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Evangelischer Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken wählt neue leitende Theologin

Susanne Falcke ist neue Superintendentin

Susanne Falcke wird neue Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken. Bei der Wahlsynode am Freitagabend (17.9.) in der Großen Kirche Burgsteinfurt wählte die Synode die 46-Jährige im fünften Wahlgang mit 55 Ja-Stimmen, 13 Nein-Stimmen und 13 Enthaltungen ins höchste Leitungsamt des Kirchenkreises.

Ihr Gegenkandidat Oliver Günther hatte seine Kandidatur nach dem vierten Wahlgang zurückgezogen. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Evangelischen Kirchenkreises, dass eine Frau das Amt der Superintendentin bekleidet.

Der Entscheidung war ein Wahlkrimi vorausgegangen, da in den ersten vier Wahlgängen keiner der beiden Kandidierenden die notwendige Mehrheit von mindestens 49 stimmberechtigten Synodalen auf sich vereinen konnte. Im ersten Wahlgang hatte Falcke 46 Stimmen bekommen, Günther erhielt 37 Stimmen bei einer Enthaltung. Auch der zweite (Falcke: 47, Günther: 35, Enthaltungen: 1), dritte (Falcke: 43, Günther: 38, Enthaltungen: 2) und vierte (Falcke: 46, Günther: 34, Enthaltungen: 3) Durchlauf brachte keine endgültige Entscheidung.

Bevor der fünfte Wahlgang eingeleitet wurde, meldete Günther sich schließlich zu Wort: „Ich möchte der Synode anbieten, meine Kandidatur zurückzuziehen, um den Weg für Susanne Falcke freizumachen, da für mich keine Mehrheit ersichtlich ist.“ Von der Synode erhielt er anschließend langanhaltenden Applaus. Wahlleiter Pfarrer Uwe Riese bedankte sich bei dem Pfarrer aus Oberholzklau (Kirchenkreis Siegen) für dessen Kandidatur: „Dies ist sicherlich kein einfacher Schritt. Der ausgiebige Applaus bestätigt unsere Wertschätzung.“

Nachdem Susanne Falcke im anschließenden Wahlgang ohne Gegenkandidaten schließlich die erforderliche Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen konnte, war ihr die Erleichterung sichtlich anzumerken. „Ich bin froh, dieses Amt nun antreten zu dürfen und trete dabei in große Fußstapfen“, so Falcke. „Ich bedanke mich für das Vertrauen und bitte diejenigen, die es anders gewollt hätten, mir auch dieses Vertrauen entgegenzubringen.“

Der Wahlhandlung waren Vorstellungsreden der beiden Kandidierenden sowie eine intensive Befragung vorrausgegangen. Falcke hatte darin deutlich gemacht, dass die Kirche für sie aus drei fundamentalen Bausteinen bestehe: Den Menschen, die sich in der Kirche in verschiedensten Ämtern einbringen, dem Glauben als zentralem gemeinsamen Anker und den Außenstehenden, welche die Kirche nicht aus dem Blick verlieren dürfe. „Als Gemeinschaft werden wir erleben, wie Gottes Kraft uns bewegt – das ist meine Vision von Kirche.“

Falcke ist seit 2011 Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Dülmen. Erst im vergangenen Jahr hatte die Synode des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken sie zur Stellvertreterin (Assessorin) von Superintendent Joachim Anicker gewählt. Die gebürtige Recklinghäuserin studierte Theologie in Münster und Berlin und kam 2008 als Pfarrerin nach Dülmen wo sie 2011 auf die 1. Pfarrstelle gewählt wurde. Sie ist verheiratet und hat drei Töchter.

Susanne Falcke löst nach 17 Jahren Superintendent Joachim Anicker an der Spitze des Evangelischen Kirchenkreises ab, der zum Ende des Jahres in den Ruhestand tritt. Die Amtsübergabe findet zum Jahreswechsel statt.

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