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende wird nun ausdrücklich geregelt, das sexuelle Kontakte bei Bestehen besonderer Macht-, Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnisse unzulässig sind.
  • Einstellungsausschluss: Wer wegen einer Sexualstraftat verurteilt wurde, kann keine Tätigkeit im kirchlichen Kontext mehr aufnehmen.
  • Führungszeugnis: Bei Einstellung und danach in regelmäßigen Abständen von längstens 5 Jahren müssen Mitarbeitende (im Haupt- und Ehrenamt) ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
  • Meldepflicht: Alle Mitarbeitenden unterliegen einer Meldepflicht bei begründetem Verdacht auf sexualisierte Gewalt oder Verletzung des Abstinenzgebotes

Aussagekräftige Zahlen gibt es übrigens (noch) nicht. Aus gutem Grund: „Bislang hatten wir keine Meldepflicht, und dementsprechend auch keine Kriterien, nach denen wir Fälle als Fälle definieren und zählen konnten. Außerdem trägt das reine Zählen von Verfahren, in denen Strafanzeige erstattet und /oder Disziplinarverfahren geführt wurden, nichts aus und gibt ein falsches Bild. Und Kontakte zu Betroffenen, die noch oder dauerhaft unter der seelsorglichen Schweigepflicht stehen, bleiben fern jeder Statistik, bis die Betroffenen selbst es anders entscheiden – oder eben auch nicht.“

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news-1940Wed, 18 Nov 2020 12:25:31 +0100 Fünf neue und vier wiedergewählte Mitglieder / Amtseinführung für den 10. Januar 2021 geplanthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/neue-mitglieder-der-kirchenleitung-sind-gewaehlt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=3574eeb7b40dde0a0b875da2e6a7450eSynodeAKTUELL 4/2020
 

Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) hat am heutigen Mittwoch (18.11.) neun Mitglieder der westfälischen Kirchenleitung (wieder-) gewählt: sieben nebenamtliche und zwei hauptamtliche.

Für weitere acht Jahre wiedergewählt wurden: Sigrid Beer, Mitglied des Landtags für Bündnis 90/Die Grünen; Dr. Michael Bertrams, Präsident des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts für das Land NRW i.R.; Dirk Gellesch, Schulleiter des Ruhr-Gymnasiums Witten; sowie Dr. Traugott Jähnichen, Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum.

Als neue nebenamtliche Mitglieder erfolgreich kandidiert haben Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes e.V. (WHB); Dr. Jörg Ennuschat, Professor für Öffentliches Recht an der Ruhr-Universität Bochum; und Diplom-Sozialarbeiterin Annette Salomo, Superintendent Dr. Gerald Hagmann (Ev. Kirchenkreis Bochum); sowie Merle Vokkert, Pfarrerin in der Ev. Kirchengemeinde Haltern.

Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller, hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung und als Dezernent verantwortlich für das Leitungsfeld Ökumene, ist für ein weiteres Jahr – bis zum regulären Eintritt in den Ruhestand – wiedergewählt worden. Außerdem ist Präses Dr. h. c. Annette Kurschus, bereits auf der Landessynode 2019 für eine zweite Amtszeit gewählt, mit Blick auf die neu beginnende Synodalperiode aus formalen Gründen nochmals für weitere acht Jahre in ihrem Amt bestätigt worden.

Mit der Amtseinführung der neuen Kirchenleitungsmitglieder, die für den 10. Januar 2021 in Bielefeld geplant ist, scheiden aus der Kirchenleitung aus: Superintendent Andreas Huneke, Ute Kerlen, Christa Kronshage, Anne Rabenschlag, Dr. Manfred Scholle, Uwe Wacker sowie Pfarrerin Birgit Worms-Nigmann.

Im vergangenen Jahr hatte die Synode die mittelfristige Verkleinerung der Kirchenleitung von insgesamt 18 auf 14 Mitglieder – fünf (statt sieben) Hauptamtliche und neun (statt elf) Nebenamtliche – beschlossen.

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news-1939Tue, 17 Nov 2020 09:48:09 +0100Digitale Landessynode: Westfälische Synode tagt erstmals seit 1946 nicht in Bethelhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/konzentriert-stringent-und-fokussiert/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=8e768bd5983122ff60cdf5b91c6249c2Die diesjährige Landessynode markiert für die Evangelische Kirche von Westfalen einen historischen Einschnitt: Das Kirchenparlament der 2,2 Millionen westfälischen Protestanten tagt in dieser Woche nicht nur erstmals per Videokonferenz. Es ist auch das erste Mal überhaupt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, dass die Synode nicht in Bielefeld-Bethel zusammenkommt.

Vor einem Dreivierteljahrhundert - am 15. Juli 1946 - traf sich die damals von den Kreissynoden neu gebildete „Provinzialsynode“ erstmals im Betheler „Assapheum“. Der Tagungsort blieb bis heute.

Insgesamt 150 Synodale nahmen vor 74 Jahren unter der Leitung des ersten westfälischen Präses Karl Koch an den fünftägigen Beratungen teil, wie eine Chronik verrät. In sechs Sitzungen fasste die Provinzialsynode 17 Beschlüsse und bestimmte Bielefeld endgültig zum Sitz der Kirchenleitung. Seither tagte auch die Landessynode jedes Jahr eine Woche lang in Bethel, um über alle wichtigen Belange der viertgrößten deutschen Landeskirche zu beraten und zu beschließen.

Live aus dem „Synodenstudio“: Synode von zu Hause

Die Corona-Pandemie unterbricht diese Tradition: Die mehr als 200 Synodalen und Gäste tagen bis Donnerstag ausschließlich digital und sitzen vor ihrem heimischen PC, Laptop oder Tablet. Vorträge, Wortmeldungen, Statements, Anträge, sogar Abstimmungen und Wahlen: Alles wird über die Videokonferenz-Software Zoom abgewickelt. Selbst der Eröffnungsgottesdienst kommt mit Live-Ansprachen und eingespielter Musik aus Schwelm via Internet zu den Synodalen.

Lediglich in einem großen Saal im Landeskirchenamt in Bielefeld ist eine Art Studio aufgebaut, in dem während der gesamten viertägigen Synode die leitende Theologin, Präses Annette Kurschus, und die beiden Vizepräsidenten Ulf Schlüter und Arne Kupke sitzen. Sie leiten von dort aus die Beratungen. Auch alle Kandidaten bei den anstehenden Wahlen - etwa zur Kirchenleitung - treten in diesem Saal an ein Mikrofon, um sich der Synode vorzustellen.

Konzentriert, stringent und fokussiert – aber kein Zukunftsmodell

Kurschus-Stellvertreter Schlüter kann dem digitalen Arbeiten durchaus etwas abgewinnen: Es ermögliche konzentriertes, stringentes und fokussiertes Arbeiten, "man kommt etwas schneller zu den Themen", sagt er. Wichtig ist ihm, dass auch die Ausschüsse in mehreren Phasen beraten: Es müsse ausführliche inhaltliche Aussprachen über die Vorlagen geben und nicht nur "frontales Programm".

Ein Zukunftsmodell werde die Videokonferenz aber für eine Landessynode nicht sein, auch wenn sie aktuell die Organisation der Tagung sicherstelle, betont der Theologische Vizepräsident. Ein erfreulicher Nebeneffekt der Video-Synode ist gleichwohl, dass die westfälische Kirche insbesondere durch den Wegfall der Fahrt- und Hotelkosten rund 50.000 Euro gegenüber einer Präsenzsynode spart.

Was fehlt, ist der „gemeinsame Weg“

Schlüter fehlen aber reale persönliche Begegnungen und der Austausch am Rande des offiziellen Programms: „Synode bedeutet ,gemeinsamer Weg‘, und den muss es auch geben.“ Eine Videosynode sei „nichts, was man sich wünscht, und eine Synode sollte in der Regel auch weiter in Präsenz tagen“. Während der jüngsten Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) habe es persönliche Begegnung vor allem über Chats gegeben, das habe er allerdings eher als unangenehm erlebt.

Ausnahmen könnten nach Ansicht des 58-jährigen Theologen spezielle Tagungen wie eine reine Finanzsynode sein. Aber es werde hoffentlich ab 2021 oder spätestens 2022 auch wieder Präsenzsynoden geben: „Die Tagungen dieses Gremiums können auf Dauer nicht durch ein digitales Format ersetzt werden.“

Ab 2021 zwei Tagungen pro Jahr

Klar ist für die kommenden zwei Jahre bereits eine andere Änderung: Die westfälische Kirche will ein neues Modell testen, bei dem die Landessynode nicht nur einmal, sondern zweimal im Jahr und dafür kürzer tagt. Spätestens 2022 soll entschieden werden, ob sich das bewährt hat. Beibehalten wird in jedem Fall auch bei Vor-Ort-Tagungen das 2018 eingeführte Prinzip, auf Printvorlagen weitgehend zu verzichten und mit Laptop und Tablet zu tagen. Der Papierverbrauch wurde dadurch von bis zu 300.000 auf zuletzt 20.000 Blatt reduziert. (Ingo Lehnick, epd)

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news-1938Mon, 16 Nov 2020 19:27:56 +0100Vizepräsident Dr. Arne Kupke legt Haushaltsplan 2021 vor / 510 Millionen Euro erwartethttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/dank-konservativer-planungen-koennen-wir-das-verkraften/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=04f7aa8f0e9e52ee2ee459de9ee4295eSynodeAKTUELL Nr. 3/2020
 

