Aktuelles :: EKvW.dehttp://www.evangelisch-in-westfalen.dedeEvangelische Kirche von Westfalen, LandeskirchenamtSun, 01 Aug 2021 12:45:24 +0200Sun, 01 Aug 2021 12:45:24 +0200TYPO3 EXT:newsnews-2107Fri, 30 Jul 2021 13:06:36 +0200Zeichen von guter Nachbarschaft, Solidarität und Mitgefühlhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/nachbarn-singen-zum-500-mal-in-folge-der-mond-ist-aufgegangen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=be543439fdcf610923bc21e6d952cae2Die Nachbarschaft in der Dortmunder Overhoffstraße ist so zuverlässig wie das Geläut der Kirchenglocken. Jeden Abend um Punkt 19 Uhr stimmt Heike Seidenstücker, Presbyterin der Ev. Elias mit ihren Nachbarinnen und Nachbarn das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ an. Alle sieben Strophen. Jeden Abend. Bei Wind und Wetter. Sonne und Regen. An heißen Sommer und klirrend-kalten Wintertagen. Und das am heutigen Freitag (30. Juli) zum 500. Mal!

Heike Seidenstücker, Presbyterin der Ev. Elias-Kirchengemeinde Dortmund, erinnert sich noch genau an den Anfang. Es war der 18. März 2020 und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte als Zeichen der Verbundenheit in der Corona-Pandemie zum „Balkonsingen“  aufgerufen. Sie fand die Aktion klasse, stellte sich anfangs allein ans Fenster und sang mit. Dann hörte sie ein weiteres „Der Mond ist aufgegangen“ aus einem der Nachbargärten. Da waren sie schon zu zweit, kurz darauf zu dritt … und heute sind sie „bis zu 32 Leute, aber nie weniger als zehn“, freut sich Seidenstücker.

Längst ist das gemeinsame „Mond-Singen“ in der Overhoffstraße viel mehr als ein kurzer abendlicher Treff vor den Haustüren. Es ist ein Zeichen von guter Nachbarschaft, Solidarität und Mitgefühl. Und für Pfarrerin Dr. Kerstin Schiffner auch „ein wunderbares Beispiel für Durchhalten, Verbundenheit und Trotzkraft in der Coronazeiten“. Natürlich alles mit Abstand und coronakonform. Aber die Nähe ist trotzdem da. Und sie wird auch bleiben, wenn irgendwann nicht mehr gesungen wird. Aber: „Das Ende der Pandemie ist ja noch nicht in Sicht. Also werden wir erstmal einfach weitersingen“, verspricht Seidenstücker. Auch heute Abend. Und dann wird noch ein bisschen Jubiläum gefeiert…

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news-2105Tue, 27 Jul 2021 15:07:27 +0200Freiwilligendienst der Diakonie RWL macht Angebothttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/kostenlose-ferienfreizeiten-fuer-kinder-aus-ueberflutungsgebieten/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=9e543b2329d44cb54b6f07ef3239534dEin zerstörtes Haus, kaputte Orte, verzweifelte Eltern: Für Kinder und Jugendliche in den Hochwassergebieten ist gerade nichts mehr, wie es war. Damit sie wieder ein Stück Normalität erleben können, bieten die Freiwilligendienste der Diakonie RWL gemeinsam mit diakonischen Einrichtungen im August kostenlose Ferienfreizeiten an.

„Die Kinder haben dramatische Szenen miterlebt und müssen nun zwischen den Trümmern auf der Straße spielen. Viele Kitas und Schulen sind zerstört“, sagt Christian Heine-Göttelmann, Vorstand des Diakonischen Werks Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL). „Wir möchten ihnen gezielt Angebote machen und den Kindern dabei helfen, ihre schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten.“

Organisiert werden die Freizeitangebote von Mitarbeitenden des Zentrums Freiwilligendienste der Diakonie RWL mit ihren Freiwilligen und Einrichtungen vor Ort. „Wir laden Kinder und Jugendliche dazu ein, Spiele zu spielen, Lagerfeuer zu machen, Gemeinschaft zu erleben und eine gute Zeit zu haben. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Gespräche mit unseren erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen zu führen, die immer ein offenes Ohr haben, um die Erfahrungen der letzten Wochen sacken zu lassen“, erklärt Mathias Schmitten, der Leiter des Zentrums Freiwilligendienste.

Das kostenlose Angebot, das sich an Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren richtet, beinhaltet die Betreuung von montags bis freitags mit Übernachtung und Verpflegung. Außerdem gibt es für alle teilnehmenden Kinder ein Taschengeld. Die An- und Abreise organisiert das Zentrum Freiwilligendienste gemeinsam mit den Einrichtungen vor Ort. Termine sind vom 2. bis 6. August, 9. bis 13. August sowie 16. bis 20. August im Haus Friede in Hattingen und vom 23. bis 27. August im Wilhelm Kliewer Haus in Mönchengladbach. Hier geht es zur Anmeldung.  

Freiwilligendienste der Diakonie RWL

Mit rund 2000 Freiwilligen ist die Diakonie RWL bundesweit der größte evangelische Anbieter eines Freiwilligen Sozialen Jahres oder eines Bundesfreiwilligendienstes. 95 Prozent der Freiwilligen sind junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Sie werden von etwa 70 Mitarbeitenden der Diakonie RWL begleitet und unterstützt. Das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe ist der größte diakonische Landesverband und einer der größten Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Aktuell koordiniert die Diakonie die kirchliche Hilfe für die Flutopfer in NRW und Rheinland-Pfalz. Auf dem Spendenkonto von Diakonie RWL, westfälischer und rheinischer Landeskirche sind bereits mehr als 21 Millionen Euro eingegangen (Stand 27.07.).

   

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news-2104Fri, 23 Jul 2021 11:33:39 +0200Landeskirchenrat i. R. Gerhard Senn gestorbenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/der-westfale-aus-ueberzeugung-wurde-88-jahre-alt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=8996ec7d2060a00ab7117a23be79b367Die Förderung der Vielfalt der Gaben in der Kirche war ihm ein besonderes Anliegen.

Gerhard Senn wurde in Schwerte geboren. Nach Abschluss der Schullaufbahn studierte der „Westfale aus Überzeugung“ Evangelische Theologie in Bethel, Münster, Tübingen und Heidelberg. Sein Vikariat absolvierte Gerhard Senn in Bielefeld-Dornberg und in Schwerte. Als Pastor im Hilfsdienst kam er in die Kirchengemeinde Hennen bei Schwerte und war dort maßgeblich am Aufbau der Gemeinde beteiligt. 1963 wählte ihn „seine“ Gemeinde zu ihrem Pfarrer. Auch nach seiner aktiven Gemeindezeit hielt er den persönlichen Kontakt nach Hennen und gestaltete dort bis vor einigen Jahren regelmäßig den Gottesdienst am Ersten Weihnachtstag.

1972 wurde Gerhard Senn zum Synodalassessor im Kirchenkreis Iserlohn gewählt, bis ihn die Kirchenleitung 1978 als theologischen Landeskirchenrat in das Landeskirchenamt berief. Als Dezernent war er unter anderem zuständig für die Landessynode, die theologische Fortbildung, das Pastoralkolleg, die Ev. Akademie in Haus Ortlohn, die Ausbildungsstätten für Diakonie und Gemeindedienst sowie für die Fachhochschulen. Darüber hinaus umfasste sein Aufgabengebiet das kirchliche Bauwesen mit den Bereichen Kunst und Kultur. Weiterhin war er Geschäftsführer des landeskirchlichen Struktur- und Planungsausschusses und begleitete als Ortsdezernent engagiert die Kirchenkreise Bielefeld, Halle und Soest, bis er im Januar 1998 in den Ruhestand trat.

Neben diesen vielfältigen Aufgaben, die er theologisch versiert, umsichtig und klug auszufüllen verstand, war Gerhard Senn die Förderung der Vielfalt der Gaben in der Kirche ein besonderes Anliegen. Die lebendige Verbindung und Wechselbeziehung von Kirche und Kunst blieb ihm Lebensthema, auch über den aktiven Dienst hinaus.

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news-2103Thu, 22 Jul 2021 16:15:36 +0200Kirche und Diakonie starten Soforthilfe in Unwettergebiethttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wir-bleiben-an-eurer-seite/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=3cd5ed4d05ac6be776bb1e540d75aec4Kirche und Diakonie haben ihre Soforthilfe in den von der Flut betroffenen Gebieten in NRW gestartet. Neben der schnellen Hilfe brauchen die Menschen aber auch Seelsorge und Betreuung, ist Diakoniechef Ulrich Lilie überzeugt.

Die Straßen sind zum Teil komplett weggespült, zwischen den Häusern liegen Bruchstücke von Möbeln und privater Habseligkeiten. „Die Menschen haben hier alles, was ihre Identität ausmacht, verloren“, sagt der Diakoniepräsident Ulrich Lilie erschüttert bei seinem Besuch am Donnerstag in der Gemeinde Kall im Kreis Euskirchen. Gemeinsam mit der Diakonie Katastrophenhilfe und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) hat er dort die ersten vier Trocknungsgeräte ausgeliefert. Weitere sollen in den nächsten Tagen folgen. Die Diakonie unterstützt die Menschen außerdem mit Auszahlungen von Soforthilfen.

Die Menschen, mit denen Lilie gesprochen hat, haben beim Erzählen ihrer Schicksale oft die Fassung verloren, wie der Diakoniepräsident dem Evangelischen Pressedienst (epd) berichtet. „Es gibt hier viele traumatisierte Menschen, die wirklich alles verloren haben“, sagte er. Deshalb brauche es viel seelsorgerliche und therapeutische Langzeitbegleitung. „Das haben wir den Menschen versprochen: 'Wir bleiben an Eurer Seite, wir wollen Verbündete sein'“, unterstrich Lilie. Die Diakonie werde auch Fachleute vor Ort bringen, die den Aufbau und die Hilfen mit den Menschen vor Ort koordinieren

Das Ausmaß dieses Katastrophenfalls werde erst richtig deutlich, wenn die Agenturen nicht mehr täglich berichten, ist Lilie überzeugt. Hier brauche es langfristige Unterstützung. „Das wird eine Frage von Jahren sein“, sagte er.

