Kulturkonferenz Ruhr 2026: Präses für gemeinsame Lösungen
Kunst, Kultur und Kirchen stärken Identität vor Ort
Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Adelheid Ruck-Schröder, hat sich bei der Kulturkonferenz Ruhr 2026 dafür ausgesprochen, Kirchengebäude als Leuchttürme lokaler Identität zu begreifen. „Kirchen sind an vielen Orten die ältesten Gebäude. Sie sind sichtbare Zeichen des Christentums, speichern Erinnerungen, Geschichte und Biographien, sie bringen Überzeugungen zum Ausdruck, speichern Gefühle, Gebete, Brüche der Religion und Aufbrüche. Kirchen sind Speicherorte der Kunst und Teil der Baukultur. Wer eine Kirche betritt, kommt mit der Tiefendimension unserer Geschichte in Berührung. In all dem tragen Kirchen zur Orientierung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei.“
Die Kulturkonferenz Ruhr stand 2026 unter dem Motto „Community Building – Kultur als Katalysator urbaner Nachbarschaft“. 400 Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Kreativwirtschaft sowie Stadt- und Raumplanung diskutierten in Essen über solche Communitys als Orte des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Dabei ging es unter anderem darum, welche Rolle Kulturräume dabei spielen können, Gemeinschaftsgefüge zu stärken.
Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Potenzial von Kirchenbauten als Orten der Begegnung, Reflexion und gesellschaftlicher Verständigung - auch nach einem Ende einer Nutzung durch eine Kirchengemeinde. „Kirchen können hybrid genutzt werden haben auch als entwidmete Kirchen ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Gebäuden: Das ist ihre spirituelle Dimension. Kirchen tragen weiterhin die Erinnerung an ihre ursprüngliche religiöse Nutzung in sich. Sie bleiben Sehnsuchtsorte der Begegnung von Transzendenz und Immanenz, Mensch und Gott.“
Hintergrund:
Die Kulturkonferenz Ruhr ist eine gemeinsame Veranstaltung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW). Sie ist Teil der Nachhaltigkeitsvereinbarung zur Kulturhauptstadt RUHR.2010. Die Veranstaltung hat das Ziel, die seit 2010 entstandenen Netzwerke, regionalen Partnerschaften und Kooperationen zu fördern und weiterzuentwickeln. Die Kulturkonferenz Ruhr versteht Kultur dabei ausdrücklich als Teil einer integrierten Stadt- und Regionalentwicklung. Im Zentrum stehen Fragen nach Teilhabe, langfristiger Finanzierung, Flächensicherung und neuen Kooperationen zwischen Kultur, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, sozialen Trägern und Zivilgesellschaft.

