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Präses Annette Kurschus eröffnete EKD-Ausstellung in Heepen

Atemberaubender Gedanke: Menschenrechte

Es gebe Dinge, die dürfe man nicht allein der Gnade überlassen, so etwa der stetige Einsatz für die Einhaltung von Menschenrechten, sagte Annette Kurschus anlässlich der Eröffnung der EKD-Ausstellung ‚Frei und gleich. Menschen. Rechte. Leben.‘ in der Peter-und-Pauls-Kirche der Ev.-luth. Kirchengemeinde Heepen-Oldentrup. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland hielt die Ansprache zum Start der Ausstellung, die noch bis zum 8. August in Heepen zu sehen ist.

Die Idee, dass alle Menschen, unabhängig von Herkunft oder gesellschaftlicher Stellung die gleichen Grundrechte hätten, sei ein atemberaubender Gedanke, so Annette Kurschus. Auch durch irgendwelche eigenen Tugenden könne niemand sich solche Rechte verdienen. Diese Idee sei mühsam errungen und sie brauche immer und überall Freundinnen und Freunde, die für sie streiten.

Zu den Rechten, die allen Menschen zukämen, gehöre es auch, unbequem, zuweilen eine „Nervensäge“ zu sein, sagte die Präses. So beispielsweise die Witwe aus einer Geschichte im Lukas-Evangelium: Sie brachte ihr Anliegen hartnäckig immer wieder einem Richter vor. Der war weder gottesfürchtig noch scheute er die Menschen und hatte wenig Lust, auf das Anliegen der Witwe einzugehen; „… er wollte lange nicht“, heißt es in Lukas 18,4. Doch letztlich schaffte er ihr Recht, weil sie ihm so viel Mühe machte, „damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage.“ (Lk. 18,5)

Die Witwe war eine Kämpferin für Menschenrechte. Witwen ständen in der Bibel häufig sinnbildlich für Menschen in untersten sozialen Verhältnissen. Auch heute noch drohe Armut oft die Wahrnehmung und das Einklagen von Rechten zu behindern, so die Präses. Darum bedeute auch das Eintreten für soziale Rechte den Kampf für Menschenrechte.

Annette Kurschus wünschte der Ausstellung in Heepen über den Sommer viele Besucherinnen und Besucher, die sich von dem Kampf für Menschenrechte anregen und zum Mittun motivieren ließen. Die Ausstellung, so ihre Hoffnung, möge nicht nur informieren, sondern auch aktivieren.

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