Um die Themen und Fragen aus beiden Kirchen vorzustellen und zu diskutieren, lädt der Unterausschuss einmal jährlich zu einem UCC Forum ein. Interessierte und Engagierte treffen sich zu einem Wochenende, an dem in der Regel ein Referent aus der UCC zugegen ist.

UCC Forum 2026 tagte erstmals in den USA
Zum ersten Mal fand das jährliche UCC Forum der Kirchenpartnerschaft zwischen der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), der UCC Heartland Conference und der Indiana-Kentucky Conference nicht in Deutschland, sondern in den USA statt. Mitte April kamen Vertreter*innen beider Kirchen auf der Bellwether Farm nahe Cleveland zusammen. Im Mittelpunkt standen kirchlicher Zusammenhalt und Solidarität in angespannten Zeiten.
Im Vorfeld war die Reise kritisch diskutiert worden: Warum gerade jetzt in die USA, ein Land, das oft als Symbol gesellschaftlicher Polarisierung gilt? Vor Ort zeigte sich: gerade deshalb. Weil sich die UCC besonders für marginalisierte Menschen engagiert und queeren sowie Schwarzen Menschen einen sicheren Ort bietet, wurde der Besuch aus Westfalen als wichtiges Zeichen internationaler Solidarität wahrgenommen.
Das Forum war geprägt von ehrlichen Gesprächen über gesellschaftliche Zerreißproben und die Frage, wie christlicher Glaube in schwierigen Zeiten trägt. Besonders eindrücklich war die Keynote der Kirchenpräsidentin der UCC, Rev. Dr. Karen Georgia Thompson. Sie verband politische Analyse mit Glaubenserfahrungen und eigenen Gedichten über Verletzlichkeit, Hoffnung und Widerstandskraft. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie persönliche Spiritualität Kraft geben kann, wenn gesellschaftliche Gräben wachsen.
Bereits vor dem Forum hatten Gruppen aus Westfalen ein intensives Begegnungsprogramm erlebt. Neben einem Antirassismus-Training mit Dr. Velda Love standen der Besuch des National Office der UCC sowie die Unterbringung in Gastfamilien auf dem Programm. So wurde die Partnerschaft im gemeinsamen Alltag erlebbar.
„Ich fand besonders schön, mit welcher Offenheit die Menschen der UCC ihren Glauben leben und miteinander teilen. Ich habe ein starkes Gemeinschaftsgefühl erlebt, in dem die Menschen füreinander da sind“, fasst Teilnehmerin Maike Brenzel ihre Eindrücke zusammen. Besonders beeindruckt habe sie außerdem eine Kirche, „die nicht wegschaut, sondern mutig Stellung zu gesellschaftlichen und politischen Ungerechtigkeiten bezieht.“
Die politische Situation in den USA blieb während der gesamten Reise präsent. Umso deutlicher wurde: Internationale Partnerschaften leben von persönlicher Begegnung, gegenseitigem Zuhören und der Bereitschaft, gerade in schwierigen Zeiten füreinander sichtbar zu bleiben. Das UCC Forum 2026 wurde so zu einem eindrucksvollen Zeichen gelebter Solidarität.

