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Präses Kurschus ermutigt Juden zu offenem Auftreten

»Versteckt euch nicht!«

ESSEN/BIELEFELD - Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, hat Juden in Deutschland ermutigt, sich offen zu ihrem Glauben zu bekennen. »Jüdisches Leben gehört zu Deutschland und sollte sich nicht ins Abseits drängen lassen«, sagte Kurschus der in Essen erscheinenden »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung« (WAZ, Donnerstagausgabe).

Sie reagierte damit auf Äußerungen von Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er hatte kürzlich davor gewarnt, in Problemvierteln offen die Kippa als traditionelle jüdische Kopfbedeckung zu tragen.

Die leitende Theologin der viertgrößten Landeskirche erklärte, sie verstehe zwar die Vorsicht. Sie halte das aber für ein falsches Signal: »Man lässt sich gleichsam verdrängen aus der öffentlichen Wahrnehmung und aus der Gesellschaft. Das dürfe nicht geschehen.« Sie appellierte an jüdische Mitbürger: »Versteckt euch nicht!«

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland hatte vor einer Woche Juden davor gewarnt, in überwiegend von Muslimen bewohnten Stadtvierteln - besonders in Berlin - die Kippa zu tragen. Juden sollten sich zwar nicht aus Angst verstecken, und die meisten jüdischen Einrichtungen seien gut gesichert. Dennoch stelle sich die Frage, ob es sinnvoll sei, sich in bestimmten Vierteln als Jude zu erkennen zu geben. (epd)

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