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DEKT 2019: Präses Annette Kurschus predigt am KirchentagsSonntag in St. Reinoldi

Fragen nach unserem Glauben und dessen Wirken in der Welt

Der Countdown für den 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT), der vom 19. bis 23. Juni 2019 in Dortmund stattfinden wird, läuft. 508 Tage noch – aber mit dem so genannten »KirchentagsSonntag« sollen die westfälischen Kirchengemeinden bereits jetzt auf ihre Gastgeberrolle im nächsten Jahr eingestimmt werden.

Westfalenweit wurden am Sonntag (28. Januar) insgesamt 23 besondere »Kirchentagssonntags-Gottesdienste« gefeiert. Zwölf davon allein in Dortmund und einer mit Präses Annette Kurschus. Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) warb in der St. Reinoldi-Kirche für den Kirchentag 2019.

Politisch soll er nach dem Willen der Organisatoren sein. Soziale Missstände benennen. Gesellschaftspolitische Probleme diskutieren. Eintreten für ein gerechtes, solidarisches Miteinander. In Deutschland, Europa und der Welt.

In ihrer Predigt griff Präses Annette Kurschus die Vielschichtigkeit des 23. Psalms (»Der Herr ist mein Hirte«) auf: vom ursprünglichen Asylpsalm bis zum vertrauten Herzensgebet. Mit einem Gott, der persönlicher Tröster des Einzelnen ist - und zugleich Hirte aller Menschen. Vor diesem Hintergrund wünschte sie sich »einen Kirchentag, der auch und gerade da, wo er kritisch ist, nicht nörgelt, nicht besser weiß und nicht den moralischen Zeigefinger erhebt, sondern von der Fülle Gottes herkommt und mit ihr der Wirklichkeit zuprostet. Ich wünsche mir einen Kirchentag, auf dem die Menschen erfahren können, dass die Güte Gottes nicht rationiert ist und dass an Gottes Tisch niemand zu kurz kommt, weil sich noch andere mit dazu setzen. Ich wünsche mir, dass beim Kirchentag in Dortmund Menschen dazu frei werden, den eigenen Lebensdurst und den Durst der anderen miteinander ins Gleichgewicht zu bringen. So, dass sie selbst genug haben – und die anderen auch.« Genau dies, so Kurschus, sei übrigens eine mögliche Übersetzung des hebräischen Wortes Schalom: »Alle haben genug«.

»Was für ein Vertrauen«

Mit Blick auf die 2019er-Kirchentagslosung »Was für ein Vertrauen« (2. Könige 18,19) hofft Kurschus, dass dieses »Motto« viele Fragen aufwirft. Dann heißt es Farbe zu bekennen. Im wahrsten Sinne des Wortes:

»Fast vier Tage lang wird die Stadt in frisches Kirchentagsgrün gehüllt sein. Menschen mit seltsamen grünen Schals werden die Stadt bevölkern, und sie werden ganz andere Fan-Gesänge anstimmen als sie sonst in Dortmund üblich sind. Man wird uns fragen: Was ist das für ein Vertrauen, dass ihr in einer multiethnischen und multikulturellen und multireligiösen Großstadt ein derart riesiges christliches Glaubensfest anzettelt? Was für ein Vertrauen in die Kraft der Argumente und in die Kraft des Gebets; was für ein Vertrauen in die Menschen und in die Veränderbarkeit der Welt? Was ist das für ein Vertrauen, dass ihr mitten in den komplexen politischen und sozialen Fragen unserer Zeit nach Gott zu fragt und von ihm Orientierung und Ermutigung erwartet? Was ist das für ein Vertrauen? So fragen wir uns womöglich selbst. Denn es ist ja nicht so, dass der Glaube immer schon Vertrauen und Gewissheit und kluge Antworten bei sich hätte. Im Gegenteil. Gerade der Glaube ist oft ein recht wackeliges Unterwegssein, ein zweifelndes Suchen bisweilen. Der Glaube bleibt  angewiesen auf die Quelle, die er nicht selbst zum Sprudeln bringt. Er braucht immer neu einen Tisch, den er nicht selbst gedeckt hat.«

Der Kirchentag 2019 in Dortmund, so Kurschus, wird nach unserem Glauben fragen. Und nach dessen Wirkung in der Welt. Die Präses jedenfalls ist »gespannt, welche Antworten sich dabei einstellen werden«.

Zum Hintergrund

Zum nächsten Deutschen Evangelischen Kirchentag werden zehntausende Teilnehmende in Westfalen erwartet. Über konfessionelle und religiöse Grenzen hinweg erleben sie Gemeinschaft, feiern Gottesdienste, lauschen Konzerten und nehmen an politischen Debatten teil. Der Kirchentag ist auch 2019 zivilgesellschaftliches Forum, das über eine kirchliche Veranstaltung weit hinausgeht. Circa 2.500 Einzelveranstaltungen widmen sich genauso der internationalen Politik wie dem Zusammenleben von Menschen in Familie und Gesellschaft. In Podien, Streitgesprächen, Vorträgen und Workshops gestalten prominente Referentinnen und Referenten mit viel Publikumsbeteiligung die Themen des Kirchentages.

Um Gemeinden auf den Kirchentag einzustimmen, gibt es seit 2007 diesen besonderen Sonntag, den KirchentagsSonntag. Am Sonntag Septuagesimae gefeiert, ist er eine Station auf dem Weg zum Kirchentag. Er soll informieren, Lust machen auf die Bibeltexte und Themen, in die jeweilige Kirchentagsstadt einladen, die Gemeinden mitnehmen auf diesem Weg. (Pressemitteilung 4/2018)

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