Die finanzpolitischen Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen auch die westfälische Landeskirche hart. Daran lässt Dr. Arne Kupke in seiner Haushaltsrede am Montagabend (16.11.) vor der westfälischen Landessynode, die in diesem Jahr pandemiebedingt ausschließlich digital tagt, keinen Zweifel. Aber der Juristische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) hat auch gute Neuigkeiten: „Die Wirtschaft zeigt in vielen Sparten Erholungssignale und unser Kirchensteuerrückgang bleibt wohl unter zehn Prozent.“

Ein Defizit von rund 50 Millionen Euro seinen zwar hart, so Kupke, aber „weil wir seit unserer Kirchenfinanzkrise (2004/2005) streng konservativ planen, können wir das verkraften“. Und er hofft: „Zu schön, um wahr zu sein, wenn sich in 2021 die Wirtschaft allgemein erholte, die Kurzarbeit endete und die Künstler wieder spielten.“ Die tatsächlichen finanzpolitischen Auswirkungen der Corona-Pandemie vermag derzeit aber niemand vorauszusehen. Der konsequente Sparkurs der Landeskirche geht also weiter, wird sogar noch verschärft. Und aus der Not wird eine Tugend gemacht, denn mittelfristig geplante Strukturveränderungen und Aufgabenklärungen haben eine ungeahnte Dynamik entwickelt: „Alle Arbeitsbereiche auf der landeskirchlichen Ebene, also die landeskirchlichen Dezernate, Institute, Ämter und Werke haben auf der Grundlage von Rahmenvorgaben zum Teil umfangreiche und differenzierte Überlegungen im Blick auf strukturelle und organisatorische Weiterentwicklung, Reduktion oder veränderte Zuordnung von Aufwänden und Erzielung zusätzlicher Erträge vorgelegt“, freut sich Kupke. Konkretes Einsparpotenzial ergibt sich vor allem im Bereich der Personalausgaben im Landeskirchenamt und bei Schwerpunktsetzungen im Bereich Weltmission und Ökumene.

Sondermittel für die Arbeit für und mit Geflüchtete(n)
Die seit 2015 immer wieder bewilligten Sondermittel für Flüchtlingsarbeit werden laut Beschluss der Landessynode 2018 ab dem kommenden Haushaltsjahr zwar schrittweise reduziert und im Jahr 2023 planmäßig auslaufen – aber die Förderung der Arbeit für und mit Geflüchtete(n) geht langfristig weiter. Ab 2024 wird sie sogar mit jährlich 166.000 Euro für „2exemplarische und innovative migrationspolitische Projekte“ fest im gesamtkirchlichen Haushalt verankert. Zusätzlich wird ab 2022 für die Dauer von zunächst fünf Jahren eine Stelle „Assistenz zur Begleitung von Kirchenasylfällen“ errichtet und finanziert.

Haushaltsplanung 2021 – von der Kameralistik zur Doppik
Der Planung für das Haushaltsjahr 2021 liegt ein voraussichtliches Kirchensteueraufkommen von 510 Millionen Euro zugrunde: 498,4 Millionen Euro fließen im kommenden Jahr u.a. in die Verteilung an die Kirchenkreise, in die Pfarrbesoldung, den Allgemeinen Haushalt der Landeskirche und in gesamtkirchliche Aufgaben. Darunter: die o.g. Arbeit mit Geflüchteten; Fundraising und Mitgliederbindung; der Bereich Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung (UVSS); sowie das NKF Competence Center (NCC), das die landeskirchenweite Umstellung von der kameralistischen zur doppischen Buchführung begleitet. Die Landessynode verabschiedet den  Haushaltsplan 2020 voraussichtlich am Mittwochabend (18.11.).

Stichwort: Neues Kirchliches Finanzmanagement (NKF) – von der Kameralistik zur kirchlichen Doppik
Ausgangslage für die Einführung des NKF ist der Beschluss der Kirchenleitung vom 15. März 2007 zur Umstellung des Haushalts- und Rechnungswesens aller Rechtsträger der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) von der Kameralistik auf die kirchliche Doppik unter Verwendung einer einheitlichen Software.

Entscheidender Faktor für die Finanzkraft der EKvW ist die Mitgliederentwicklung (sinkende Mitgliederzahlen) und die angespannte Haushaltssituation (Faktoren z.B. Arbeitslosigkeit, Lohnzuwächse, Steuern, Zinsen, Demografie, etc.). Um sich über diese Grundlagen ein klareres Bild zu verschaffen, um Ressourcen zu erkennen, darzustellen und generationenübergreifend effizient zu nutzen, wird die Umstellung einer Ist- zu einer Sollbuchführung vollzogen.

Kameralistik (lateinisch camera = „Zimmer/Gewölbe“, hier in etwa „fürstliche Schatztruhe“), ist ein Verfahren der Buchführung, entwickelt 1762 vom österreichischen Hofrat Johann Mathias Puechberg. In der kameralen Buchführung soll vor allem die Ausführung des Haushaltsplanes nachgewiesen werden – Zahlungsströme stehen hier mehr im Mittelpunkt. Planrechnungen werden auf Basis von Prognosen erstellt.

Doppik steht für „doppelte Buchführung“: Doppelte in Konten. Diese sogenannte „kaufmännische Buchführung“ zeichnet sich aus durch ein Haushaltsbuch, durch Kosten- und Leistungsrechnung. In der Doppik werden das bewertete Vermögen und der Schuldenstand, erweitert um das Jahresergebnis, dargestellt. Das ermöglicht den Einsatz betriebswirtschaftlicher Anwendungen wie Controlling, Kostenrechnung und Liquiditätsmanagement.

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AktuellesLandessynode 2020MedienMitarbeitende
news-1937Mon, 16 Nov 2020 17:55:33 +0100Auftakt der Landessynode 2020: Präses Annette Kurschus ermutigt, die Frage nach Gott in unserer Gesellschaft wachzuhaltenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wir-muessen-nicht-weihnachten-retten-denn-gott-rettet-uns/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ca91b944aaf09aae1df4184017091eceSynodeAKTUELL Nr. 1/2020
 

„Die Frage nach Gott wachhalten: Das ist es, was unsere Gesellschaft von der Kirche verlangen kann und was sie – Gott sei Dank! – während der letzten Monate auch immer lauter und deutlicher verlangte“, sagte Präses Annette Kurschus am Montag (16. November) zum Auftakt der westfälischen Landessynode, die in diesem Jahr pandemiebedingt ausschließlich digital tagt.

Für die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) ist das biblischer Auftrag und gesellschaftspolitische Herausforderung zugleich. 

In ihrem Bericht, der in diesem Jahr starke theologische Akzente setzt, ermutigte Annette Kurschus zu theologischer Klarheit und Tiefe: „Die Welt braucht von uns die ernsthafte Frage nach Gott. Die Frage wohlgemerkt. Und nicht gleich die verdächtig schnellen Antworten.“ Es gehe darum, mit anderen zusammen nach Gott zu fragen und gemeinsam auszuhalten, „dass Gott schweigt; dass wir nicht erklären können, was er tut oder nicht tut“. Wir müssten anerkennen, dass wir Gott nicht berechnen können; dass es uns nicht zusteht, ihn in Schutz zu nehmen, und schon gar nicht, ihn zu rechtfertigen. Darüber werde die Hoffnung „bisweilen verflixt kleinlaut“. Zugleich gelte es zu „begreifen, dass wir dennoch von unserer Hoffnung nicht schweigen dürfen“. Die Pandemie, so Kurschus, habe auf neue Weise deutlich gemacht, wie dringend nötig das vertiefte Gespräch zwischen Theologie und Kirche sei. Sie kündigte an, „eine Art Lehr- und Lerngespräche“ zum „intensiven Austausch zwischen Kanzel und Katheder“ mit Vertreterinnen und Vertretern der theologischen Fakultäten zu initiieren. Ihre Motivation: „Dort werden wir uns üben und einander stärken in unserer christlichen Verantwortung und in der Pflicht zur ‚Rechenschaft über die Hoffnung, die in uns ist‘. Diese Hoffnung dürfen wir der Welt nicht schuldig bleiben.“

Wer rettet eigentlich wen an Weihnachten?

„Wir machen das alles, um Weihnachten zu retten“: Eigentlich war er gut gemeint – der Satz eines Politikers, mit dem er schon vor einigen Wochen für den gemäßigten Lockdown im November warb. Seine Intention: Haltet durch! Die neue Durststrecke lohnt sich! Aber Sprache sei verräterisch, mahnte Kurschus, und stelle manchmal – ohne es zu wollen und zu merken – Verhältnisse in geradezu kurioser Weise auf den Kopf: „Das Fest, mit dem wir die Ankunft des Retters der Welt feiern, muss von uns gerettet werden Konsequent zu Ende gedacht: Wir Menschen retten Gottes Kommen in die Welt. Noch zugespitzter: Wir Menschen retten Gott.“ Der Satz sei und bleibe verräterisch. Denn auch ohne Corona-Pandemie ließen wir uns allerlei einfallen, damit der ‚liebe Gott‘ lieb bleibe und mit „all dem Dunklen und Unbegreiflichen und Verstörenden in der Welt“ nichts zu tun habe. Da werde Gott, der Allmächtige, „mal eben so erklärt, genauer genommen: weg-erklärt. Damit er in unsere Vorstellungen von ihm hineinpasst“. Und immer dringlicher stelle sich die Frage: Wer rettet hier eigentlich wen? „Wir werden Weihnachten feiern – auch und gerade in diesem Jahr“, machte Kurschus Mut. Aber nicht, weil wir die Lockdown-Regeln befolgt haben, sondern „weil der Retter in der Welt ist und sich immer neu aufmacht, werden wir feiern“.

