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Impuls- und Vernetzungstag stärkt Kooperation von katholischer und evangelischer Kirche

Für eine „Verbindliche Ökumene“

Rund 40 Engagierte aus römisch-katholischen und evangelischen Kirchen kamen beim Impuls- und Vernetzungstag „Verbindliche Ökumene“ zusammen, um konkrete Beispiele ökumenischer Zusammenarbeit kennenzulernen und weiterzudenken. Gemeinsam veranstaltet vom Bistum Münster, der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), lag der Fokus auf kirchlichen Handlungsfeldern, die vor Ort gemeinsam verantwortet werden.

„Die Sehnsucht nach einer verbindlichen, gelebten Gemeinschaft über Konfessionsgrenzen hinweg ist groß und wichtiger denn je“, betonte Dr. Aurica Jax (Bistum Münster) zu Beginn. Dr. Albrecht Philipps (Landeskirchenrat, EKvW) verwies zugleich auf bestehende Hürden: „Es gibt immer noch Hindernisse auf dem Weg zu einer verbindlichen Ökumene.“ Mut machte er mit dem Bild: „Steine, die uns in den Weg gelegt werden, können wir auch nutzen, um ein gemeinsames Gebäude zu bauen oder einen Weg zu pflastern.“

Den theologischen Impuls setzte Professorin Dr. Dr. h.c. Dorothea Sattler (Universität Münster) mit ihrem Vortrag „Gemeinsam hinzutreten an den Tisch des Herrn? Ökumenische Perspektiven“. Sattler betonte, dass Vielfalt in der Ökumene Bereicherung bedeute und nicht Beliebigkeit. Eucharistische Gemeinschaft sei mehr als ein theologisches Lehrstück: Es gehe um Erleben und Deutung, um Erfahrung als Quelle der Erkenntnis, um gemeinsame Sendung in die Welt und um diakonische Konsequenzen, wie symbolisiert in der Fußwaschung.

Praxisbeispiele aus Nienberge, Oelde und Orsoy zeigten anschaulich, wie Kooperation auf Basis verbindlicher Vereinbarungen bereits gelingt – von gemeinsamen Gottesdiensten über geteilte Gebäude bis hin zu einer ökumenisch genutzten Kirche.

In Workshops vertieften die Teilnehmenden Themen wie den Praxisleitfaden „Und wenn wir alle zusammenziehen?“, ökumenisch sensible Gottesdienstfeiern sowie gelebte Ökumene in der Mahlpraxis.

Zum Abschluss verwies Markus Schaefer (EKiR) auf die neue Internetplattform „Ökumenisch kooperative Orte“, die den Austausch untereinander ermöglichen und bestehende Projekte sichtbar machen soll. Viele Teilnehmende äußerten den Wunsch, über den Tag hinaus verbunden zu bleiben und die Erfahrungen einer verbindlichen Ökumene weiter zu verbreiten.

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