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Pfarrer Dr. Kai-Uwe Spanhofer wechselt zur EKvW

Kirche und pastoralen Dienst gemeinsam weiterentwickeln

Mit dem Wechsel ins Landeskirchenamt hat Dr. Kai-Uwe Spanhofer zum 1. September die Leitung des Geschäftsbereichs Pastorale Dienste in der EKvW übernommen. Der frühere Hiddenhausener Gemeindepfarrer, der am Freitag, 4. September, in sein Amt eingeführt wird, wird die Weiterentwicklung pastoraler Arbeit in der EKvW vorantreiben.

Nach 27 Jahren in der Gemeindearbeit bringt Spanhofer die Erfahrung eines Pfarrers mit, der Kirche stets als Teil ihres gesellschaftlichen Umfelds versteht. Sich für verändertes Denken und Arbeiten zu öffnen, sieht er für seine neue Aufgabe als elementaren Ausgangspunkt.

„Kirche steht für mich nie isoliert, sondern ist immer in einem Gemeinwesen verankert“, ist er überzeugt. Dieser Ansatz prägte zahlreiche Projekte in „seiner“ Stephanus-Gemeinde in Hiddenhausen. Denn er wollte immer „die Außenwelt in die Kirche holen“, aber auch „die Kirche in die Außenwelt und diese Begegnungen ermöglichen“.

Beispielhaft dafür stehen der Mittagstisch, das Erzählcafé, die Sofa-Gottesdienste  und vor allem die neue Kita, deren Bau er über Jahre begleitet hat. Heute dort die Kinder auf dem Gelände neben dem Pfarrhaus spielen zu sehen, sei „ein super Abschluss“ seiner Gemeindezeit.

Einsatz in regionalen Strukturprozessen

Neben der Gemeindearbeit engagierte sich Spanhofer intensiv in Struktur- und Entwicklungsprozessen des Kirchenkreises. Dort entstand seine Überzeugung, dass Veränderungen nicht verordnet, sondern gemeinsam gestaltet werden müssen. Auch in seiner neuen Aufgabe im Landeskirchenamt will er auf Beteiligung setzen. „Ich bin kein Einzelkämpfer, der mit dem Kopf durch die Wand muss und alles besser weiß“, betont er. Vielmehr gehe es darum, unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammenzubringen.

Mit Blick auf die Zukunft der Kirche sieht Spanhofer den Pfarrberuf vor tiefgreifenden Veränderungen. „Ich glaube, dass der klassische Pfarrberuf so nicht mehr funktioniert, also vorrangig vom am Altar aus und allein“, sagt er. Künftig werde es stärker darauf ankommen, Menschen vor Ort zu vernetzen, Verantwortung zu teilen und andere zu befähigen.

In diesem Zusammenhang verweist er auf das Prinzip des Empowerments, das er aus seinem Studiensemster am Center of Empowerment Studies (CES) in Halle a. d. Saale kurz vor Ende seiner Gemeindezeit mitgenommen hat: „Wie kann man andere zum gemeinsamen Dienst befähigen und bevollmächtigen?“ Das müsse stärker als bisher integriert werden in die Aus- und Fortbildung, aber auch im Gemeindealltag und in der Gemeindeleitung. Für die pastoralen Berufe der Zukunft geht Spanhofer deshalb davon aus, dass kein Weg an einer noch stärkeren Teamorientierung und Zusammenarbeit verschiedener Professionen vorbeiführt.

„Sorgen bei Veränderungen aussprechen und ernstnehmen“

Gleichzeitig wirbt Spanhofer dafür, die emotionalen Seiten dieser ganz schön tiefgreifenden Veränderungen ernst zu nehmen. Viele Mitarbeitende – auch hochverbundene Ehrenamtliche - erlebten derzeit Abschiede von vertrauten Strukturen und Rollenbildern. Deshalb brauche es Möglichkeiten, Sorgen und Verluste auszusprechen. „Sprachfähig werden“, sei immer der erste Schritt solcher Prozesse. Widerstände sollten nicht übergangen, sondern gehört und ernstgenommen werden. Ebenso wichtig sei ein gemeinsames Zielbild, das Orientierung für die Zukunft gebe. Denn: „Nach vorne braucht es eine Idee, was werden kann, was wachsen könnte.“

Für seine neue Aufgabe formuliert Spanhofer deshalb vor allem einen Wunsch: Kirche solle lernen, über alle Körperschaften und Verfassungsebenen hinweg stärker zusammenzuarbeiten. Erfolgreich wäre für ihn „ein Prozess der Entwicklung, in dem wir lernen, gemeinsame Lösungen zu kreieren“. Entscheidend sei dabei, „nicht gegeneinander oder übereinander zu kommunizieren, sondern miteinander“.

Als Leiter des Geschäftsbereichs Pastorale Dienste möchte er dazu beitragen, genau diese Kultur des Dialogs zu stärken. Er kommt, wie er selbst sagt, „bewusst als Pfarrperson in das Landeskirchenamt“ und möchte seine Erfahrungen aus der Praxis einbringen. Sein Ziel: Eine Kirche, die offen für Veränderungen bleibt, unterschiedliche Mitarbeitende und Professionen zusammenführt und auch künftig nah bei den Menschen im Gemeinwesen bleibt

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