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Überblick: Vielfältiges und umfangreiches Angebot

Was evangelische Christen für Flüchtlinge tun

WESTFALEN - Hilfe für Flüchtlinge wird in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) vielfältig und umfangreich geleistet. Jetzt liegt dazu erstmals eine Übersicht vor, die zeigt: Kirchengemeinden, Diakonie, Verbände und landeskirchliche Einrichtungen sind in verschiedenen Bereichen stark engagiert – von Verfahrensberatung über Hausaufgabenhilfe oder Begegnungscafés bis zu Unterkünften. Das Thema Flucht kommt auch häufig in Gottesdiensten vor: in Predigten und in Gebeten für die Betroffenen.

Viele Kirchengemeinden bieten Sprachförderung an. Die Gemeinde Rheda-Wiedenbrück führt einen Deutschkurs in Kindertageseinrichtungen durch, in Beckum begleiten Ehrenamtliche die Flüchtlinge bei Behördengängen. Wichtige Schwerpunkte sind auch Rechtsbegleitung, die Vermittlung von Patenschaften und Übersetzungshilfen. In Gütersloh entsteht eine Sprachlernbibliothek. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. bietet Flüchtlingsfrauen Platz in ihrem Frauenhaus in Soest. Die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck hat auf eigene Initiative 20 Flüchtlingskinder aufgenommen.

Unterkunft in gemeindlichen Räumen gibt es in Bielefeld, Halle, Harsewinkel, Bönen, Fröndenberg, Witten, Stockum, Iserlohn, Schalksmühle bei Lüdenscheid, Münster, Coesfeld und Tecklenburg. Andere Gemeinden helfen bei der Beschaffung von Wohnraum. Es bestehen Kleiderkammern und Möbelbörsen, Suppenküchen und Mittagstische, Fahrradwerkstätten und Ausgabestellen von Schulheften und Schreibzeug. In Rehme bei Bad Oeynhausen erhalten 150 Flüchtlinge täglich drei Mahlzeiten in einem Gemeindehaus.

Außer der materiellen Hilfe fördern Gemeinden auch die Integration, etwa in der Initiative „Über den Tellerrand“ in Beckum, wo Flüchtlinge und Einheimische gemeinsam kochen und zum Essen einladen. Im „Café International“ in Plettenberg gibt es einen Kochabend unter Anleitung von Migranten, in Hiddenhausen wird zum Brunch eingeladen. Im Fußballclub der Evangelischen Studierendengemeinde Münster kicken Studenten und jugendliche Flüchtlinge gemeinsam. Viele Gemeinden veranstalten öffentliche Vorträge, Runde Tische und Gesprächsrunden zum Thema Flucht und Vertreibung sowie Seminare und Fortbildungskurse für Ehrenamtliche. In fast allen 28 westfälischen Kirchenkreisen sind mittlerweile Flüchtlingsbeauftragte tätig. Ihnen ist auch die jetzt erstmals durchgeführte Erhebung der Aktivitäten zu verdanken. Die Aufstellung ist noch nicht vollständig und wird laufend aktualisiert.

Die westfälische Landessynode hatte im November 2014 die Gemeinden ermutigt, sich weiterhin tatkräftig für Flüchtlinge einzusetzen. Gleichzeitig stellte das „Kirchenparlament“ für das Jahr 2015 insgesamt 600.000 Euro Sondermittel für diesen Zweck bereit. Damit werden sowohl konkrete Projekte in Westfalen als auch in Kooperation mit europäischen kirchlichen Partnern unterstützt – zum Beispiel „Mediterranean Hope“ in Italien.


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