Kirchenkreise Herford, Minden, Lübbecke und Vlotho setzen in der Ausbildung auch auf Kinder- und Bläserchorleitung
Sieben Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker schließen C-Ausbildung ab
Am 12. Mai wurde in der Auferstehungskirche am Kurpark in Bad Oeynhausen der Abschluss des C-Kurses feierlich begangen. Nach gut zwei Jahren gemeinsamer Ausbildung – begonnen kurz nach Ostern 2024 – haben insgesamt sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Kirchenkreisen Herford, Minden, Lübbecke und Vlotho die nebenamtliche Kirchenmusikausbildung erfolgreich abgeschlossen.
Kinderchorleitung und Bläserchorleitung als besondere Ergänzung
Der Kurs hebt sich deutlich vom üblichen Angebot ab: Neben den klassischen Fachrichtungen Orgel und Chorleitung wurden auch Kinderchor- und Bläserchorleitung angeboten – eine Besonderheit, die in der Region nicht selbstverständlich ist. Beide Fächer werden in keinem der anderen laufenden C-Kurse der Evangelischen Kirche von Westfalen angeboten. Für die Kinderchorleitung konnte Kantorin Frauke Seele-Brandt als Dozentin gewonnen werden. Sie unterrichtet Kinderchorleitung an der Hochschule für Kirchenmusik Witten und der Universität Münster und arbeitet selbst praktisch mit Kindern an der Chorschule der Christuskirche in Minden.
Für den Unterricht in den Hauptfächern zeichneten die Kreiskantoren aus dem Gestaltungsraum verantwortlich. Für den instrumentalen Einzelunterricht wurden zusätzlich Musikerinnen und Musiker aus dem jeweiligen Wohnumfeld der Teilnehmenden angesprochen – ein Ansatz, der eine wohnortnahe und praxisnahe Begleitung ermöglichte.
Vielfältige Wege in die Ausbildung
Die sieben Absolventinnen und Absolventen – Florian Rasch, Joshua Reinkemeyer, Mareike Krusberski, Hendrik Kuhn, Najana Arenas Perez, Meik Wollert und Pauline Pönighaus – sind so unterschiedlich wie die Kirchengemeinden, aus denen sie kommen. Einige haben den Kurs noch während ihrer Schulzeit absolviert, andere sich erst im Laufe des Berufslebens dafür entschieden, getragen von einem wachsenden Interesse an der musikalischen Gemeindearbeit und dem Wunsch nach einer fundierten Fortbildung.
Kantorin Līga Auguste, die die Kursleitung innehatte und auch selbst im Fach Gehörbildung unterrichtete, zieht eine erfreuliche Bilanz: „Es hat mich tief beeindruckt zu sehen, wie unterschiedlich die Wege in diese Ausbildung führen – und wie viel Herzblut alle Beteiligten mitgebracht haben. Kirchenmusik lebt von Menschen, die nicht nur spielen oder singen können, sondern die eine Gruppe wirklich führen und begeistern wollen. Das haben unsere Absolventinnen und Absolventen in eindrucksvoller Weise bewiesen.“
Die Lehrkräfte des Kurses
Neben Līga Auguste unterrichteten die Kreiskantoren Leon Sowa (Kirchenkreis Herford, Bläserchorleitung), Nils Fricke (Kirchenkreis Minden, Chorleitung) und József Opicz (Kirchenkreis Vlotho, Tonsatz) sowie Kantorin Frauke Seele-Brandt (Kinderchorleitung).
Info: Was ist die C-Ausbildung?
Die nebenamtliche Kirchenmusikausbildung, kurz C-Kurs, befähigt Musikerinnen und Musiker dazu, Chöre, Bläsergruppen und weitere Ensembles zu leiten sowie die Musik im Gottesdienst zu gestalten. Sie richtet sich an Menschen, die Musik nicht hauptberuflich ausüben, aber ihr Engagement in der Kirchengemeinde vertiefen und professionell untermauern möchten. Die Ausbildung ist zeitintensiv und umfasst sowohl kirchenkundliche Fächer – Liturgie, Bibelkunde und Hymnologie – als auch musikspezifische Inhalte wie Tonsatz, Gehörbildung und Gemeindesingen. Diese gemeinsamen Pflichtfächer gelten für alle Fachrichtungen gleichermaßen.
Der nächste C-Kurs startet im Frühjahr 2027.
Līga Auguste (Kantorin an der Kirche St. Stephan in Vlotho)
