Soforthilfe für Gemeinden angesichts schwerer Wald- und Torfbrände in Kalimantan
VEM-Gemeinschaft unterstützt indonesische Kirche mit 39.000 Euro
MedienInfo 38/2026
Angesichts der starken Rauchbelastung durch schwere Wald- und Torfbrände auf der indonesischen Insel Kalimantan erhält die Evangelische Kirche in Kalimantan (Gereja Kalimantan Evangelis, GKE) Unterstützung aus Deutschland: Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen und die Vereinte Evangelische Mission (VEM) sagen der GKE, einer VEM-Mitgliedskirche, eine Soforthilfe von insgesamt 39.000 Euro zu.
Brandrodungen und Trockenheit begünstigen Brände
Betroffen sind weite Teile der Insel. Medienberichten zufolge sind bereits rund 3.000 Quadratkilometer Wald abgebrannt. Als Ursache gelten außer Kontrolle geratene Brandrodungen, begünstigt durch die anhaltende Trockenheit. Der beißende, giftige Rauch stellt eine erhebliche Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung dar. Nach Angaben der GKE lag der Luftqualitätsindex (AQI) am 21. August 2026 in Palangka Raya bei 253, in Banjarmasin bei 181 und in Pontianak sogar bei 472.
Zehntausende Feuerwehrleute, Soldat*innen und freiwillige Helfer*innen versuchen, die Brände unter Kontrolle zu bringen. Vor allem die tief in der Erde schwelenden Torfbrände sind schwer zu löschen. Die Wälder Borneos und Kalimantan gelten neben dem Amazonasgebiet als eine der wichtigsten „Lungen der Erde“. Die Brände setzen aber nicht nur große Mengen an Schadstoffen frei, sondern zerstören auch die letzten natürlichen Lebensräume der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans.
Hilfsmaßnahmen für besonders gefährdete Menschen
Besonders gefährdet sind Kleinkinder, ältere Menschen und Schwangere sowie Händler*innen und andere Berufsgruppen, die viel Zeit im Freien verbringen. Die allgegenwärtige Rauchbelastung beeinträchtigt zudem das kirchliche und gesellschaftliche Leben: Gottesdienste, Bildungsangebote und andere Gemeindeaktivitäten sind genauso betroffen wie die Lebensgrundlagen vieler Menschen.
Die Soforthilfe der Kirche vor Ort konzentriert sich zunächst auf den unmittelbaren Gesundheitsschutz. Vorgesehen sind die Beschaffung und Verteilung zertifizierter Schutzmasken, darunter der Typen N95, KN95 und KF94. Da die Maskenbestände auf Kalimantan erschöpft sind, müssen sie unter hohem Aufwand aus anderen Landesteilen gebracht oder dem Ausland importiert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die jüngsten Vulkanausbrüche des Sinabung und des Anak Krakatau große Mengen an Atemschutzmasken erfordern und der indonesische Markt nahezu leergefegt ist. Ein schneller Einsatz ist daher notwendig, um die Bevölkerung auf Kalimantan rechtzeitig zu erreichen.
Vorrangig sollen besonders gefährdete und exponierte Menschen unterstützt werden. Die Verteilung koordiniert der Synodalvorstand der GKE gemeinsam mit den örtlichen Gemeinden. Darüber sind Aufklärungsmaßnahmen über die gesundheitlichen Risiken einer länger andauernden Rauchbelastung geplant.
VEM bittet um Unterstützung
„Die Menschen in Kalimantan brauchen jetzt unsere Solidarität“, appelliert Pfarrerin Dr. Dyah Krismawati, Leiterin der Division Asien und stellvertretende Generalsekretärin der VEM. Mit Hilfe von Spenden kann die GKE besonders gefährdete Menschen unmittelbar mit Schutzmasken versorgen und diejenigen unterstützen, die trotz der schwierigen Bedingungen weiterhin für ihre Gemeinden und Nachbarschaft da sind.
Spenden können unter dem Stichwort „Nothilfe Kalimantan Waldbrände“ auf folgendes Konto überwiesen oder online geleistet werden:
Vereinte Evangelische Mission
KD-Bank eG
IBAN: DE45 3506 0190 0009 0909 08
BIC: GENODED1DKD
