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Rüdiger Schuch als neuer Beauftragter bei Landtag und Landesregierung eingeführt

Von Gott mitten in der Welt nicht schweigen

MedienInfo 4/2020
 

Von Münster nach Düsseldorf, von der Diakonie an die Schnittstelle von Kirche und Politik: Am Dienstag (21. Januar) ist Kirchenrat Rüdiger Schuch in einem Festgottesdienst von Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, als neuer Beauftragter bei Landtag und Landesregierung von Nordrhein-Westfalen (NRW) in sein Amt eingeführt worden.

Damit ist der bisherige Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Perthes-Stiftung e.V. (Münster) zugleich Leiter des Evangelischen Büros NRW. Sein Vorgänger Dr. Thomas Weckelmann ist von Präses Manfred Rekowski (Evangelische Kirche im Rheinland) verabschiedet worden.

„Wir spüren, dass wir Christinnen und Christen in den vielfältigen Transformationsprozessen gefragt und beauftragt sind, diese mitzugestalten. Dafür sind wir dankbar.“ Das unterstrich Rüdiger Schuch in seiner Predigt. Der säkulare Staat des Grundgesetzes messe ebenso wie das Land NRW in seiner Landesverfassung den Kirchen und Religionsgemeinschaften, die auf dem Boden des Grundgesetzes agieren, eine wichtige Rolle zu, die auch in einer pluralen Gesellschaft an Bedeutung nichts einbüße. Schuch: „Konstruktiv, diskurswillig gestaltet sich das Verhältnis, indem die Kirche betend und handelnd zum Wohle der Menschen in diesem Land agiert und weiterhin agieren wird.“

Präses Annette Kurschus betonte mit Blick auf den neuen Beauftragten in der Düsseldorfer Johanneskirche: „Von Gott mitten in der Welt nicht zu schweigen, sein Wort immer wieder als Gegen-Wort in die vielen Wörter des Tages zu sagen, seine Kraft als Gegen-Kraft in das aufgeplusterte Machtgehabe der Menschen zu tragen, seine Verheißung als Gegen-Gift gegen die Verrohung und den Hass und die Angst um uns herum in die Debatten zu streuen: Das wird dein Auftrag sein als Grenzgänger zwischen Staat und Kirche, als Brückenbauer zwischen den unterschiedlichsten Interessenvertretern, als Vermittler zwischen gesellschaftlichen und kirchlichen Themen, als Akzentsetzer in Debatten hier und dort.“

„Es wartet ein spannendes Arbeitsfeld auf Sie. Wir freuen uns auf Sie“, sagte Landtagspräsident André Kuper. Und Dr. Joachim Stamp, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration ergänzte: „Das Evangelische Büro ist ein bedeutender Akteur und Ansprechpartner für die Abgeordneten des Landtags NRW. Die Kirche ist ein wichtiger Partner. Staat und Kirche geht es gemeinsam um das Wohl der Menschen und den Zusammenhalt in der Gesellschaft.“

„In diesen Zeiten ist es gut, Sie an unserer Seite zu wissen. Denn Demokratie geht uns alle an“, betonte Carina Gödecke, erste Vizepräsidentin des Landtags NRW. Und Dr. Antonius Hamers, Leiter des Katholischen Büros NRW, hob die „gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit dem Evangelischen Büro hervor. Hamers: „Es ist unser größter Erfolg, dass wir es geschafft haben, dass beide Büros in einem Gebäude untergebracht sind. Wir haben eine Form der Zusammenarbeit gefunden, hinter die es nicht mehr zurück geht.“

Bereits zu Beginn des Gottesdienstes hatte Präses Manfred Rekowski den scheidenden Kirchenrat Dr. Thomas Weckelmann verabschiedet und ihm für seinen Einsatz gedankt. Rekowski: „Sie haben stets klar und pointiert kirchliche Positionen in den politischen Diskurs eingebracht.“ Besonders durch seine Kontaktfreude und seine große kommunikative Begabung habe er sich zu einem beliebten Gesprächspartner gemacht. Aber auch als Seelsorger und Pfarrer habe er gewirkt und so sehr viel Resonanz erzeugt.

 

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