COVID-19: Aktuelle Hinweise

Perspektiven kirchlichen Lebens

Die Evangelische Kirche von Westfalen ist sich ihrer besonderen Verantwortung für den Schutz des Lebens und der „Nächsten“ bewusst. Ziel aller im Folgenden beschriebenen Maßnahmen ist es, Infektionsrisiken zu minimieren, damit Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen nicht zu Infektionsherden werden und mit den bewährten Schutzkonzepten zugleich in einem geregelten Verfahren wieder aufgenommen bzw. weitergeführt werden können.

(Mehr dazu: CoronaUpdate vom 12.03.2021)

Mit Wirkung vom 29.3.2021 tritt die neue Coronaschutzverordnung in Kraft. § 1 Abs. 3 der CoronaSchVO macht weiterhin inzidenzwertunabhängig einschränkende Vorgaben für die Durchführung von Gottesdiensten und religiösen Versammlungen:

  1. Die Kirchen entscheiden orientiert an den Regelungen der jeweils aktuellen CoronaSchVO und unter Berücksichtigung des lokalen Infektionsgeschehens, inwieweit Versammlungen in Präsenz durchgeführt werden können,
  2. und informieren die vor Ort zuständigen Behörden.
  3. Sie sichern die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m und
  4. begrenzen die Teilnehmendenzahl. Die mögliche Teilnehmendenhöchstzahl richtet sich jeweils danach, wie viele Menschen in dem betreffenden Raum den geforderten Abstand einhalten können. Die Obergrenze liegt für Gottesdienst in Kirchen (und anderen Räumen) bei 250Teilnehmenden und bei Gottesdiensten unter freiem Himmel bei 500 Teilnehmenden.
  5. Sie führen ein Anmeldeerfordernis für solche Zusammenkünfte ein, bei denen Besucherzahlen zu erwarten sind, die zu einer Auslastung der Kapazitäten führen könnten,
  6. verpflichten die Teilnehmenden zum Tragen einer medizinischen Maske auch am Sitzplatz (OP-Maske, Masken des Standards FFP2 bzw. KN95/N95),
  7. erfassen die Kontaktdaten der Teilnehmenden und
  8. verzichten auf Gemeindegesang.
  9. Weiterhin regelt § 1 Abs. 3 der CoronaSchVO, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften, die keine dementsprechenden Regelungen vorlegen, „Zusammenkünfte mit mehr als zehn Teilnehmenden spätestens zwei Werktage im Voraus bei der zuständigen Behörde anzuzeigen“ haben und die §§ 2 bis 4a CoronaSchVO zu berücksichtigen sind.

Die nachfolgenden Leitlinien stehen unter dem Vorbehalt, dass sich die Konferenz der Superintendentinnen und Superintendenten gemeinsam mit der Landeskirche über den Eintritt des jeweiligen Szenarios verständigt haben und die jeweils geltenden Corona-Verordnungen und Allgemeinverfügungen die entsprechenden Versammlungen zulassen. Die nachgenannten Inzidenzwerte beziehen sich auf die jeweiligen Landkreise oder kreisfreien Städte (vgl. https://www.giscloud.nrw.de/corona-dashboard.html) und verstehen sich als Orientierungsgrößen für die regionalen und/oder lokalen kirchlichen Entscheidungen. Verbindliche staatliche Inzidenzwert-Vorgaben sind zu beachten.

Die Handlungsorientierung für einen Inzidenzwert von „unter 100“ gilt, wenn sich der Inzidenzwert in den vergangenen 7 Tagen konstant und auch weiterhin erwartbar unter dem Inzidenzwert von 100 bewegt. Entsprechendes gilt im Blick auf darunter liegende Inzidenzwerte. Die Presbyterien entscheiden entsprechend dem jeweiligen Szenario in eigener Verantwortung. Ein abgestimmtes Vorgehen in den Kirchenkreisen ist anzustreben.

