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Annette Kurschus auf dem Katholikentag: Für versöhnte Verschiedenheit auch im evangelisch-katholischen Verhältnis

Zum Abendmahl lädt nicht die Kirche ein, sondern Jesus Christus

Präses Annette Kurschus hat betont, dass die Einheit der Kirche von Jesus Christus vorgegeben ist. »Es geht darum, wie wir dieser Einheit entsprechen können«, sagte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) am Donnerstag (10.5.) auf dem Katholikentag in Münster.

Im Rückblick auf das Reformationsjubiläum 2017 erklärte Kurschus: »Was an der Basis schon längst gang und gäbe ist, ist jetzt als Sehnsucht auch in den kirchenleitenden Ebenen deutlich angekommen.«

Zum gemeinsamen Abendmahl sagte die Theologin: »Jesus Christus lädt ein, und wenn der einlädt, sind mit Gewissheit alle eingeladen. Hinter dieses Verständnis können wir als evangelische Christen nicht zurück.«

Innerhalb der evangelischen Kirchen werden die Unterschiede im Abendmahlsverständnis in versöhnter Verschiedenheit gegenseitig akzeptiert. »Diese versöhnte Verschiedenheit kann ich mir auch im evangelisch-katholischen Verhältnis vorstellen. Die Bedingung dafür ist, dass man sich gegenseitig anerkennt.«

Die Präses beteiligte sich an einem Podiumsgespräch zum Thema »Die Spaltung unter uns Christen ist ein Skandal! Papst Franziskus und die Ökumene«. Daran wirkten außerdem mit: Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), Metropolit Augoustinos (Orthodoxe Bischofskonferenz Deutschland) und Frank Uphoff (Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden).

Für Präses Kurschus sind Christen, auch Bischöfe, »allesamt Schafe des guten Hirten Jesus Christus, dem wir nachfolgen, da brauchen wir nicht noch einen, der zwischengeschaltet ist.« Sie würdigte das Bemühen des Papstes, die autoritäre Struktur der Kirche zurückzubauen. Dies könne allerdings gerade nicht durch Anordnungen von oben geschehen, sondern nur durch Teilhabe. Kurschus: »Dazu brauchen wir einen langen Atem – wenn wir beharrlich dranbleiben, wird es gehen.«

Die Präses warnte vor einer Ökumene, »die sich zusammenschließt gegen das, was anders ist – etwa gegen Flüchtlinge, wie in Polen oder Ungarn.« (Pressemitteilung 21/2018)

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