Schon seit Wochen und Monaten laufen die Vorbereitungen, um die bevorstehenden Höhepunkte im Kirchenjahr unter den gegebenen Bedingungen festlich zu gestalten. „Wir werden die Nachricht von der großen ‚Freude, die allem Volke widerfahren wird‘, in die Welt tragen. Wir werden alles dafür tun, dass sie sich in Stadt und Land verbreitet, in Häuser und Wohnungen gelangt“, verspricht Kurschus und ist gewiss: Weihnachten ist gerettet! „Durch das Kind in der Krippe, durch den allmächtigen, menschgewordenen Gott, in dessen Macht es liegt, ohnmächtig zu sein. Angewiesen und hilfsbedürftig. Verletzlich und ausgeliefert, mit Haut und Haar. Gerettet sind wir durch den, der Licht ins Dunkel bringt. Heil und Frieden in unser zerrissenes Leben. Weil er gekommen ist, machen wir das alles. Und weil er in diesem Jahr ganz gewiss neu kommen wird. Wie immer wir feiern werden. Wer weiß: Vielleicht wird es ein Fest, bei dem Gott uns näher kommt als je zuvor.“

Einsame nicht allein lassen – Alten und Kranken beistehen

Mit ehrlicher Hochachtung und großem Respekt, so Kurschus, habe sie wahrgenommen, wie Menschen landeskirchenweit – in Kirchenkreisen und Gemeinden, in Ämtern und Werken, in Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie in unterschiedlichen Bereichen der Diakonie unter nie gekannten Bedingungen neu nach ihrem Auftrag gefragt haben und ihm nachgekommen sind: „Ideenreich und engagiert, zum Teil weit über die körperlichen und seelischen Kräfte hinaus.“ Neue Verkündigungsformate und neue Formen der Seelsorge seien entstanden, ungewöhnliche Wege zu den Menschen gesucht und gefunden worden, ebenso überraschende Formen der Nähe – über die gebotene körperliche Distanz hinweg. Jetzt gelte es weiterhin: „Einsame nicht allein zu lassen, Alten und Kranken beizustehen, Menschen in Not nah zu sein: Dies wird gerade jetzt in besonderer Weise von uns erwartet, und ich danke allen, die sich dieser Aufgabe Tag für Tag und auch bei Nacht stellen.“

Für Menschlichkeit – gegen Rechtspopulismus

Die Weihnachtsbotschaft enthält für Annette Kurschus den ausdrücklichen Auftrag , „über den Bauchnabel der eigenen Fragen und Probleme hinauszublicken“ und an diejenigen zu denken, die gegenwärtig an den Rand der Aufmerksamkeit rutschen oder sogar drohen, ins Vergessen zu geraten. Zum Beispiel die Menschen im Flüchtlingslager Moria: „Europa, Deutschland und auch Nordrhein-Westfalen kann, sollte und muss hier mehr tun.“ Oder Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die unter massiven Missständen in ihren Unterkünften leiden. Kurschus: „Unsere Sorge, unsere Fürsprache und auch unser beharrlicher Einspruch werden nicht nachlassen, wo die Würde von Menschen – gleich welcher Herkunft, Nationalität, Religion oder Hautfarbe – bedroht und gefährdet ist. Das schließt – gerade in Zeiten der Pandemie – das Zeugnis gegen Rechtsextremismus und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Rechtspopulismus ebenso ein wie den deutlichen Widerspruch gegen alten und neuen Antisemitismus.“

Solidarität und Sehnsucht nach Gerechtigkeit

Ob es um die weltweit gerechte Verteilung eines Corona-Impfstoffs oder ein solidarisches Miteinander in unserer Gesellschaft geht: „Das Virus fordert unseren Willen zur Solidarität und unsere Sehnsucht nach Gerechtigkeit heraus. Ohne diesen Willen und ohne diese Sehnsucht verstärkt es alte Trennungen und schafft neue Risse“, warnte Kurschus in ihrem Bericht. Ähnliches gelte für die Maßnahmen, die das Infektionsgeschehen begrenzen sollen. Auch dabei seien die Lasten, die auferlegt, und die Einschränkungen, die abverlangt werden, überaus ungleich verteilt: „Die Betroffenen brauchen unseren Respekt und unsere Unterstützung. Vor allem verdienen sie es, gehört und wahrgenommen zu werden.“ Wohlwissend, dass es höchstens eine kleine Geste sei, werde sie diesen Kontakt in den nächsten Wochen suchen. Dazu seien digitale Gesprächstermine mit Medizinerinnen und Pflegern, Künstlerinnen und Kulturschaffenden, Gastronominnen und Gastronomen sowie Ehrenamtlichen und Insassen von Unterbringungseinrichtungen für Geflüchtete bereits in Planung.

Klimaschutz bleibt auf der Agenda

Stichwort Klima: Dass die weltweite Klimakrise tiefer und anhaltender sein wird als die Corona-Pandemie, steht für Kurschus außer Frage. Darum ihr Appell vor der Synode: „Es mag sein, dass die das Virus der Schöpfung, die unter unserer Art zu leben und zu wirtschaften leidet, hier und da eine kurze Atempause verschafft. Aber es darf nicht geschehen, dass es zur Ausrede dient, um politisch und wirtschaftlich in der Klimafrage weniger entschlossen und weniger schnell zu handeln.“

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news-1936Fri, 13 Nov 2020 14:10:55 +0100Bildungsförderung und Armutsbekämpfung - Aktuelle Erklärung des EKvW Friedensbeauftragten Heiner Montanushttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/in-soziale-teilhabe-investieren-jetzt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=9921992fedc562f339e43111d57f4097MedienInfo 67/2020
 

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche von Westfalen, Heiner Montanus, fordert angesichts der geplanten Milliardeninvestitionen der Bundesregierung in die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge eine andere Prioritätensetzung.

Bildungsförderung und Armutsbekämpfung seien nachhaltige Investitionen zur Sicherung der sozialen Teilhabe und damit auch des weltweiten Friedens.

Die Erklärung des Friedensbeauftragten im Wortlaut: 

Die Bundesregierung will das in die Jahre gekommene Kampfflugzeug Tornado ersetzen. Geplant ist, 45 Exemplare der amerikanischen F/A-18 anzuschaffen. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 7,67 und 8,77 Milliarden Euro in diese Beschaffung investiert werden müssen.

Von den Flugzeugen sollen 30 Exemplare so ausgestattet werden, dass sie die nukleare Teilhabe der Bundeswehr sicherstellen. Das heißt: Im Kriegsfall werden sie mit US-amerikanischen Atomwaffen bestückt und werfen sie über dem Gegner ab. Die Folgen wären massenhaftes Sterben und nukleare Verwüstung.

Die Beschaffung dient laut offizieller Lesart der atomaren Abschreckung. Das heißt aber auch: Sie macht eine atomare Kriegsführung möglich. Noch ist kein Kaufvertrag unterschrieben. Noch ist Zeit, die für den Kauf der Flugzeuge veranschlagten Steuermittel so einzusetzen, dass sie eindeutig und unmissverständlich dem Leben dienen und den Frieden fördern.
Jeder Euro, der in Leben und Frieden investiert wird, dient der sozialen Teilhabe. Er fördert Menschen, die nicht erst in Folge der Corona-Pandemie zu den Verlierern in unserer Gesellschaft und weltweit gehören. Drei Beispiele: Für die geschätzt 170,4 Millionen Euro, die jedes Flugzeug im Durchschnitt kostet, kann man…

  • 341.000 Notebooks kaufen und damit die Schülerinnen und Schüler ausstatten, die sich von Haus aus kein Gerät leisten können. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass ansonsten benachteiligte Kinder und Jugendliche an modernen Formen des Unterrichts teilhaben können
  • 1.500 Stellen für Lehrerinnen und Lehrer schaffen und für ein Jahr finanzieren. Davon profitieren alle Schülerinnen und Schüler.
  • für 2,6 Jahre den Betrag verdoppeln, der 2019 an Kollekten und Spenden für Brot für die Welt zusammenkam. Das Geld rettet Leben und hilft Menschen aus dem Kreislauf von Hunger und Armut auszusteigen.

Im Zentrum christlicher Friedensethik steht die Überzeugung, dass die „Drohung mit Nuklearwaffen nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung“ gelten kann. Christinnen und Christen erinnern an die Zusage Jesu „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9). Heute heißt das konkret: Jetzt in die soziale Teilhabe investieren und nicht in nukleare Teilhabe! 

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news-1935Thu, 12 Nov 2020 09:57:55 +0100Gewaltschutzgesetz und Wahlen zur Kirchenleitung sind Schwerpunkte der Tagunghttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/westfaelische-landessynode-tagt-digital/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f71a49087ca840bc669b12b878d00cb6MedienInfo 66/2020
 

Erstmals vollständig digital tagt die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) vom 16.-19. November. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie beraten die 230 Mitglieder der Synode im Rahmen einer Online-Konferenz über Gesetze, Haushalt und die Zusammensetzung von Leitungsorganen.

Plan A war das Assapheum in Bielefeld Bethel, Plan B die OWL-Arena in Halle – nun kommt Plan C zum Tragen: Das Landeskirchenamt in Bielefeld wird vom 16. bis 19. November 2020 zum Leitungs- und Übertragungszentrum für die Landessynode der EKvW. Von dort wird Präses Annette Kurschus mit den beiden Vizepräsidenten Ulf Schlüter und Dr. Arne Kupke die diesjährige Tagung leiten.

Neben den Berichten der Präses und des Finanzdezernenten stehen dabei vor allem Wahlen zur Kirchenleitung  auf dem Programm. Ein Schwerpunkt wird darüber hinaus der geplante Beschluss eines „Kirchengesetzes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt“ sein. Damit wird in allen Arbeitsbereichen der 2,2 Mio. Mitglieder starken EKvW ein umfassendes Schutzkonzept gegen sexuelle Grenzverletzungen und Missbrauch etabliert.