Jetzt stehe zunächst die schnelle Hilfe im Vordergrund: „Es geht darum, dass die Leute erstmal das Nötigste bekommen, um den täglichen Bedarf zu decken.“ Wer seine Adresse nennt und bedürftig ist, kann laut Lilie mit schneller Ersthilfe rechnen. „Wir haben uns gerade davon überzeugt, wie dringend notwendig das ist.“

Mit den Bargeldauszahlungen - rund 1.500 Euro für eine Einzelperson - könnten die Betroffenen selbst entscheiden, was sie am dringendsten benötigten, erläutert Lilie. Die Auszahlungen könnten für technisches Gerät zur Beseitigung der Flutschäden ebenso eingesetzt werden wie für eine Unterbringung, wenn das eigene Haus unbewohnbar sei, sowie für Lebensmittel oder Hausrat. Bei der Hilfe seien alle Bedürftigen im Blick - nicht nur diejenigen, die zur Kirche gehören.

Dass die Hilfen möglich wurden, sei auch der überwältigenden Spendenbereitschaft der Menschen zu verdanken, würdigte Lilie. Die Diakonie RWL hatte bereits am Dienstag berichtet, dass fünf Millionen Euro Spenden für die Opfer des Hochwassers in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eingegangen seien. Der Spendenaufruf von Diakonie und den drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen stoße auf eine enorme Hilfsbereitschaft.

Auch die Solidarität vor Ort sei gewaltig, sagte Lilie. Allerdings würden die Hilfen langfristig gebraucht. „Was die Menschen jetzt gerade leisten, das werden sie nicht lange durchhalten können“, erklärte der Theologe. Deshalb bräuchten sie zuverlässige Verbündete und nachhaltige Strukturen. Diese sollten ihnen helfen, das, was sie in den nächsten Jahren vorhaben, auch durchzuhalten, beschrieb Lilie die Aufgabe die Aufgabe für Kirche und Diakonie.

Die Diakonie Deutschland ist der Bundesverband der Diakonischen Werke der evangelischen Landes- und Freikirchen sowie von Fachverbänden verschiedener Arbeitsfelder. Zur Diakonie gehören etwa 31.500 stationäre und ambulante Dienste wie Pflegeheime, Krankenhäuser, Kindertagesstätten, Beratungsstellen und Sozialstationen mit 525.000 Mitarbeitern und etwa 700.000 ehrenamtlichen Helfern. (epd)

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AktuellesFlut-Katastrophe2021
news-2102Wed, 21 Jul 2021 17:34:36 +0200Präses Annette Kurschus ruft Kirchengemeinden auf, ein Zeichen der Solidarität zu setzen http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/glockengelaeut-und-andacht-am-freitag/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f5fd969c6fd0c5a499b1ab63a9d88135MedienInfo 39/2021
 

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) ruft Kirchengemeinden und Kirchenkreise dazu auf, am Freitag, 23. Juli, um 18 Uhr die Glocken der Kirchen zu läuten, im Gedenken an die Opfer der Flutkatastrophe innezuhalten und Andacht zu feiern. „Gemeinsam mit der Evangelischen Kirche im Rheinland möchten wir ein sichtbares Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts setzen“, sagt Präses Annette Kurschus, leitende Geistliche der EKvW. 

Die verheerende Flutkatastrophe der vergangenen Woche habe sehr viele Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz getroffen, so die Präses. „Die Betroffenen benötigen nun vor allem konkrete, tatkräftige Unterstützung. Es ist ermutigend zu sehen, wie viele Menschen in diesen Tagen spontan und freiwillig solche Hilfe leisten", sagte Kurschus. Beteiligt sind auch viele Engagierte aus den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen, ebenso wie die Notfall-Seelsorgerinnen und -Seelsorger der EKvW. Am Freitag gehe es darum, „unsere Not und unser Erschrecken vor Gott zu tragen, stellvertretend für viele, die sprachlos sind, und um Gottes Beistand und Trost für die Opfer zu bitten", so die Präses in ihrem Schreiben an die Kirchengemeinden und Kirchenkreise der westfälischen Landeskirche.

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AktuellesFlut-Katastrophe2021PräsesGemeindenMedienMitarbeitende
news-2101Wed, 21 Jul 2021 16:49:02 +0200Präses Annette Kurschus spricht nach der Flutkatastrophe mit Betroffenen und Helfendenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/zusammenhalt-in-hagen-ist-beeindruckend/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ad869bf7a15b3dc0249e5df2adb5d984MedienInfo 38/2021
 

„Es waren erschütternde Eindrücke - und zugleich absolut berührende Geschichten von Hilfsbereitschaft und Solidarität“, sagte Präses Annette Kurschus am Mittwoch (21.07.) nach ihrem Besuch im Kirchenkreis Hagen. Die Spuren der Verwüstung sind nach der Flutkatastrophe allgegenwärtig, auch wenn die Betroffenen gemeinsam mit zahlreichen Helferinnen und Helfern bereits viel Schlamm und Geröll beiseite geräumt haben. In der ältesten Hagener Kirche in Dahl hat das bis 1,2 Meter hoch gestiegene Wasser sogar die Kanzel aus der Verankerung gerissen. 

Pfarrerinnen und Pfarrer, Mitglieder von Presbyterien und Feuerwehr berichteten vom unermüdlichen Einsatz der vergangenen Tage. „Der Zusammenhalt in Hagen ist beeindruckend“, so die leitende Geistliche der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Sie sprach mit Menschen, die das Ausmaß der Katastrophe immer noch nicht fassen können. „Für die Feuerwehr gibt es nichts Schlimmeres als aufzugeben. In diesem Fall blieb uns nichts anderes übrig, wir konnten nichts mehr machen“, berichtete ein Feuerwehrmann.

In der stark beschädigten Kirche in Dahl ist das Gröbste geschafft: Der Kirchenraum ist entschlammt, die über 300 Jahre alten Holzbänke mit den eingeritzten Familiennamen sind gereinigt und ins Gemeindehaus ausgelagert. Presbyterin Katharina Döring erzählte: „Bundeswehrsoldaten haben die Kirchenbänke mit dem Parkett aus der Kirche getragen. Alte und Kinder reinigten die Bänke, die Starken wurden anderswo gebraucht.“ Die Kirche muss jetzt langsam trocknen, damit das Mauerwerk keinen Schaden nimmt. 

Baukirchmeisterin Birgit Stahl erhielt nach dem Unwetter einen Anruf von ihrem Neffen: „Tante Birgit, es sieht ganz grausam aus, erschreck dich nicht.“ Sie steht jetzt vor der Herausforderung, zum zweiten Mal eine Komplettsanierung des Gebäudes zu organisieren und zu finanzieren. Am 1. November 2020 war die Kirche, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, nach langer Bauzeit mit einem Gottesdienst wiedereröffnet worden. „Alles, was gerade restauriert worden ist, ist weggeschwemmt“, sagte Restaurator und Kunsthistoriker Christoph Hellbrügge. Pfarrerin Katrin Hirschberg-Sonnemann berichtete: „Nur die Osterkerze am Altar stand noch. Das war ein Zeichen für uns.“ Die Gemeinde sei fest entschlossen, die Kirche wiederaufzubauen.

Viele Schäden an Gebäuden lassen sich beheben. Der Schock, zuhause nicht mehr sicher zu sein, sitzt tief, wie Betroffene der Präses berichteten. Innerhalb kürzester Zeit hatte das Unwetter Straßen in reißende Flüsse verwandelt. Ein Großteil der städtischen Einrichtungen, darunter das Rathaus, ist wegen der Hochwasserschäden zurzeit geschlossen. Sarah Halverscheid und ihr Mann Dirk betreiben in Dahl Landwirtschaft auf einem historischen Hof an der Volme. „Um 3 Uhr waren wir noch zuversichtlich, mein Mann wollte noch eine größere Pumpe besorgen. Um 5 Uhr hat die Feuerwehr gesagt, dass nichts mehr geht“, erzählte sie von der Unwetternacht. „Wir leben an der Volme und sind es gewohnt, dass es Hochwasser gibt. Dinge werden aufs Fensterbrett oder einfach hochgestellt. Das hat aber nichts geholfen, weil das Wasser 1,30 Meter hoch war.“ Jetzt ist sie froh, dass zumindest die Kinderzimmer in Ordnung sind, Küche und Wohnzimmer im Erdgeschoss sind unbrauchbar.

Andere Betroffene haben erst vor drei Wochen ihr Haus an der Volme bezogen. Bei ihnen stand das Wasser 1,80 Meter hoch. „Wir haben, nachdem wir selbst gut aus dem Haus gekommen sind, älteren Menschen geholfen. Eine Dame reinigte ihre Teller, stand aber selbst noch im Wasser“, schilderten sie eine Szene, die sie dabei erlebt haben.

Nach dem Besuch in Dahl ging es weiter zur Lukaskirche der evangelischen Lydia-Kirchengemeinde, wo Pfarrer Thorsten Maruschke über die Situation im Stadtteil Eckesey berichtete. Auch im überfluteten Keller der Lukaskirche sind die Aufräumarbeiten noch nicht beendet. „Mittlerweile ist das Wasser wieder abgelaufen, aber alles, was im Keller gelagert war, ist jetzt Sperrmüll“, so die erste Bilanz. Die Gemeinde hat zudem eine Ausgabestelle für heiße Geflügelwürstchen, Kaffee und Tee zur Stärkung für die Helferinnen und Helfer organisiert. Die Kirche ist geöffnet, um eine Kerze anzuzünden, für ein Gebet oder ein kurzes Innehalten.

„Die Bilder von den Schutt- und Müllbergen an den Straßen der Stadt gehen unter die Haut; die Geschichten, die Betroffene und Helfende mir erzählten, werde ich so schnell nicht vergessen. Es sind Bilder und Geschichten des Schreckens – und es sind zugleich tief berührende Beispiele von Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt. Die Menschen bleiben nicht bei ihrer Verzweiflung stehen, sie fassen Mut und packen tatkräftig an. Und dabei spielen die Kirchengemeinden eine unverzichtbare Rolle: Mit Trost und Begleitung, mit Rat und Tat, mit Andacht und Gebet“, betonte Präses Annette Kurschus.

