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Tag der Westfälischen Kirchengeschichte in Freudenberg

Zwischen Aufklärung und Erweckung

FREUDENBERG/WESTFALEN - Ganz im Zeichen von Johann Heinrich Jung-Stilling stand der Tag der Westfälischen Kirchengeschichte in Freudenberg. Anlässlich des 275. Geburtstages des berühmten Siegerländers, der am 12. September 1740 in Grund bei Hilchenbach geboren wurde, hielt Professor Wolf Friedrich Schäufele (Marburg) den Vortrag »Johann Heinrich Jung-Stilling (1740-1817) zwischen Aufklärung und Erweckung«.

Schäufele beschrieb Johann Heinrich Jung als einen Vergessenen und Unvergessenen gleichermaßen. In der großen Öffentlichkeit sei sein Name und Werk lange verschwunden. In der germanistischen, theologischen und ökonomischen Wissenschaft finde er jedoch lebhaftes Interesse.

Schäufele ging auf das Leben und den Glauben Jung-Stillings ein. »Was sein Leben so faszinierend macht«, so Schäufele, »ist die durchgehende Verschränkung von Leben und Glauben.« Bereits in seiner Jugend wurde er pietistisch geprägt. Später hatte er Kontakte zum Pietismus im Bergischen Land. Als Volksschriftsteller wollte er angesichts der bevorstehenden Endzeit die schläfrige Christenheit wachrütteln. Man könne in ihm den Wegbereiter der Erweckungsbewegung sehen.

Jung-Stilling habe, so Schäufele, religiöse Entwicklungen durchgemacht. Von der Aufklärung und dem rationalen Denken beeinflusst sei er stets mehr ein Frommer gewesen, der sich kritisch dagegen gewehrt habe, dass man im Geist der Vernunft das Gebiet der Glaubenslehre beurteile. Später sei er zum Advokaten einer erwecklichen Frömmigkeit geworden.

Am Ende der Tagung erfolgte eine Exkursion zum Jung-Stilling-Denkmal nach Hilchenbach und nach Grund, wo das Geburtshaus des berühmten Siegerländers steht. Die Entstehungsgeschichte des Jung-Stilling-Denkmals in Hilchenbach hatte zuvor Dr. Johannes Burkardt, Münster, skizziert. (kp)

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