Die Plenumssitzungen der Landessynode können im LiveStream verfolgt werden!

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news-1934Tue, 10 Nov 2020 12:31:23 +0100Spendenaufruf der Küstervereinigung Westfalen-Lippehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/unterstuetzung-nach-terroranschlag/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d6db5f6d6fe6377d87f82247a5707d0fAm 29. Oktober wurden bei einem Anschlag in der Basilika Notre-Dame in Nizza drei Menschen getötet. Darunter auch der Küster der Kirche, der 55-jährige Vincent Loquès. Er hinterlässt eine Familie mit zwei Kindern.

Nun wendet sich Johannes Künzel, Erster Vorsitzender der Küstervereinigung Westfalen-Lippe und Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Küsterbundes (DEK) mit einem Spendenaufruf zur Unterstützung der Familie an alle Küsterinnen und Küster, Hausmeisterinnen und Hausmeister in Westfalen-Lippe und ganz Deutschland.

„Als Berufskolleginnen und -kollegen aus Deutschland, möchten wir den Hinterbliebenen eine finanzielle Unterstützung zukommen lassen, um so unsere Verbundenheit auszudrücken und ein, wenn auch kleines, positives Zeichen für die betroffenen Menschen setzen, so Künzel.“ Und betont: „Selbstverständlich können sich auch alle anderen Menschen, die dieses Projekt unterstützen möchten, der Spendenaktion anschließen.“

Die Evangelische Kirche von Westfalen stellt für diesen Zweck ein Spendenkonto zur Verfügung:

KD-Bank Dortmund

Empfänger: Landeskirchenkasse

IBAN: DE05 3506 0190 2000 0430 12

Verwendungszweck: Nizza (bitte unbedingt angeben! Auf Wunsch wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt. Dafür ist es erforderlich noch die Adresse der Spenderin/des Spenders einzutragen)

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AktuellesGemeindenMitarbeitende
news-1933Tue, 10 Nov 2020 08:43:42 +0100 Martineumsgemeinschaft feiert Jahrestreffen online und vor Orthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/sieben-neue-diakoninnen-und-diakone-eingesegnet/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=45942f840bd67f9d17febbd9902957d9Am ersten Wochenende im November feiert das Martineum, die Gemeinschaft evangelischer Diakoninnen und Diakone in Witten, sein Jahrestreffen. Auch in diesem Jahr kamen die Mitglieder am 6. und 7. November zusammen – nur eben digital. Jedoch der Einsegnungsgottesdienst der neuen Diakoninnen und Diakone konnte für wenige Teilnehmende vor Ort in der Lukaskirche in Bochum stattfinden.

Wegen strenger Auflagen konnte nur eine reduzierte Zahl an Gästen dem Gottesdienst beiwohnen. Deswegen wurde der Gottesdienst gefilmt, um so die Gemeinschaftsmitglieder und Angehörigen der Eingesegneten im Nachhinein zu beteiligen. Er wird demnächst auf der Seite www.martineum.de zu sehen sein. Als Besonderheit wurde zum Abschluss des Gottesdienstes per Videobotschaft der Applaus der Gemeinschaftsmitglieder eingespielt. Insgesamt sieben Einzusegnende nahmen aus den Händen von Frank Fischer, Beauftragter der Ev. Kirche von Westfalen, ihre Einsegnungsurkunde entgegen. Im Gottesdienst hielt Prof. Desmond Bell, Ev. Hochschule Bochum, die Predigt. Diakonin Maxi Kordes hatte mit der Einsegnungsgruppe den Gottesdienst vorbereitet. Die Mitgliederversammlung am 6.11. und ein thematischer Vormittag am Samstag Vormittag mit einem Gast aus Indonesien wurde von bis zu 120 Martineums-Diakoninnen und Diakonen online besucht.

Das Martineum ist eine Gemeinschaft evangelischer Diakoninnen und Diakone und Bildungsstätte für Kirche und Diakonie mit Sitz in Witten. Gut 350 Diakoninnen und Diakone, die in kirchlichen und diakonischen Arbeitsfeldern in ganz Deutschland arbeiten, gehören zu der Gemeinschaft.

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Aktuelles
news-1932Tue, 10 Nov 2020 08:17:05 +0100„B.A. Kirchenmusik popular“ erstmals an acht Studierende der westfälischen Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten verliehenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/erste-bachelorabschluesse-an-der-evangelischen-popakademie/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e56ce9d941b0544666286757d7e6fb3dMedienInfo 65/2020
 

Im Oktober 2016 startete der neue vierjährige Bachelor-Studiengang der westfälischen Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten „Kirchenmusik popular“ an der PopAkdemie in Witten.

Und jetzt haben die bundesweit ersten Studierenden der popularen Kirchenmusik ihr Bachelorstudium beendet: Johannes Briese, Daniel Drückes, Henrieke Kuhn, Immanuel Mauz, Nicole Trester, Stephan Wittekind, Lina Wittemeier und Patrick Zindorf.

Für Kirchenmusikdirektor Prof. Hartmut Naumann, Prorektor der Hochschule und Studienleiter der Ev. Pop-Akademie, sind die acht jungen Leute „bestens ausgebildete Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker für Popularmusik“. Drei von ihnen seien auf B-Musikerstellen für Kirchenmusik mit Pop-Schwerpunkt bereits „in Lohn und Brot“, freut sich Naumann. Fünf der Absolventinnen und Absolventen schließen noch ein Masterstudium in popularer Kirchenmusik an, das seit Oktober diesen Jahres ebenfalls in Witten angeboten wird. „Mit gut ausgebildeten und hoch motivierten Musikerinnen und Musikern aus der Ev. PopAkademie der westfälischen Hochschule für Kirchenmusik bekommt die Kirchenmusik hierzulande neue Impulse und eine spannende musikalische Erweiterung und Ergänzung zu klassischer Musik und traditionellen Formen“, so Naumann. Denn Kirchenmusik bestehe aus einer großen Vielfalt an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten.

Die Meinung teilt auch Dr. Vicco von Bülow, der als theologischer Dezernent im Leitungsfeld „Kirchliches Leben“ im Landeskirchenamt für den Bereich Kirchenmusik zuständig ist: „Ich freue mich darüber, dass wir in unseren Gemeinden nun mehr und mehr ausgebildete Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker haben werden, die Rock, Pop, Jazz und Gospel auf hohem Qualitätsniveau einbringen können.“ Und ein bisschen stolz, gibt er zu, sei er darüber, dass „wir als westfälische Landeskirche an dieser Stelle eine Art Vorreiterrolle gespielt haben für einen Trend, der einfach dran ist.“ Sein großer Dank gilt Studiengangsleiter KMD Prof. Hartmut Naumann, „ohne dessen Engagement und Kompetenz dieser großartige Erfolg nicht möglich gewesen wäre.“

Zum Hintergrund
Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) hat mit dem „B.A. Kirchenmusik popular“ vor vier Jahren nicht nur einen bis dahin bundesweit einzigartigen Studiengang initiiert, sondern gleich eine neue Einrichtung: Die Evangelische PopAkademie in Witten beherbergt seitdem die Pop-Abteilung der westfälischen Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten. Die klassische Kirchenmusikausbildung der Hochschule findet bereits seit über 70 Jahren in Herford statt. Seit 2016 werden in Witten junge Leute zusätzlich in Pop-Kirchenmusik – also in Jazz, Rock, Pop und Gospel – ausgebildet. Die Studierenden lernen die professionelle Leitung und den Aufbau von Bands und Chören. Ebenso lernen sie, Musik in Gottesdiensten, in liturgischen Zusammenhängen, aber auch in Konzerten zu präsentieren und beim Musizieren viele Menschen zu beteiligen. Das eigene Instrumentalspiel auf Klavier, Gitarre und Orgel sowie die gesanglichen Fähigkeiten werden dabei professionalisiert und zur künstlerischen Reife gebracht. Es wird gegroovt, gesungen, arrangiert, geprobt, konzertiert und Musik produziert.

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AktuellesMedien
news-1931Fri, 06 Nov 2020 20:37:58 +0100Pfarrerin aus Menden im siebten Wahlgang gewählt http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/dorothea-goudefroy-wird-neue-superintendentin-im-kirchenkreis-vlotho/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=07b2e044d576ae649a4aae9892787456Im siebten und finalen Wahlgang wurde Pfarrerin Dorothea Goudefroy mit 37 von 62 Stimmen von der Kreissynode zur neuen Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Vlotho gewählt.

Dass die erste digitale Kreissynode im Kirchenkreis Vlotho gleich zu einer der spannendsten in der Geschichte des Kirchenkreises werden würde, damit hatte der scheidende Superintendent Andreas Huneke nicht gerechnet. „Ich bin jedoch froh, dass wir überhaupt wählen konnten und meine Nachfolge nun geregelt ist“, so der Superintendent nach der Synode.„Anscheinend gab es zwei sehr gute Bewerber um das Amt, die sich auf Augenhöhe begegnet sind und den Synodalen die Entscheidung nicht leicht gemacht haben.“

Zur Wahl standen Pfarrerin Dorothea Goudefroy aus der Kirchengemeinde Menden und Pfarrer Lars Kunkel aus der Kirchengemeinde Bad Oeynhausen-Altstadt. In der am Freitag online stattgefundenen Kreissynode wurden neben der neuen Superintendentin auch die weiteren Mitglieder des Kreissynodalvorstandes gewählt.

