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Ökumenische Delegation besucht Flüchtlingseinrichtung in Borgentreich

Zehn Prozent sind Christen

BORGENTREICH (ekp/wels). Eine ökumenische Delegation besuchte jetzt die Ende Oktober 2014 eröffnete Zentrale Unterbringungs-Einrichtung für Flüchtlinge des Landes Nordrhein-Westfalen in der ehemaligen Desenberg-Kaserne in Borgentreich (Kreis Höxter). Vertreter des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, der Diakonie Paderborn-Höxter e.V., des Dekanats Höxter und des MÖWe-Regionaldienstes (Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung) der Evangelischen Kirche von Westfalen suchten im Gespräch mit Bischof Anba Damian nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Die ehemalige Kaserne gehört der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, die dort bereits über 800.000 Euro investiert hat. Anba Damian ist Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland mit Sitz in Höxter-Brenkhausen.

Verwaltet wird die Zentrale Unterbringungs-Einrichtung von der Bezirksregierung Arnsberg. 55 Mitarbeiter der Malteser Werke arbeiten dort. Hinzu kommt unter anderem ein Sicherheitsdienst. Aufgrund des Bedarfs wurden weitere Stellen eingerichtet: Anfang Juli hat die pädagogische Mitarbeiterin der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. Marija Benakovic (35) ihren Arbeitsplatz in Borgentreich bezogen. Sie ist für die Verfahrensberatung der Flüchtlinge zuständig. Mitte August kommt als Teilzeitkraft Dorothea Lindner für den Bereich Beschwerdemanagement (bezogen auf die Unterbringung und sonstige Rahmenbedingungen) hinzu. Beide Stellen werden zu 80 Prozent vom Land und zu 20 Prozent aus Mitteln der evangelischen Kirche finanziert.

Weiterer Handlungsbedarf wurde für den Bereich der psychosozialen Begleitung der oftmals traumatisierten Flüchtlinge deutlich: »Ich wünsche mir Gesprächspartner für die Menschen in Not«, so Bischof Anba Damian. Weiterhin sollen in der Kirche, die nach und nach im ehemaligen Kesselhaus entsteht, neben koptisch-orthodoxen auch evangelische und katholische Gottesdienste gefeiert werden können. Etwa zehn Prozent der Flüchtlinge in Borgentreich seien Christen.

Eine finanzielle Beteiligung der »Schwesterkirchen für dieses mögliche gemeinsame Projekt« würde Bischof Damian begrüßen. Für Muslime gibt es eine Moschee. Um die Lebensqualität in der Flüchtlingseinrichtung weiter zu verbessern, möchte sich Diakonievorstand Koppermann für das Mitwirken Ehrenamtlicher aus der Region Warburg stark machen. Superintendentin Schröder und die MÖWe-Mitarbeitenden werden die weiteren Anliegen an die westfälische Landeskirche weitergeben; die Dekanatsvertreter an das Erzbistum Paderborn.

Für 500 Menschen ausgelegt, leben in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung aufgrund einer Notbelegung inzwischen 600 Personen. 20 bis 25 verschiedene Nationalitäten sind es Ende Juli. Die Flüchtlinge unter anderem aus Syrien, Irak, Afghanistan, Indien, Albanien und Georgien bleiben nach ihrer Erstaufnahme in Bielefeld, Dortmund oder Siegen-Wittgenstein in der Regel zwei bis vier Wochen in Borgentreich. Dann werden sie in Unterkünfte in den Kommunen in NRW gebracht.

Auf dem weitläufigen Gelände mit insgesamt 29 Gebäuden, Spiel- und Fußballplatz fällt die hohe Belegung nicht auf. Neun werden als Wohnhäuser genutzt. Andere als Kantine, Krankenstation, Wäscherei, Lager und für die Aufnahme mit angeschlossener Kleiderkammer. Für alleinstehende Frauen und ihre Kinder gibt es ein eigenes Haus. Ein Gebäude soll zukünftig für Indoor-Spiele genutzt werden. Auch ein Kiosk soll entstehen.

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