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Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm eröffnen ökumenische »Woche für das Leben« 2018

Würde menschlichen Lebens

Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Trierer Dom haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, heute die bundesweite Aktion »Woche für das Leben« eröffnet, die bis zum 21. April 2018 in katholischen und evangelischen Kirchengemeinden begangen wird.

In seiner Predigt erinnerte Kardinal Reinhard Marx an das Wort »Gott ist ein Freund des Lebens« als die seit 1989 gemeinsam bestehende Grundbotschaft der katholischen und evangelischen Kirche für die »Woche für das Leben« und sagte: »Wir befassen uns in diesem Jahr vor allem mit der Pränataldiagnostik. Ich kann die Sorgen der Eltern sehr gut verstehen: Jeder hofft, dass sein Kind gesund ist. Wenn das in Frage steht, kommen Ängste auf, die Familien sehr belasten.«
Dabei sei es gut, »von der Grundhaltung auszugehen, die in jeder Schwangerschaft notwendig ist: von Zuversicht, Hoffnung und Liebe. Jede Schwangerschaft braucht das Vertrauen, dass das Wagnis des neuen Lebens gut ist. Als Christen können wir darauf hoffen und vertrauen, dass Gott das Leben schützt und liebt.«, so Kardinal Marx.

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm sprach in seiner thematischen Hinführung im Gottesdienst von den Zielen, an denen sich Pränataldiagnostik zu orientieren hat:
»Als Christen glauben wir, dass uns das Leben von Gott geschenkt ist. Deswegen hat der Schutz dieses Lebens einen so großen Stellenwert für uns. Niemand darf von einem moralischen Hochpodest aus über die schwierigen Konfliktsituationen hinweggehen, die entstehen, wenn Eltern durch Pränataldiagnostik mit abzusehenden schweren Schäden in der embryonalen Entwicklung konfrontiert werden. Sie brauchen einfühlsame Begleitung und Beratung gerade auch in den damit verbundenen ethischen Fragen. Umso wichtiger ist eine bewusste Reflexion der ethischen Dimensionen der heutigen pränataldiagnostischen Möglichkeiten.«
Die Achtung vor der unverfügbaren Würde menschlichen Lebens müsse »die Grundlage und Grenze sein, auf der wir unsere Entscheidungen in den damit zusammenhängenden Fragen treffen.«

An dem ökumenischen Gottesdienst in Trier mit zahlreichen Teilnehmenden aus Gesellschaft, Politik, Bildung, Medizin und Religionsgemeinschaften wirkten außerdem Bischof Dr. Stephan Ackermann, Bischof von Trier, und Christoph Pistorius, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, mit.

Schwerpunktthema 2018

Bei der »Woche für das Leben« geht es in diesem Jahr um Aufgaben und Konsequenzen der Pränataldiagnostik und deren ethische, medizinische und soziale Einordnung. Besonders wird die sich daraus ergebende Frage nach dem Wert des Lebens mit Behinderung in den Blick genommen. Die Bewertung pränataldiagnostischer Methoden ist nicht nur eine medizinisch-technische Sache. Es müssen vornehmlich auch ethische Kriterien und die jeweiligen gesellschaftlichen Auswirkungen berücksichtigt werden. In den medizinischen Fortschritten sehen die katholische und evangelische Kirche nicht nur hilfreiche Maßnahmen für die Gesundheit von Mutter und Kind, sondern auch die Gefahr einer zunehmenden Ablehnung von Kindern mit Behinderung und das Streben hin zu vermeintlich perfekten Menschen.

Die »Woche für das Leben« ist seit mehr als 20 Jahren die ökumenische Aktion der evangelischen und katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende.

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