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Landessynode konkretisiert Missionsverständnis / Biblischer Auftrag und interkulturelle Weite

Einladend – inspirierend – evangelisch

Synode AKTUELL 6/2021


Angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts hat die westfälische Landessynode am Mittwoch (2. Juni) unter dem Motto „Einladend – inspirierend – evangelisch“ acht Thesen zu ihrem Missionsverständnis beschlossen.

Mit ihnen fragt sie nach den gegenwärtigen religionskulturellen Herausforderungen und gesellschaftlichen Entwicklungen, klärt „den Auftrag der uns von Gott gegebenen Sendung im Dialog mit ökumenischen Partnern und zieht Folgerungen für den Prozess der interkulturellen Entwicklung unserer Kirche“.

Die Thesen im Wortlaut:
Einladend - inspirierend – evangelisch

Thesen zum Missionsverständnis der Evangelischen Kirche von Westfalen angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

Mission ist der „Herzschlag der Kirche“ (Eberhard Jüngel). Wir sind beauftragt, Menschen „die Wahrheit und Schönheit der christlichen Botschaft” (EKD-Synode Leipzig 1999) vor Augen zu führen.

These 1
Mission geht vom dreieinigen Gott aus (missio Dei). Gott kommt in seinem Sohn und seinem Geist in die Welt. In Gottes Mission standen schon im Alten wie im Neuen Testament Menschen, die von ihm gesandt wurden. In dieser Mission stehen auch wir. Die Kirche lädt Menschen dazu ein, dem Wort Gottes zu vertrauen und sich seiner Gemeinde anzuschließen.

These 2
Der religiös-weltanschauliche Pluralismus in unserer Gesellschaft und in deren digitalen sozialen Netzen stellt unserer Kirche eine doppelte Aufgabe und gibt ihr die Chance: Vielfalt und Religionsfreiheit zu bejahen und zugleich das eigene evangelische Profil einzubringen und zu stärken, gemeinsam mit Menschen anderer Religion und Weltanschauung für Integration, Teilhabe und eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft einzutreten und den christlichen Glauben einladend in die Gesellschaft und die Welt hineinwirken zu lassen.

These 3
Als Lern- und Weggemeinschaft sind wir mit vielen Kirchen ökumenisch unterwegs, - im Rahmen des Weltkirchenrats (ÖRK), der Konferenz Europäischer Kirchen, der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und insbesondere mit den Mitgliedskirchen der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). In Begegnungen, im gemeinsamen Leben und Feiern sind wir verbunden und beschenken uns mit wechselseitigen Impulsen. Diese Verbundenheit bildet den globalen und ökumenischen Resonanzraum für unser missionarisches Wirken.

These 4
Mission geschieht – gerade in kritischer Aufarbeitung ihrer wechselvollen Geschichte – dialogisch und partizipatorisch, partnerschaftlich und gleichberechtigt. Nur so begegnen sich Menschen als Subjekte ihrer eigenen Lebensführung, nur so kommt es zu echten Begegnungen und Gesprächen.

These 5
Auf dem Weg der interkulturellen Entwicklung unserer Kirche und in der Teilnahme an Gottes Mission ist es unser Auftrag, einladend und klar zu kommunizieren, woran wir glauben und wofür wir stehen: die Kommunikation des Evangeliums von der vielfältigen, bunten Gnade Gottes. Sie umfasst die Vielfalt von Lebenskonzepten und Lebensformen in der heutigen Gesellschaft.

These 6
In der Verbundenheit der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) / United Evangelical Mission (UEM) erleben wir partnerschaftliche und gleichberechtigte Gemeinschaft von Kirchen aus Afrika, Asien und Europa. Sie zeigt uns Möglichkeiten interkultureller Entwicklungen, bei denen es gelingt, vielfältige Traditionen mit einer Einladung zum christlichen Glauben so zu verbinden, dass alle Seiten ihr Selbstverständnis wahren.

These 7
Die im Internationalen Kirchenkonvent Rheinland-Westfalen zusammengeschlossenen Gemeinden inspirieren uns durch ihre lebendigen Gottesdienste, ihre gelebte Spiritualität und nicht zuletzt durch ihre missionarische Ausrichtung. Für ökumenische Begegnungen sind interkulturelle „Zwischenräume“ nötig, die kulturelle Engführungen aufdecken und auch den Facettenreichtum des christlichen Zeugnisses widerspiegeln.

These 8
Der missionarische Auftrag der Kirche verpflichtet und ermutigt uns zu einer einladenden Kommunikation des Evangeliums. Im gemeinsamen Hören, Beten, Feiern, brechen wir auf, bereit uns zu verändern und zu engagieren - gerade auch im Dialog mit Menschen aller Generationen anderer Religion und Weltanschauung. Wir wollen zeigen, was wir lieben, und verstehen, was uns trägt.

 

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