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Präses Annette Kurschus besuchte zu Weihnachten Polizei und Diakonie

„Es ist ein Segen, dass Sie da sind“

Es ist ein notwendiger Dienst für die Allgemeinheit: Zu den Menschen, die an Weihnachten arbeiten müssen, gehören Polizistinnen und Polizisten ebenso wie Mitarbeiterinnen der Diakonie. An Heiligabend bekamen sie in Dortmund Besuch von Präses Annette Kurschus. Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen würdigte damit diese Arbeit, wenn andere feiern.

„Es ist ein Segen, dass Sie da sind“, sagte die Präses zu den diensthabenden Polizistinnen und Polizisten auf der Polizeiwache Körne. Und sie ließ sich die Belastungen und Härten des Dienstes schildern.

Gewalterfahrungen gehören für die Polizei zum Alltag. Oft sind dabei die Übergänge zwischen Opfern und Tätern fließend: Es kommt auch vor, dass ein mutmaßliches Opfer trotz Körperverletzung plötzlich auf die Beamten losgeht. Seit einigen Jahren, so berichtete Polizeipräsident Gregor Lange, habe der Respekt gegenüber Ordnungshütern deutlich abgenommen. Dennoch: Übergriffe und Widerstand seien immer noch Einzelfälle, wurde in dem Gespräch deutlich.

Bei vielen Einsätzen erleben die Beamten eine große Dankbarkeit. Präses Kurschus erklärte, das differenzierte und sensible Vorgehen der Polizei verdiene ausdrückliche gesellschaftliche Anerkennung. Als schönes Beispiel für gegenseitigen Respekt erinnerten sich alle gerne an den Deutschen Evangelischen Kirchentag, der im Sommer in Dortmund war: „Die freundlichen Teilnehmer, das Vertrauen in uns – das hat sicher dazu beigetragen, Vorurteile abzubauen“, sagte Polizeipräsident Lange. Präses Kurschus wies darauf hin, dass in der Weihnachtsgeschichte zwei Dimensionen zusammengehören, die Ehre Gottes und der Friede auf Erden. „Sie dienen mit ihrer Arbeit dem Frieden“, sagte sie zu den Polizisten.

Das Ludwig-Steil-Haus ist eine offene, stationäre Wohneinrichtung für suchtkranke Menschen. In dieser Einrichtung der Diakonie Dortmund und Lünen leben 29 mehrfach beeinträchtigte abhängigkeitskranke Frauen und Männer in fünf behindertengerechten Wohngruppen. „Es sind Menschen, die durch alle Raster gefallen sind“, sagte Sozialarbeiter Olaf Dörk. Hier haben sie das Gefühl, zu Hause zu sein. Einige leben hier bis zum Tod.

Zugleich wird versucht, die Menschen wieder fit für einen selbständigen Alltag zu machen. Die Bewohner putzen ihre Zimmer und waschen ihre Wäsche. Gemeinsam bereiten sie das Mittagessen unter Anleitung von Hauswirtschaftsleiterin Fabienne Schmitz zu.

Zur Sprache kam der oft schmale Grat zwischen respektierter Selbständigkeit und notwendiger Hilfe. Zu den Regeln gehört, dass man seine Suchtkrankheit nicht leugnet, sondern ernsthaft dagegen angehen will. Annette Kurschus: „Ich habe großen Respekt vor Ihrer Arbeit – auch deshalb, weil Sie nicht im Licht der Öffentlichkeit wirken und sich für Menschen einsetzen, die keine Lobby haben.“

 

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