Eine Veranstaltungsreihe beschäftigt sich mit dem Umgang und Wandel von Kirchengebäuden
Raum für positive Entwicklung
Hinschauen und Hingehen, wo Transformation von Kirchen erfahrbar wird, das was das Ziel der Veranstaldungsreihe „Den Wandel von Kirche aktiv gestalten - Gebäude in Bewegung setzen“ des Instituts für Kirche und Gesellschaft und des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW).
An den drei vorgestellten, sehr verschiedenen Ansätzen des Umgangs mit Gebäuden kristallisiert sich eine Vielzahl von Aspekten heraus, die für die Verantwortlichen vor Ort handlungsleitend waren: Ausgangssituationen, Motivationen, Ressourcen, Kompetenzen, Partner, Zukunftsbilder. Der gemeinsame Nenner der Ansätze liegt dabei im Bemühen, aus dem Druck zur Veränderung eine Tugend zu machen, eine passende Lösung für die individuelle Situation zu ˪nden und diese mit Mut, Leidenschaft und viel Kraft und Zeit umzusetzen.
Drei Projekte wurden vorgestellt
Zum digitalen Start der Reihe lernten die Teilnehmenden zunächst neben den drei Projekten die Perspektive der landeskirchlichen Vermögensaufsicht kennen, die den frühzeitigen Einbezug der landes- und kreiskirchlichen Stellen und deren ermöglichende Grundhaltung herausstellte.
Im Evangelischen Lebenszentrum Lendringsen erlebten die Teilnehmenden dann vor Ort den Neubau eines Stadtteilhauses von Kirchengemeinde und Diakonie als modernen und vielseitigen Möglichkeitsraum im Zusammenspiel mit Familienzentrum und integrativem Wohnen. Wie wichtig die vorausschauende Kommunikation von Veränderungsprozessen ist und welche Ressourcen und Partner es braucht, ein solch quartiersorientiertes Großprojekt – insbesondere auch mit Blick auf die hierfür eingeworbenen Fördermittel – zu managen, waren rege diskutierte Aspekte unter den Teilnehmenden.
In der Evangelischen Kirche am Markt in Coesfeld wurde als nächstes der „rote Kubus” als eindrucksvolles Beispiel für ein Gemeindehaus im Kirchgebäude erfahrbar. Zukunftsorientiert auf eine kleiner werdende Gemeinde hin geplant und den Erfordernissen eines Baudenkmals entsprechend entstand hier ein außergewöhnlicher neuer Raum. Wie viel Zeit es von der Diagnose der erforderlichen Reduzierung bis zur Umsetzung brauchte und was im Zuge dessen bewusst aufgegeben wurde, waren Themen im Austausch vor Ort.
An der entwidmeten Martini-Kirche Bielefeld zeigte sich schließlich, wie auch in der Abgabe von Gebäuden „Glück und Seligkeit“ liegen kann: Nach langjähriger Verpachtung an die Griechisch-Orthodoxe Gemeinde wurde die Kirche im Zuge von Fusionen im Wege des Erbbaurechts von einem Investor übernommen. Mit Gespür für die Geschichte dieses besonde-
ren Raumes entwickelte dieser die Kirche zu einem seinerzeit einzigartigen Gastronomiekonzept weiter, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung ˪ndet.
Wie wertvoll der Austausch und das Lernen aller an der Transformation beteiligten Akteure ist, darüber waren sich die Teilnehmenden aus Kreiskirchenämtern und Kirchengemeinden einig. „Es war eine rundum gelungene Auswahl anregender Beispiele und die unterschiedlichen Blickwinkel auf Veränderungsprozesse sehr bereichernd. Ich nehme viele konkrete Ideen für unsere Aufgaben vor Ort mit“, lautet die Rückmeldung eines Teilnehmers, der die gesamte Veranstaltungsreihe besucht hat.
Von Anja Bucholz - UK am 15. März 2026
