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Theologen in Westfalen und Weißrussland vereinbaren Kooperation in Ausbildung, Forschung und Dialog

Akademische Zusammenarbeit zwischen Münster und Minsk

Zwischen Weißrussland und Westfalen gibt es ab jetzt eine regelmäßige akademische Zusammenarbeit. Das haben die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und das theologische Institut an der staatlichen Universität in Minsk vereinbart. Beschlossen wurde eine fünfjährige Kooperation zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs und der Begegnung zwischen orthodoxen und protestantischen Studierenden und Forschenden.

Seit gut vier Jahren hatte Dr. Sviatoslav Rogalsky immer wieder um Beiträge protestantischer Theologinnen und Theologen für die Vorlesungen in Minsk geworben. Rogalsky ist dort Direktor des St. Kyrill und Method-Instituts und einer der verlässlichen Ansprechpartner in der Kooperation mit der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Der kulturelle und theologische Austausch zwischen Ost und West ist eines seiner Herzensanliegen. Doch bisher wirkten westliche Theologen nur selten an Vorlesungen in Minsk mit.

Das Ökumenedezernat und das Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) der Landeskirche gaben hier immer wieder praktische Unterstützung und vermittelten Vortragende für die jährliche Vorlesungsreihe. In diesem Jahr machte sich Professor Dr. Traugott Roser als Vertreter Westfalens auf den Weg nach Minsk. So entstand die Idee einer Universitätskooperation. Roser warb unter seinen Kolleginnen und –kollegen dafür und fand auch beim Dekan offene Ohren. Es kam zu der gemeinsamen Hochschulvereinbarung zwischen Weißrussland und Westfalen.

Weißrussland liegt zwar am östlichen Rand der EU, gehört aber unbestritten zu Europa. Die jungen Studierenden haben großes Interesse an einem west-östlichen Kulturaustausch. „Zukünftig kann da vieles möglich sein – Studierendenaustausch, wechselseitige Teilnahme an Symposien, Forschung und Lehre und die gegenseitige Beratung im interkonfessionellen Dialog“, sagt Professor Roser. Er wird auch die EKvW im internationalen Beirat des theologischen Institutes in Minsk vertreten – ein weiterer Schritt guter Kooperation zwischen Westfalen und Weißrussland.

Die Heiligen Kyrill und Method – im Volksmund auch als Slawenapostel bekannt - brachten im frühen Mittelalter das orthodoxe Christentum nach Osteuropa.
Mit der Belarussisch-Orthodoxen Kirche ist die EKvW seit vielen Jahren partnerschaftlich verbunden. Dies ist auch das Verdienst des ökumenisch orientierten, ehemaligen Metropoliten Filaret. In Minsk unterhält das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk IBB die „Johannes-Rau-Bildungsstätte“ und fördert zusammen mit der EKvW die Versöhnungs- und Gedenkarbeit zwischen Deutschen und Weißrussen, unterstützt die Geschichtswerkstatt Minsk und die Gedenkstätte am ehemaligen KZ Maly Trostenez.

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