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AktuellesFlut-Katastrophe2021PräsesGemeindenMedienMitarbeitende
news-2100Wed, 21 Jul 2021 15:47:26 +0200Kirchen in Afrika, Indonesien und Hongkong spenden für Unwetteropfer in Deutschlandhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/vem-gemeinschaft-unterstuetzt-diakonische-soforthilfe-der-ekir-und-ekvw/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=557807d909a7d2b87668766ca7e4e306Nach einem Spendenaufruf vom 19. Juli 2021 zugunsten der Opfer der jüngsten Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands überweist die Vereinte Evangelische Mission (VEM) insgesamt mehr als 40.000 Euro als diakonische Soforthilfe an die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) und Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW). Beide Landeskirchen sind Mitglied der VEM und von den Auswirkungen der jüngsten Hochwasserkatastrophe erheblich betroffen.

Zu den größten Spendern mit über 20.000 Euro gehören 14 afrikanische VEM-Mitgliedskirchen aus Botsuana, der Demokratischen Republik Kongo, Kamerun, Ruanda, Südafrika und Tansania. Außerdem gingen von Mitgliedskirchen sowie Einzelpersonen aus Indonesien Spenden in Höhe von 7.000 Euro ein. Bereits kurz nach der Katastrophe schickten zahlreiche afrikanische und asiatische Mitglieder der internationalen Kirchengemeinschaft ihre Solidaritätsbotschaften nach Deutschland. 

Angesichts der humanitären Unterstützung von den Kirchen des globalen Südens für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Deutschland meint der Generalsekretär der VEM, Pfarrer Volker Martin Dally: „In diesem schmerzhaften Moment bewahrheitet sich das Sprichwort eines Bischofs aus Tansania: Keine Kirche ist zu arm, um Hilfe zu geben und keine Kirche ist zu reich, um Hilfe zu empfangen.“

Update vom 29.07: Die Hongkong-Synode der Chinesischen Rheinischen Kirche spendet 10.000 Euro für die Opfer der jüngsten Unwetterkatastrophe in Deutschland. Damit unterstützen die Mitgliedskirchen aus Afrika und Asien der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) die diakonische Soforthilfe der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) jetzt insgesamt mit mehr als 40.000 Euro.

 

 

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news-2099Wed, 21 Jul 2021 13:39:22 +0200Diakonie RWL: Vier Millionen Euro Soforthilfe von Diakonie und Kirchehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/grosse-spendenbereitschaft-fuer-menschen-in-flutgebieten/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f3133f62f07bcc2faa6dd0c037baa079Die evangelische Kirche und die Diakonie stellen in einem ersten Schritt vier Millionen Euro für die Betroffenen der Flutkatastrophe in Westdeutschland bereit. Die Soforthilfen werden über das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) verteilt. „Wir sind überwältigt von der enormen Solidarität der Spenderinnen und Spender“, sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. „Dank der großartigen Unterstützung können wir sofort damit beginnen, das große Leid der Menschen in den Flutgebieten zu lindern.“

Der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, ergänzt: „Wir zahlen zunächst unbürokratisch finanzielle Hilfen aus, damit die Menschen die größte Not der kommenden Tage überstehen.“ Mit den Bargeldauszahlungen können die Betroffenen selbst entscheiden, was sie am dringendsten benötigen. Die Auszahlungen können für technisches Gerät zur Beseitigung der Flutschäden ebenso eingesetzt werden wie für eine Unterbringung, weil das eigene Haus unbewohnbar ist, Lebensmittel oder Hausrat.

Diakonie RWL: Angebote für Kinder schaffen

Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfe können Freizeit-Angebote für Kinder und Jugendliche sein. „Die Kinder haben dramatische Szenen miterlebt und müssen nun zwischen den Trümmern auf der Straße spielen. Viele Kitas und Schulen sind zerstört“, sagt Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie RWL. „Wir möchten ihnen gezielt Angebote machen, etwa indem wir uns gemeinsam mit unseren Trägern bemühen, Jugendfreizeiten zu organisieren und den Kindern bei Bedarf mit psychologischer Unterstützung dabei helfen, ihre schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten.“

Weitere Maßnahmen werden gerade mit dem lokalen Partner, staatlichen Stellen und den kommunalen Krisenstäben abgestimmt. „Es geht darum, schnelle Hilfe zu leisten. Aber gleichzeitig ist Koordination wichtig. Wir müssen sehen, an welchen Stellen der Staat hilft und wie wir mögliche Lücken schließen können“, sagt Keßler insbesondere mit Blick auf zerstörte Infrastruktur, Wohnhäuser und soziale Einrichtungen. „Wir sind dankbar über die große Hilfsbereitschaft der vergangenen Tage und rufen weiterhin dazu auf, die Menschen mit Spenden darin zu unterstützen, wieder auf die Beine zu kommen. Der Bedarf an Hilfe ist enorm“, so Diakonie-Präsident Lilie.

Spenden

Spenden sind weiterhin möglich unter:

Online-Spenden bei der Spendenaktion für Hochwasseropfer: Spendenaktion Hochwasseropfer

Spendenkonto:
Empfänger: Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL
IBAN: DE 79 3506 0190 1014 1550 20
Stichwort: Hochwasser-Hilfe

Aktuelle Informationen zur Hochwasserhilfe der Diakonie RWL gibt es unter www.diakonie-rwl.de/hochwasser.

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AktuellesFlut-Katastrophe2021Mitarbeitende
news-2097Mon, 19 Jul 2021 15:16:53 +0200Schon 21 Millionen Euro Spenden für Flutopfer (Update 27.7.)http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/spendenaufruf-von-landeskirchen-und-diakonie-stoesst-auf-grosse-resonanz/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=15e02b3aa64c1f641faa49dcb469fcb6Update, 27.7.2021: Es konnten bereits insgesamt 21 Million Euro an Spenden für die Opfer der Unwetterkatastrophe gesammelt werden. In einem Bericht nennt die Diakonie RWL Beispiele, welche ersten Ideen es in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen für die Verwendung der Spendengelder gibt.
 

Knapp 500.000 Euro sind bisher auf dem Spendenkonto des Diakonischen Werks Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) für die Opfer der Unwetter-Katastrophe eingegangen. Zusätzlich hatte die Diakonie 100.000 Euro für Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Diese Mittel können unbürokratisch an Menschen ausgezahlt werden, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben und kurzfristig nicht über Bargeld verfügen.

„Vielen Dank für Ihre Spende. Sie ist ein starkes Zeichen für die Menschen, die von der Hochwasserkatastrophe betroffen sind, und wird ihnen helfen, ihre Existenz wieder aufzubauen“, sagt Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW).

Die Diakonie RWL hat inzwischen einen internen Krisenstab gebildet, um Diakonische Einrichtungen und Kirchengemeinden in den betroffenen Gebieten bei ihren Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. So können z. B. Kirchengemeinden und Sozialberatungsstellen in den betroffenen Orten direkt finanzielle Hilfe erhalten, um vor Ort Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, schnell und unbürokratisch zu helfen.
Die Diakonie RWL übernimmt die Abstimmung über die Grenzen der Landeskirchen und Bundesländer hinweg. Unterstützung kommt dabei auch von der Diakonie Katastrophenhilfe und von der Diakonie Sachsen, die ihre Expertise aus der Hochwasser-Hilfe an der Elbe im Jahr 2002 einbringt.

Auch innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) ist der Zusammenhalt groß. So unterstützte beispielsweise der selbst betroffene Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg auch die Nachbarkirchenkreise Iserlohn und Hagen am Sonntag mit einer Sonderspende im Gottesdienst und hat ein Spendenkonto für die Opfer in der Region eingerichtet.

Spenden und Informationen

Aktuelle Informationen zur Hochwasserhilfe der Diakonie RWL gibt es unter www.diakonie-rwl.de/hochwasser.

Online-Spenden sind bei der Spendenaktion für Hochwasseropfer möglich: Spendenaktion Hochwasseropfer

Spendenkonto:
Empfänger: Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL
IBAN: DE 79 3506 0190 1014 1550 20
Stichwort: Hochwasser-Hilfe

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AktuellesFlut-Katastrophe2021PräsesGemeindenMitarbeitende
news-2096Sun, 18 Jul 2021 11:47:51 +0200Präses Annette Kurschus, Präses Thorsten Latzel und Erzbischof Hans-Josef Becker zu Gast beim Radiogottesdienst in der Kirche Alt St. Thomä in Soest http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/trauer-um-die-opfer-und-gebete-der-hoffnung/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=9294998f27b098728fc4f9b67aac3125MedienInfo 37/2021
 

„Mir geht das Gesicht des Mannes nicht aus dem Kopf, dessen Frau seit mehr als zwanzig Stunden vermisst ist. Wilde Verzweiflung und stumme Resignation zugleich. Und ich stelle mir vor, wie viele Menschen gerade ähnliche Torturen durchmachen“, sagte Präses Annette Kurschus am Sonntag (18.07.) in Soest vor Beginn des Evangelischen Hörfunkgottesdienstes mit katholischer Beteiligung anlässlich der Unwetter-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz. Mehr als 155 Menschen sind in den Fluten oder an den Folgen der Überflutungen ums Leben gekommen. Hunderte werden noch vermisst.

Die Betroffenen der Flutkatastrophe standen im Gottesdienst im Mittelpunkt, den die Soester Pfarrerin Leona Holler in der Kirche Alt St. Thomä gemeinsam mit Präses Annette Kurschus, leitende Geistliche der Evangelischen Kirche von Westfalen und stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, und Erzbischof Hans-Josef Becker vom Erzbistum Paderborn feierte. WDR 5 und NDR Info sendeten live aus Soest. Das westliche Gebiet des dortigen Kirchenkreises ist ebenfalls von der Flutkatastrophe betroffen.

