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Die westfälische Landessynode fasst Beschlüsse zur Flüchtlingspolitik und verurteilt antisemitische Ausschreitungen in der Nähe von Synagogen

Antworten auf komplexe Fragen der Gesellschaft

Synode AKTUELL 7/2021
 

Die digitale Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) ist am Mittwoch (2. Juni) mit intensiven Debatten zu gesellschaftlichen Themen zu Ende gegangen. Im November tagt die Synode erneut. Dann geht es vor allem um Finanzfragen.  

Die Landessynode verurteilte die antisemitischen Ausschreitungen in der Nähe von Synagogen. „Wir sind zutiefst überzeugt: Christlicher Glaube und Judenhass schließen einander aus“, so der Beschlusstext. „Antisemitismus bedroht uns alle und ist ein Angriff auf unser demokratisches Gemeinwesen.“

Konkrete Forderungen formulierte die Landessynode zur Unterbringung von Flüchtlingen in den NRW-Landesunterkünften. Ehrenamtlichen müsse ungehinderter Zugang zu den Einrichtungen gewährt werden. Die Synode fordert die Landesregierung deshalb auf, für alle Unterkünfte die verbindliche Einrichtung zivilgesellschaftlicher Beiräte vorzusehen.

Schwerpunkt Interprofessionelle Pastoralteams
Schwerpunktthema der Synode war die Zusammenarbeit in Interprofessionellen Pastoralteams von Pfarrerinnen und Pfarrern mit Diakoninnen und Gemeindepädagogen. Präses Dr. h. c. Annette Kurschus sagte in der Abschlusspressekonferenz, dass Personal- und Finanzfragen Auslöser für das Nachdenken über Interprofessionelle Pastoralteams gewesen seien. „Wir sind dann aber sehr schnell dazu gekommen, dass dieses Modell keine Notlösung für enger werdende Verhältnisse ist, sondern einen echten Zuwachs an Ausstrahlungskraft und Kompetenz im pastoralen Bereich schafft“, sagte die leitende Theologin. Andere Professionen seien auf Augenhöhe beteiligt. „Das halte ich für einen echten Zugewinn und davon verspreche ich mir Antworten auf die immer komplexer werdenden Fragen der Gesellschaft“, so Kurschus.

Laut Personaldezernentin Katrin Göckenjan-Wessel sagt das Konzept, das zunächst von 17 Teams erprobt wurde, „was die zentralen Aufgaben von Pfarrpersonen und anderen Mitarbeitenden in der Verkündigung, der Lehre, der Diakonie und der Bildung sind“. Die Synode habe dem kräftigen Rückenwind gegeben.

Die Herausforderungen einer sich rasend schnell verändernden Welt erfordern laut Dr. Ulrich Möller, Dezernent für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der EKvW, „dass wir unser eigenes Missionsverständnis klären“. Er sieht in der Synodenerklärung dazu den „Grundstein für eine einladende, inspirierende evangelische Kirche, in der interkulturelle Weite sichtbar wird mit all ihrer Vielfalt“.

Kraft des Gebets
Der Theologische Ausschuss griff den von Präses Kurschus zum Auftakt gesetzten theologischen Akzent auf, sich auf die schöpferischen Kräfte des Gebets zu besinnen. Die Sprache der Psalmen und Liedtexte habe in einer Zeit geholfen, in der angesichts bedrängender Sorgen eigene Worte oft fehlten.

Für einen Testzeitraum von zwei Jahren, 2021 und 2022, tagt die Landessynode zweimal im Jahr. Die Herbstsynode am 12. und 13. November wird sich vor allem mit Finanz- und Wirtschaftsfragen beschäftigen. „Das ist mehr als bloße Kirchensteuerverteilung. Es geht um einen Blick auf die Lage und auf die künftige Entwicklung der evangelischen Kirche, die sich auch an ihren Zielen messen lassen muss“, kündigte der theologische Vizepräsident Ulf Schlüter an. Er hofft auf eine Tagung in Präsenz im Tagungszentrum Assapheum in Bielefeld-Bethel. Digitale Elemente soll es in Gemeinden und Landeskirche auch in der Zeit nach der Corona-Pandemie geben.

 

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