COVID-19: Aktuelle Hinweise
Seelsorge in Zeiten von Corona

Nah sein - gerade jetzt!

Auf dieser Seite finden Sie Hinweise, Materialien und Tipps für die seelsorgliche Arbeit in Zeiten der Corona-Krise. Sie stammen teils direkt aus der Praxis, aus dem Fachbereich Seelsorge am IAFW und dem Referat Seelsorge und Beratung im Landeskirchenamt. Diese Seite wird regelmäßig erweitert und aktualisiert.

Ein Gebet zum Durchatmen

Gott, es gibt vieles, das ich nicht weiß.
Es gibt vieles, das ich nicht durchschaue.
Es gibt vieles, das ich nicht in der Hand habe.
Wenn ich mich ohnmächtig fühle, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht das Ganze bewältigen muss, sondern das tun kann, was meine Aufgabe ist.
Wenn ich verunsichert ich verunsichert bin, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht alleine bin und dass unsere Weisheit gemeinsam reicher ist.
Wenn ich Angst habe, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht aus deiner Nähe falle, sondern dein Geist mir nahe ist.
Was ich weiß, ist: Nach jedem Winter kommt der Frühling und neues leben wächst aus dem kalten Erdboden.
Was ich kann, ist tief durchatmen und dieser Welt Liebe einflößen, die sie so dringend braucht.
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.

Original von Rev. Dr. Hannah Adams Ingram, a University Chaplain

Inhaltsübersicht

Seelsorgliche Sprache im Alltag

Vielleicht ist dies die Zeit, darüber nachzudenken, Floskeln in unserer Alltagssprache bewusst durch „spirituelle“ Begriffe zu ersetzen und dabei Phrasen wieder zu entdecken, die als veraltet gelten. Zum Beispiel

  • statt „Tschüss“: „Gott befohlen“, „Geh mit Gott“, „Gott möge dich in seiner Hand halten.“
  • statt  „Viel Kraft“: „Ich wünsche dir Gottes Geisteskraft.“, Gott gebe dir von seiner Kraft.“, „Gott stärke dich.“
  • statt „Guten Tag“: „Gott / der Herr sei mit dir.“

Gemeindeseelsorge

Internet-Point im Gemeindehaus

Vor allem ältere Menschen, aber auch sozial schwächere Mitbürger haben nicht die technischen Möglichkeiten/Kenntnisse, um mit ihren Angehörigen und Freunden per Videotelefonie in Kontakt zu treten. In einem Gemeindehaus werden zu bestimmten Zeiten Laptops/Tablets mit Internetanschluss und entsprechender Software aufgestellt, von denen aus Gemeindeglieder ohne Internet und entsprechender Technik Videokontakt zu Angehörigen und Freunden aufnehmen können. Dieses Angebot wird von technisch versierten Ehrenamtlichen begleitet. Auf ausreichend Abstand ist zu achten. Eventuell können weitere Schutzmaßnahmen getroffen werden (z. B. Desinfektion der Tische, Bildschirme und Tastaturen).

Umgang mit Kindern in Zeiten der Corona-Krise

Verena Blank-Gorki war Mitarbeiterin in der Abteilung Psychosoziale Notfallversorgung im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und im Forschungsprojekt „Kind und Katastrophe“. Sie arbeitet aktuell bei der AETA Kinderstiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder und Jugendliche nach einem einschneidenden Ereignis zu betreuen, um psychische Erkrankungen zu verhindern und sie stark zu machen. Aus ihrer Feder stammen zwei Handreichungen zum Umgang mit Kindern in der Corona-Krise:

Seelsorge an Aussiedlern

Aus einer Gemeinde mit hohem Anteil an Aussiedlern, die am Gemeindeleben teilnehmen wird gerade diese Gruppe von der Pfarrerin/dem Pfarrer regelmäßig per Telefon kontaktiert. Da diese Gespräche aufgrund von Sprachbarrieren schwierig sind, werden oft bekannte Kirchlieder miteinander gesungen. Die Wirkung/Stärkung ist auch durch das Telefon spürbar.