Zur erstmalig ausschließlich digital stattfindenden Kreissynode waren die 72 stimmberechtigten Mitglieder per Zoom-Webinar eingeladen, um zu entscheiden, wer den Kirchenkreis in den kommenden acht Jahren leiten soll. Im Januar 2021 endet die zweite Amtszeit von Pfarrer Andreas Huneke, der seit 2004 als Superintendent der oberste Geistliche des Kirchenkreises war. Insgesamt sieben Wahlgänge waren nötig, um festzustellen, dass Pfarrerin Dorothea Goudefroy aus Menden neue Superintendentin im Kirchenkreis Vlotho wird. Am 9. Januar 2021 wird sie von Präses Annette Kurschus in ihr Amt eingeführt. 

Nach einer Andacht von Schul-Pfarrerin Christiane Südhölter-Karottki stellten sich Dorothea Goudefroy und Lars Kunkel erneut in 10-minütigen Reden den Synodalen vor und skizzierten ihre Vision für den Kirchenkreis an Weser und Werre. Anschließend leitete der amtierende Superintendent Andreas Huneke die mit Spannung erwartete Wahl ein. Dass alle 62 Stimmberechtigten tatsächlich an der Wahl teilnahmen, sei unter anderem dem digitalen Format geschuldet, dass die Teilnahme massiv erleichtert habe. 

Bereits im ersten Wahlgang zeigte sich, wie knapp diese Wahl werden würde. Auf Dorothea Goudefroy entfielen 29 Stimmen, Lars Kunkel erhielt 31 Stimmen. Nach einem erfolglosen zweiten (beide 31 Stimmen) und dritten Wahlgang legte Andreas Huneke als Synodenleitung eine Beratungspause ein. Nachdem auch im vierten und fünften Wahlgang keiner der beiden Kandidierenden die erforderliche absolute Stimmenmehrheit von 37 Stimmen auf sich vereinen konnte, beschloss die Wahlleitung nach Rücksprache mit dem Landeskirchenamt und den beiden Kandidierenden eine Fortsetzung der Wahl um zwei weitere Wahlgänge. Würde es weiterhin nicht zu einer eindeutigen Wahl kommen, hätte sich der kreiskirchliche Nominierungsausschuss erneut zusammenfinden und das Bewerbungsverfahren neu aufrollen müssen. Im siebten und finalen Wahlgang konnte schließlich Pfarrerin Dorothea Goudefroy erfolgreich mit 37 Stimmen der Synodalen als neue Superintendentin gewählt werden. Mitbewerber Lars Kunkel bekam 25 Stimmen im letzten Wahlgang.

Die neue Superintendentin bedankte sich bei der Synode für die Wahl. Sie hoffe nun, gemeinsam mit allen Gemeinden und Arbeitsbereichen des Kirchenkreises die Zukunft aktiv gestalten zu können und bedankte sich ebenfalls beim unterlegenen Lars Kunkel für den fairen Wettbewerb. Der Pfarrer aus der Kirchengemeinde Bad Oeynhausen-Altstadt nahm die Niederlage mit Fassung und wünschte der neuen Superintendentin alles Gute. Dorothea Goudefroy war froh, dass überhaupt eine Synode, wenn auch nur digital, zustande gekommen war: „Aber ich freue mich jetzt auf echte Gespräche und Begegnungen in allen Gemeinden und Arbeitsbereichen des Kirchenkreises.“ Dies sei eines ihrer ersten Ziele im neuen Amt. „Auf dem Fahrrad und im Auto habe ich den Kirchenkreis schon kennengelernt, jetzt will ich auch die Gesichter in den Gemeinden kennenlernen.“ Außerdem wisse sie um die Bedeutung des Amtes und wünsche sich die notwendige Unterstützung der Kreissynode, sagte die Pfarrerin nach der Wahl. „Ich möchte gemeinsam mit den Menschen hier die vielfarbige Gnade Gottes zum leuchten bringen.“

In der gut dreistündigen Online-Konferenz wurden neben der neuen Superintendentin auch Pfarrer Wolfgang Edler aus der Kirchengemeinde Eidinghausen-Dehme als ihr neuer Stellvertreter, sowie die weiteren Leitungsmitglieder der Kirchenkreises in den neuen Kreissynodalvorstand gewählt. Dieser besteht neben der Superintendentin und dem Assessor sowie dem Scriba (Schriftführer) aus sechs weiteren so genannten Synodalältesten.

Der scheidende Superintendent Andreas Huneke wird am 9. Januar von der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, entpflichtet und von seinen Aufgaben als Superintendent freigestellt. Zeitgleich wird im dann möglichen pandemiebedingten Rahmen Dorothea Goudefroy als seine Nachfolgerin in ihr Amt eingeführt. Der gesamte Livestream der Kreissynode ist online auf www.kirchenkreis-vlotho.de

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news-1930Fri, 06 Nov 2020 17:43:45 +0100Thomas Groll wechselt von Münster ins Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildunghttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/gut-gern-und-moeglichst-gesund-arbeiten/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2019c1cb32c688281341222ead91ef54Thomas Groll (60) wird neuer landeskirchlicher „Pfarrer für Supervision und die Begleitung und Fortbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand“. Damit wechselt er von der Krankenhausseelsorge im Evangelischen Kirchenkreis Münster zum 1. Januar 2021 ins Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen nach Villigst/Schwerte.

Thomas Groll war es immer ein Kernanliegen für sich selbst wie für andere, dass Mitarbeitende in der Kirche gut, gern und möglichst gesund arbeiten und die jeweiligen Rahmenbedingungen das unterstützen. Deshalb freut er sich, nun mit verstärkter Kraft die Supervision als Instrument zur Unterstützung und Qualitätsentwicklung kirchlicher Arbeit weiter mit vorantreiben zu können.

Und die Bedeutung der eigenen Berufsbiografie hört ja mit dem Ende des aktiven Dienstes nicht auf. Deshalb freut er sich ebenfalls auf die Begleitung von Kolleginnen und Kollegen kurz vor dem und im Ruhestand: etwa bei der Gestaltung des Übergangs, mit anregenden Fortbildungskollegs und auch durch Unterstützung von punktuellen und sinnvollen aktiven Einsätzen.

Thomas Groll, geboren und aufgewachsen im Sauerland, studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Berlin und Münster. Nach dem Vikariat in Senden, einem Sondervikariat in der ökumenischen TelefonSeelsorge Münster und dem Entsendungsdienst in Lüdinghausen war er von 1993 bis 2004 Pfarrer der Evangelischen Trinitatis-Gemeinde in Münster und ist seit 2004 in der Krankenhausseelsorge in Münster tätig.

Thomas Groll war viele Jahre als nebenamtlicher Geistlicher in der Ökumenischen Telefon Seelsorge Münster und seit 2001 auch als landeskirchlicher Supervisor tätig. Von 2008 bis 2019 war er Vorsitzender des Konvents für Supervision und Coaching der Westfälischen und Lippischen Landeskirche. Weiter ist er Dozent für Ethik und Religion in der Ausbildung für Pflegeberufe, Vorsitzender des Ethikkomitees im Evangelischen Johannes Stift und Vorsitzender des Nominierungsausschusses im Evangelischen Kirchenkreis Münster tätig. Von November 2019 bis Juni 2020 hatte er als stellvertretender Assessor die kommissarische Leitung des Evangelischen Kirchenkreises Münster inne.

Der Theologe ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern.

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AktuellesGemeindenMitarbeitende
news-1929Fri, 06 Nov 2020 11:40:34 +0100Der Rektor der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten verstarb unerwartet mit 62 Jahrenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/westfaelische-landeskirche-trauert-um-prof-helmut-fleinghaus/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=9c96bd8984178338f3e770e9138f2d52MedienInfo 64/2020
 

Professor Dr. Helmut Fleinghaus ist tot. Der Rektor der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) verstarb am gestrigen Donnerstag (5.11.) völlig unerwartet im Alter von 62 Jahren.

Präses Annette Kurschus würdigte den leidenschaftlichen Kirchenmusiker und Dozenten als „einen hochmusikalischen und gebildeten Menschen mit feinen Sinnen für Sprache, Literatur und alles Schöne“, dessen tiefgründiger Humor und menschliche Wärme vielen in besonders liebenswerter Erinnerung bleiben werden. „Sein Herz schlug spürbar für die Kirchenmusik, die er als eine Form der Verkündigung des Evangeliums verstand – und als unverwechselbaren Beitrag zur allgemeinen Kultur“, so Kurschus. „Wir danken Gott für alles, was er uns und unserer Kirche durch Professor Dr. Fleinghaus geschenkt hat.“

Schon während seiner Wuppertaler Schulzeit entdeckte er die Liebe zur Kirchenmusik. Der C-Prüfung für nebenberufliche Kirchenmusiker folgten ein Studium der Musikwissenschaft an der Musikhochschule in Köln und parallel dazu ein Studium der Pädagogik und der Philosophie an der dortigen Universität. Mit einer Dissertation über „Die Musikanschauung des Erasmus von Rotterdam“ promovierte Fleinghaus zum Dr. phil. und rundete seine Ausbildung mit der Zweiten Staatsprüfung für das Lehramt (Sekundarstufe II) in den Fächern Musik und Philosophie ab.

Von 1976 an war er als nebenamtlicher Kirchenmusiker tätig, und ab 1986 unterrichtete er an der damals noch so genannten „Landeskirchenmusikschule in Herford“ die Fächer Musikgeschichte und Orgel. Nachdem er bereits seit 1995 die stellvertretende Leitung innehatte, berief die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen Helmut Fleinghaus zum Rektor der Hochschule. Dieses Amt hat er bis zu seinem plötzlichen Tod mit hohem persönlichem Einsatz ausgeübt.

Professor Dr. Helmut Fleinghaus war im Bereich der Evangelischen Kirche von Westfalen auf vielfältige Weise ehrenamtlich aktiv: als Orgelsachverständiger, als Mitglied kirchenmusikalischer Fachausschüsse, als Delegierter in der Kreissynode Herford und in der westfälischen Landessynode.

