Internationale VEM-Konferenz in Medan verabschiedet Empfehlungen für die Mitgliedskirchen
Kirchenmusik verbindet Tradition und Gegenwart
Wie kann Kirchenmusik lokale Traditionen aufnehmen und zugleich offen für neue musikalische Ausdrucksformen bleiben? Mit dieser Frage beschäftigten sich Kirchenmusiker*innen aus asiatischen, afrikanischen und deutschen Mitgliedskirchen der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) bei einer internationalen Konferenz in Medan, Indonesien. Gastgeberin war die Christlich-Protestantische Kirche in Indonesien (GKPI).
Im Mittelpunkt stand die Kontextualisierung von Kirchenmusik vor dem Hintergrund traditioneller Musik. Die Teilnehmenden tauschten sich über globale Entwicklungen in Liturgie und Musik sowie über unterschiedliche musikalische Traditionen und kirchliche Kontexte in Indonesien, auf den Philippinen, in Deutschland und in Ostafrika aus.
Kirchenmusik als Teil ganzheitlicher Mission stärken
Zum Abschluss verabschiedeten die Teilnehmenden Empfehlungen an die VEM-Mitgliedskirchen. Darin unterstreichen sie die Bedeutung von Musik für Gottesdienst, Gemeindeleben und Glaubenspraxis. Kirchenmusik wird als ganzheitliche Form der Kommunikation des Evangeliums verstanden, die Menschen verbindet, Gemeinschaft stärkt und Raum dafür schafft, Freude, Trauer und Glauben auszudrücken.
Die Empfehlungen richten den Blick besonders auf die Rahmenbedingungen kirchenmusikalischer Arbeit. Die Mitgliedskirchen werden unter anderem ermutigt, qualifizierte Kirchenmusiker*innen auszubilden und angemessen zu vergüten, kirchenmusikalische Strukturen aufzubauen sowie Fortbildungs- und Austauschmöglichkeiten zu schaffen. Auch die stärkere Einbindung ethnischer Musikelemente und Instrumente sowie die Komposition neuer Lieder werden empfohlen.
Für die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) nahm Prof. Jochen Arnold an der VEM-Konferenz teil. Mit Blick auf das in Arbeit befindliche neue Gesangbuch lautet sein Fazit: „Wir erwarten ein Gesangbuch, das Qualität bietet und aufs Neue Identität für unsere Kirche stiftet. Es überzeugt durch eine stilistische Vielfalt und internationale Weite. Es soll Sonntag und Alltag verbinden und Freude für die Nutzer bringen. Das neue Gesangbuch in gedruckter und digitaler Form wird ein Tool sein, das die aktive Teilnahme am Gottesdienst fördert. Kirche bewegt sich – auch weltweit.“
Ausbildung, Vernetzung und internationaler Austausch
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsförderung und der fachlichen Qualifizierung. Vorgeschlagen werden nachhaltige Ausbildungsprogramme für junge Musiker*innen, der Austausch von Lehrenden zwischen den VEM-Regionen, Stipendien sowie die Zusammenarbeit mit kirchenmusikalischen Ausbildungsstätten. Zugleich sollen auch Pfarrer*innen und andere kirchliche Mitarbeitende grundlegende Kenntnisse über Kirchenmusik erwerben und Musiker*innen als gleichberechtigte Partner*innen im kirchlichen Dienst wahrnehmen.
Die Konferenz schuf zugleich Raum für neue internationale Kontakte. Die Teilnehmenden vereinbarten, den Austausch untereinander fortzusetzen und Möglichkeiten gemeinsamer Projekte und regelmäßiger internationaler Begegnungen weiterzuentwickeln.
Die vollständigen englischsprachigen Empfehlungen der internationalen Kirchenmusik-Konferenz.
