Staffelstab-Übergabe in der westfälischen Kirche Kunterbunt
Nach über zehn Jahren wechselt die Zuständigkeit für die Kirche Kunterbunt in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) zum 01. Januar 2027 von Andreas Isenburg, oikos-Institut für Mission und Ökumene (Dortmund), zu Bastian Basse, Kirche mit Kindern in der EKvW im Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung (Schwerte).
Was ist Kirche Kunterbunt?
Kirche Kunterbunt ist kein klassischer Kinder- oder Familiengottesdienst. Sie ist vielmehr ein generationenverbindendes Format, dass die gesamte (Groß-)Familie in den Blick nimmt. Auf kreative, verrückte, spielerische und zum Teil auch auf chaotische Weise, werden Glaubensdinge mit Alltagsthemen verknüpft, um Menschen, die kaum oder keinen Kontakt zur Gemeinde haben, mit der christlichen Botschaft in Verbindung zu bringen. Dabei darf auch schon einmal ein echter Bagger im Kirchgarten stehen oder auf BobbyCars durch den Mittelgang gerast werden.
Jede Kirche Kunterbunt hat denselben Ablauf. Nach der Willkommenszeit wird das jeweilige Thema in der Kreativzeit an unterschiedlichen Stationen unter die Lupe genommen und mit Gesprächsimpulsen vertieft. So wird eben nicht nur gebastelt, gestaltet, gewerkelt und ausprobiert, sondern die Mitfeiernden kommen auf ganz elementare Weise miteinander über Glaubensdinge ins Gespräch.
Die Feierzeit bündelt das Thema liturgisch: Bewegungslieder, Mitmachgebete und ein gerne auch kreativer Impuls bringen die Feiernden vor Gott zusammen. Den Abschluss bildet die Essenszeit. Miteinander wird gedankt und gemeinschaftlich gegessen. Ein geistlicher Impuls für zuhause (»faith at home«) lädt die Familien ein, einen Gedanken mit in ihren Alltag zu nehmen.
Wie kam Kirche Kunterbunt nach Westfalen?
2007 hat Kerstin Othmer, Basses Vorgängerin als Beauftragte für Kindergottesdienst in der EKvW, die »Messy Church« durch deren „Erfinderin“ Lucy Moore kennengelernt. 2011 war Moore auf Othmers Einladung beim Westfälischen Kindergottesdiensttag für Mitarbeitende, um dort von ihren Erfahrungen zu berichten.
Seit 2015 haben Kerstin Othmer und Andreas Isenburg dann dieses damals noch äußerst ungewöhnliche gottesdienstliche und Gemeinde bauende Format in unzähligen Vorträgen, Fort-bildungen und Praxistagen in Westfalen – und auch darüber hinaus – bekannt gemacht.
Weil der Begriff »messy« hierzulande andere Erwartungen weckt, haben sich verschiedene Namen für das generationenverbindende Angebot entwickelt: „Chaoskirche“, „Wuselkirche“, „Überraschungskirche“ sind nur einige davon. Durchgesetzt hat sich schließlich „Kirche Kunterbunt“. Diese wird mittlerweile deutschlandweit gefeiert – oft auch gemeindeübergreifend und ökumenisch. Kirche Kunterbunt fußt auf fünf Grundwerten: Sie ist gastfreundlich, genera- tionenübergreifend, kreativ, fröhlich feiernd und Christus-zentriert.
Was bietet die westfälische Kirche Kunterbunt?
Bastian Basse begleitet als Beauftragter für die Kirche mit Kindern in der EKvW die westfälische Kirche Kunterbunt seit sechs Jahren mit Fortbildungsangeboten für ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitende und Beratungen für Kirchengemeinden und Einrichtungen. Darum passt dieser Bereich großartig in das Angebot des Instituts für Aus-, Fort- und Weiterbildung in der EKvW (Schwerte), dem auch die Kirche mit Kindern in Westfalen strukturell zugeordnet ist.
Im Rahmen des Kirche Kunterbunt-Kennenlerntags am 10. Oktober in Bochum gab es eine virtuelle Übergabe des Staffelstabs. Dabei hat Basse Isenburg für sein unermüdliches und leidenschaftliches Engagement um die Kirche Kunterbunt – nicht nur in Westfalen – gedankt und ihn mit Segenswünschen und dem westfälischen KiGo-Kreuz bedacht.
Bastian Basse