Helmut Fleinghaus war Mitglied der Direktorenkonferenz Kirchenmusik in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Über seine rege Konzerttätigkeit hinaus spielte er zahlreiche Platten- und CD-Aufnahmen ein und wirkte als Organist in Rundfunk- und Fernsehaufnahmen mit.

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news-1928Thu, 05 Nov 2020 08:41:52 +0100Praxistag Kirche Kunterbunt: Mit Kindern und Erwachsenen neue Formen von Gemeinde bauenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/kirche-wie-sie-uns-gefaellt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f22d6dab559c40b95fc3a6cc188478adZu einem ökumenischen Praxistag „Kirche Kunterbunt – Mit Kindern und Erwachsenen neue Formen von Gemeinde bauen“ laden das Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste, juenger unterwegs und die Evangelische Pop-Akademie ein. Er findet am Samstag, 5. Dezember, je nach Corona-Lage entweder von 10 bis 16 Uhr in der Petrikirche und der Simeons Herberge in Minden statt oder verkürzt als Videokonferenz.

„Kirche Kunterbunt“ – dieser Name steht für eine neue Form innovativer Gottesdienstpraxis und Gemeindeentwicklung. Sie ist entstanden, um alltagsbezogen und niederschwellig Kinder und kirchendistanzierte Erwachsene sowie deren Angehörige und Freunde anzusprechen. Auf überraschende und kreative Art und Weise werden christliche Glaubensinhalte präsentiert, die zum Mitmachen einladen. So kann eine neue Form von Gemeinde (Fresh X) mit einem eigenen besonderen Charakter mit bisher unerreichten Zielgruppen entwickelt werden.

Der Praxistag lädt ein zu einer gemeinsamen erfahrungsbezogenen Spurensuche. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Vorstellung des Konzepts und des Ablaufs einer „Kirche Kunterbunt“, sondern vor allem die praktische Umsetzung. So gibt es in verschiedenen Arbeitsgruppen die Gelegenheit, selbst eigene Kreativstationen zu einem biblischen Text auszuprobieren, „Musik und Rhythmen“ oder die ersten Planungsschritte auf dem Weg zu einer Kirche Kunterbunt kennen zu lernen oder gemeinsam zu überlegen, wie „Gastfreundschaft“ (Hospitality) in einer Kirche Kunterbunt konkret aussehen kann.

Eingeladen zum Praxistag sind haupt- wie ehrenamtlich Mitarbeitende, die neugierig sind auf Überraschungen, Lust und Freude daran haben, neue Wege zu gehen und sich begeistern lassen möchten.

Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro. Anmeldung im Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste, Silke Lück, Telefon 0231 5409-85, E-Mail: Silke.Lueck@igm-westfalen.de

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Aktuelles
news-1926Wed, 04 Nov 2020 10:40:49 +0100Verabschiedung von Superintendent Jürgen Tiemann und Einführung von Superintendent Michael Mertinshttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/amtswechsel-im-kirchenkreis-minden/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=4ee8488f3ab2a68b882b47e72f98fbc2Eigentlich war alles ganz anders geplant. Anlässlich der Verabschiedung von Jürgen Tiemann und der Einführung von Michael Mertins als sein Nachfolger im Amt des Superintendenten hatte es am Reformationstag (31. Oktober) einen Gottesdienst, einen Empfang und einen Abend der Begegnung geben sollen.

Aufgrund der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen wurde am Ende ein Gottesdienst im kleinen Kreis daraus, an dem lediglich die handelnden Personen und enge Familienangehörige teilnehmen konnten. Trotzdem gelang ein festlicher und stimmungsvoller Gottesdienst.

Bei den Planungen war nach einem Ort gesucht worden, an dem auch unter Corona-Schutz-Bestimmungen möglichst viele Gäste möglich sind. Dompropst Roland Falkenhahn hatte daher eingeladen, die Veranstaltung im Dom durchzuführen, der das größte Gotteshaus in Minden ist. Auch nach der extremen Reduzierung der Teilnehmerzahl blieb es bei dieser Ortswahl und so war der Gottesdienst nicht zuletzt auch ein schönes Zeichen der ökumenischen Verbundenheit zwischen evangelischer und katholischer Kirche im Mindener Land.

Herzlich begrüßte Falkenhahn als Hausherr die Teilnehmenden und freundlich führte Synodalassessor Bernhard Speller als Gastgeber durch den Gottesdienst. Für einen feinen musikalischen Rahmen sorgten Marien-Kantorin Anna Somogyi, Kreiskantor Nils Fricke, Kreisposaunenwart Lothar Euen, Sänger und Sängerinnen und Bläser und Bläserinnen des Kirchenkreises Minden.

Klug, zugewandt und einfühlsam sprach Präses Dr. h. c. Annette Kurschus zu Jürgen Tiemann und Michael Mertins. Als große besondere Stärke Tiemanns hob sie seine Fähigkeit hervor, Kontakte zu pflegen und Netzwerke zu knüpfen. Sehr geschätzt habe sie seine ehrliche, feinfühlige und unverstellte Art, seine breite Bildung und große Wissbegier. Mit den Worten „Geh getrost; ich werde dich vermissen – viele andere auch“ verabschiedete sie ihn schließlich in den Ruhestand.

Dem neuen Superintendenten führte sie vor Augen, wie beherzt und mit klarer Mehrheit die Synode ihn gewählt hatte. „Machen Sie sich gemeinsam mit Gott auf den Weg zu den Menschen hier“, empfahl sie ihm und ermutigte ihn, bei seiner Arbeit Gerechtigkeit mit Freundlichkeit und Wärme zu verbinden.

In seiner Predigt betonte Mertins, was gerade auch in der jetzigen Pandemie die vorherrschende Aufgabe der Kirche sei: den Menschen Hoffnung zu geben und ihnen etwas von der Gewissheit zu vermitteln, dass Gott die Menschen trägt. Von Gottes Barmherzigkeit und von seinen Wohltaten gelte es zu erzählen und auf diese Weise Mut zu machen, auch in schwierigen Zeiten auf Gott zu vertrauen.

Eine Video-Aufzeichnung des Gottesdiensts ist auf der Internetseite des Kirchenkreises zu finden.

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Aktuelles
news-1925Wed, 04 Nov 2020 10:24:02 +0100Der Jurist Friedrich Beyer übernimmt zum 1. April 2021 weitere Aufgaben im Landeskirchenamthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/neuer-landeskirchenrat-fuer-bildung-und-jugend-1/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ca3e922ba1360e94ffd9de507f3780a9MedienInfo 63/2020
 

Friedrich Beyer (41) wird Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) für den Bereich Bildung und Jugend. Er tritt zum 1. April 2021 die Nachfolge von Andreas Heidemann an, der im Juni 2020 verstorben ist. Beyer arbeitet bereits seit Anfang 2014 als juristischer Referent – Aufgabenschwerpunkt Pfarrdienstrecht – im Landeskirchenamt der EKvW mit Sitz in Bielefeld.

Sein künftig erweiterter Aufgabenbereich umfasst neben dem allgemeinen Dienstrecht auch die Rechtsangelegenheiten des Leitungsfeldes Bildung. Dazu zählen u.a. Rechtsfragen von Religionsunterricht und Konfirmandenarbeit sowie die Personal- und Haushaltsfragen der sieben Schulen der EKvW. Für Friedrich Beyer ist Bildung „ein wichtiges Arbeitsfeld unserer Kirche, weil sie geistige Verengung verhindert und Räume weitet. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben im Dezernat und die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen.“

Friedrich Beyer wurde 1979 in Elsterwerda geboren und studierte ab 1999 Jura an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald. Nach der Ersten Juristischen Staatsprüfung (2005) arbeitete Beyer als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Greifswald und absolvierte sein Referendariat im Landgerichtsbezirk Stralsund (2008-2010). Nach der Zweiten Juristischen Staatsprüfung war Beyer zunächst juristischer Referent im Konsistorium der Pommerschen Evangelischen Kirche. In gleicher Funktion begann er im Februar 2014 im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld. Friedrich Beyer ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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AktuellesMedien
news-1924Wed, 04 Nov 2020 08:31:46 +0100Amtseinführung von Dr. Christof Grote als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg im kleinstmöglichen Kreishttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/suchet-der-stadt-ihr-bestes/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2e56242c0e51f6d9166fd5d31594360eAls Dr. Christof Grote im Dezember 2019 seine Kandidatur für das Amt des Superintendenten im Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg bekannt gab, war die Welt noch in Ordnung. Bei der offiziellen Amtseinführung am 1. November war nichts mehr wie früher. Der Attendorner Pfarrer erlebte den wohl wichtigsten Tag in seiner beruflichen Laufbahn unter strengsten Corona-Auflagen in der nahezu leeren Lüdenscheider Kreuzkirche.

„Wir müssen in diesen Tagen Entscheidungen fällen, die uns nicht gefallen“, sagte der scheidende Assessor Peter Winterhof zu Beginn des Gottesdienstes. Dazu zählte auch, dass außer Präses Dr. h. c. Annette Kurschus, Dr. Grote und seiner Familie nur die scheidenden Mitglieder des Kreissynodalvorstandes und der neue Kreissynodalvorstand zu diesem Gottesdienst eingeladen worden waren. Auf die geplanten Grußworte des neuen MK-Landrats Marco Voge, Diakonie-Geschäftsführerin Iris Jänicke und des Kreisdechanten Pfarrer Andreas Neuser wurde verzichtet. Dennoch war das Interesse groß. Über 300 Zuschauer verfolgten den extra organisierten Livestream des Gottesdienstes auf YouTube.

