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75 Jahre Evangelische Kirche von Westfalen

13. Juni 1945: Präses Karl Koch ergriff die Initiative

„Evangelische Kirche von Westfalen“ steht links oben auf dem Brief, den Präses D. Karl Koch am 13. Juni 1945 an die Gemeinden und Pfarrer in Westfalen versandte. Damit war zum ersten Mal eine Einheit bezeichnet, die es bis dahin nicht gegeben hatte. Der Brief markiert das Gründungsdatum der westfälischen Landeskirche vor 75 Jahren.

Präses Koch informierte in dem Schreiben über die „Bildung einer Kirchenleitung für die Evangelische Kirche von Westfalen“. Da die bisherige preußische Provinz Westfalen und folglich auch die bisherige Provinzialkirche faktisch nicht mehr bestand, ergriff Koch die Initiative und erklärte einen Neuanfang. In dem Brief teilte er mit, dass die neue Kirche bis zur ersten ordentlichen Synode eine provisorische Leitung brauche, die er nun berufen habe. Koch schreibt: „Ich rufe die Gemeinden dazu auf, dieser Kirchenleitung zu folgen, und bin dessen gewiß, daß alle evangelischen Christen an der Bestellung einer an Schrift und Bekenntnis gebundenen Kirchenleitung und dem Neubau unserer Provinzialkirche willig mitarbeiten.“ Nach der NS-Diktatur waren neue kirchliche Strukturen zu schaffen. Koch, der 1933 von der Provinzialsynode zum Präses gewählt und von der Bekenntnissynode 1934 bestätigt worden war, hatte 1945 das einzige noch vorhandene verfassungs- und kirchenordnungsgemäße Amt inne. Drei Jahre später trat die erste Westfälische Landessynode zusammen. Sie beriet über die im Wesentlichen heute noch gültige neue Kirchenordnung, die schließlich auf der Landessynode 1953 verabschiedet wurde.

Weil Koch nach dem Krieg in Bad Oeynhausen, dann aber in Bielefeld wohnte, war hier auch der vorläufige Verwaltungssitz der neuen Landeskirche. Nach manchen Diskussionen setzte sich Bielefeld als Ort des Landeskirchenamtes durch. Der Neubau wurde 1956 eingeweiht.

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