Brücken des Glaubens stärken – Ökumenische Konsultation vor der Landessynode
Kirchen bereit zu mehr ökumenischer Zusammenarbeit
Mehrere christliche Kirchen wollen künftig noch enger zusammenarbeiten und damit ein sichtbares Zeichen für gelebte Ökumene setzen. Dafür sprachen sich Vertreter*innen verschiedener Konfessionen am Samstag bei der Ökumenischen Konsultation in Bielefeld-Bethel aus.
Eingeladen dazu hatte die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW). Das Treffen fand im Vorfeld der westfälischen Landessynode statt, die am Sonntag eröffnet wurde und bis zum kommenden Mittwoch tagt. Unter dem diesjährigen Thema „Brücken des Glaubens: Ökumene als Chance in einer säkularen Welt“ diskutierten die Teilnehmenden Herausforderungen und Chancen gemeinsamer kirchlicher Arbeit.
Generalvikar Monsignore Michael Bredeck vom Erzbistum Paderborn betonte die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels: „Wir müssen uns vom Modell der Volkskirchen verabschieden.“ Dieser Prozess sei schmerzhaft, zugleich jedoch eine Chance, Menschen darin zu stärken, „ihren Glauben zu leben“ und Gottes Wirken im Alltag zu erfahren.
Zu den weiteren Podiumsgästen gehörten die syrisch-orthodoxe Theologin Martina Aras (Paderborn), die Superintendentin des Kirchenkreises Hattingen-Witten, Julia Holtz, sowie der frühere Bischof der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, Peter Johanning, der sich weiterhin aktiv in der Ökumene engagiert.
Gemeinsam warben sie dafür, den Fokus kirchlicher Arbeit stärker auf die christliche Botschaft, das zeitgemäße Erzählen biblischer Geschichten und Seelsorge zu richten. Statt über sinkende Mitgliederzahlen und knapper werdende Ressourcen „zu lamentieren“, sei es notwendiger, Menschen neu zu erreichen, damit sie persönliche Nähe erfahren und Glaube erlebbar werde. „Wo Menschen persönliche Nähe spüren, zeigt sich ökumenische Verbundenheit“, hieß es übereinstimmend.
Viele Menschen suchten gerade in Krisenzeiten sinnliche Erfahrungen und Heilung, berichtete Aras. Der Reichtum altorientalischer Hymnen könne hier neue Impulse setzen. Die vielfach poetischen Texte könnten eine neue Dynamik in die Ökumene bringen, so die Theologin, die am Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik sowie an der Universität Paderborn tätig ist. Superintendentin Holtz hob hervor, wie wichtig Spiritualität sei: „Wir können alle miteinander und voneinander lernen.“
Der Ökumene-Dezernent der EKvW, Albrecht Philipps (Bielefeld), unterstrich die wachsende Bedeutung ökumenischer Zusammenarbeit: „In einer immer stärker säkularisierten Welt gewinnt Ökumene an Bedeutung.“ Er freute sich über den regen Austausch zu erfolgreichen Praxisbeispielen und zukünftigen Chancen. Pfarrer Christian Hohmann (oikos-Institut) sagte, Ökumene sei nicht nur ein Handlungsfeld, sondern eine „geistliche Aufgabe“, um den Glauben miteinander zu feiern und teilen zu können.
Ein Programmhöhepunkt war der Auftritt des Song-Poeten, TV-Journalisten und Grimme-Preisträgers Martin Buchholz. Unter dem Motto „Hoffnungsfunken“ brachte er mit Lebensliedern und Geschichten musikalische Akzente ein.
In mehreren Workshops wurden innovative Projekte vorgestellt, darunter ein Erprobungsmodell für „oikos“-Gemeinden, die ihr Profil auf Mission und Ökumene ausrichten wollen. Ebenso präsentiert wurden das Projekt „Studio 41“ im Dortmunder Norden – eine transkulturelle Form von Kirche –, die Ökumenische Wohngemeinschaft in Oelde als Modell gelingender evangelisch-katholischer Gemeindekooperation sowie ein Einblick in das Projekt „Gemeinsam unterwegs – persönlich und spirituell“ aus Balve. Die aus dem Kongo stammende Theologin Leita Ngoy, Pfarrerin im Probedienst der westfälischen Kirche, berichtete über Erfolge und Herausforderungen in der ökumenischen Zusammenarbeit.
An verschiedenen Ständen konnten sich die Teilnehmenden darüber hinaus zu Ökumenischen Pilgerwegen, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen (ACK-NRW), der Orangenaktion „Süß statt bitter“ sowie zu aktuellen Aktionen der Bewegung „Christians for Future“ in Soest informieren.