Die offizielle Amtseinführung übernahm Annette Kurschus, Präses der Ev. Landeskirche von Westfalen. Sie überreichte Christof Grote die Urkunde, die ihn nun als Superintendent ausweist. Zudem erläuterte sie, was der Rollenwechsel für den neuen Mann an der Spitze des Kirchenkreises bedeutet. Er benötige jetzt den Überblick über den gesamten Kirchenkreis. „Und wenn’s gut läuft auch den Durchblick“, sagte die Präses mit einem Augenzwinkern. Zugleich erinnerte sie an den Konfirmationsspruch Grotes. „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit. Dann wird Euch alles andere zufallen.“ Der neue Superintendent solle bei allen Regeln und Strukturen, die ihm auferlegt seien, nie das Herz vergessen. „Wie es um einen Kirchenkreis bestellt ist, zeigt sich daran, wie es den Schwächsten geht“, sagte Annette Kurschus.

Christof Grote stellte einen Vers aus dem Brief des Propheten Jeremia in den Mittelpunkt der ersten Predigt als Superintendent. „Suchet der Stadt ihr Bestes“ schrieb Jemeria damals an das Volk in der babylonischen Gefangenschaft und verschaffte ihm damit Hoffnung. „Das ist auch unser aktueller Auftrag“, stellte der neue Superintendent fest.

Seine erste Amtshandlung war die Verabschiedung der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Peter Winterhoff (Valbert), Petra Handke (Meinerzhagen), RitaKattwinkel (Rönsahl), Antje Seidenstücker (Lennestadt-Kirchhundem), Hans-Peter Osterkamp (Werdohl), Ulrike Grzibiela (Finnentrop) und Michael Wach (Eiringhausen).

Dann folgte die Einführung des neuen Kreissynodalvorstandes. Er besteht aus Martin Pogorzelski (Halver), Bettina vom Brocke (Kirchenkreis), Dirk Grzegorek (Werdohl), Simon Schupetta (Brügge), Martin Cordt (Brügge), Claudia Adams-Kuhbier (Lüdenscheid), Beate Turk (Halver), IrisEspelöer (Lüdenscheid), Wolfgang Dröpper (Attendorn-Lennestadt), Regina Bahlos (Lüdenscheid), Uwe Köster (Herscheid), Torsten Hecker(Kierspe), Mike Gurian (Lüdenscheid) und Martin Sporer(Attendorn Lennestadt).

Amtsbeginn von Christof Grote war dann der gestrige Montag. Der neue Superintendent wurde in seinem neuen Amtssitz, im Haus der Evangelischen Kirche in Lüdenscheid, von den Mitarbeitern herzlich begrüßt. Die geplante Willkommensfeier musste hier aber aufgrund der aktuellen Situation abgesagt werden. Stattdessen stellte sich Christof Grote den Mitarbeitenden jeweils in einem persönlichen Einzeltreffen vor, bevor den neuen Superintendenten bereits die aktuelle Situation forderte. „Mir ist bewusst, dass ich in einer schwierigen Zeit mein Amt beginne. Es stehen sehr viele Herausforderungen bevor, aber denen trete ich mit einer großen Motivation und Optimismus gegenüber“, so Christof Grote. „Wir werden verantwortungsbewusst agieren, aber in dem Rahmen so gut das geht für Menschen da sein. Sei es mit Gottesdiensten, Seelsorge zum Beispiel in Altenheimen, Krankenhäusernund Hospizen oder mit ganz praktischen Hilfsangeboten.“

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Aktuelles
news-1923Mon, 02 Nov 2020 13:07:37 +0100 „TeamGeist“-Förderpreise für Minden, Lippstadt, Münster, Hemer, Iserlohn, Herne und Dortmundhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/simeons-herberge-und-der-barrierefreie-himmel/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=b8d8d4ddd8e01aa82239e22d048d83f4MedienInfo 62/2020
 

Die Kirche der Zukunft braucht kreative Ideen. Sie braucht Projekte, die neue Formen des christlichen Glaubens entwickeln, besondere Zielgruppen
ansprechen, Kirche im Stadtteil sichtbar machen und Menschen – über Konfessionsgrenzen hinweg – verbinden.

Und weil gute Ideen, Gründungsmut und Engagement auch finanzielle Unterstützung und praktisches Know-how brauchen, gibt es den landeskirchlichen Innovationsfonds „TeamGeist“. Am Reformationstag (31.10.) wurden die ersten sieben Förderpreise mit einer Gesamtsumme von knapp 600.000 Euro verliehen.

Und das nicht – wie ursprünglich geplant – in einem feierlichen Festakt in der Dortmunder St. Petri-Kirche, sondern coronabedingt virtuell. Erst am Donnerstag war die Absage der Präsenzveranstaltung erfolgt. Doch „TeamGeist“-Geschäftsführer Pfarrer Michael Andres Kuhn, seine Kollegin Frauke Linke und Andi Balsam als „technischer Gastgeber“ organisierten kurzerhand ein digitales Treffen. Mit Musik von Studierenden der Pop-Akademie Witten, kurzen Videopräsentationen der ausgezeichneten Projekte, Interviews mit den Preisträgerinnen und Preisträgern sowie der symbolischen Übergabe der jeweiligen Fördergelder. Moderiert wurde die zweistündige Veranstaltung von Ulf Schlüter, dem theologischen Vizepräsidenten der Landeskirche.

Für die erste Ausschreibung hatte es 32 potenzielle Förderprojektideen gegeben. Bewerbungen waren es dann letztlich 19 – von denen sieben nun ausgezeichnet wurden: das Stadtteil-Begegnungsprojekt „Simeons Herberge“ aus Minden; das Lippstädter „Vorne anfangen“-Projekt für werdende Eltern und junge Familien; „Münster City – Junge Kirche in der Stadt“, ein Kooperationsprojekt von Citykirchenarbeit, Kirchenkreis und Evangelisch-Theologischer Fakultät der Uni Münster; das Projekt „Zukunft Ihmert“ (Hemer), das im Zuge der Quartiersentwicklung an der Kirche einen neuen Gemeinschaftsraum für die ganze Dorfgemeinschaft plant; das sozial-diakonische Kinder- und Jugendprojekt „checkpoint[schule]“ aus Iserlohn, das Schulen und Nachbarschaft mit ins Boot holt, um das Quartier lebenswerter zu machen; das Projekt „Der Himmel ist barrierefrei“ des Arbeitskreises Inklusion (Kirchenkreis Herne), das sich für ein echtes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen einsetzt; sowie die etwas anderen „StadtPilgerTouren“ aus Dortmund. Die weiteren Preisverleihungen finden im Halbjahres-Rhythmus statt. Die nächste ist für Ende April 2021 geplant.  

Die jetzt ausgezeichneten „TeamGEIST“-Projekte (mit kurzer Selbstdarstellung und Fördersumme) sind:

  • Das Projekt „Simeons Herberge“ (Minden) – 100.000 Euro
    HEREIN spaziert! Wir sind die Simeons Herberge, ein offenes Haus für unseren Stadtteil und Herberge für Gäste aus aller Welt. Unsere Sehnsucht: Kirche geht HERAUS zu den Nachbarn in Mindens Oberer Altstadt. Zuhören, nachfragen, Gastfreundschaft und gute Nachbarschaft leben, das Leben teilen. Gemeinschaft bieten mit Platz zum Ausprobieren und Raum Glauben gemeinsam zu entdecken und zu erleben... vielleicht eines Tages Gemeinde werden?
     
  • Das Projekt „Vorne anfangen und Kontakte knüpfen“ (Lippstadt) – 50.000 Euro
    Unser Herz brennt für junge Menschen und dafür den Glauben und die kirchliche Gemeinschaft erfahrbar zu machen. Indes gelingt es Kirche nur noch eingeschränkt Kinder und Jugendliche mit Angeboten zu erreichen. Taufen hingegen werden nach wie vor angefragt und hier setzen wir an. Wir begegnen den Eltern von Neugeborenen dort, wo die Eltern sind: auf der Entbindungsstation des Evangelischen Krankenhauses, auf Elternmessen und bei Informationsveranstaltungen. Kirche geht raus!
     
  • Das Projekt „Münster City – Junge Kirche in der Stadt“ (Münster) – 11.000 Euro
    Studierende entwickeln interessante und relevante Projekte für junge Erwachsene in Münster. Das Ganze geschieht im Rahmen einer praxisorientierten Lehrveranstaltung an der Uni Münster, getragen von einer Kooperation von Citykirchenarbeit, Jugend- und Bildungswerk des Kirchenkreises sowie dem Praktisch-Theologischen Seminar der Evangelisch-Theologischen Fakultät. Die Studierenden sind die Protagonist*Innen und werden von uns, Moritz Gräper, Jens Dechow und Traugott Roser, begleitet.
     
  • Das Projekt „Zukunft für Ihmert – Kirche macht Räume auf“ (Hemer) – 199.290 Euro
    In Ihmert bestehen kaum noch öffentlich zugängliche Räume für soziales Miteinander. Deswegen wollen wir mit unserer Kirche als Mittelpunkt und zentralem Ort der Begegnung Räume öffnen. Hier stärken wir das Miteinander von Jung und Alt, verbessern die Teilhabe der Menschen im Dorf und setzen Impulse für kirchliches Engagement im Gemeinwesen. Gemäß unserem Leitbild „Gemeinsam leben und feiern in Gottes Gegenwart“ setzen wir uns für die Gemeinschaft auch über kirchengemeindliche Grenzen hinweg ein.
     