Für Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche von Westfalen gilt, dass diese die zuständigen lokalen Ordnungsbehörden einmalig in Absprache mit den Superintendentinnen und Superintendenten darüber informieren, ob und in welchem Umfang sie Gottesdienste in Präsenz durchzuführen gedenken. Auf Anfrage legen sie den lokalen Behörden auch ihre Schutzkonzepte vor (ergänzt um das Tragen von medizinischen Masken, s. oben Punkt 6).

Die hier aufgeführten Handlungsleitlinien sollen ab dem 13. März 2021 gemäß dem lokalen Infektionsgeschehen angewendet werden. Dabei sind die jeweils geltenden Corona-Schutzverordnungen zu beachten. Diese Leitlinien geben den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen eine Orientierungshilfe, gemäß der jeweiligen Lage vor Ort zu entscheiden und regionale Besonderheiten zu berücksichtigen.

Nach der gegenwärtigen Sachlage sind die Rahmenbedingungen für Szenario 3 erfüllt. Die Handlungsempfehlungen gelten entsprechend.

Szenario 3 | Lockdown mit ersten Öffnungsschritten

Situation

Gesellschaftliches Leben „mit Corona“ im Lockdown mit ersten Öffnungsschritten unter Einhaltung der Maßgaben zum Infektionsschutz gemäß CoronaSchVO (Tragen von medizinischen Masken, Einhaltung des Abstandsgebots, Nach- und Rückverfolgung u.a.)

Empfehlung

Kirchliches Leben „mit Corona“ orientiert sich innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen an den Inzidenzwerten in den Landkreisen und kreisfreien Städten und an den örtlichen Gegebenheiten. Seine praktische Ausgestaltung geschieht unter Beachtung der CoronaSchVO in der jeweils aktuellen Fassung sowie der kommunalen Allgemeinverfügungen.

Bei Inzidenzwerten, die in den vergangenen 7 Tagen konstant und auch weiterhin erwartbar unter 100 liegen, können Gottesdienste (mit kirchenmusikalischen Beiträgen, aber ohne Gemeindegesang) mit den bewährten Schutzkonzepten nach Prüfung der regionalen Gegebenheiten in Präsenz stattfinden. Bei Inzidenzwerten, die in den vergangenen 7 Tagen konstant und auch weiterhin erwartbar unter 50 liegen, kann auch die Konfirmandenarbeit mit den bewährten Schutzkonzepten in Präsenz stattfinden. Die Jugendarbeit kann im Rahmen der geltenden CoronaSchVO (§ 7, Absatz 1 und 1a) aufgenommen werden.

Bei einem Inzidenzwert von über 100 gilt die Empfehlung zum Verzicht auf sämtliche Präsenzveranstaltungen in den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden weiter. Die bewährten nicht präsentischen Formate der Verkündigung und Seelsorge werden gepflegt.

Die Schutzkonzepte werden gemäß den Bestimmungen der CoronaSchVO in der jeweils aktuellen Fassung sowie der kommunalen Verordnungen fortlaufend aktualisiert.


 

Handlungsperspektiven für das kirchliche Leben in der Corona-Pandemie (gilt nur für Szenario 3)


Gottesdienstliche Praxis

Inzidenzwert unter 50

Mögliche Wiederaufnahme von Präsenzgottesdiensten mit Schutzkonzepten ab sofort (nach Prüfung der regionalen Gegebenheiten)

Inzidenzwert zwischen 50 und 100

Nach Prüfung der regionalen Gegebenheiten mögliche Wiederaufnahme von Präsenzgottesdiensten mit Schutzkonzepten vom 28.03.2021 an

Inzidenzwert über 100

Weiterhin Verzicht auf Gottesdienste in physischer Präsenz mit Ausnahme kirchlicher Bestattungen. Das gottesdienstliche Angebot konzentriert sich auf nicht-präsentische Formate.

