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Ökumenische Konsultation zur Landessynode diskutiert Klimaschutz mit Gästen aus drei Kontinenten

„Klimaschutz muss sozialgerecht sein“

Um Klimaschutz und Klimagerechtigkeit geht es bei der Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche von Westfalen, die am Sonntag (12. Juni) in Bielefeld-Bethel begonnen hat. Im Vorfeld der Tagung des Kirchenparlaments trafen sich Kirchenvertreter mit Gästen aus Argentinien, aus Polen und aus der DR Kongo zu einer ökumenischen Konsultation. Dabei wurde auch der andauernde Krieg Russlands in der Ukraine und die Folgen für kirchliche Partnerschaften thematisiert.

„Der Klimawandel ist unübersehbar und wir müssen mehr für den Klimaschutz tun“, machte die Diplom-Forstingenieurin Katja Breyer in ihrem Impulsvortrag vor den rund 50 Teilnehmenden der ökumenischen Konsultation klar. Weltweite Dürren und Waldbrände aber auch Hochwasserkatastrophen in Deutschland und Tornados - wie zuletzt in Lippstadt und Paderborn – müssten „uns wachrütteln“. Die Erderwärmung werde um 2,5 Grad ansteigen, wenn das Pariser Klimaschutzabkommen nicht umgesetzt und eingehalten werde, warnte sie.

Damit die Erde bewohnbar bleibe, müssten die Treibhausemissionen runter. Es brauche einen echten Wandel in nahezu allen Industriebereichen. Breyer warb für weniger Energieverbrauch, weniger Autoverkehr und mehr erneuerbare Energien. Bei der Frage, wie viel Energie brauchen wir, sei auch die Kirche gefordert, um mit eigenen Maßnahmen und glaubwürdiges Handeln voranzugehen. Ebenso sollte sie sich in politische Debatten stärker einmischen. „Klimaschutz kostet Geld und muss sozialgerecht sein, damit Menschen ohne hohe Einkommen nicht ärmer werden“, forderte Breyer, die im Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) für die Themenbereiche Entwicklungspolitik und für die Brot-für-die-Welt-Arbeit in Westfalen zuständig ist.

Die westfälische Kirche will nach einem Versprechen von Präses Annette Kurschus bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Landessynode die entsprechenden Rahmenbedingungen und rechtlichen Vorgaben dafür schaffen. Die Klimastrategie sieht zahlreiche Schritte wie energetischen Maßnahmen an Gebäuden und Pfarrhäusern, Strom sparen, weniger Verkehr und mehr digitales Arbeiten vor. Ein Runder Tisch „Klimaschutz“ schlägt vor, in jedem Kirchenkreis sollte es eine Klimamanagerin oder einen Klimamanager geben.

Vom Einsatz der evangelischen Kirche am La Plata (IERP) gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen für den Wasserschutz berichtete deren Kirchenpräsident Leonardo Schindler (Argentinien). Statt neue Waldrodungen und den Bau eines neuen Staudamms sei es gelungen, Wasserquellen im Norden des Landes zu erhalten. Die Chance zur Veränderung gebe es, wenn die Kirche mit Partnern aus anderen Bereichen aktiv werde. Schindler stellte ein zweites Umweltprojekt vor, bei dem rund 180.000 neue Bäume gepflanzt werden sollen. Das Geld dafür stellt die kirchliche Stiftung Hora-de-Obrar vor, die wiederum von der westfälischen Kirche unterstützt wird. 

Für mehr Klimaschutz wollen sich auch die Kirchen in Polen engagieren, sagte der Direktor des Polnischen Ökumenischen Rates der Kirchen (PÖR), Grzegorz Giemsza, bei der Konsultation. Dabei könnte die Klimastrategie der westfälischen Landeskirche neue Anreize und Impulse geben. So will sich Giemsza für das Projekt Klimafasten auch in Polen stark machen.

Weiter berichtete er über die kirchlichen Hilfen für Flüchtlinge aus der Ukraine. Die Friedens- und Versöhnungsarbeit sei und bleibe auch künftig ein zentrales Anliegen in Europa. „Wir müssen aus den Erfahrungen in den vergangenen Jahren lernen, um die Versöhnung weiter in den Osten zu tragen“, sagte Giemsza. Auch den Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche schloss er künftig nicht aus.

Zuvor war Dr. Albrecht Philipps, Ökumene-Dezernent der westfälischen Landeskirche, bereits auf die Bedeutung des „Schwerter zu Pflugscharen“-Bildes für die Versöhnung zwischen den Völkern eingegangen.

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