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Junge Afrikaner: Theater gegen Vorurteile – Vorstellung in Bielefeld

Verfaulte Tomaten als Symbol für Hass und Gewalt

Junge Erwachsene aus der Demokratischen Republik Kongo, aus Ruanda und Burundi spielen gemeinsam Theater und setzen damit ein Zeichen gegen Gewalt und Hass.

Am 10. November erhält das überregionale Friedensprojekt APRED-RGL in Berlin der Friedenspreis des Ökumenischen Netzwerkes Zentralafrika. Die von APRED-RGL gegründete Theatergruppe »Badilika« (Veränderung) spielt ihr Stück »Verfaulte Tomaten« zwei Tage später auch in Bielefeld.

Das Publikum der geschlossenen Vorstellung sind ökumenische Gäste aus aller Welt, die auf Einladung der Evangelischen Kirche von Westfalen ab 14. November an der Landessynode teilnehmen. APRED-RGL bedeutet, aus dem Französischen übersetzt: Aktion zur Förderung von Frieden, Versöhnung und nachhaltiger Entwicklung in der Region der Großen Seen.

Vergewaltigung, beklemmend ohne Worte dargestellt

Plötzlich drehen sich die beiden jungen Männer um. Fast eine Stunde haben sie reglos dagestanden, mit dem Rücken zum Publikum. Nun beginnen sie zu tanzen, wild und bedrohlich. Ihre aggressiven Bewegungen gelten der jungen Frau, die in der Mitte steht. Langsam zieht sie mit roter Farbe eine schräge Linie über ihr weißes T-Shirt. Dann mit der anderen Hand eine zweite. Jetzt ist sie mit einem blutroten Kreuz gezeichnet. Immer noch vollführen die beiden Männer ihren teuflischen Tanz. Ihre Hemden sind so rot wie das Kreuz auf der Brust der jungen Frau.

Eine Vergewaltigung, beklemmend ohne Worte dargestellt. Dieses Theater arbeitet mit starken Bildern. Die Schauspieler spielen ihren Alltag, und in dem gibt es viel Gewalt, Hass und Vorurteile. Das Verhältnis zwischen den Nachbarvölkern ist durch Kriege und blutige Auseinandersetzungen bestimmt. Frauen, die von Ruanda über die Grenze kommen, um in der kongolesischen Großstadt Goma ihr Gemüse zu verkaufen, werden angefeindet. In der Szene, die dem Stück den Namen gibt, bedrohen Kongolesen eine Tomatenhändlerin aus Ruanda. Schließlich lässt sie ihre Früchte verzweifelt fallen, sinkt zu Boden und klagt wie ein verwundetes Tier. Dann kommt es unter den Aggressoren zum Streit. Neid auf das wirtschaftlich stärkere Nachbarland spricht aus den Worten: »Die Sonne geht immer in Ruanda auf. Und der Regen kommt aus Ruanda. Genauso wie der Krieg!« Doch ein anderer erwidert: »Wir müssen aufhören, Ruanda für all unserer Probleme verantwortlich zu machen. Unser Haus ist nicht in Ordnung!«

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