Kirchenmusikalische Praxis

Inzidenzwert unter 50

  • Verzicht auf Gemeindegesang / Medizinische Masken erforderlich
  • Musikalische Beiträge im Gottesdienst (nicht atmungsaktiv) möglich
  • Musikalische Beiträge (Sänger/innen, Bläser/innen) im Gottesdienst solistisch oder in Kleingruppen (bis zu fünf Ausführende) möglich
  • Outdoor: Gemeindegesang mit Maske möglich
  • Konzerttätigkeit
    • Nicht atmungsaktiv: möglich
    • Sänger/innen, Bläser/innen: in Gruppen von bis zu fünf Personen möglich
    • „Fensterkonzerte“: möglich unter Einhaltung der bekannten Hygienevorschriften
  • Probenarbeit
    • Indoor: in Gruppen von bis zu fünf Personen auch zur Vorbereitung längerfristiger Gottesdienst- oder Konzertformate; Ausnahmeregelungen bei besonderen technischen Voraussetzungen (mechanische Lüftung)
    • Outdoor: möglich auch für etwas größere Gruppen entsprechend der CoronaSchVO

Inzidenzwert zwischen 50 und 100

  • Verzicht auf Gemeindegesang / Medizinische Masken erforderlich
  • Empfehlung: FFP2-Masken nutzen
  • Musikalische Beiträge im Gottesdienst (nicht atmungsaktiv) möglich
  • Musikalische Beiträge (Sänger/innen, Bläser/innen) im Gottesdienst solistisch oder in Kleingruppen (bis zu fünf Ausführende) möglich
  • Konzerttätigkeit im Kirchraum ist weiterhin untersagt
  • „Fensterkonzerte“: mit bis zu fünf Personen möglich
  • Probenarbeit
    • ausschließlich zur Vorbereitung oben genannter Formate möglich; Ausnahmeregelungen bei besonderen technischen Voraussetzungen (mechanische Lüftung)

Inzidenzwert über 100

  • Kirchenmusikalische Beiträge in Gottesdiensten, Probenarbeit und Konzerte sind nur online möglich
Konfirmandenarbeit

Inzidenzwert unter 50

Präsenzveranstaltungen nach Prüfung der örtlichen Gegebenheiten mit Schutzkonzepten möglich

Inzidenzwert zwischen 50 und 100

Verzicht auf Präsenzveranstaltungen bis nach den Osterferien. Neubewertung der Entwicklung in der Woche nach Ostern

Inzidenzwert über 100

Weiterhin Verzicht auf Präsenzveranstaltungen

Jugendarbeit

Ansammlungen und Zusammentreffen von und mit Jugendlichen zum Zwecke der Jugendarbeit sind grundsätzlich untersagt.

Nicht zulässig sind gem. Corona-Schutzverordnung insbesondere Sportangebote der Bildungsträger sowie Freizeitangebote wie Tagesausflüge, Ferienfreizeiten, Stadtranderholungen und Ferienreisen für Kinder und Jugendliche (§ 7 Abs. 1 Satz 2).

Zulässig sind nach § 7 Abs. 1a weiterhin Einzelberatungsangebote in Einrichtungen der Jugendhilfe (Offene Tür, Orte der Jugendarbeit) in Präsenz und Angebote

  • für Gruppen von höchstens fünf jungen Menschen bis zum Alter von einschließlich 18 Jahren sowie
  • im Freien für Gruppen von höchstens zwanzig Kindern bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren.
Konferenzbetrieb: Presbyterium, Ausschüsse, Synoden

Verzicht auf Konferenzbetrieb in Präsenz. Stattdessen werden nicht-präsentische Formate genutzt (Telefon- und Videokonferenz, digitale Synode, „praktischer Konsens“).

Erwachsenenbildung und weitere Bildungsangebote

Verzicht auf Bildungsangebote in Präsenz, sofern diese nicht durch die CoronaSchVO erlaubt werden. Stattdessen werden nicht präsentische Formate genutzt.

Gruppen und Kreise

Gruppen und Kreise finden vorläufig nicht in Präsenz statt. Nicht-präsentische Formate werden im Interesse der Vergemeinschaftung und der Kontaktpflege genutzt (oder entwickelt).

Größere Veranstaltungen: Einführungen, Verabschiedungen, Festivitäten usw.

Größere Veranstaltungen finden vorläufig nicht in Präsenz statt.