Mit Geschichten, Mythen und Gerüchten rund um das Vikariat aufräumen
Nicht ist so stabil, wie die EKvW Gerüchteküche
Das ist einerseits unterhaltsam und amüsant bei der Vielzahl der im Umlauf befindlichen Gerüchte. Andererseits aber auch sehr schade, geht es um Veränderungen und Fortschritte in der laufenden Arbeit. Wusstest du beispielsweise, dass die EKvW innerhalb der EKD die weitesten Lockerungen in Bezug auf die Residenzpflicht auf den Weg gebracht hat?
„Die bisherige ‚Residenzpflicht‘ wird als ‚Erreichbarkeitspflicht‘ ausgestaltet. Damit ist nicht mehr die Wohnsitznahme in einer bestimmten Kirchengemeinde notwendig, sondern lediglich, dass der Hauptdienstort der Pfarrstelle zu jeder Tageszeit in maximal 30 Minuten erreicht werden kann.“ So war es in der Evangelischen Zeitung für Hamburg am 24. August zu lesen. Hintergrund war eine Befragung unter Studierenden und Vikar*innen zum Thema Wohnen.
Die Frage nach dem eigenen Wohnort ist ein sehr persönliches Thema. Die Wahl einer Region, einer Stadt oder eines Dorfs folgt individuellen Überlegungen. Wie ich leben will, ist alles andere als egal. In einem Haus oder einer Wohnung, allein oder in einer WG – für oder gegen das Eine oder Andere gibt es gute Gründe.
Im Pfarrberuf und auch schon in der Vorbereitung darauf tritt aber neben die persönlichen Bedürfnisse etwas Neues: Vorgaben der Landeskirche und später auch mehr und mehr deren zum Teil sehr konkrete Personalbedarfe. Die Rahmenbedingungen ändern sich derzeit dynamisch. Und an dieser Stelle begegnet dir früher oder später die Gerüchteküche:
Du wirst im Vikariat in eine Region geschickt, in der du nicht leben möchtest. Du hast keine Möglichkeiten der Mitsprache. Bist du alleinstehend, kannst Du Deine Wünsche nur schwer geltend machen. Das sind nur drei Gerüchte, Du kennst aber möglicherweise auch mehr. Vor ein paar Jahren schon haben wir diese und noch ein paar weitere Gerüchte in einem FAQ Papier gesammelt und beantwortet.
Die für dich vielleicht wichtigsten Fragen stehen gleich zu Beginn. Ja, du hast die Möglichkeit zur Mitsprache. Du wirst nicht willkürlich verschickt. Das Vikariat ist eine Lernzeit an vielen Lernorten. Was sind deine Interessen in Bezug auf diese Zeit? Vielleicht hast du dich im Studium schon stark mit diakonischer Arbeit beschäftigt und möchtest hieran jetzt in der Praxis arbeiten und weiter lernen. Dann könnte davon ausgehend nach Kirchenkreisen gesucht werden, die dir diese Möglichkeit bieten. Du kannst dir im Vorfeld selbst auf der Machkirche-Webseite ein Bild davon machen.
Ein Kirchenkreis kann klug gewählt werden: es gibt Kirchenkreise wie Münster mit einem großen Nachfragedruck. Auch wenn ein Vikariatsplatz dort gefunden werden kann, ist spätestens für den Probedienst ein Wechsel in einen anderen Kirchenkreis nötig – denn hier tritt neben die persönlichen Bedürfnisse hinsichtlich des Wohnens der Bedarf der Landeskirche an ausgebildeten Pfarrpersonen. Bei den FAQs heißt es darum: „Sie haben es im Wesentlichen selbst in der Hand, die Zahl der Umzüge zu minimieren. Denn den größten Einfluss darauf, wie viele Umzüge nach dem 1. Examen möglichweise nötig sein werden, hat ihre Entscheidung für eine Region, in der Sie das Vikariat absolvieren möchten. (…) Sprechen Sie uns darauf an, wenn es Ihnen wichtig ist, möglichst wenig umzuziehen.“
Überhaupt: Du wirst den Satz „Bitte sprechen Sie uns an“ in den FAQs häufiger lesen. Darum sprich im Planungsgespräch zum Vorbereitungsdienst offen über Deine persönlichen Bedürfnisse rund um den Vikariatsort. Sprich auch gerne die Gerüchte an, die du gehört hast. Nur so lässt sich wirklich klären, was für deinen künftigen Wohn- und Lernort für dich relevant ist.
