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Taufliederwettbewerb / Preisträger ausgezeichnet / Neue Texte und vertraute Melodien

Taufe als „Eingangstür in die christliche Gemeinschaft“

Neue Taufliedertexte und vertraute Melodien: Für Kirchenmusikdirektorin Ute Springer vom Fachbereich „Gottesdienst und Kirchenmusik“ im Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung (IAFW) der Evangelischen Kirche von Westfalen eine gelungene Kombination.

Springer ist Mitinitiatorin und Jurymitglied des westfälischen Textwettbewerbs für neue Tauflieder auf bekannte Melodien. Am Donnerstag (27.9.) wurden von Präses Annette Kurschus in Haus Villigst die Preisträger gekürt:

Ute Uerpmann aus Iserlohn landete mit ihrem Lied „Ich wünsch dir einen Engel“ auf dem 1. Platz, gefolgt vom Dortmunder Pfarrer Hanno Gerke („Wie froh und dankbar wir heut sind“, Platz 2) und Pfarrerin Christine Liedtke aus Bad Berleburg („Gott, mit der Taufe sagst du“, Platz 3). Den Förderpreis erhielt Dörte Vollmer, Vikarin der Lippischen Landeskirche, für ihr Lied „Wir freuen uns, dass du getauft bist“. Das kann nämlich nicht zu einem bekannten Kirchenlied, sondern zur Melodie des Shantys „My bonnie is over the ocean“ gesungen werden.

Die Idee hinter dem im Reformationsjahr 2017 ausgeschriebenen Tauflieder-Wettbewerb: Es gibt immer mehr neue Lieder – aber auch immer mehr Menschen, die kaum noch gewohnt sind, zu singen. „Damit haben wir ein Dilemma“, bringt Ute Springer das Ganze auf den Punkt: „Je neuer die Lieder – und hiermit sind vor allem die Melodien gemeint – desto schüchterner der Gesang.“ Keine gute Situation. Der Ausweg: „Menschen bei der Taufe mit neuen Texten begleiten, die aber auf vertraute Melodien gesungen werden können, um so die Hemmschwelle beim Singen deutlich herabzusetzen.“ Von den 40 eingereichten Liedern sind jetzt zehn im noch druckfrischen Liederheft „Ich wünsch dir einen Engel. Neue Tauflieder zu bekannten Melodien“ erschienen – zusammen mit 24 weiteren Liedern.

Präses Annette Kurschus erinnerte in ihrer Ansprache an ihren eigenen Taufspruch: „Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.“ (1. Korinther 7,23). Ein Vers, der ihr lange fremd blieb, inzwischen aber zu „einem wichtigen Begleiter geworden“ ist. Denn je mehr man vermeintlich zu sagen oder zu gestalten habe, desto größer sei die Gefahr, der Menschen Knecht oder Magd zu werden. Kurschus: „Die ganze Freiheit des Evangeliums ist in diesem Wort des Apostels Paulus; der Mut zum aufrechten Gang und zum Widerstand gegen menschliche Machtansprüche; das Staunen über meine eigene Kostbarkeit und die Kraft zum Schwimmen – zur Not auch gegen den Strom.“

Die Taufe, die für Kurschus „eine Art Eingangstür in die christliche Gemeinschaft“ ist, sei es wert, sie liebevoll und sorgsam zu gestalten. Viele Eltern, die ihr Kind taufen ließen, wünschten sich für ihr Kind einen besonderen Schutz. Bei jedem Säugling oder Kleinkind werde besonders deutlich, wie zerbrechlich jedes Leben sei. Die Taufe sei aber „kein magisches Schutzmäntelchen, das vor Gefahren und Abgründen feit. Sie ist allerdings auch keine bloße Namensweihe oder einfach nur die Begrüßung eines neugeborenen Erdenbürgers. Sie ist das verlässliche und unverrückbare Zeichen dafür, dass Gott uns begleitet und seine Hand ausgestreckt hält, jeden Tag – und unermüdlich und immer neu darauf wartet, dass wir die Hand ergreifen und uns seiner Weisung und seinem Schutz anvertrauen.“

Der Vollzug der Taufe sei zwar einmalig, müsse im Leben jedes getauften Menschen jedoch immer wieder neu entfaltet werden. „Was Gott in der Taufe verheißt, hat Folgen für den Weg des Täuflings“, weiß Kurschus. „Und es hat Konsequenzen für unseren Weg als Kirche. Dem Zuspruch Gottes entspricht sein “Anspruch auf unser Leben. Wenn wir in unserer Kirche kleine Kinder taufen, kann uns deren Teilhabe an einem Leben in Fülle nicht egal sein. Deshalb setzen wir uns zum Beispiel unermüdlich für gerechte Bildungschancen ein; wir haben eine Kampagne gegen Kinderarmut initiiert – und legen uns für eine Umweltpolitik ins Zeug, die auch für unsere Kinder und Kindeskinder ein gutes Leben ermöglicht.“       

Das Liederheft „Ich wünsch dir einen Engel“ ist im Strube-Verlag und im Luther-Verlag erschienen und kostet 7 Euro. Staffelpreis ab 20 Expl.: 6,00 Euro, ISBN 978-3-7858-0737-8). (MedienInfo 74/2018).

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