Der Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen im Porträt
Was macht eigentlich... Christian Uhlstein?
„Ohne die Erfahrungen in der Jugendarbeit wäre ich heute nicht der Mensch, der ich geworden bin.“ Das sagen viele Menschen, die sich in ihrer Jugend in der vielfältigen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen engagiert haben. Auch Christian Uhlstein schaut mit dieser Perspektive auf seine Jugendzeit zurück.
Die guten Erfahrungen in Jugendgruppen und auf Freizeiten waren für ihn der Grund, den Pfarrberuf als seine Berufung zu sehen. Während seiner Berufszeit in Herne und Witten hat er die Jugendarbeit in den jeweiligen Gemeinden intensiv mitgestaltet und gefördert. Heute setzt er sich als Landesjugendpfarrer für die Belange der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein.
Als Landesjugendpfarrer der EKvW trägt er zeitgleich drei Hüte: Er leitet zusammen mit der geschäftsführenden Leitung, Knut Grünheit, in einem interprofessionellen Leitungsteam das Amt für Jugendarbeit der EKvW. Er begleitet zweitens die Evangelische Jugend von Westfalen in ihrer doppelten Gestalt als kirchliche und jugendverbandliche Jugendarbeit. Und er wirkt jugendpolitisch innerhalb von Kirche, Gesellschaft und (Landes)politik.
Das alles macht er nicht alleine, sondern mit einer Vielzahl von Engagierten mit unterschiedlichen Professionen und Aufgaben:
Im Amt für Jugendarbeit arbeiten 14 pädagogische Fachreferent*innen mit dem Schwerpunkt gemeindlich/verbandliche und offene Jugendarbeit. Sie führen für die ca. 450 Jugendreferent*innen und die engagierten Ehrenamtlichen der westfälischen Kirche Fortbildungen durch, supporten mit Handreichungen oder Materialien und beraten die Jugendarbeiten in den Kirchenkreisen und Einrichtungen. Weitere acht Pädagog*innen begleiten rund 250 Freiwillige, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst in Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen absolvieren. Im Diakonischen Jahr ist auch das Kompassjahr als Orientierungsjahr für kirchliche Berufe angesiedelt. In der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Arnsberg beraten vier Mitarbeitende Vereine, Einrichtungen, Schule und Privatpersonen. Hinzu kommen neun Mitarbeitende in der Verwaltung.
In der Evangelischen Jugend von Westfalen engagieren sich Tausende von Ehrenamtlichen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen. Die Zielgruppe umfasst ca. 150.000 junge Menschen in Westfalen. Allein an den rund 500 geförderten Freizeiten in NRW (viele davon in Westfalen) nehmen jährlich 20.000 bis 25.000 junge Menschen teil. Ein Ziel der jugendverbandlichen Arbeit ist die selbstbestimmte Organisation in eigenen Kinder- und Jugendvertretungen.
Die jugendpolitische Arbeit der Evangelischen Jugend von Westfalen erfolgt gemeinsam mit der rheinischen und der lippischen Kirche sowie den Freikirchen unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend (AEJ-NRW). Der Austausch über jugendpolitische Themen innerhalb der evangelischen Strukturen gehört genauso dazu wie z.B. die Pflege des Kontaktes zu den jugend- und familienpolitischen Arbeitskreisen der Fraktionen im Landtag.
Bei allem Koordinieren oder Vernetzen in Gremien oder Zusammenarbeiten geht es Christian Uhlstein dabei immer zuerst um die jungen Menschen selbst: "Im Jugendalter finden junge Menschen für sich Orientierung, beschreiben ihre Werte, treffen weitreichende Entscheidungen für ihr Berufsleben und persönlich. Durch das Öffnen von selbstwirksamen Räumen des Lebens, Lernens und Glaubens wird Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht. Christlich-Ethisches, gesellschaftliches und demokratisches Engagement wird die logische Folge sein, - im persönlichen Umfeld und auch in Gesellschaft und Kirche."
Während viele der Referent*innen im AfJ im Qualifizierungsprogramm Angebote für Multiplikator*innen anbieten oder Kirchenkreise und Gemeinden beraten, arbeitet die theologische Leitung des Amtes für Jugendarbeit an der Vernetzung und Weiterentwicklung dieser Angebote. Außerdem setzt er sich für das Thema Jugendbeteiligung ein, wie es sich im Rahmen der Jugendbeteiligungsgesetzes der EKvW oder dem sich in Planung befindenden Kinder- und Jugendvertretungsgesetztes ausgestaltet. Für Christian Uhlstein sind dies Instrumente für eine selbstwirksame Beteiligung von jungen Menschen im kirchlichen Leben. Denn: "Nur wenn es gelingt, junge Menschen auf allen Ebenen zu Akteur*innen kirchlichen Handelns werden zu lassen, werden diese die Kirche der Zukunft bilden“, so die Partizipationsphilosophie Uhlsteins und des Amtes für Jugendarbeit.
Neben der Begleitung der jugendverbandlichen Gremien wie der Versammlung der Ev. Jugend von Westfalen und dessen Leitungsgremiums ist Christian Uhlstein beratendes Mitglied der Landessynode, Teil des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (AEJ-NRW) und Delegierter zur Mitgliederversammlung der aej im Bund. Neben dieser vielfältigen Gremien- und Koordinierungsarbeit freut er sich, wenn Zeit für die Durchführung von Fortbildungen oder Aktionen wie der regionalen, ökumenische Aussendungsfeier für das Bethlehemer Friedenslicht bleibt.