Trauer, Rettung und Gebet – das sind wichtige Stichworte aus der Predigt und aus den persönlichen Gedanken der Gäste. Präses Latzel hat besonders die Begegnung in Sinzig bewegt: „Dort kamen zwölf Menschen in einer Behinderten-Einrichtung ums Leben. Der Bürgermeister der Stadt sagte nach dem Gedenkgottesdienst: ‚Das war das erste Mal, dass ich seit Tagen zur Ruhe kommen und weinen konnte.‘ Das ist es, was wir als Kirche jetzt tun können: Orte zu bieten, um vor Gott zur Ruhe zu kommen und klagen, weinen zu können.“ Erzbischof Becker erklärte: „Mich erschüttert das ungeahnte Ausmaß der Unwetterkatastrophe und die unübersehbaren Folgen für Leib und Leben der betroffenen Menschen. Wir alle sollten nun zusammenstehen, um Trost und Hilfe auf den Weg zu bringen.“

Pfarrerin Leona Holler sagte in ihrer Begrüßung: „Der sintflutartige Regen vom Mittwoch letzter Woche hat sämtliche Sommerfreude weggespült. Unvorstellbares Unglück ist über die Menschen in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz gekommen. Das Ausmaß der Katastrophe können wir nur erahnen.“ Es gehe in diesem Gottesdienst darum, die Not, das Erschrecken, das Leid und die Verzweiflung vor Gott zu bringen, der ein „Gott allen Trostes“ sei.

„Es gibt Worte und Sätze, die haben wir schon oft gehört oder gelesen oder gesagt. Und plötzlich, in einer bestimmten Situation, werden sie lebendig wie nie zuvor“, so Präses Kurschus, die in der Predigt aus Psalm 69 zitierte: „Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.“ In diesen biblischen Worten sieht die Präses heute die Bilder der Katastrophe und die unheimlichen Wassermassen.
„Der Mensch, der so betet, weiß in seiner akuten Not, wohin mit sich und seinem Elend. Er ruft nicht ins Leere, er schreit nicht ins Nichts – er vertraut darauf: Gott hört mich“, sagte die Präses. „Ich stelle mir diesen betenden Menschen mitten unter den Helferinnen und Rettern vor. In Hagen oder in Altena, an der Ahr oder an der Ruhr, in Feuerwehruniform oder im Rettungswagen.“

Pfarrerin Holler zitierte in der gemeinsamen Predigt die Hoffnungsbilder aus Psalm 69: „Gott, sei mir nahe in meiner Seele! Wenn ich in die Bilder dieses Psalms eintauche, dann tauche ich auch in diese alte Hoffnung ein, an Gott in allem Unglück festzuhalten.“

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AktuellesFlut-Katastrophe2021PräsesGemeindenMedienMitarbeitende
news-2095Fri, 16 Jul 2021 16:19:34 +0200Präses Annette Kurschus, Präses Thorsten Latzel und Erzbischof Hans-Josef Becker zu Gast in der Kirche Alt St. Thomä in Soest - WDR 5 und NDR Info übertragen live http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/betroffene-der-unwetter-katastrophe-bei-radiogottesdienst-im-mittelpunkt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=631a9180716fd4a5832dfb7011ac88c4MedienInfo 35/2021
 

Aus aktuellem Anlass steht der Gottesdienst, den WDR 5 und NDR Info am Sonntag, 18. Juli, von 10 bis 11 Uhr aus der Kirche Alt St. Thomä in Soest übertragen, im Zeichen der Unwetter-Katastrophe.

Die Predigt hält Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen, gemeinsam mit der Soester Pfarrerin Leona Holler. Präses Thorsten Latzel aus der Evangelischen Kirche im Rheinland und Erzbischof Hans Josef-Becker aus dem Erzbistum Paderborn werden den Gottesdienst mitgestalten. „Wir stehen zusammen, im Gedenken an die Opfer, im Gebet und in der Hilfe für die Betroffenen“, so die drei leitenden Geistlichen.

Die musikalische Gestaltung übernehmen das Saxophon-Quartett Saxophonics, Sängerinnen und Sänger der Kantorei an St. Petri sowie Kreiskantorin Annette Elisabeth Arnsmeier (Orgel, Gesang und Leitung).

Im Anschluss an den Radiogottesdienst haben Zuhörerinnen und Zuhörer bis 13 Uhr Gelegenheit, mit Beteiligten am Telefon zu sprechen. Die Nummer lautet 02921-34 10 72.

Der Radiogottesdienst von WDR 5 und NDR Info findet am Sonntag, 18.07.2021, von 10 bis 11 Uhr in der Ev. Reformierten Kirche Alt St. Thomä, Thomästraße 74, in Soest statt. Den Text der Predigt können Interessierte im Anschluss im Internet nachlesen unter Kirche im WDR

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AktuellesFlut-Katastrophe2021PräsesGemeindenMedienMitarbeitende
news-2092Fri, 16 Jul 2021 14:07:00 +0200Gemeinsames Spendenkonto von Diakonie RWL und der Landeskirchen für Opfer der Unwetterkatastrophehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/hilfe-fuer-opfer-der-flutkatastrophe/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ee3ecb337e7408f1f2e8c1f236d459dfSturzregen und Überschwemmung haben am verschiedenen Orten Nordrhein-Westfalens Menschen obdachlos gemacht und Existenzen zerstört. Das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL), die Evangelische Kirche von Westfalen und die Evangelische Kirche im Rheinland haben ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet für Menschen, die besonders schwer von der Katastrophe betroffen sind.

Menschen, die sich vor den Wassermassen auf ihr Hausdach retten. Von der Außenwelt abgeschnittene Orte, evakuierte Stadteile. Die Folgen, die das Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz angerichtet hat, sind verheerend. Mehr als 80 Menschen haben bislang durch die Katastrophe ihr Leben verloren, Hunderte gelten noch als vermisst. Zahlreiche Familien stehen vor dem Nichts: Das Hochwasser hat ihr Hab und Gut mitgerissen oder zerstört.

Betroffene stehen vor dem Nichts

„Unsere Mitarbeitenden berichten von dramatischen Situationen und verzweifelten Menschen vor Ort. Wir müssen jetzt unkompliziert und pragmatisch jenen helfen, die alles verloren haben“, sagt Thomas Oelkers, Vorstand der Diakonie RWL. In dieser Extremsituation zeige sich Solidarität und sozialer Zusammenhalt, so Oelkers. „Die Diakonie RWL stellt deshalb als Soforthilfe 100.000 Euro zur Verfügung.“

Menschen brauchen unsere Solidarität

„Schreckliche Bilder zeigen verzweifelte Menschen, die alles verloren haben. Sie brauchen jetzt unsere Solidarität und christliche Verbundenheit“, sagt Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen. Und weiter: „Die Spenden, die wir über unsere Diakonie sammeln, werden für Soforthilfe verwendet.“

Nach heftigen, anhaltenden Regengüssen waren innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Flüsse in unserer Region über die Ufer getreten und entwickelten sich zu reißenden Gewässern. Ganze Landstriche wurden überflutet, Häuser stürzten ein, in einigen Regionen ist der Katastrophenfall ausgerufen. Hunderttausende Menschen sind ohne Strom oder mussten evakuiert werden.

Mit ihrer Spende setzen Sie ein Zeichen der Solidarität und christlichen Verbundenheit an diejenigen, die jetzt materiell und oft auch seelisch in tiefe Not geraten sind.   

Spenden

Die Evangelische Kirche von Westfalen, Diakonie RWL und Evangelische Kirche im Rheinland bitten gemeinschaftlich um Spenden für Opfer der Unwetterkatastrophe.

  • Per Überweisung:
    Empfänger: Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL
    IBAN: DE 79 3506 0190 1014 1550 20
    Stichwort: Hochwasser-Hilfe
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AktuellesFlut-Katastrophe2021
news-2093Fri, 16 Jul 2021 13:09:00 +0200Großer Dank von Präses Annette Kurschus an alle, die Großartiges leisten, um Leben zu retten und verzweifelten Menschen tatkräftig beizustehenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/notfallseelsorge-unterstuetzt-rettungskraefte/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=1f1b28f7838fb6131712681446cbba8eDie Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) sind seit Beginn der Flutkatastrophe im Dauereinsatz. Besonders betroffen sind auf dem Gebiet der Landeskirche die evangelischen Kirchenkreise Hagen, Lüdenscheid-Plettenberg, Iserlohn und der westliche Kirchenkreis Soest. Ehrenamtliche und Pfarrpersonen haben Menschen beispielsweise davon überzeugt, ihre gefährdeten Häuser zu verlassen und sie in der Not unterstützt.

„Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei den Opfern dieser Katastrophe und erleben zugleich dankbar eine große Hilfsbereitschaft und Solidarität. Die Gemeinden vor Ort und die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger der EKvW haben mit der Polizei, den Rettungskräften und vielen weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft Großartiges geleistet, um Leben zu retten und verzweifelten Menschen tatkräftig beizustehen. Ihnen allen gilt mein großer Dank“, sagt Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der EKvW.

Pfarrer Ralf Radix, zuständiger Referent für Notfallseelsorge bei der westfälischen Landeskirche, hat noch keinen detaillierten Überblick über die gesamte Lage, die sich ständig verändert: „Unsere Einsatzkräfte der Notfallseelsorge sind jetzt vor Ort im Einsatz. Sie werden bei Bedarf direkt von den Einsatzleitstellen alarmiert.“ In den Teams der Notfallseelsorge sind zu zwei Dritteln ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, die speziell geschult sind. Zu einem Drittel übernehmen Pfarrerinnen und Pfarrer die Notfallseelsorge.

Zur Leitung der Teams im Kreis Soest gehört Anna Gerbens, die ehrenamtlich mitarbeitet. Sie berichtet von einer Familie, die eine Kollegin zuerst überzeugen musste, ihr Haus in einer besonders betroffenen Gemeinde an der Ruhr zu verlassen und zu Verwandten zu gehen. „Nur eine Stunde später mussten wir den Betroffenen sagen, dass ihr Haus nicht mehr zu retten ist und dass sie alles verloren haben. Sie stehen vor dem Nichts“, berichtet Anna Gerbens. Notfallseelsorger erfahren in der Regel nicht, wie es für die Menschen, die sie für eine Zeit begleitet haben, weiter geht.

