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Großer Dank von Präses Annette Kurschus an alle, die Großartiges leisten, um Leben zu retten und verzweifelten Menschen tatkräftig beizustehen

Notfallseelsorge unterstützt Rettungskräfte

Die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) sind seit Beginn der Flutkatastrophe im Dauereinsatz. Besonders betroffen sind auf dem Gebiet der Landeskirche die evangelischen Kirchenkreise Hagen, Lüdenscheid-Plettenberg, Iserlohn und der westliche Kirchenkreis Soest. Ehrenamtliche und Pfarrpersonen haben Menschen beispielsweise davon überzeugt, ihre gefährdeten Häuser zu verlassen und sie in der Not unterstützt.

„Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei den Opfern dieser Katastrophe und erleben zugleich dankbar eine große Hilfsbereitschaft und Solidarität. Die Gemeinden vor Ort und die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger der EKvW haben mit der Polizei, den Rettungskräften und vielen weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft Großartiges geleistet, um Leben zu retten und verzweifelten Menschen tatkräftig beizustehen. Ihnen allen gilt mein großer Dank“, sagt Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der EKvW.

Pfarrer Ralf Radix, zuständiger Referent für Notfallseelsorge bei der westfälischen Landeskirche, hat noch keinen detaillierten Überblick über die gesamte Lage, die sich ständig verändert: „Unsere Einsatzkräfte der Notfallseelsorge sind jetzt vor Ort im Einsatz. Sie werden bei Bedarf direkt von den Einsatzleitstellen alarmiert.“ In den Teams der Notfallseelsorge sind zu zwei Dritteln ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, die speziell geschult sind. Zu einem Drittel übernehmen Pfarrerinnen und Pfarrer die Notfallseelsorge.

Zur Leitung der Teams im Kreis Soest gehört Anna Gerbens, die ehrenamtlich mitarbeitet. Sie berichtet von einer Familie, die eine Kollegin zuerst überzeugen musste, ihr Haus in einer besonders betroffenen Gemeinde an der Ruhr zu verlassen und zu Verwandten zu gehen. „Nur eine Stunde später mussten wir den Betroffenen sagen, dass ihr Haus nicht mehr zu retten ist und dass sie alles verloren haben. Sie stehen vor dem Nichts“, berichtet Anna Gerbens. Notfallseelsorger erfahren in der Regel nicht, wie es für die Menschen, die sie für eine Zeit begleitet haben, weiter geht.

„Das Team war über die Situation vor Ort informiert und stand in Bereitschaft“, so die Koordinatorin in Soest. Die überörtliche Hilfe und die Unterstützung durch benachbarte Rettungskräfte habe im westlichen Kreis Soest gut geklappt, sagt Gerbens. „Die Lage als solche hat sich entspannt, aber wir sind weiter in Warteposition, denn es ist nicht klar, was passiert, wenn es wieder regnet.“

Erste Gemeinden melden schwere Schäden

Unterdessen kamen am Freitagnachmittag aus Kirchengemeinden erste Rückmeldungen zu Schäden, die die Unwetter verursacht haben.

Im Kirchenkreis Hagen ist die Auferstehungskirche im Stadtteil Dahl besonders betroffen. Dort stieg das Wasser im Innenraum auf etwa 1,2 Meter. Durch den starken Wasserdruck sind alle Türen verzogen und nicht mehr zu schließen“, heißt es aus der Gemeinde. An der Seitentür sei Sandstein herausgefallen, der den Türsturz trägt. „Dort besteht Einsturzgefahr.“ Die Abstützung habe schon veranlasst werden können. „Die Kanzel hat es aus der Verankerung gerissen. Es ist nichts mehr an seinem Platz und die Wände sind stark durchnässt.“ Inwieweit die Fresken in der Katharinenkapelle durch das Wasser geschädigt wurden, ist noch nicht abzusehen.

Der Hagener Assessor Henning Waskönig zeigt sich nach einer ersten Bestandsaufnahme sehr betroffen über das Ausmaß der Katastrophe: „Die Bilder aus Dahl machen mich sprachlos“, so der Theologe, der aber auch betont: „Vor allem die Not der Menschen, die unmittelbar von den Schäden betroffen sind, müssen jetzt im Fokus stehen.“

Im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg gibt es einige Schäden und Opfer, doch sei man im Vergleich zu den Nachbarkirchenkreisen ‚relativ glimpflich‘ davongekommen. Um die Kirchenkreise Iserlohn und Hagen, die erheblich schlimmer von der Katastrophe betroffen sind, zu unterstützen, hat der Kirchenkreis deshalb ein Spendenkonto eingerichtet, um für die Opfer in der Region zu sammeln. Am Sonntag gibt es zudem eine Sonderkollekte.

Spendenaufruf

Die Evangelische Kirche von Westfalen ruft zu Spenden für die Hochwasseropfer auf. So können Sie helfen:

Per Überweisung:

Empfänger: Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL
IBAN: DE 79 3506 0190 1014 1550 20
Stichwort: Hochwasser-Hilfe

Online unter www.kollekte-online.de/hochwasser 
oder
über betterplace.org: https://www.betterplace.org/de/projects/97611-schnelle-hilfen-fuer-hochwasser-geschaedigte-in-rheinland-westfalen-lippe

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