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LWL zeichnet die evangelische St. Paulikirche in Soest als Denkmal des Monats aus

„Sanierung in vorbildlicher Qualität“

Die evangelische Kirchengemeinde St. Pauli hat das Dachwerk der St. Paulikirche in Soest in der Zeit von 2017 bis 2018 instandgesetzt und saniert sowie das Langhaus und den Turm neu eingedeckt. Deshalb hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die St. Paulikirche jetzt als Denkmal des Monats ausgezeichnet.

„Die Kirchengemeinde hat die Baumaßnahmen mit großem handwerklichen und finanziellen Aufwand in vorbildlicher Qualität ausgeführt“, lobt LWL-Denkmalpfleger Dr. Bruno Kretzschmar. „So wurde der Turmhelm nach 100 Jahren erstmals wieder vollständig mit Blei eingedeckt und das Langhausdach mit einem Naturschiefer. Damit ist die historische Dachlandschaft der Soester Kirchen weitgehend wiederhergestellt.“

Das Dach der evangelischen St. Paulikirche zählt neben dem der Wiesenkirche zu den bedeutenden, weitgehend erhaltenen gotischen Kirchendächern der Stadt Soest und ist von überregionaler Bedeutung. Die LWL-Experten haben durch dendrochronologische Untersuchungen (Baumringdatierung) nachgewiesen, dass die Dachkonstruktion in mehreren Etappen zwischen 1365/66 und 1405/06 errichtet wurde. „Damit konnten wir die bisherigen Datierungen und die Bauphasen präzisieren“, so Kretzschmar.

Die Sanierung war nötig geworden, weil durch Undichtigkeiten im Bereich des Daches am Fuß des Dachwerkes nach und nach immer größere Schäden aufgetreten waren, woraufhin auch die Holzverbindungen nachgaben. Diese Schäden wurden bei der Sanierung instandgesetzt. Das Langhausdach erhielt nun statt der Dachpfannendeckung wieder einen Naturschiefer in „altdeutscher Deckung“, wie es zuletzt 1957 der Fall war. Das entsprach sowohl dem Wunsch der Kirchengemeinde als auch der denkmalpflegerischen Zielsetzung.

Anders verhielt es sich beim Turm, bei dem der Naturschiefer durch eine Bleideckung ersetzt wurde. Denn bauhistorische Recherchen haben ergeben, dass der Turm ursprünglich so eingedeckt war. Im Vorfeld wurde das Turmdach mit Netzen gesichert, da die Schieferdeckung zum Teil akut absturzgefährdet war.

Möglich wurden die Arbeiten, weil die Kirchengemeinde die Kirche seit 2010 teilweise als Kolumbarium nutzt, in dem Urnen beigesetzt werden, und so einen Teil der nötigen Mittel erwirtschaftet hat. Dazu kamen noch Fördermittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Bundesmittel.

Hintergrund

Die evangelische St. Paulikirche in Soest ist seit 1986 eingetragenes Baudenkmal. Sie wird aber schon seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert vom westfälischen Denkmalpflegeamt betreut. Die typische dreischiffige, westfälische Hallenkirche mit stattlichem Westturm wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet, indem sukzessive von Westen nach Osten der spätromanische Vorgängerbau ersetzt wurde.

 

 

 

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