„Das Team war über die Situation vor Ort informiert und stand in Bereitschaft“, so die Koordinatorin in Soest. Die überörtliche Hilfe und die Unterstützung durch benachbarte Rettungskräfte habe im westlichen Kreis Soest gut geklappt, sagt Gerbens. „Die Lage als solche hat sich entspannt, aber wir sind weiter in Warteposition, denn es ist nicht klar, was passiert, wenn es wieder regnet.“

Erste Gemeinden melden schwere Schäden

Unterdessen kamen am Freitagnachmittag aus Kirchengemeinden erste Rückmeldungen zu Schäden, die die Unwetter verursacht haben.

Im Kirchenkreis Hagen ist die Auferstehungskirche im Stadtteil Dahl besonders betroffen. Dort stieg das Wasser im Innenraum auf etwa 1,2 Meter. Durch den starken Wasserdruck sind alle Türen verzogen und nicht mehr zu schließen“, heißt es aus der Gemeinde. An der Seitentür sei Sandstein herausgefallen, der den Türsturz trägt. „Dort besteht Einsturzgefahr.“ Die Abstützung habe schon veranlasst werden können. „Die Kanzel hat es aus der Verankerung gerissen. Es ist nichts mehr an seinem Platz und die Wände sind stark durchnässt.“ Inwieweit die Fresken in der Katharinenkapelle durch das Wasser geschädigt wurden, ist noch nicht abzusehen.

Der Hagener Assessor Henning Waskönig zeigt sich nach einer ersten Bestandsaufnahme sehr betroffen über das Ausmaß der Katastrophe: „Die Bilder aus Dahl machen mich sprachlos“, so der Theologe, der aber auch betont: „Vor allem die Not der Menschen, die unmittelbar von den Schäden betroffen sind, müssen jetzt im Fokus stehen.“

Im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg gibt es einige Schäden und Opfer, doch sei man im Vergleich zu den Nachbarkirchenkreisen ‚relativ glimpflich‘ davongekommen. Um die Kirchenkreise Iserlohn und Hagen, die erheblich schlimmer von der Katastrophe betroffen sind, zu unterstützen, hat der Kirchenkreis deshalb ein Spendenkonto eingerichtet, um für die Opfer in der Region zu sammeln. Am Sonntag gibt es zudem eine Sonderkollekte.

Spendenaufruf

Die Evangelische Kirche von Westfalen ruft zu Spenden für die Hochwasseropfer auf. So können Sie helfen:

Per Überweisung:

Empfänger: Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL
IBAN: DE 79 3506 0190 1014 1550 20
Stichwort: Hochwasser-Hilfe

Online unter www.kollekte-online.de/hochwasser 
oder
über betterplace.org: https://www.betterplace.org/de/projects/97611-schnelle-hilfen-fuer-hochwasser-geschaedigte-in-rheinland-westfalen-lippe

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AktuellesFlut-Katastrophe2021KlimaPräsesGemeindenMitarbeitende
news-2094Fri, 16 Jul 2021 12:46:29 +0200Lage in Südafrika eskalierthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/ekd-ruft-mit-vielen-partnern-zur-fuerbitte-fuer-menschen-in-suedafrika-auf/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2f5c58db3de44d74c56e98a3a53ed3b8Die Situation in Südafrika ist angespannt. Zum einen trifft die Corona-Pandemie das Land in einer dritten Welle erneut mit großer Wucht. Zudem haben seit der Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma Blockaden von Straßen und Plünderungen begonnen ‒ vor allem in der Heimatprovinz von Zuma (KwaZulu-Natal sowie in Gauteng).

Mittlerweile ist die Lage dort so eskaliert, dass der Notstand ausgerufen wurde. „Die Situation in Südafrika macht mich sehr besorgt. Viele Menschen wissen überhaupt nicht, wovon sie für sich und ihre Familie den nächsten Tag bestreiten sollen“, sagt die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber. Durch die Corona-Pandemie seien auch die letzten Reserven aufgebraucht. „Nun verschärft sich die um sich greifende Gewalt an vielen Orten Südafrikas dramatisch“.

Gemeinsam mit weiteren Partnern ruft die EKD zur Fürbitte für die Menschen in Südafrika auf. „Angesichts der Nachrichten aus unseren Partnerkirchen und der Bitte aus Südafrika, die Menschen auch in unseren Gebeten nicht zu vergessen, freue ich mich, dass viele Kirchen und Werke uns in dieser Fürbitte für Südafrika begleiten“, sagt Bosse-Huber.

 

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AktuellesGemeinden
news-2089Thu, 15 Jul 2021 16:10:00 +0200Tagungshaus der Evangelischen Kirche von Westfalen vom Ruhr-Hochwasser betroffenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/park-von-haus-villigst-nach-unwettern-gesperrt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=a05a7f6774dd4fc77b084b3f970c29beAus Sicherheitsgründen ist der überflutete Park der Bildungs- und Begegnungsstätte Haus Villigst in Schwerte zurzeit gesperrt. Die Ruhr ist nach Unwettern mit Starkregen in weiten Bereichen über die Ufer getreten, hat das historische Gebäude aber noch nicht erreicht. 

„Ich bin jetzt seit acht Jahren hier. Sowas habe ich nicht annähernd erlebt. Wir sind trotzdem bisher noch glimpflich davongekommen“, sagte Anja Werth, Geschäftsführerin der Tagungsstätte Haus Villigst. Um die Deiche zu entlasten, sei ein benachbartes Stauwehr der Ruhr geöffnet worden. Um das Haupthaus, das seit fast 200 Jahren an der Ruhr steht, macht sich Werth aktuell keine Sorgen, es liege hoch genug. Im Park ist ein Pavillon überschwemmt.

Unterdessen melden auch Kirchengemeinden erste Hochwasserschäden an ihren Gebäuden. Ein Gemeindehaus in Bönen im Kirchenkreis Hamm beispielsweise hatte einen Wassereinbruch im Keller.   

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AktuellesFlut-Katastrophe2021Mitarbeitende
news-2090Thu, 15 Jul 2021 16:07:00 +0200Sommergespräche: Präses Annette Kurschus zu Besuch bei Schaustellern im Dortmunder Kirmespark „freDOLino 2021“ http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/auf-dem-kirmesplatz-geht-es-ganz-unmittelbar-um-das-leben/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=70226013caca3c3d10ee975f1daf79e7MedienInfo 34/2021
 

Autoscooter und Raupe sind trockene Plätze im Dortmunder Kirmespark. Bei strömendem Regen drehen dort Kinder ihre Runden. Auch die Betreiber sehen das Wetter gelassen, denn von Überschwemmungen wie andernorts sind sie zum Glück verschont geblieben. „Schlechtes Wetter gehört zu den ganz normalen Problemen, die man als Schausteller hat“, sagt Patrick Arens, der zu einer alteingesessenen Dortmunder Schaustellerfamilie gehört. Die Corona-Pandemie und die monatelange Unsicherheit während des Lockdowns haben ihn und seine Branche stärker getroffen, aber auch für manch kreative Idee gesorgt.

Riesenräder wurden zu Aussichtpunkten an touristisch interessanten Orten, einzelne Kirmesbuden bereicherten die Innenstädte und gebrannte Mandeln gab es zu Weihnachten als Lieferservice.

Bei ihrem zweiten Sommergespräch informierte sich Präses Annette Kurschus am Donnerstagnachmittag (14. Juli) im Dortmunder Kirmespark „FreDolino 2021“ über die aktuelle Situation und knüpfte damit an ihr Lockdown-Gespräch mit Schaustellern und Zirkusleuten vom Winter an. „Ohne Kirmes und Zirkus wäre unser Alltag ärmer“, sagt die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). „Wir leben nicht allein von dem, was unmittelbar sinnvoll und nützlich ist. Das Leben braucht auch Glanz und Freude. Das haben wir während der vergangenen Monate deutlicher denn je gespürt.“

Allein in Dortmund gibt es 70 Schaustellerbetriebe, berichtet Arens, Vorsitzender des örtlichen Schaustellervereins Rote Erde und Vizepräsident des Bundesverbands für Schausteller und Marktkaufleute (BSM). Er hat den Lockdown genutzt, um mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die besondere Situation einer Branche aufmerksam zu machen, die oft zuerst von Absagen und Schließungen betroffen ist. Sie haben Gespräche mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz und NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart geführt, aber in der Krise auch an andere gedacht: Mit den Dortmunder Kollegen hat Arens einen Fahrdienst für die Tafel organisiert und mit Kirmesorgeln vor Altenheimen gespielt. „Wir wollten die Menschlichkeit in den Vordergrund stellen“, berichtet er.

„Bestehende Ungleichheiten sind in der Pandemie noch viel deutlicher hervorgetreten, manche haben sich erheblich verstärkt. Das beschäftigt mich sehr“, sagte die Präses beim Gespräch mit den Schaustellern, an dem auch die Dortmunder Superintendentin Heike Proske und Pfarrer Ralf Radix teilnahmen, der als Referent im Fachbereich Seelsorge der EKvW unter anderem für die Schaustellerseelsorge zuständig ist.

Die Dortmunder Schausteller sind privilegiert, denn anders als kleine Zirkusbetriebe haben die meisten von ihnen ein festes Winterquartier, in dem sie den Lockdown verbringen und ihre Fahrgeschäfte und Buden auf Vordermann bringen konnten. „Es ist viel wert, wenn man weiß, wo man hin kann“, sagt Schausteller Rudi Isken.

