Präses Ruck-Schröder bei Gedenken an Opfer der Hamas-Anschläge vom 7. Oktober
„Antisemitismus und Judenhass haben hier kein Bleiberecht“
Vor der Synagoge Beit Tikwa in Bielefeld hat Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder, gemeinsam mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde an die Opfer des Terrorangriffs der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 erinnert. Dabei sprach sie den Angehörigen der Ermordeten und Verschleppten sowie den jüdischen Gemeinden ihre Solidarität aus.
„Was am 7. Oktober 2023 geschehen ist, hätte nie passieren dürfen“, sagte die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Der Angriff der Hamas sei ein „Aussetzen der Humanität“ gewesen. Auch drei Jahre später wühle die Erinnerung an die Gewalttaten mit ihren zahlreichen Todesopfern und Geiselnahmen viele Menschen auf. Der 7. Oktober 2023 sei der schwerste Angriff auf Jüdinnen und Juden seit der Shoa gewesen.
Vor den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, darunter Irith Michelsohn, Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld, sowie Ely Oknin aus Bielefelds israelischer Partnerstadt Nahariyaund betonte Ruck-Schröder die besondere Verantwortung in Deutschland, an die Opfer zu erinnern und jüdisches Leben zu unterstützen. „Wir sind hier, um an der Seite der jüdischen Gemeinde zu stehen“, sagte sie vor mehreren hundert Teilnehmenden. Die Traumata des Terrorangriffs wirkten bis heute fort.
Persönlich schilderte die Präses Eindrücke von einem Besuch des Geländes des Nova-Festivals in Israel, das Ziel des Angriffs geworden war. Die Erinnerungsorte mit den Bildern der ermordeten jungen Menschen hätten sie tief bewegt. Viele der Opfer seien kaum älter gewesen als ihre eigenen Kinder. Die persönlichen Schicksale machten das Ausmaß des Leids greifbar und ließen die Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten.
Zugleich warnte Ruck-Schröder vor wachsendem Antisemitismus in Deutschland. Judenhass zeige sich wieder offen in der Gesellschaft, auf Schulhöfen, an Universitäten und auf der Straße. Auch in Nordrhein-Westfalen habe es zuletzt antisemitische Übergriffe gegeben. Die Präses betonte: „Antisemitismus und Judenhass haben hier kein Bleiberecht.“ Ihnen müsse entschieden entgegengetreten werden.
Im Namen der Evangelischen Kirche von Westfalen bekräftigte Ruck-Schröder die Verbundenheit mit den jüdischen Gemeinden sowie mit allen Menschen, die durch den Terroranschlag Angehörige, Freundinnen und Freunde oder Bekannte verloren haben. „Wir stellen uns an die Seite von Juden und Jüdinnen“, sagte sie. Zugleich sprach sie sich entschieden gegen den Terror der Hamas und dessen bis heute spürbare Folgen aus.

