Freiwilligendienste für junge Menschen werden fortgeführt
EKvW würdigt Mitarbeitende des Diakonischen Jahrs bei Abschiedsveranstaltung
Nach 68 Jahren in Trägerschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) wechselt das Diakonische Jahr Westfalen zum 1. September 2026 zum Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. (Diakonie RWL). Mit dieser Übernahme werden die evangelischen Freiwilligendienste in der Region künftig stärker gebündelt.
Bei einer Abschiedsveranstaltung im Haus Villigst in Schwerte blickten rund 70 Gäste auf die Geschichte und die Entwicklung des Arbeitsbereichs zurück. Unter ihnen waren ehemalige Freiwillige, Mitarbeitende sowie zahlreiche Wegbegleiter*innen, die das Diakonische Jahr über viele Jahre geprägt und begleitet haben.
68 Jahre Engagement für junge Menschen
In ihrer Ansprache würdigte die Theologische Vizepräsidentin der EKvW, Susanne Falcke, die Bedeutung des Diakonischen Jahres für junge Menschen. Zugleich richtete sie den Blick auf all diejenigen, die den Arbeitsbereich über Jahrzehnte getragen und gestaltet haben: „Ich möchte an dieser Stelle von Herzen Danke sagen: Ein Dank an alle, die in diesen knapp 70 Jahren mit viel Herzblut und fachlicher Kompetenz so wichtige Wegbegleiter*innen dieser Jugendlichen in dieser besonderen und wichtigen, schönen und auch fragilen und herausfordernden Lebensphase waren und sind.“
Seit seiner Gründung hat das Diakonische Jahr (DJ) jungen Menschen die Möglichkeit eröffnet, sich sozial zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und persönliche wie berufliche Orientierung zu gewinnen. Neben der praktischen Arbeit in den Einsatzstellen waren dabei insbesondere die pädagogische Begleitung und die gemeinsamen Bildungsseminare wesentlicher Bestandteile des Freiwilligendienstes.
Ein Jahr, das Lebenswege prägt
Welche Spuren ein solches Jahr im Leben junger Menschen hinterlassen kann, schilderte Vanessa Leder. Sie absolvierte selbst einen Freiwilligendienst: „Meine Reise begann mit 17 Jahren, als ich meinen Bundesfreiwilligendienst im DJ aufgenommen habe. Bereits hier durfte ich wertvolle Erfahrungen sammeln, die mich in meiner persönlichen Entwicklung und für meinen gesamten Lebensweg geprägt haben. Zudem hat mich mein Diakonisches Jahr in meiner Berufswahl gestärkt, sodass ich hier heute stolz als Sozialarbeiterin stehen darf. Das DJ war für mich ein Wegbegleiter, der meinen persönlichen und beruflichen Weg sehr geprägt hat und mich insgesamt darin gestärkt hat, zu der Person zu werden, die ich heute bin.“
Eine Schatzkiste für den weiteren Weg
Knut Grünheit, geschäftsführender Leiter des Amtes für Jugendarbeit, dankte dem gesamten Team für die langjährige und engagierte Arbeit. Besonders gewürdigt wurde Ute Gerdom, die das Diakonische Jahr Westfalen seit 2013 geleitet hat.: „Für dich stand immer der Freiwilligendienst im Mittelpunkt. Du hast ihn nie als bloßes Programm verstanden. Für dich war und ist er ein wichtiger Beitrag evangelischer Bildungsarbeit, gelebter Diakonie und kirchlicher Zukunftsgestaltung.“
Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit war die Übergabe einer Schatzkiste. Nach und nach traten Weggefährtinnen und Weggefährten hinzu, erzählten von gemeinsamen Erlebnissen und Erfahrungen aus den vergangenen Jahren und legten jeweils ein persönliches Symbol in die Kiste. So entstand eine individuelle Sammlung von Erinnerungen, die von der Arbeit und dem Miteinander im Diakonischen Jahr erzählt und für die zukünftige Arbeit mit auf den Weg ins Diakonische Werk gegeben wurde.
Auch Ute Gerdom richtete den Blick nach vorn. Sie betonte, dass der Wechsel die Chance biete, die Freiwilligendienste zukunftsfähig aufzustellen und weiterzuentwickeln. Dabei sollen auch die Themen, für die das Diakonische Jahr bislang besonders gestanden hat, weiterhin Raum finden – unter anderem Spiritualität und religiöse Bildung.
Abschied von Mitarbeitenden
Der Abschied galt an diesem Tag nicht nur dem Arbeitsbereich, sondern auch den Menschen, die ihn über viele Jahre mit Leben gefüllt haben. Zehn Kolleg*innen aus Verwaltung, Referent*innenteam und Leitung wurden in einem sehr persönlichen Gottesdienst von ihren Kolleg*innen verabschiedet.
Der Gottesdienst wurde von den Mitarbeitenden selbst gestaltet und bot Raum für persönliche Worte, Erinnerungen, Dank und Segen. Dabei wurde deutlich, wie viel Verantwortung und Engagement die Kolleg*innen in den vergangenen Jahren eingebracht haben. Damit haben sie die Arbeit des Diakonischen Jahres geprägt und überhaupt erst möglich gemacht.
Einige der Mitarbeitenden bleiben dem Arbeitsbereich künftig in der Diakonie RWL verbunden, andere werden an anderer Stelle innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen weiterarbeiten. Für das Amt für Jugendarbeit wird dieser personelle Wandel spürbar sein. Denn die Kolleg*innen haben weit über die unmittelbare Begleitung der Freiwilligen hinausgewirkt: Sie haben sich in die Prozesse des Amtes eingebracht, ihre Erfahrungen aus der Praxis geteilt und immer wieder den Blick dafür geschärft, was junge Menschen bewegt und welche Unterstützung sie brauchen.
So war der Abschied zugleich ein Moment des Loslassens und des Dankes – aber auch ein Zeichen dafür, dass die gemeinsame Arbeit und die Beziehungen, die über viele Jahre gewachsen sind, über den Wechsel der Trägerschaft hinaus weiterwirken.
Freiwilligendienste werden unter neuer Trägerschaft fortgeführt
Mit dem Trägerwechsel wird das Diakonische Jahr in eine größere Struktur evangelischer Freiwilligendienste eingebunden. Die Diakonie RWL begleitet rund 2.000 Freiwillige und ist damit der größte evangelische Träger von Freiwilligendiensten in Deutschland.
Die Angebote für junge Menschen werden unter der neuen Trägerschaft fortgeführt und weiterentwickelt. Auch die Verbindung zur evangelischen Jugendarbeit in Westfalen soll bestehen bleiben.
Das Kompassjahr der EKvW als Orientierungsjahr für kirchliche Berufe wird perspektivisch durch den Bereich Nachwuchsgewinnung im Landeskirchenamt in Bielefeld weitergeführt werden.