Der Kirmespark „FreDOlino“ ist ein Schritt zurück in die Normalität: Vier Wochen lang stehen die Betreiber wieder auf ihrem angestammten Platz im Dortmunder Norden, mit einem Hygienekonzept für das umzäunte Gelände, viel Abstand und klaren Regeln für die Kirmesgäste. Patrick Arens hat viel Erfahrungen mit der Organisation von Veranstaltungen aller Art. „Das Organisationskomitee des Dortmunder Kirchentags ist zuerst zu mir gekommen“, erzählt er im Gespräch mit der Präses. Für den Kirchentag selbst hatte er sich vier Tage frei genommen: „So ein Spirit wie 2019 in unserer Stadt ist faszinierend.“

Kirche und Kirmes gehören zusammen

Im Alltag brauchen die Kirmesleute eine Pfarrerin oder einen Pfarrer, der ihnen hinterher reist. „Sie finden hier ein dankbares Publikum. Die Meisten sind sehr gläubig in unseren Kreisen“, berichtet Arens. Auch nach einer langen Kirmesnacht sei der Zeltgottesdienst stets gut besucht. „Die Seelsorger sind für viele von uns ein Bindeglied zum normalen Leben“, so der 54-jährige Dortmunder. „Es ist für uns ein ganz tolles Zeichen, dass die Präses heute hier ist.“

Kirche und Kirmes gehören traditionell zusammen: Viele Termine von Jahrmärkten und Volksfesten orientieren sich am Kirchenjahr oder gehen auf die Kirchweihe zurück. Oster- und Pfingstkirmes muss in diesem Jahr an vielen Orten schon zum zweiten Mal ausfallen. „Den Weihnachtsmarkt planen wir ganz normal“, berichtet Patrick Arens. Schausteller seien immer optimistisch, bestätigt sein Kollege Rudi Isken.

Sommergespräche

Mit den Sommergesprächen knüpft Präses Annette Kurschus an ihre Lockdown-Gespräche aus dem vergangenen Winter an. Sie hatte sich bei sechs digitalen Terminen mit Betroffenen aus verschiedenen Berufsgruppen und gesellschaftlichen Bereichen über die Auswirkungen der Corona-Schutzmaßnahmen ausgetauscht. Lockerungen und niedrige Inzidenzwerte ermöglichen jetzt Besuche und Gespräche vor Ort: zuerst in einem Konfi-Camp, jetzt bei Schaustellern und in der kommenden Woche in einem Pflegeheim.         

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AktuellesPräsesGemeindenMedienMitarbeitende
news-2088Wed, 14 Jul 2021 11:48:07 +0200 Westfälische und württembergische Landeskirche stellen Pilotstudie zu Austritten vor http://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/ausgetretene-finden-kirche-trotzdem-wichtig/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=97983cb58a7811356098dad3898d7f26MedienInfo 33/2021

Die innere Distanz zum christlichen Glauben und die Kirchensteuer sind häufig genannte Motive für einen Austritt aus der evangelischen Kirche, so das Ergebnis einer Pilotstudie.

Die westfälische und die württembergische Landeskirche wollten wissen, was hinter den Zahlen zur Statistik steckt, die an diesem Mittwoch (14. Juli) von der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ebenso wie von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht wird. Deshalb haben sie seit Oktober 2020 insgesamt 464 Telefoninterviews mit Personen geführt, die im Vormonat ausgetreten waren

Die Mitgliederzahl der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) ist 2020 gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent auf 2.104.806 zurückgegangen (Stichtag war der 31.12.2020). Der größte Faktor waren dabei die Todesfälle (36.300). Die Zahl der Verstorbenen stieg 2020 im Vergleich zum Vorjahr (35.292) um 2,9 Prozent. 16.123 Personen (2019: 20.792) sind aus der westfälischen Landeskirche ausgetreten. Das entspricht einem Rückgang von 22,5 Prozent. Dem standen 2259 Eintritte gegenüber (2019: 3445), das sind 34,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

In Westfalen gab es im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger evangelische Trauungen: 1029 Paare traten vor den Altar, 2019 waren es noch 3387 (minus 69,6 Prozent). Die Zahl der Taufen war mit insgesamt 8125 ebenfalls deutlich geringer. Der Zahl aus dem Jahr 2020 stehen 15.564 Taufen im Jahr 2019 gegenüber (minus 47,8 Prozent).

„Ein Jammer, dass im vergangenen Jahr so viele Taufen und Trauungen nicht wie geplant stattfinden konnten. Sie bieten kostbare Anknüpfungspunkte für unsere Kirche, um mit Menschen in persönlichen Kontakt zu treten und in Kontakt zu bleiben“, sagt Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der EKvW, zu den jetzt vorgestellten Zahlen für 2020. In den Gemeinden werden viele Feiern in diesem Jahr nachgeholt, was dank niedriger Corona-Inzidenzen und bewährter Schutzkonzepte möglich ist. Kurschus macht ausdrücklich Mut: „Kommen Sie wieder in die Kirchen und Gemeindehäuser! Leiblich spürbare Gemeinschaft ist durch nichts zu ersetzen, sie belebt unseren Glauben und nährt unsere Hoffnung.“

Anlass für die Pilotstudie der beiden Landeskirchen war, dass die Austrittszahlen seit 2018 über dem langjährigen Durchschnitt lagen. Im Jahr 2020 traten zwar weniger Menschen aus der Kirche aus, was aber mit der Corona-Pandemie zusammenhängt, denn die zuständigen Amtsgerichte waren zeitweise geschlossen.

61 Prozent der kontaktierten Personen waren zu einem Interview für die Studie bereit. Zum Austrittsanlass Kirchensteuer nannten die Befragten unterschiedliche Motive. Manche wollten schlicht sparen, andere vermissten einen konkreten Gegenwert und wieder andere konnten sie sich die Kirchensteuer beispielsweise als Alleinerziehende nicht leisten. Die meisten Befragten nannten allerdings keinen konkreten Anlass für ihren Austritt.

Längerer Prozess bis zur Entscheidung

„Er ist oft Ergebnis eines längeren Prozesses oder Konsequenz aus grundsätzlichen Motiven. Wenn die Befragten von einem konkreten Anlass berichten, handelt es sich meistens um ein aktuelles Thema oder um ein persönliches Erlebnis“, berichtet Pfarrer Hansjörg Federmann, bei der westfälischen Landeskirche für Mitgliederbindung zuständig. Dazu gehöre auch, dass die Kirchenmitgliedschaft in der Vergangenheit nicht aktiv wahrgenommen wurde: „Für mich ist es mit der Kirche wie mit einem Fitness-Studio, für das ich Beitrag zahle, aber nie hingehe", so einer der Befragten.

Ein erfreuliches Ergebnis der Studie lautet: Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, finden es mehrheitlich trotzdem wichtig, dass es die evangelische Kirche gibt. Das gilt sowohl für jüngere als auch für ältere Befragte.

Motive lassen sich drei Komplexen zuordnen 

Bei den Austrittsmotiven lassen sich drei Komplexe unterscheiden, nämlich Motive, die sich auf das Handeln der Kirche beziehen, Motive, die Glaubensverlust oder Indifferenz der Kirche gegenüber ausdrücken, und Motive, die für eine individuelle Nutzen-Abwägung stehen. Das Handeln der Kirche spielt vor allem für Menschen ab 40 Jahren eine Rolle, wenn sie überlegen, aus der Kirche auszutreten, so das Ergebnis der Auswertung von Peter Jacobebbinghaus, Statistiker im Landeskirchenamt in Bielefeld. Für die Befragten unter 40 Jahren sind es vor allem der Glaubensverlust und die Nutzen-Abwägung, die den Kirchenaustritt bewirken.

Die männlichen Ausgetretenen stehen sowohl der evangelischen Kirche als auch dem Glauben im Allgemeinen häufiger gleichgültig gegenüber als die weiblichen Ausgetretenen. Das Wohnumfeld spielt keine Rolle: Ob man auf dem Land oder in der Stadt lebt, hat keinen Einfluss auf die Austrittsneigung.

Beim Vergleich der beiden beteiligten Landeskirchen gibt es nur wenig Unterschiede: Insbesondere in Württemberg zeigte sich, dass im ersten Quartal 2021 die Bedeutung der Kirchensteuer als Austrittsmotiv abnimmt und es stärker um das Handeln der Kirche geht. Konfessionswechsel spielt in beiden Landeskirchen kaum eine Rolle.

 

 

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AktuellesPräsesGemeindenMedienMitarbeitende
news-2087Mon, 12 Jul 2021 11:38:44 +0200Ministerin Scharrenbach besucht innovative kirchliche Projekte im Ruhrgebiethttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/creative-kirche-in-witten-und-begegnungszentrum-q1-in-bochum/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fa4c0f5d9b4c2e6a4da8dbc02bd3b9a9NRW-Ministerin Ina Scharrenbach hat am Donnerstag (8.07.) die Creative Kirche in Witten und das Haus für Kultur, Religion und Soziales Q1 in Bochum besucht.

Auf Einladung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und des Evangelischen Büros in Düsseldorf tauschte sie sich anschließend in einem Hintergrundgespräch mit Präses Annette Kurschus über aktuelle Themen aus.

Mit Musik begrüßten zwei Studierende des Studiengangs „Kirchenmusik popular“ die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen in Witten. Evangelische Pop-Akademie und Creative Kirche stehen für Aufbruch und Veränderung. In Corona-Zeiten mussten die großen Chorprojekte ruhen. Stattdessen erreichten die digitalen Wohnzimmer-Gottesdienste rund 5000 Menschen pro Monat. „Die Creative Kirche ist ein Aushängeschild und ein Impulsort, der weit über die Region und die Landeskirche hinaus strahlt“, sagte Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der EKvW. 

Anschließend ging die Reise zum „Q1-Eins im Quartier“ nach Bochum, wo die Friedenskirche aus den 1960er Jahren zu einem Stadtteilzentrum umgebaut wurde. Angebote aus den Bereichen Kultur, Religion, Bildung und Soziales finden seit 2015 unter einem Dach statt. Das umgestaltete und erweiterte Gebäude stehe für Offenheit, Transparenz und Begegnung, wie Architekt Dirk Boländer erläuterte. In einem Stadtteil mit hohem Migrantenanteil und sinkender Gemeindegliederzahl eröffnet das Q1 „neue Perspektiven von Kirche und auf Kirche“, so Pastor Heinz-Dieter Krohn.