Häusliches Trauerritual

Laut Coronaschutzverordnung sind Bestattungen nur im engsten Familienkreis zugelassen.

Das Zentrum für Seelsorge der Ev. Landeskirche in Baden hat eine Handreichung veröffentlicht für Menschen, die nicht an einer Beerdigung auf dem Friedhof teilnehmen können: Trauerritual für Zuhause (PDF)

Krankenhausseelsorge / Altenheimseelsorge

Trost für An-/Zugehörige und an COVID-19-Erkrankte

Im Falle eines Zutrittsverbots für Seelsorgerinnen und Seelsorger wird vielfach darüber nachgedacht, wie Ärzte und Pflegekräfte Trost spenden können. Hier stellen wir eine Materialsammlung zur Verfügung:

Internet

Mehrere Internetseiten bieten derzeit gute und fortlaufend aktualisierte Informationen, zum Teil auch die Möglichkeit zu Diskussion und Rückmeldung:

Für die Seelsorge in Einrichtungen (Krankenhaus, Altenheim, Hospiz, etc.) gilt:

  • Gerade jetzt sollte die hilfreiche und stärkende Kraft von Seelsorge, Beistand, ethischer Beratung, Gebet und Gottesdienst für Mitarbeitende, An- und Zugehörige, Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner in allen Generationen ernst genommen werden.
  • Die Suche nach weiterhin möglichen Formen von Seelsorge und Beistand und deren Bekanntmachung sollte gefördert werden.
  • Die jeweiligen Regelungen in den Einrichtungen sind zu befolgen. Bei persönlichen Kontakten im Rahmen der Seelsorge geht es darum, Begleitung zu gewährleisten und das Ansteckungsrisiko zu minimieren.
  • Seelsorge durch Ehrenamtliche kann nicht mehr durch direkte Kontakte erfolgen. Die telefonische Seelsorge, Videotelefonie und Briefseelsorge für Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohnern ist aber weiterhin möglich.
  • Hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger gewährleisten ihre Erreichbarkeit in den Einrichtungen. Ihre Besuche bei Kranken und Sterbenden sind auch und gerade jetzt in besonderer Weise gefragt und sollten dort, wo Einrichtungen diese zulassen und sogar anfordern, auch durchgeführt werden. Direkter Kontakt zu Patientinnen und Patienten kann nur unter Berücksichtigung der Schutzmaßnahmen erfolgen, die für das Pflegepersonal auch gelten.
  • Mit Blick auf die Prognosen, dass die Zahl von Covid19-infizierten-Patientinnen und -Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf zunimmt und die Ressourcen für eine intensiv-medizinische Behandlung in den Krankenhäusern nicht mehr ausreichen, sollten jetzt schon Konzepte entwickelt werden, wie belasteten Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern durch stärkende und entlastende Begleitung angeboten werden kann. Dazu gehört ebenfalls Beratung und seelsorglicher Beistand in ethischen Dilemma-Situationen.
  • In den Altenheimen steigen die Anspannung und das Risiko, dass es zu zahlreichen Infektionen in einer Einrichtung kommt- sowohl bei den Pflegenden als auch den Pflegebedürftigen. Eine solche Entwicklung würde die Situation von An- und Zugehörigen, von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Pflegenden noch verschärfen. Derzeit ist nicht abzusehen, welche Aufgaben damit auf Gemeinden - und hier insbesondere auf Pfarrerinnen und Pfarrer - zukommen. Betroffene Gemeinden und Einrichtungen können sich an die Beauftragte der Landeskirche für Seelsorge in den Einrichtungen der Altenpflege wenden (sie ist auch Wochenenden erreichbar):

    Pfarrerin Helga Wemhöner
    Telefon: 02304 755-150
    E-Mail: helga.wemhoener@institut-afw.de
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Gute Ideen

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