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Theologie-Studentin Janna Kumm berichtet über ihre bewegende Erfahrung

Seelsorgepraktikum in der Universitätsklinik Münster

Janna Kumm hat während ihres Studiums ein Seelsorge-Praktikum im Münsteraner Universitätsklinikum absolvieren dürfen. Eine besondere, bewegende, privilegierte Erfahrung, an der sie euch Teil haben lässt.

Ich habe mein Seelsorgepraktikum am UKM absolviert und war vier Wochen auf verschiedenen Stationen unterwegs und konnte dadurch einen guten Eindruck davon gewinnen, was Seelsorge am UKM bedeutet. Mein Mentor während des Praktikums hat mir in der kurzen Zeit viel beigebracht und mir aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Seelsorger berichtet und dadurch wurde mir bewusst, dass Seelsorge mehr ist als Menschen zuzuhören und ihnen beizustehen. Dieses Mehr ist mir besonders in einer Begegnung bewusst geworden, als ich bei der Segnung eines stillgeborenen Kindes dabei war.

Bevor ich in das Zimmer ging, war ich sehr aufgeregt, doch in dem Zimmer überkam mich eine innere Ruhe. Ich habe in dem Moment verstanden, dass meine Aufregung in gewisser Weise egoistisch ist, denn es ging um die Eltern und um ihre Trauer und nicht um meine Aufregung. Ich habe versucht in dem Moment Trost zu verkörpern, weil ich zu diesem Zeitpunkt zwar Anteil an der Trauer genommen, aber nicht selbst getrauert habe. Für mich hat sich diese Begegnung besonders angefühlt, denn es war nicht nur Trauer, die in diesem Raum war, sondern auch die Kraft und die Hoffnung, die durch das Gebet und den Segen das Zimmer gefüllt hat. Es war die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod und auf ein Wiedersehen mit den Verstorbenen, die nicht direkt ausgesprochen wurde, aber durch den Segen vergegenwärtigt wurde. Diese Erfahrung hat mich sehr geprägt und ich werde diese Begegnung mein ganzes Leben im Herzen tragen.

Ich bin dankbar für diese Praktikumszeit, denn ich nehme all die tollen Erfahrungen und Eindrücke mit, die mir währenddessen geschenkt wurden. Es war eine bewegende Zeit, die mir viel ermöglicht hat und mir geholfen hat an meinen Aufgaben zu wachsen. Die Arbeit als seelsorgende Person ist keine Leichte, aber sie mit den häufigen Aussprüchen: „Oh, das könnte ich ja nicht!“ oder „Das ist ja schlimm sich jeden Tag mit diesem Leid zu beschäftigen oder?“ zu charakterisieren, wird ihr nicht gerecht.

Es ist eine Arbeit, die soviel mehr zu bieten hat als das Leid, denn man begleitet nicht nur durch Leid, sondern durch jede Lebenslage und zu diesen Lebenslagen gehören auch positive Emotionen, wie Freude und Liebe. Es ist ein erfüllender Beruf voller Eindrücke, denn kein Gespräch ist wie das andere. Jeden Tag begegnen einem Menschen mit all ihren zahlreichen Facetten, mit ihren kleinen und großen Problemen, mit ihrer kleinen und großen Trauer oder Freude. Durch dieses Praktikum wurde mir die Chance zuteil einen Einblick in die Menschen und was diese bewegt zu bekommen und dadurch ist mir klar geworden, dass ich genau das jeden Tag machen möchte. Ich habe die Möglichkeit bekommen mich in meinem Berufswunsch bestärkt zu sehen und gehe zusätzlich mit einer Stärkung meines Glaubens aus dem Praktikum.

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Datum: 27.09.2024