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AktuellesPräses
news-2086Mon, 12 Jul 2021 10:51:34 +0200Vizepräsident Ulf Schlüter segnet neun Sarepta-Schwestern in das Diakonissenamt einhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/was-fuer-ein-segen-dass-es-sie-gibt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=61537517b41cda22f5815f88e2637723Mit Christi Himmelfahrt fing alles an. Der Auferstandene fährt gen Himmel und die Jünger bleiben erstarrt zurück. Bis sie zwei handfeste Himmelsboten fragen: „Was steht ihr da und starrt zum Himmel?“ (Apostelgeschichte 1, 11)

Für Ulf Schlüter ist die Botschaft klar: „Auf geht’s. Es gibt hier unten und vor euren Füßen mehr als reichlich zu tun. Bei Licht betrachtet, liebe Sarepta-Schwestern und Bethel-Brüder, werden hier die ersten elf eingesegnet, in den kirchlichen Dienst gestellt, auf den Weg gesandt.“ In seiner Predigt zur Einsegnung von neun Sarepta-Schwestern in das Diakonissenamt schlug der theologische Vizepräsident und Diakonie-Dezernent der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) in der Betheler Zionskirche den Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart zweitausendjähriger Diakoniegeschichte.

Mit Lokalkolorit und Augenzwinkern, voller Gottvertrauen und ermutigender Zuversicht. Zwar sei die Welt heute eine andere als zu jener Zeit, als die ersten Apostel die Fundamente der Kirche legten, der Apostel Paulus das Evangelium nach Europa trug oder Gottfried Bansin vor 152 die ersten Diakonissen nach Bethel holte, so Schlüter. Heute würden Frauen Bischöfin oder Bethel-Vorstand, Kanzlerin oder Konzernchefin. Aber: „Gott sei Dank. Denn er nimmt noch immer Frauen und Männer in seinen Dienst. Auch heute. Und auch in Zukunft. Was für ein Segen. Frauen und Männer. Bereit zu seinem Dienst. Gottes Wort zu hören und zu halten – und Liebe zu üben. Und ja, demütig zu sein. Denn das ist durchaus geistreich, überaus heiliggeistreich. Was für ein Segen, liebe Sarepta-Diakonissen. Was für ein Segen, dass es Sie gibt. Und Sie sich diesem Segen anvertrauen. Dass Sie geistesgegenwärtig sind zu wissen, wo es hinzugucken gilt. Nicht starr zum Himmel. Noch stur auf das eigene Ego.“

Auch anno 2021, freute sich Schlüter, werde Gottes Wort durch Diakonissen und Diakone weiter Mensch – indem sie die Liebe Gottes in Worten und Taten bezeugen: „Das kann von einer Kanzel aus geschehen. Oder am Kranken- oder Pflegebett. In Bildung und Beratung. Oder im Impfzentrum. In Werkstätten und Tagespflegen. Oder in Schulen. In der Alten- und Jugendhilfe. In Krankenhäusern. Es gibt 1.000 Dienste zwischen Himmel und Erde.“ Dazu, ermutigte Schlüter, seien die neuen Diakonissen berufen: „Gotte sei Dank. Sie schickt der Himmel.“

Zum Hintergrund

Am Samstag (3. Juli 2021) wurden im Mutterhaus Sarepta nach zwei Jahren Wartezeit Schwestern der Sarepta Schwesternschaft in das Diakonissenamt eingesegnet. Unter Mitwirkung von Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Pastor Ulf Schlüter, Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, und der Leitenden Schwester Anke Frickmann sind Wiebke Brenne, Tina Earl, Okka Fockel, Antja Fughe, Susanne Koopmann, Heike Lingnau, Heike Lichtenberger, Evelin Rick und Petra Schade in die Gemeinschaft aufgenommen worden. Die Schwestern sind in der Diakonie und in Kirchengemeinden engagiert oder beschäftigt und haben in Bethel an der Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde bereits 2019 eine dreijährige theologische Weiterbildung abgeschlossen. Sie befähigt die Frauen zur öffentlichen Ausübung des Diakonissenamts der Evangelischen Kirche. Heutige Diakonissen sind Frauen, die sowohl theologisch als auch beruflich qualifiziert sind. Sie leben in verschiedenen Lebensformen und sind Mitglied der Frauengemeinschaft der Sarepta-Schwestern mit Sitz in Bielefeld-Bethel. Zur Schwesterngemeinschaft gehören derzeit rund 340 Frauen.

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AktuellesMitarbeitende
news-2085Wed, 07 Jul 2021 15:24:59 +0200Sommergespräch: Präses Annette Kurschus zu Besuch im Konfi-Camp des Evangelischen Kirchenkreises Güterslohhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/besondere-erfahrung-miteinander-und-mit-gott/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=7f6eba173813109ae79b99abcc8e0f38MedienInfo 32/2021
 

Es ist Showtime: Für eine halbe Stunden rücken die 424 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus dem evangelischen Kirchenkreis Gütersloh zusammen. Via YouTube verfolgen die Gruppen in elf Gemeinden, wie sie bei den Wettbewerben abgeschnitten haben. Bei der Show zum Konfi-Camp@home stellt sich Gemeinschaft ein, obwohl die traditionelle Reise zum Frauensee wegen der Corona-Pandemie schon zum zweiten Mal nicht stattfindet.

Konfirmandenunterricht heute ist anders als vor 20 oder 30 Jahren. „Es kommt darauf an, eine Gruppe zu sein, Beziehungen zu knüpfen und zu merken: Was macht der Glaube mit meinem Leben?“, sagte Präses Annette Kurschus am Dienstagabend (6. Juli) bei ihrem Besuch im Gütersloher Studio des Konfi-Camps.

Mit viel technischem Geschick und viel Erfahrung in der Jugendarbeit sorgt das Team um Jugendreferent Wolfgang Laubinger dafür, dass die abendliche Show auch beim dezentralen Camp den Schlusspunkt setzt. Die Bilder des Tages zeigen, dass von Ummeln bis Enningerloh alle dieselben Themen hatten. Sie zeigen nachdenkliche Konfis, die sich mit Sünde, Schuld und Vergebung beschäftigen, und eine fröhliche Challenge, bei der Taschentücher durch die Luft fliegen. „Ich mache in diesen Sommerwochen Besuche in Gemeinden und Einrichtungen wie heute im Kirchenkreis Gütersloh, um genau hinzusehen und hinzuhören. Mich interessiert, was die Menschen vor Ort in den vergangenen Monaten erlebt haben, was sie gegenwärtig beschäftigt und wie nach dem langen Lockdown allmählich wieder mehr Leben ins Leben kommt. Und ich muss sagen: Ich bin ehrlich beeindruckt“, so die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW).

„Versuchen Corona-frei zu denken“

Das Studio ist ein Saal voller Technik, Teamer sorgen für Licht, Ton, Bild und Regie. Eigentlich würde Moderatorin Miriam Neugebauer in der ersten Sommerferienwoche mit ins Kinder- und Jugenderholungszentrum Frauensee in der Nähe von Berlin fahren, wo sich die Konfis seit 15 Jahren zur gemeinsamen Freizeit treffen. 600 Leute im Publikum, eine große Bühne mit Band, Show und Spiele. „Es war immer schön, dass die Gemeinschaft nicht nur in der Gemeinde gewachsen ist, sondern im gesamten Kirchenkreis“, erzählt Miriam Neugebauer. Das funktioniere auch beim Konfi-Camp@home, findet Pfarrerin Karin Brunken. Rund um die Gütersloher Erlöserkirche ist Leben, es gibt Unterrichtseinheiten, kreative Workshops und Sport. Die notwendigen Hygienevorkehrungen sind für die Jugendlichen inzwischen Alltag. „Ansonsten versuchen wir, Corona-frei zu denken. Jetzt ist etwas anderes Thema“, sagt Brunken.

Beim Camp zum Auftakt der Konfirmandenzeit steht Jesus im Mittelpunkt. Und es entstehen Verbindungen, die bis zur Konfirmation tragen. Oft sogar darüber hinaus. Aus ehemaligen Konfis werden Trainees und später Teamerinnen und Teamer. „Das Konfi-Camp ist das Herz der Konfirmandenarbeit“, sagt Superintendent Frank Schneider. Und der Schlüssel zu Nachwuchs für die Jugendarbeit. Rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in diesem Jahr im Einsatz. Im nächsten Jahr soll es wieder in den Naturpark Dahme-Heideseen gehen. „Glaubensfragen gehen tiefer, wenn man zusammen wegfährt und etwas Heiligen Geist erlebt“, berichtet Laubinger.

„Wirklich etwas Besonderes“

Die digitale Show ist kein Ersatz, aber eine gute Alternative, wie sich schon nach den ersten Tagen des Konfi-Camps@home zeigt. „Versucht es zu genießen, es ist wirklich etwas Besonderes, in dieser Zeit bis zur Konfirmation zusammen zu sein, und Erfahrungen mit anderen und mit Gott zu machen“, gibt Annette Kurschus den Jugendlichen mit auf den Weg. Sie spricht zum Abschluss des Tages den Segen - „eine Kraft, die wir alle empfangen und die wir an andere weitergeben“.

Sommergespräche

Mit den „Sommergesprächen“ knüpft Präses Annette Kurschus an ihre Lockdown-Gespräche aus dem vergangenen Winter an. Sie hatte sich bei sechs digitalen Terminen mit Betroffenen aus verschiedenen Berufsgruppen und gesellschaftlichen Bereichen über die Auswirkungen der Corona-Schutzmaßnahmen ausgetauscht. Lockerungen und niedrige Inzidenzwerte ermöglichen jetzt Besuche und Gespräche vor Ort.

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news-2084Mon, 05 Jul 2021 14:01:32 +0200Steinfurt-Coesfeld-Borken: Eine Frau und ein Mann bewerben sich um höchstes Amt im Kirchenkreishttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/synode-entscheidet-am-17-september/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ac9242a310f7ede0a34f29b4da6010b0Nach 17 Jahren als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken tritt Joachim Anicker zum Jahresende in den Ruhestand. In das Rennen um seine Nachfolge schickt der Nominierungsausschuss des Kirchenkreises eine Kandidatin und einen Kandidaten: Pfarrerin Susanne Falcke aus Dülmen und Pfarrer Oliver Günther aus Freudenberg (Siegerland). 

