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NRW-Justizminister Thomas Kutschaty würdigt gutes Miteinander von Staat und Kirche

Unterschiedliche Blickwinkel – das gleiche Ziel: Familien stärken

BIELEFELD/NRW - Der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty hat «das gute Miteinander von Kirche und Staat, wie wir es heute haben, im Dienste unserer Gesellschaft» gewürdigt. Zur Eröffnung der Westfälischen Landessynode sagte Kutschaty am Montag (17.11.) in Bielefeld: «Denn Kirche und Staat kehren einander nicht gleichgültig den Rücken, sondern sie sind einander zugewandt.»

Es sei eine gute und notwendige Partnerschaft, so Kutschaty: «Denn der Staat könnte die Aufgaben und Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, gar nicht alleine meistern. Er ist angewiesen auf die Mitwirkung der Kirchen, der anderen Religionsgemeinschaften und der zivilgesellschaftlichen Gruppen.» Vor allem bei der Vermittlung von Werten, betonte Kutschaty, hätten die Kirchen und Religionsgemeinschaften eine «überaus wichtige Rolle», die durch niemanden sonst besser ausgefüllt werden könne.

Kutschaty dankte der Landessynode für die aktuelle Debatte um die Hauptvorlage «Familien heute». Schließlich beschäftige sich auch die Landesregierung ständig mit dem Thema. Wenn auch die Blickwinkel unterschiedliche seien, das Ziel bleibe das gleiche: «die Menschen zu stärken, die in unterschiedlichen Formen von Familie Verantwortung füreinander übernehmen». Als Beispiel nannte der Justizminister die Neuregelung des Sorgerechts für nichteheliche Kinder und das im Mai 2014 vom Bundestag verabschiedete Recht auf sogenannte Sukzessivadoptionen bei eingetragenen Partnerschaften. Damit gibt es keine Beschränkungen für das Adoptionsrecht homosexueller Lebenspartner mehr.

Weder das Grundgesetz noch das Bürgerliche Gesetzbuch enthielten eine Definition zum Familienbegriff , sagte Kutschaty. Ebenso wenig lasse sich die Bedeutung anhand des Wortursprungs ermitteln. Sein Fazit: «Familie ist nicht in Stein gemeißelt, sondern dem Wandel unterlegen.» Der Anteil nichtehelicher Kinder liege heute bereits bei 34 Prozent – das traditionelle Familienbild, wonach die Familie aus der Ehe hervorgehe, entspreche in mehr als einem Drittel aller Fälle also nicht mehr der gelebten Wirklichkeit. 

Kutschaty forderte grundsätzliche Überlegungen zu «einem neuen, in sich stimmigen Familienrechtsmodell» und bat die Landeskirche, sich aktiv in diesen Prozess einzubringen. Denn wiederholtes gesetzliches Nachjustieren im Familienrecht erwecke den Eindruck, dass die Rechtsprechung der Lebenswirklichkeit hinterherhinke, und lasse das Familienrecht zu einem Flickenteppich werden.

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