„Komm, Heiliger Geist!“
Pfingstwunder und Heiliger Geist

Pfingsten

Genau wie Weihnachten und Ostern wird Pfingsten gleich mit zwei Feiertagen gefeiert und auch als Geburtstag der Kirche bezeichnet. Trotzdem ist dieses Fest nicht so populär wie die Erstgenannten. Dabei feiern wir ein für Kirche weltweit wichtiges Ereignis.

Nämlich den Heiligen Geist, der auf die Jüngerinnen und Jünger Jesu herabfuhr. Er verlieh ihnen den Mut und die Gabe, die Lehren Jesu Christi in alle Welt zu verbreiten. Darum wird dieser Feiertag auch als der „Gründungstag der Kirche“ bezeichnet. Hier finden Sie alles über die Bedeutung, über Traditionen und Bräuche dieses Feiertags.

„Suchen, was nicht auf der Straße liegt: Freude“    

Westfälische Präses ruft zu Pfingsten zum „Aus-sich-Herausgehen“ auf

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Adelheid Ruck-Schröder, hat zu Pfingsten, dem christlichen Fest des Heiligen Geistes, an Paul Gerhardt erinnert, einen der großen kirchlichen Liederdichter. Dessen Todestag jährt sich dieser Tage zum 350. Mal. Paul Gerhard habe mit Liedern wie „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ Menschen ermutigt, von Gottes Geist gestärkt aus sich herauszugehen und so Freude zu erfahren und zu verbreiten.

Paul Gerhardts Leben sei, wie das vieler anderer Menschen heute, von den Verwüstungen des Kriegs gezeichnet gewesen. „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ sei als Trostlied für seine Frau nach dem 30-jährigen Krieg entstanden, so Ruck-Schröder. Denn die Familie habe vier ihrer fünf Kinder bereits im Kleinkindalter verloren.

Freude lag damals wie heute für viele Menschen in Deutschland und in der Welt „nicht auf der Straße“. Sie litten unter den Folgen des Krieges, waren verletzt und traumatisiert und fast alle trauerten um verlorene Angehörige. „Ich glaube, Paul Gerhardt hat sich nach einem guten Geist gesehnt, einem, der die Trauergeister und den Geruch des Todes vertreibt und Freude bringt.“ Und so gehe auch das Lied weiter: „‚Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum.‘ Was für ein schönes Bild: Der gute Geist Gottes zieht bei mir ein, gerade, wenn ich traurig bin.“

Pfingsten, so Ruck-Schröder, sei eine gute Gelegenheit, rauszugehen, buchstäblich aus sich herauszugehen und das zu suchen, was nicht auf der Straße liegt: Freude an Neuanfängen, am Partner, an den Kindern, an unserer einzigartigen Welt, aller Verwüstung zum Trotz. „Freude ist das schönste Gefühl, das Gott in die Welt schickt.“

Die Pfingstandacht von Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder ist im Rundfunk zu hören ab Pfingstmontag, 25. Mai, auf WDR 3-5 oder im Internet unter www.kirche-im-wdr.de/.