„Ein wichtiger Ort, an dem man wirklich etwas für Menschen tun kann“
Präses Ruck-Schröder besucht Bethel
MedienInfo 33/2026
Wie stärkt diakonische Arbeit Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenslagen? Diese Frage stand im Zentrum des Besuchs der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Adelheid Ruck-Schröder, in Bethel. Dort erhielt die Präses Einblicke in einige zentrale Arbeitsfelder der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel – von der Begleitung schwerst- und sterbenskranker Kinder und ihrer Familien über Angebote der Eingliederungshilfe bis hin zu inklusiven Kultur- und Seelsorgekonzepten.
Ein besonderer Fokus lag auf der Begleitung von Menschen in existenziellen Lebenssituationen. Im Kinder- und Jugendhospiz Bethel werden jährlich 130 Familien unterstützt, deren Kinder eine lebensverkürzende Krankheit haben. Doch auch, wenn der Tod gerade hier nicht ausgeklammert wird, „ist es ein Haus voller Leben“, betonte Hospizleiter René Meistrell. Die warme und freundliche Atmosphäre des Hauses, die vielen Spiel-, Kunst- und Musikangebote für die betroffenen Kinder ermöglichen Freiheit und Erholung im sonst belasteten Alltag – auch für ihre Geschwister und Eltern.
Präses Ruck-Schröder nahm sich viel Zeit im neu gestalteten Abschiedsraum, in dem Eltern nach dem Tod ihres Kindes trauern können und seelsorgerisch begleitet werden. Abschieds- und Aussegnungsrituale aller Religionen sind hier möglich. „Ein wichtiger Ort, an dem man wirklich etwas für Menschen tun kann. Wie gut, dass es diesen Ort in Bethel gibt“, sagte Adelheid Ruck-Schröder. Obwohl die Arbeit im Hospiz für Mitarbeitende gerade an Trauertagen belastend sein kann, sind viele schon seit Gründung des Kinder- und Jugendhospizes Bethel im Jahr 2012 dabei. „Die emotionale Intensität führt bei uns eher nicht dazu, dass die Menschen schnell die Stelle wechseln wollen, weil ihre Arbeit hier sinnvoll ist“, erklärte Bethels Vorstandsvorsitzender Pastor Dr. Bartolt Haase.
Ebenso im Blick war die Förderung von Selbstbestimmung beim Wohnen und gesellschaftlicher Teilhabe. Am Beispiel des Hauses Gihon von Bethel.regional wurde aufgezeigt, wie individuelle Unterstützungsangebote Menschen dabei helfen, ihr Leben möglichst eigenständig zu gestalten und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. 50 Mitarbeitende kümmern sich hier um Menschen im Alter zwischen 20 und 80 Jahren, die mit unterschiedlichsten Einschränkungen leben und zusammen eine Wohngemeinschaft bilden. „Wir haben hier einen bunten Blumenstrauß“, sagte Bereichsleiter Hans-Joachim Giese.
Impulse für eine inklusive Kirche gab anschließend die Vorstellung des Konzepts „Gottesdienst einfach zusammen feiern“. In der Neuen Schmiede, dem Freizeit- und Kulturzentrum Bethels, wurde erlebbar, wie barrierearme Zugänge zu Glauben, Gemeinschaft und Kultur geschaffen werden können. Damit verbindet Bethel diakonisches Handeln mit innovativen Formen kirchlicher Praxis. Bethels integrative Öffentlichkeitsarbeit zeigte zudem, wie wichtig es ist, dass Menschen selbst von ihrem Leben mit Einschränkung berichten können.
„Es ist schön, es ist toll, wie Menschen hier gefördert werden, ihr Leben so selbstständig wie möglich zu leben“, fasste Präses Ruck-Schröder ihre Eindrücke zusammen. Und Bethels Vorstandsvorsitzender Haase ergänzte: „Diakonie macht erfahrbar, was Kirche im Kern auszeichnet: die verlässliche Zuwendung zum Menschen. Der Besuch der Präses ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit unserer Mitarbeitenden und für die Menschen, die wir begleiten.“

