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Evangelische Kirchen und Diakonie ermutigen mit Broschüre zum Bau günstiger Wohnungen

Eigentum nutzen, Wohnungsnot verringern

MedienInfo 13/2021
 

Noch nie war ein Zuhause so wichtig wie in der Corona-Pandemie. Doch in Deutschland fehlen jährlich etwa 400.000 bezahlbare Wohnungen. Diakonie und Kirche wollen gegen Wohnungsnot aktiv werden und nutzen dafür eigene Grundstücke und Immobilien. Ein neuer Praxisleitfaden des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) unterstützt sie dabei.

"Wohnen ist in Deutschland zur neuen sozialen Frage geworden. Immer mehr Menschen können die stark steigenden Mieten nicht zahlen und geraten dadurch in Armut", betont Diakonie RWL-Vorstand Christian Heine-Göttelmann. "Als Kirche und Diakonie haben wir eine besondere Verantwortung dafür, dass bedarfsgerechter und bezahlbarer Wohnraum entsteht. Er ist eine wesentliche Grundlage für das Wohlergehen, die Lebensqualität und die Teilhabe von Menschen in unserer Gesellschaft", ergänzt Kirchenrat Volker König von der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Tipps zu Konzept, Planung und Finanzierung

Unter dem Titel "Weil alle ein Zuhause brauchen. Wohnraum planen – sozial und nachhaltig" gibt die Broschüre Tipps, wie mit einem guten Konzept, sorgfältiger Planung, kreativen Finanzierungsmodellen und Kooperationen neue faire Wohnformen entstehen können. Die Empfehlungen basieren auf Erfahrungen der Evangelischen Kirchen im Rheinland und in Westfalen, Diakonischer Werke, der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) sowie der Kirchlichen Zusatzversicherungskasse Rheinland-Westfalen (KZVK Dortmund).

Nicht immer müssen Kirche und Diakonie alleine die Bauherrinnen sein, wie ein Projekt im Kreis Minden zeigt. Die "Aufbaugemeinschaft Espelkamp", eine kirchlich und diakonisch mitgetragene Wohnungsbaugesellschaft, realisiert gerade ein Bauprojekt für 3,5 Millionen Euro. Eine örtliche Kirchengemeinde stellt das Grundstück als Erbbaurecht, die Aufbaugemeinschaft baut das Haus und eine diakonische Stiftung mietet die Wohnungen für Jugendliche, die sozialpädagogisch betreut werden.

Generationsübergreifendes Wohnen

In Köln, der Stadt mit der höchsten Altersarmut in NRW, hat die Diakonie Michaelshoven mit der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Köln-Sülz auf einem eigenen Grundstück 24 barrierefreie Appartements für Seniorinnen und Senioren mit geringem Einkommen gebaut. Sie werden von zwei Studierenden unterstützt, die dort für eine sehr günstige Miete wohnen.

Die rheinische Kirche nimmt neben älteren Menschen auch junge Familien in den Blick, die es auf dem angespannten Wohnungsmarkt in Düsseldorf besonders schwer haben. Auf dem Gelände ihres ehemaligen Funk-, Film- und Fernsehzentrums errichtet sie ein Gebäude mit einer Tagespflegeeinrichtung für Senioren, preisgünstigen Wohnungen für ältere Menschen mit betreutem Wohnen sowie Wohnungen für junge Familien. Rund 25 Millionen Euro investiert sie in das Projekt.

"Es gibt viele gute Beispiele, wie Kirche und Diakonie daran mitwirken, fairen und barrierefreien Wohnraum zu schaffen", sagt Landeskirchenrat Dr. Jan-Dirk Döhling von der Evangelischen Kirche in Westfalen. "Wir wünschen uns, dass es noch mehr werden. Dazu soll unsere Handreichung ermutigen."

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