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Handy-Aktion NRW als „Projekt Nachhaltigkeit 2019“ ausgezeichnet

15.000 Althandys für Menschenrechte

Der Deutsche Rat für Nachhaltige Entwicklung (Berlin) hat die Handy-Aktion NRW ausgezeichnet. Sie zählt zu 40 Gewinnerprojekten, die bundesweit zum „Projekt Nachhaltigkeit 2019“ ernannt worden sind. Laut Jury leistet die Handy-Aktion NRW einen besonders großen Beitrag für nachhaltige Entwicklung in der Region Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.

Die Nachfrage nach Smartphones boomt und damit der Verbrauch von Rohstoffen. Bei der Produktion sowie Entsorgung von Smartphones werden allerdings oft Menschenrechte verletzt und es gibt zudem große Schäden für die Umwelt. Die Handy-Aktion NRW ruft daher zum Sammeln von Althandys zur Wiederaufarbeitung und zum fachgerechten Recycling auf.

Seit dem Start der Initiative im Frühjahr 2017 sind mehr als 15.000 Althandys gesammelt worden. Rund 60 Rohstoffe stecken in einem Smartphone. Davon können Metalle wie Gold und Silber recycelt werden, ebenso Kupfer, Palladium und Platin. Aus dem Erlös konnten bisher etwa 12.000 Euro an Menschenrechtsprojekte von Brot für die Welt und der Vereinten Evangelischen Mission fließen.

Schwerpunkt der Aktion ist jedoch nicht nur das Einsparen wichtiger Ressourcen, sondern die Bildungsarbeit. Damit werden auf die Folgen der Produktion für Mensch und Umwelt aufmerksam gemacht und Handlungsmöglichkeiten aufzeigt. So haben sich zahlreiche Schulklassen, Jugend- und Konfi-Gruppen, Studierende sowie Interessierte aus Kirchengemeinden, Unternehmen und Einrichtungen in NRW mit dem Thema auseinandergesetzt. Entstanden ist dabei unter anderem das Computerspiel MineHandy, das vom Land NRW bereits ausgezeichnet worden ist.

Die Handy-Aktion NRW war mit mehreren Aktionen auch beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund vertreten. Wie problematisch zum Beispiel der Abbau von Coltan in der DR Kongo ist, berichtete Jean-Gottfried Mutombo vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung/ MÖWe der westfälischen Kirche: „Für den Abbau des Rohstoffs leisten oft Kinder schwerste und gefährliche Arbeit. Der Platz der Kinder im Kongo sollte stattdessen in der Schule sein.“

Coltan wird zur Speicherung elektrischer Ladung im Smartphone genutzt. „Neben dem Recycling ist die Reparatur beispielsweise defekter Displays eine weitere Möglichkeit zur Ressourcenschonung. Deshalb brauchen wir dringend Gesetze, die Reparaturen erschwinglicher und Ersatzteile leichter verfügbar machen“, sagt Jasper Fleischhauer von der kostenlosen Reparaturplattform iFixit. In einem Workshop verriet er einfache Kniffe zur Handy-Reparatur.

Die Handy-Aktion NRW ruft bis zum Ende des Jahres 2021 dazu auf, Altgeräte zu sammeln. Dazu bietet sie Bildungsmaterial sowie Informationsveranstaltungen an. Sie ist ein Projekt des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung/MÖWe, des Amtes für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen, SÜDWIND e.V., Open Globe – Eine Welt Netz NRW e.V. sowie des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland. In Kooperation mit Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst und Handy-Aktion in Baden-Württemberg.

 
 

 

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