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Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen besucht Westfalen

Heinrich Bedford-Strohm betont Notwendigkeit für Dialog

Seit 2022 ist der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Weltkirchenrates (Ökumenischer Rat der Kirchen, ÖRK). Am vergangenen Freitag war Bedford-Strohm zu Gast in der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Auf Einladung des Ständigen Ausschusses für Mission und Ökumene berichtete er über seine Arbeit beim Weltkirchenrat und insbesondere über die letzte Sitzung des Zentralausschusses, die im Juni im südafrikanischen Johannesburg stattgefunden hatte.

Die Entscheidung des Zentralausschusses, das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern als Apartheid zu bezeichnen, hatte in Deutschland Widerspruch hervorgerufen. Bedford-Strohm führte aus, er verwende den Apartheid-Begriff selbst nicht, die damit verbundene Kritik an der derzeitigen israelischen Regierung sei allerdings berechtigt. In der Stellungnahme bezog sich der Weltkirchenrat auf „das unerträgliche Leid, das den Menschen in Gaza zugefügt wird, und die eskalierende Gewalt und Unterdrückung im Westjordanland“.

Selbstkritisch räumte Bedford-Strohm ein, es sei ein Fehler gewesen, die schon in früheren Erklärungen deutlich geäußerte Verurteilung der Hamas-Morde durch den Weltkirchenrat in der umstrittenen Stellungnahme nicht noch einmal zu erwähnen. Damit hätten manche Missverständnisse vermieden werden können. Die Hamas stellt seit ihrer Gründung das Existenzrecht Isreals infrage. Das aber kann und darf aus Sicht der Evangelischen Kirche niemals akzeptiert werden.

Positiv wertete Bedford-Strohm das im Weltkirchenrat zur Anwendung kommende Konsensprinzip. Es gehe nie darum, Minderheiten zu überstimmen. Im Gegenteil: „Die ehrliche Bereitschaft, anderen zuzuhören, bewegt viel.“ Man suche immer nach einem Konsens, der aber auch abweichenden Meinungen Raum gebe. Bedford-Strohm betonte auch, wie wichtig ihm der Dialog mit Andersdenkenden innerhalb und außerhalb des Weltkirchenrates sei.

Der Weltkirchenrat, auch Ökumenischer Rat der Kirchen genannt, ist ein Zusammenschluss von 356 evangelischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen mit 600 Millionen Mitgliedern. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied des Weltkirchenrats als Ganzem, sondern nur der Abteilung Glaube und Kirchenverfassung. Sie beteiligt sich jedoch als Gast auch an der Arbeit anderer Abteilungen des Weltkirchenrats.

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Datum: 05.09.2025