Westfälische Kirche besucht koptisch- und syrisch-orthodoxe Partner in Höxter und Warburg
Gemeinsames Gebet und Begegnung
MedienInfo 24/2026
Mit Begegnung, intensivem Austausch und gemeinsamem Gebet stand der Antrittsbesuch von Präses Adelheid Ruck-Schröder bei den orthodoxen Klöstern in Brenkhausen und Warburg am 1. Juni 2026 im Zeichen der gelebten Ökumene.
Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland sowie der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland trafen zusammen, um bestehende Beziehungen zu vertiefen und Perspektiven für die ökumenische Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.
Im koptisch-orthodoxen Kloster in Höxter-Brenkhausen wurde die Präses von Metropolit Anba Damian empfangen. In Gesprächsrunden standen die aktuelle Situation der Kirchen, Erfahrungen aus den Gemeinden sowie gemeinsame Herausforderungen im Mittelpunkt. Deutlich wurde, wie sehr die Kirchen durch Migration, internationale Verbindungen und gesellschaftliche Umbrüche miteinander verbunden sind.
Der Austausch würdigte die guten, über Jahre gewachsenen ökumenischen Beziehungen und richtete den Blick zugleich nach vorn: Die Zusammenarbeit soll insbesondere in den Bereichen Diakonie, Jugendbildungsarbeit sowie im Engagement für Geflüchtete weiter gestärkt werden.
Die Präses unterstützte ausdrücklich die anhaltenden Bestrebungen Damians, das Kloster Brenkhausen als einen offenen ökumenischen Lern- und Begegnungsort zu etablieren. Dazu zählt auch die Dauerausstellung „Von Bethlehem nach Brenkhausen“, die ab dem Spätsommer zusätzlich zum etablierten Tagungsbetrieb die Geschichte der koptischen Gemeinde in Brenkhausen einführen soll.
Ein gemeinsames ökumenisches Gebet setzte zum Abschluss ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit im Glauben. Die Partnerschaft der Kirchen wollen die westfälische Präses und Metropolit Damian mit einer gemeinsamen Reise zu den Wurzeln der Koptisch-Orthodoxen Kirche nach Ägypten in naher Zukunft weiter vertiefen.
Am Nachmittag führte der Besuch in das syrisch-orthodoxe Kloster St. Jakob von Sarug in Warburg, wo Erzbischof Mor Philoxenus Mattias Nayis die Delegation begrüßte. Auch hier prägten persönliche Begegnungen und offene Gespräche das Programm. Die Zusammenarbeit der EKvW mit der Syrisch-Orthodoxen Kirche – rund 120.000 Gläubige leben in Deutschland - umfasst unter anderem die Fortbildung von Religionslehrkräften, die Begleitung des theologischen Nachwuchses sowie die pastorale Zusammenarbeit in den Gemeinden.
Das gemeinsame Stundengebet im Kloster verlieh dem Treffen eine besondere geistliche Tiefe. Ein Chor von Klosterschülern gestaltete eindrucksvoll das gesungene Gebet auf Alt-Aramäisch, also in der Sprache Jesu. Die leitenden Geistlichen vereinbarten, die Kooperationen im Bildungsbereich zu vertiefen und künftig auch in der Vorbereitung des Deutschen Evangelischen Kirchentages stärker zusammenzuarbeiten. Erzbischof Nayis nahm außerdem die Einladung der Präses zu einem Gegenbesuch im Landeskirchenamt in Bielefeld an.
Ruck-Schröder betonte im Verlauf des Tages den enormen Wert der Begegnungen mit den regionalen christlichen Partnern: Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen und offenen Angriffen auf das friedliche Miteinander sei der ökumenische Schulterschluss unverzichtbar. Die lebendige Gemeinschaft, die im Austausch über die Arbeit und im gemeinsamen Gebet in Brenkhausen und Warburg erfahrbar wurde, mache Mut, sich auch künftig gegenseitig zu stärken.

