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Mehrere hundert Menschen kamen vor der Kreuzkirche zusammen

Friedensgebet in Herne

Nach den Drohungen, die Pfarrerin Melanie Jansen im Anschluss an vergangene Ökumenische Friedensgebete erhalten hatte, waren am Samstag, 22. Januar, mehrere hundert Menschen auf dem Herner Europaplatz vor der Kreuzkirche versammelt.

Sie alle waren gekommen, um wieder für den Frieden zu beten, ein Zeichen gegen eine Spaltung der Gesellschaft zu setzen und nicht zuletzt ihre Solidarität mit Pfarrerin Melanie Jansen zu demonstrieren.

Unter den Teilnehmenden waren auch Vertreter der Kirchenleitung in der Evangelischen Kirche von Westfalen sowie des Rates der Stadt Herne mit Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda an der Spitze. Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenkreises Herne nahmen ebenso wie ihre katholischen Kollegen im Talar an der Andacht teil, um deutlich zu machen, dass die Vertreterinnen und Vertreter beider Kirchen mit Melanie Jansen zusammen für ein friedliches Zusammenleben in der Stadt einstehen.

Pfarrerin Claudia Reifenberger, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Herne, leitete die Andacht zusammen mit dem katholischen Pfarrer Meinolf Mika und unter Beteiligung von Tuncay Nazik von der islamischen Gemeinde Röhlinghausen. Thema war das Jesuswort „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“.

Aufgeheizte Stimmung, auch in der Pandemie, verleite dazu, einfache Antworten zu suchen und Schuldige zu finden, so die Superintendentin. Auch Jesus habe es mit einer aufgeheizten Stimmung zu tun gehabt, als der Mob von ihm forderte, eine Ehebrecherin zu bestrafen. Seine Aussage: „Wer von euch ohne Schuld ist, soll den ersten Stein auf sie werfen“ – habe den Blick der Leute verändert. Sie seien gegangen, umgekehrt, wissend, dass keiner frei ist von Schuld.

 

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Datum: 25.01.2022