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Internationaler Kongress „Mission heute“ im Vorfeld der Landessynode

"Wir wollen zeigen, was wir lieben"

Die westfälische Kirche will angesichts einer zunehmend pluralen Gesellschaft ihr Verständnis von Mission klarer fassen. Auf einem internationalen Kongress im Vorfeld der Landessynode wurden unterschiedliche Erwartungen debattiert.

Die westfälische Kirche will ihr Missionsverständnis angesichts einer zunehmend pluralen Gesellschaft präzisieren. Eine vielschichtige Gesellschaft mit einer Vielfalt der Religionen werde befürwortet, sagte der Leiter des Instituts für Aus- Fort- und Weiterbildung der westfälischen Kirche, Peter Böhlemann, am Samstag bei einer internationalen Online-Tagung in Bielefeld. Zugleich solle jedoch auch das evangelische Profil deutlich werden. Mit dem Thema Mission will sich auch die am Sonntag beginnende westfälische Landessynode befassen. Auf einem zweitägigen internationalen Online-Kongress mit mehr als 200 Teilnehmern aus Kirchen in Afrika, Asien, den USA und Europa wurde bereits im Vorfeld über das Thema debattiert.

Als Lern- und Weggemeinschaft sei die westfälische Kirche mit vielen anderen Kirchen ökumenisch unterwegs, erläuterte Böhlemann. Mission solle ein Austausch auf Augenhöhe über Religionsgrenzen hinweg und unter Menschen unterschiedlicher Herkunft sein. Kirche sei sich dabei auch der schuldhaften Geschichte von Mission bewusst und arbeite diese auf, unterstrich Böhlemann, der an einem Papier zum Missionsverständnis der westfälischen Kirche mitgearbeitet hat, über das die am Sonntag beginnende Landessynode beraten will.

Eine gemeinsame Kommunikation gelinge im gemeinsamen Hören, Beten, Feiern und Leben, erläuterte Böhlemann: „Wir wollen zeigen, was wir lieben, und verstehen, was uns trägt.“ Eine missionarische Lebenshaltung bedeute, sich gemeinsam mit anderen für Gerechtigkeit und Frieden zu engagieren. Auch sei die Bereitschaft nötig, sich in der Begegnung mit anderen selbst verändern zu lassen. Der Institutsleiter warb für gemeinschaftliche Kooperation vor Ort, gastfreundliche Begegnung der Religionen und einen respektvollen interreligiösen Dialog.

Die Geschäftsführerin der Konferenz der Europäischen Kirchen, Katerina Pekridou, mahnte mehr Geschlossenheit der Kirchen bei Mission an. Der Mangel an Einheit in der Mission sei ein Stolperstein für die Glaubwürdigkeit. Die nordamerikanische Theologin Chris Davies rief dazu auf, die Botschaft des Evangeliums auf allen Wegen, etwa auch über den bei Kindern beliebten Videokanal Tiktok zu verbreiten. Bei der Mission müsse Kirche zudem Menschen zur Seite stehen, die an den Rand gedrängt würden.

Der Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Tansania, Abednego Keshomshahara, unterstrich die Bedeutung des interkulturellen Austausches. Dafür sei es jedoch wichtig, Hindernisse wie Rassismus zu überwinden.

Pfarrer John Uzuh von einer internationalen Gemeinde in Münster warb dafür, hierzulande bessere Bedingungen für Pfarrer aus anderen Ländern zu schaffen. Zugleich mahnte er, dass sich Kirche angesichts der Vielfalt der Gesellschaft nicht an Weltanschauungen sondern an Gottes Wort orientieren solle. Der Leiter der Katholischen Arbeitsstelle für missionarisches Pastoral, Hubertus Schöne, plädierte dafür, eine Einladung zum Glauben nicht mit einer Einladung zur eigenen Kirche gleichzusetzen. Kirche könne für viele Menschen eine Begleiterin sein, die Fülle des Lebens zu feiern, auch wenn die Kirche selbst nicht automatisch davon profitiere.

Veranstalter der am Samstag zu Ende gegangenen zweitägigen Konferenz „Mission heute“ waren die Vereinte Evangelische Mission (VEM) und die westfälische Kirche, die das Thema Mission als einen Schwerpunkt auf ihrer von Sonntag bis Mittwoch tagenden Landessynode behandelt. Den Synodalen liegt eine Vorlage zum „Missionsverständnis angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“ vor. (epd)

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Datum: 30.05.2021