Acht Bewerbungen aus Westfalen und darüber hinaus lagen dem Nominierungsausschuss des Kirchenkreises, der für die Organisation der Superintendentenwahl verantwortlich ist, vor. Nach eingehender Prüfung sowie persönlichen Gesprächen einigte man sich darauf, Susanne Falcke und Oliver Günther zur Wahl vorzuschlagen. Der Kreissynodalvorstand, 
das Leitungsgremium des Kirchenkreises, stimmte diesem Vorschlag in seiner Sitzung am 24. Juni zu. „Mit Susanne Falcke und Oliver Günther haben wir zwei Persönlichkeiten ausgewählt, die viele Kompetenzen und Fähigkeiten mitbringen, um unseren Kirchenkreis in die Zukunft zu führen“, so Pfarrer Uwe Riese (Gronau), Vorsitzender des Nominierungsausschusses. 

Die 46-jährige Falcke ist seit 2011 Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Dülmen. Erst im vergangenen Jahr hatte die Synode des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken sie zur Stellvertreterin (Assessorin) von Superintendent Joachim Anicker gewählt. Die gebürtige Recklinghäuserin studierte Theologie in Münster und Berlin und kam 2008 als Pfarrerin nach Dülmen, wo sie 2011 auf die 1. Pfarrstelle gewählt wurde. 

Oliver Günther ist 47 Jahre alt und seit 2015 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Oberholzklau im Kirchenkreis Siegen. In Halle/Westf. geboren, studierte er Theologie in Münster und absolvierte anschließend sein Vikariat sowie den Probedienst im Kirchenkreis Siegen. Danach war er Pfarrer in den Kirchengemeinden Schalke und Feudingen, sowie von 2014 bis 2015 Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Prignitz (Brandenburg). 

Am 17. September kommen die rund 100 Delegierten des Kirchenparlaments zu einer Wahlsynode in der Großen Kirche Burgsteinfurt zusammen, um eine der beiden vorgeschlagenen Personen für eine Amtszeit von zunächst acht Jahren in das höchste Leitungsamt des Kirchenkreises zu wählen. 

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news-2083Fri, 02 Jul 2021 14:02:00 +0200Christian Uhlstein als Landesjugendpfarrer eingeführthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/den-boden-bereiten-und-neues-wachsen-lassen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=235c417293b6be2de01c2424075998ccSeit dem 1. Juli ist er nun ganz offiziell der neue Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW): Pfarrer Christian Uhlstein. Präses Annette Kurschus führte den 50-jährigen Theologen am Donnerstag (1.7.) mit einem feierlichen Gottesdienst in der Schwerter Sankt-Viktor-Kirche in sein neues Amt ein. Damit endet eine fast einjährige Vakanz. Denn Amtsvorgänger Udo Bußmann war bereits im Sommer letzten Jahres in den Ruhestand getreten.

„Viele freuen sich auf Sie; sind gespannt auf die Akzente, die Sie setzen werden; sind neugierig auf Sie als Mensch und Theologe“, sagte Präses Kurschus und ermutigte Uhlstein für seinen Dienst mit Worten Jesu aus dem Johannesevangelium: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt“ (Johannes 15,16). Die Worte Jesu, so Kurschus, seien eine gewisse Zusage auch für Uhlsteins Dienst: „Sie werden als Landesjugendpfarrer den Boden bereiten und säen, Sie werden sich allerlei einfallen lassen, damit Neues wachsen und blühen und gedeihen kann bei den Menschen, mit denen Sie es in Ihrem Arbeitsfeld zu tun bekommen. Es wird nicht vergeblich sein. So hat Jesus es beschlossen für Sie. Er wird Sie dabei nicht im Stich lassen.“

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news-2081Wed, 30 Jun 2021 10:39:16 +0200Björn Corzilius als persönlicher theologischer Referent der Präses verabschiedethttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/rueckblick-auf-eine-ereignisreiche-zeit/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=6bf8e0c8421b2a8ac23936eeafb05101Vom Landeskirchenamt zurück in die Gemeinde: Björn Corzilius tritt am 1. September seine Stelle als Pfarrer in Lendringsen im Kirchenkreis Iserlohn an. Präses Annette Kurschus verabschiedete ihren persönlichen theologischen Referenten im Anschluss an die Andacht in der Altstädter Nicolaikirche. In den Sommerferien steht für den 41-Jährigen und seine Familie der Umzug an. 

Als Corzilius im November 2018 aus Höxter ins Bielefelder Landeskirchenamt kam, liefen gerade die Vorbereitungen für den Kirchentag in Dortmund auf Hochtouren. „Sie hatten gewissermaßen einen Turbostart und mussten aus dem Stand unzählige Veranstaltungen und Auftritte für den Kirchentag vorbereiten. Sie haben das mit Bravour gemacht“, sagte die Präses.

Kaum war das geschafft, machten die ersten Coronaviren die Runde, „eine ganz neue Art von Ausnahmezustand begann, der bis zum heutigen Tag andauert“, so Kurschus. Corzilius koordinierte neben seinen vielfältigen Aufgaben im Präsesbüro auch den Corona-Stab der Landeskirche und bereitete die Corona-Updates vor. „Diese Rolle haben sie grandios ausgeführt und unserer ganzen Landeskirche damit einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Sämtliche Kirchengemeinden, Kirchenkreise, Ämter und Werke haben von Ihrer akribischen Genauigkeit und Zuverlässigkeit enorm profitiert“, hob Kurschus hervor. Die leitende Theologin dankte ihrem Referenten für absolute Verlässlichkeit, Loyalität, kluge Gedanken, originelle Ideen und schöne Texte.

„Es war eine erfahrungs- und lehrreiche, eine intensive und vielseitige und nicht selten eine im besten Sinne abenteuerliche Zeit, die zu erleben und erlebt zu haben, ich als echtes Privileg empfinde“, sagte Corzilius zum Abschied. Ihn ziehe es nun in die Gemeinde mit ihren Resonanzräumen und Gestaltungsmöglichkeiten. „Das habe ich in den vergangenen Monaten immer deutlicher gespürt. Insofern hat meine dankbare Wehmut auch reichlich Vorfreude an ihrer Seite.“

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news-2080Mon, 28 Jun 2021 15:02:15 +02003. Tag der Fördervereine und Freundeskreisehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/hier-habe-ich-richtig-motivation-getankt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=674f51ea83216c849a5b64c9d5c9c0af„Unser Verein wurde einmal gegründet, um Geld für eine Kirchturmrenovierung aufzubringen. Aber das ist längst erledigt und inzwischen fördern wir die Gemeindearbeit auf breiter Basis. Zwei Gemeindebusse haben wir im Lauf der Zeit angeschafft und jetzt steht die Jugendarbeit im Vordergrund.“ Die beiden Damen aus Gelsenkirchen, die so begeistert von Ihren Vereinsarbeit berichten, erlebten beim 3. Tag der Fördervereine und Freundeskreise der Evangelischen Kirche von Westfalen am 26. Juni viele Gleichgesinnte mit mutmachenden Erfahrungen.

Für manche war auch die Teilnahme an der Tagung als Videokonferenz spannendes Neuland – aber auch diese Herausforderung wurde problemlos gemeistert.

Eine zuvor durchgeführte Befragung unter den Vereinen zeigte, dass diese auch die Corona-Zeit relativ gut überstanden hatten. Nur bei wenigen gingen die Erträge für den guten Zweck oder die Mitgliederzahl zurück. So konnten die Vereine gerade auch in dieser Zeit Gutes tun: Etwa in der Unterstützung bei der Anschaffung von Technikausstattung zur Übertragung von Gottesdiensten.

Ulf Schlüter, theologischer Vizepräsident der EKvW, geleitete die Teilnehmenden mit einer Andacht zum Wochenspruch „Einer trage des Anderen Last“ gut in den Tag und sprach den Dank der Landeskirche für den vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz aus, den die Männer und Frauen in den Fördervereinen leisten.

Dann standen die Impulse zur Vereinsarbeit auf dem Programm: Mit Diakon Burkhard Leich, Organisator großer Musicalprojekte mit Kindern und Event-Experte, konnten Interessierte lernen, Veranstaltungen erfolgreich zu planen und durchzuführen. Lukas Schultewolter von der Oberfinanzdirektion NRW erläuterte praxisnah die Anforderungen von Gemeinnützigkeit und Steuerrecht, weitere gefragte Themen waren Öffentlichkeitsarbeit sowie Fundraising und Fördermittel. Die größte Nachfrage herrschte bei Karen Sommer-Loeffen, Ehrenamtsreferentin der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, im Workshop „Menschen zur Mitarbeit gewinnen“.

„Ein echter Schatz für die Kirche“

„Ich habe viel gelernt und weiß, wo wir ansetzen können“, war das Resümee einer Teilnehmerin: „Ich habe hier richtig Motivation getankt!“ In thematischen Austauschrunden ging dann es um die Erfahrungen der Vereinsarbeit: Die Herausforderung, einen Förderverein zu öffnen, wenn die bisher unterstütze Gemeinde sich mit anderen zusammenschließt, die Frage der Mitgliedergewinnung und der Sichtbarkeit. „Es wäre schon schön, wenn unser Pfarrer auch mal den Förderverein in der Öffentlichkeit präsentieren würde“, machte eine Vorständin ihrer Sehnsucht Luft. Von einander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen, war ein wertvolles Erlebnis, denn meist arbeiten die Fördervereine und Freundeskreise für sich und haben wenig Kontakt zu anderen Engagierten in diesem Feld.

Am Ende des Tages war die Dankbarkeit für einen anregenden und erlebnisreichen Tag spürbar – und so ist der Tag der Fördervereine und Freundeskreise auch gedacht: Als Dankeschön der westfälischen Landeskirche für das eingebrachte Engagement. Er wird vom Arbeitsbereich Fundraising und Mitgliederbindung im Landeskirchenamt organisiert. Pfarrer Hansjörg Federmann, der durch das Programm führte, ist überzeugt: „Die Fördervereine und Freundeskreise sind ein echter Schatz für die Kirche.“

Hintergrundinfo

In der Evangelischen Kirche von Westfalen gibt es ca. 600 Fördervereine und Freundeskreise, die kirchliches Leben fördern. Die Themenspanne reicht dabei von Kindergärten bis zur Telefonseelsorge, von der Erhaltung historischer Kirchen über den Betrieb von Gemeindehäusern bis zur Förderung der Kirchenmusik. Viele bestehen schon seit Jahrzehnten und können auf große Erfolge zurückblicken.

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