  • Das Projekt „checkpoint[schule]“ (Iserlohn) – 99.892 Euro
    Das Jugendcafé Checkpoint gestaltet das Projekt, das sich aus der soz.-diak. Arbeit im Quartier entwickelt hat. Es gibt hohen Bedarf an Kindern, die in widrigen Umständen leben und i.d.R. kaum Unterstützung erhalten. Dem begegnen wir, erwirken Synergien mit Schule und Nachbarschaft, damit die Kinder lernen, ihr Potential zu entdecken und zu entfalten. Wir sehen in 3 Jahren Kinder, die neue Chancen bekommen haben, neue Beziehungen und eine Kultur die christl. Feste und interreligiöse Begegnungen vereint.
     
  • Das Projekt „Der Himmel ist barrierefrei – Inklusion als Chance“ (Herne) – 32.596,76 Euro
    Als Arbeitsgruppe für Inklusion haben wir bereits inklusive Angebote gestaltet und dabei eine hohe Nachfrage festgestellt, weshalb wir diese erweitern, mehr Menschen erreichen und ein breiteres Netzwerk aufbauen wollen. Viele Menschen mit Behinderung begegnen Barrieren, seien sie räumlich, sprachlich oder ganz anderer Natur. Mit unserem Projekt möchten wir einen barrierefreien Zugang zum Glauben erreichen und einen nachhaltigen Beitrag leisten, um andere Kirchengemeinden zu inspirieren.
     
  • Das Projekt „StadtPilgerTouren in Dortmund“ (Dortmund) – 105.350 Euro
    StadtPilgerTouren in Dortmund erarbeitet Stadterkundungstouren mit religiösen, diakonischen, gesellschaftspolitischen und kirchenhistorischen Schwerpunkten und bietet diese für die Stadtgesellschaft Dortmunds und deren Gäste an. Spirituelle Urbanität macht Strukturen in Kultur, in Baukultur, im sozial-politischen-Lebensraum, in Begegnungsqualitäten aus dem Blickwinkel rückbindender Transformationen aus biblischer Tradition heraus in die Lebendigkeit des Alltags hinein sichtbar.

Stichwort „TeamGEIST“

TeamGEIST: Der Name ist Programm. Denn der für die Jahre 2020 bis 2025 bereits von der Landessynode 2018 beschlossene und mit insgesamt drei Millionen Euro ausgestattete Innovationsfonds der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) fördert kirchliche „Start-ups für die Kirche von morgen“ mit zukunftsweisenden Projekten und Modellen christlichen Lebens. Gesucht werden also Menschen und Initiativen mit Ideen, Engagement und Gründungsmut. Unterstützt werden kleine Projekte mit bis zu 20.000 Euro sowie mittlere und große Projekte mit Summen von 20.000 bis maximal 200.000 Euro, die sich über mehrere Jahre verteilen. Und neben finanzieller Unterstützung gibt’s auch praktisches Know-how: Bewerberinnen und Bewerber werden auf ihrem Weg von der Idee bis zur Umsetzung von Geschäftsführer Pfarrer Andres Michael Kuhn und seinem Team begleitet.

 

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news-1922Mon, 02 Nov 2020 10:59:40 +010017 Männer und Frauen im Dom gesegnethttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/gemeinsame-kirchenmusikerausbildung-startet-mit-oekumenischem-segen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f0bb9ad4fa5ba8d8bf26e0914b0d4675Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Essener Dom haben das Bistum Essen und die evangelischen Kirchenkreise Essen, Mülheim und Gelsenkirchen-Wattenscheid am Reformationstag die neue gemeinsame Ausbildung ihrer Organisten und Chorleiter eröffnet.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Essener Dom haben am Reformationstag das katholische Bistum Essen und die evangelischen Kirchenkreise Essen, Mülheim und Gelsenkirchen-Wattenscheid die neue gemeinsame Kirchenmusikerausbildung eröffnet. Generalvikar Klaus Pfeffer und die Essener Superintendentin Marion Greve segneten im Dom 17 Männer und Frauen – acht katholische und neun evangelische – die als erster offiziell ökumenischer Jahrgang in den kommenden zwei bis vier Jahren an der Bischöflichen Kirchenmusikschule in Essen zu nebenamtlichen Organisten und Chorleitern ausgebildet werden. Nach Abschluss der mit dieser ökumenischen Ausrichtung bundesweit bislang einmaligen Qualifikation können sich die Musiker in beiden Kirchen für eine Anstellung bewerben.

„Das ist Reformation pur, sozusagen Reformation 4.0“, sagte Generalvikar Pfeffer angesichts der Tatsache, dass dieses Ökumene-Projekt ausgerechnet am evangelischen Reformationstag mit einem Gottesdienst in einem katholischen Dom beginnt. Superintendentin Greve wies zudem auf eine nicht alltägliche evangelische Verbindung hin: Mit den Kirchenkreisen Essen und Mülheim auf der einen und Gelsenkirchen-Wattenscheid auf der anderen Seite sind sowohl Vertreter aus der Evangelischen Kirche im Rheinland als auch aus der von Westfalen an dem Projekt beteiligt.

In seiner gemeinsamen Ansprache mit Greve stellte Pfeffer die neue Ausbildung in den Kontext des Aufrufs „Ökumenisch Kirche sein“, in dem sich das Ruhrbistum und die beiden Landeskirchen 2017 im 500. Jahr des Reformations-Gedenkens konkrete Schritte hin zu mehr Gemeinsamkeit versprochen hatten. „Wir werden als Christinnen und Christen in dieser Welt unsere Botschaft nur dann zu den Menschen bringen, wenn wir es gemeinsam tun“, betonte Pfeffer. „Die konfessionellen Grenzen verstehen die Menschen nicht mehr.“ Die gemeinsame Kirchenmusikerausbildung sei „ein großer Schritt“ hin zu mehr Gemeinsamkeit zwischen den Konfessionen. Schließlich gehe es um Liturgie – und gerade die Gottesdienst-Gestaltung sei traditionell etwas Trennendes zwischen Katholiken und Protestanten gewesen. Zugleich zeige jedoch die Kirchenmusik, wie viel Verbindendes es zwischen den Konfessionen gebe, so der Generalvikar.

Greve: „Ein starkes Zeichen!“

Auch Greve sprach vom „starken Zeichen“ der künftig gemeinsamen Ausbildung. Und sie äußerte die Hoffnung, dass die beiden großen christlichen Kirchen „konkrete weitere Schritte gehen, so dass wir irgendwann in einer Kirche unseren Glauben feiern“. Nach dem gemeinsamen Segen für die Schüler des ersten Ökumene-Jahrgangs überreichten Greve und Pfeffer den Erstsemestern je ein Gesangbuch aus der jeweils anderen Kirche: Das katholische Gotteslob für die Protestanten und das Evangelische Gesangbuch für die Katholiken.

Aktive und ehemalige Schüler der Kirchenmusikschule gestalteten den Gottesdienst mit zahlreichen Musikbeiträgen von der Gregorianik bis zur Moderne. Nicht teilnehmen konnte indes ausgerechnet der Leiter der Bischöflichen Kirchenmusikschule und Motor des ökumenischen Ausbildungsprojekts, Jörg Stephan Vogel – er musste sich wegen eines Corona-Falls in seiner Umgebung in Quarantäne begeben.

Große gemeinsame Kirchenmusik-Tradition der Konfessionen

Domkapitular Michael Dörnemann, Leiter des Pastoraldezernats des Bistums, würdigte Vogels Engagement für die Neuausrichtung der traditionsreichen Kirchenmusikschule und erinnerte zugleich an die lange gemeinsame musikalische Kultur der beiden Kirchen – von den Chorälen Johann Sebastian Bachs über das Neue Geistliche Liedgut der 1960er Jahre bis zur aktuellen „Praise & Worship“-Musik aus den Freikirchen. „Deshalb war es an der Zeit, nun auch die Ausbildung der Kirchenmusiker gemeinsam zu gestalten.“

Ulrich Cyganek, Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche im Rheinland betonte, dass es für ihn „keine Trennung zwischen dezidiert evangelischer oder katholischer Musik“ gebe. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass sich ähnliche Kooperationen „künftig auch in anderen Landeskirchen entwickeln“. Harald Sieger, Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche von Westfalen konnte quarantänebedingt ebenfalls nicht an dem Segensgottesdienst teilnehmen. Er hatte seiner Freude über den Beginn des ökumenischen C-Kurses im Vorfeld Ausdruck verliehen: „Als Kind einer konfessionsverbindenden Ehe kenne ich seit klein auf die Bemühungen ökumenischer Zusammenarbeit und weiß um die Schwierigkeiten, die es in dieser Sache gibt. Umso mehr begeistert es mich, dass es nun gelungen ist, im zentralen Aufgabenfeld der Kirchenmusikausbildung ein gemeinsames zukunftsfähiges Konzept für die C-Ausbildung zu finden.“ Folkwang-Rektor Andreas Jacob, ebenfalls Kirchenmusiker, nannte die ökumenische Ausbildung in Essen „einen wichtigen Impuls für die Kirchenmusiker-Ausbildung in ganz Deutschland“.

Dass es indes noch vor ein paar Jahrzehnten mit konfessionellen Gemeinsamkeiten in der Kirchenmusik Probleme gab, wusste der Essener Kulturdezernent Muchtar Al Ghusain zu berichten: Als er als junger –evangelischer – Klavierstudent in den 1970er Jahren in einer katholischen Kirche das Orgelspiel erlernen wollte, gab es von der Gemeinde eine Absage. Umso mehr freute sich der Kulturdezernent nun über die „wunderbare Initiative“ der gemeinsamen Kirchenmusiker-Ausbildung in Essen. Die Kirchen hätten den Auftrag, Zusammenhalt herzustellen und Spiritualität in die Gesellschaft zu tragen, so Al Ghusain. Dabei sei die Musik ein wichtiges Mittel. (tr)

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