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Präses Kurschus: Kirche als Gemeinschaft, die sich nicht beirren lässt in dem, was sie erlebt hat mit Gott

Visitation des Kirchenkreises Vlotho hat begonnen

»So möchte ich mir die Kirche vorstellen. So wünsche ich mir uns als Christen: Als Menschen, die wissen, was sie glauben. Die wissen, was sie wollen. Und die trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – nicht mit dem Dünkel durch die Welt laufen, als hätten sie die Wahrheit gepachtet.« Zum Auftakt der Visitation des Evangelischen Kirchenkreises Vlotho predigte Präses Annette Kurschus am Sonntag in der Kirche St. Stephan in Vlotho.

Bei ihrer Vorstellung von Kirche bezog sich die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) auf den öffentlichen Auftritt des Apostels Paulus in Athen, von dem die Bibel berichtet (Apostelgeschichte 17,22-31). In der Hauptstadt der Antike, wo die griechische Götterwelt allgegenwärtig ist, bekennt Paulus den Gott der jungen christlichen Gemeinde. Zuvor hat er die Götter der Griechen aufmerksam wahrgenommen. Er spricht dann über »Gottes wunderbare Schöpfung, die mit jedem Grashalm, mit jedem Sonnenstrahl, mit jedem menschlichen Gesicht, mit Geist und Kunst von Gott predigt. Lauthals und vollgültig.« Zugleich und trotzdem bekennt Paulus den gekreuzigten und auferstandenen Christus. »Der Schöpfer der Welt wollte kein Allerweltsgott sein und bleiben«, so Präses Kurschus. »Der, der selbst alles hat und ist, will bedürftig und verletzlich und sterblich sein. Und ausgerechnet da – im Allerschwächsten und Menschlichsten – ist er bei uns. Ausgerechnet da ist er Gott.« Deshalb möchte sich Annette Kurschus die Kirche auch vorstellen als »Gemeinschaft, die sich nicht beirren lässt in dem, was sie selbst erlebt hat mit Gott. Die in der Spur Jesu bleibt.«

Bei der Visitation besucht ein Team von 20 Fachleuten aus den verschiedenen Arbeitsbereichen der EKvW den Kirchenkreis bis Donnerstag nach einem genauen Plan. Die Themenbereiche spiegeln die Vielfalt des kirchlichen Lebens. Dazu gehören Gottesdienst, Kirchenmusik und Kultur, Seelsorge und Beratung, Diakonie und soziale Verantwortung ebenso wie Kindergärten, Schule und Jugendarbeit oder Verwaltung und Finanzen. Die Visitation macht konstruktive Vorschläge und ermutigt, sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen. Das geschieht in einem Prozess des gegenseitigen Austauschs.

Erste Eindrücke vom Kirchenkreis hatte das Visitationsteam am Nachmittag bei einer Rundfahrt bekommen. Der Kurbereich in Bad Oeynhausen stand dabei ebenso auf dem Programm wie ein Blick vom Fernsehturm über die Porta Westfalica. Der Abend diente dem weiteren Austausch mit dem Kreissynodalvorstand in der Auferstehungskirche Bad Oeynhausen.

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