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50 Jahre Seelsorge per Telefon: Die TelefonSeelsorge Dortmund feiert Geburtstag

Verschwiegen, offen und tolerant

DORTMUND - Ein halbes Jahrhundert alt wird die TelefonSeelsorge Dortmund. Ihren 50-jährigen Geburtstag feiert sie am 16. April mit einem Gottesdienst in St. Marien und anschließendem Empfang.

»Ich habe den Eindruck, dass die Einsamkeit zunimmt«, so ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der TelefonSeelsorge. »Es kommen immer mehr Anrufe von alten Menschen, um in ihrer Einsamkeit nach einem Kontakt zu suchen. Jüngere Menschen rufen an, weil sie das Gefühl haben, mit keinem mehr richtig reden zu können.«  Für sie ist die TelefonSeelsorge da, und auch für alle, die Sorgen und Ängste haben oder in Krisen stecken. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche unter 08001110111/222 Anonym und verschwiegen, offen und tolerant, kompetent und kostenfrei.

Von 2.859 auf 20.000

Am 3. April 1965, nachmittags um 16.30 Uhr rief die erste Ratsuchende in der gerade an den Start gegangenen TelefonSeelsorge an. 2.859 Anrufe wurden es im ersten Jahr. Heute, so berichtet die Pfarrerin und Leiterin Ingrid Behrendt-Fuchs, sind es rund 20.000 jährlich. Schon in den Anfangsjahren wurde deutlich, dass weitere Beratungsstellen notwendig sind. So entstanden in den siebziger Jahren die Ehe- und Familienberatungsstelle, die Drogenberatungsstelle und das Krisenzentrum. »Dieses mittlerweile immer größere Netzwerk ermöglicht bis heute eine gute Kooperation«, so Diplompädagoge Michael Hillenkamp.

In ihren ersten 17 Jahren war die TelefonSeelsorge in evangelischer Trägerschaft. 1982 kam die Katholische Kirche als Partner dazu. »Es ist ein schönes und gutes Zeichen«, so Ulf Schlüter, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund, »dass die beiden großen Kirchen das Angebot der TelefonSeelsorge in ökumenischer Verbundenheit verantworten und tragen.« Andreas Coersmeier, Propst und Stadtdechant der katholischen Kirche Dortmund, ergänzt: »Christen beider Konfessionen leisten diese Arbeit aus ihrem Glauben heraus.«  Zusammen mit drei Hauptamtlichen engagieren sich hier 84 Frauen und Männer ehrenamtlich rund um die Uhr.

Neue Wege

War es zu Beginn der sechziger Jahre zweifelhaft, ob sich eine Seelsorge per Telefon überhaupt etablieren könnte, denn lediglich 15 Prozent der Westdeutschen besaßen ein Telefon, so beschritt mit aufkommendem Internet die TelefonSeelsorge neue Wege. Seit dem Jahr 2000 beteiligt sich die Dortmunder Stelle am bundesweiten Chatangebot der TelefonSeelsorge.

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