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auf einen Blick
Lettland: Präses Annette Kurschus zur Rücknahme der Frauenordination

Verzicht auf die Hälfte des geistlichen Reichtums

In der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands dürfen Frauen künftig nicht mehr Pfarrerinnen werden. Das hat die Synode der Kirche am 3. Juni in Riga beschlossen.

In Lettland wurden Pfarrerinnen erstmals 1975 zugelassen. Doch Janis Vanags, konservatives Oberhaupt der mit 580.000 Mitgliedern größten Religionsgemeinschaft des baltischen Landes, hat seit seiner Einsetzung als Erzbischof 1993 keine Frauen mehr ordiniert.

Präses Annette Kurschus zu dem Beschluss:

»Die Rücknahme der schon eingeführten Frauenordination in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands ist ein Jammer.
Sie missachtet nicht nur die Fähigkeiten und Leistungen von Frauen, sondern schätzt auch die Gaben gering, die Gott Männern und Frauen für die Verkündigung des Wortes Gottes, die Verwaltung der Sakramente und die Leitung der Gemeinden und der Kirche schenkt.
Wie kommt man(n) eigentlich auf die Idee, auf die Hälfte dieses Reichtums verzichten zu können?!

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat vor zwei Jahren das vierzigste Jubiläum der vollen rechtlichen Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt gefeiert.
Wie alle Kirchen, die sich ernsthaft auf diesen – unumkehrbaren – Weg eingelassen haben, hat auch unsere Kirche erfahren, dass dadurch das Zeugnis des Evangeliums hörbarer und glaubwürdiger, der Segen Gottes spürbarer und die Gemeinschaft kräftiger und lebendiger geworden ist.

Meine Solidarität gilt den lettischen Kolleginnen im Pfarramt, die von der Kirche, die sie einst berief und ordinierte, nun mit ihrer Arbeit und ihren Lebensgeschichten ins Unrecht gesetzt wurden.“

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Datum: 08.06.2016